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Tagesgage für einen Cutter Anfänger (1 Jahr Erfahrung)



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Frage von caberhagem:


Hi,

ich wollte um Rat fragen, was man so als freier Cutter nehmen kann, der Anfänger ist.
Bis vor Kurzem Habe ich in einem Hamburger Posthouse als fester Mitarbeiter Trailer fürs TV geschnitten, ca 1,4 Jahre. Die Stelle wurde inzwischen wegen Auftragsmangel aufgelöst.
Zwar möchte ich wieder in eine Festeinstellung, jedoch könnt ich zumindest in der Zwischenzeit auch frei was schneiden. Ich traue mich jedoch nicht eine Tagesgage von 300-400eur zu verlangen.

Was sagen die erfahrenen Cutter?

Tausend Dank an euch
caberhagem



Antwort von SeenByAlex:

Mit oder ohne eigenen Schnittplatz? Also geht es nur um deine Arbeitsleistung oder ist die notwendige Technik im Preis schon inklusive? Und falls ja: was für ein Set-Up ist das? AVID, Premiere, Final Cut,...? Mit zwei Monitoren und Kontrollmonitor? Und schönem Sofa im Hintergrund für den Regisseur zum drauf-rum-fläzen? Oder ein Privatlaptop in deiner Wohnung?



Antwort von dernapfkuchen:

Oh sry! Hab ich vollkommen vergessen zu erwähnen.

Ich suche tatsächlich nach Möglichkeit nach einem Preis inklusive Technik.
Mein Schnittplatz ist in der Wohnung ohne gemütliches Regiesofa :o
Es ist ein PC Tower mit Premiere drauf. Zwei Monitore, kein Kontrollmonitor. Hardware ist aus dem Consumer-Bereich, reicht aber dicke aus, um 4K zu schneiden, auch RAW.
Mit Avid kann ich auch schneiden aber dann außer Haus.





Antwort von Drushba:

Eine Schicht á 6 Stunden 400 Euro ("Tagesgage"), Schnittplatz zusätzlich 200 Euro/Tag. Alles andere ist Dumping. -> Rate mal, warum die Aufträge für Eure Firma wohl zurückgegangen sind. ;-)



Antwort von gunman:

Ein Beruf mit blendenden Zukunftsaussichten?
30 Stundenwoche = 30 x 400 = 12.000 Euro X 4 = 48.000 Euro Monatsgehalt Brutto ?????

Wann kann ich anfangen ?



Antwort von dienstag_01:


@ Caberhagen
Da kann ich Drushba nur Recht geben !

Ein Beruf mit blendenden Zukunftsaussichten?
30 Stundenwoche = 30 x 400 = 12.000 Euro X 4 = 48.000 Euro Monatsgehalt Brutto ?????

Auf welchem Stern lebst Du ?

Stunde und Schicht verwechseln und schon kann man sich richtig schön aufregen ;)



Antwort von caberhagem:

Hahaha, das als Stundensatz wär ja ein Traum :D

Ich verstehe natürlich die Aufregung, um zu niedrige Preise, jedoch kann ich mir nicht vorsellen, dass jemand bereit ist für meinen bisherigen Erfahrungswert so viel zu zahlen.
Das Ziel ist es ja eher durch kleine Jobs, die vielleicht ein normaler Cutter nicht mehr machen würde, sich so weit Referenzen aufzubauen, dass ich später die übliche Gage von 400eur am Tag verlangen kann?



Antwort von Jott:

Es ist verdammt schwierig, einmal gemachte Preise irgendwann anzuheben. Über den Preis definierst du auch dein Standing.

Ganz unten auf der Preisskala bist und bleibst du immer austauschbar, außerdem ist immer einer noch mal 10 Euro billiger.

Tipps zum Preis geht nur schwer, kommt ja auch auf die Region an. Aber such dir Merkmale, die abheben und professionell rüberkommen. Kundenkommunikation mit frame.io oder so was.

Grundsätzlich zum Diskutieren: was sagt ein denn Tagessatz aus? Gar nichts. Ein Cutter für 300 Euro, der zwei Tage braucht, kommt auf's Gleiche raus wie einer für 600, der entsprechend schneller ist und auf den Punkt liefert. Als Auftraggeber würden mich nur die Gesamtkosten interessieren, nicht der Tagessatz. Und ob der Job pünktlich erledigt wird.

Es kommt auch auf's Umfeld an: ein Industriekunde, der in drei Tagen einen geilen Messetrailer will, ist eine ganz andere Welt als meinetwegen eine Öffi-Dokunummer, wo sich irgend welche Schalträger wochenlang rumfläzen. Das eine: Kreativität und Gespür. Das andere: bezahlter Knöpfchendrücker.



Antwort von freezer:


Ein Beruf mit blendenden Zukunftsaussichten?
30 Stundenwoche = 30 x 400 = 12.000 Euro X 4 = 48.000 Euro Monatsgehalt Brutto ?????

Wann kann ich anfangen ?

Kein Wunder, dass es viele frischgebackene Selbstständige gleich mal aufhaut, wenn es schon bei den Rechenfähigkeiten und der Kostenkalkulation mangelt...



Antwort von ffm:

Das sind ja brillante Mathematikkenntnisse.



Antwort von Jalue:


Hahaha, das als Stundensatz wär ja ein Traum :D

Ich verstehe natürlich die Aufregung, um zu niedrige Preise, jedoch kann ich mir nicht vorsellen, dass jemand bereit ist für meinen bisherigen Erfahrungswert so viel zu zahlen.
Das Ziel ist es ja eher durch kleine Jobs, die vielleicht ein normaler Cutter nicht mehr machen würde, sich so weit Referenzen aufzubauen, dass ich später die übliche Gage von 400eur am Tag verlangen kann?

Mit der Einschätzung liegst du meiner Meinung nach richtig. 400 Euro/Tag + 200 für Equipment sind definitiv kein Einsteigertarif oder anders gesagt: Leute, die das zahlen, verlangen auch das entsprechende Gesamtpaket. Okay, in München magst du damit durchkommen, aber da hast du eben auch hörere Kosten. Auf Berliner Verhältnisse umgelegt würde ich sagen: 300/Tag ist realistisch für den Anfang. Motion Design-Kenntnisse erhöhen deine Attraktivität bei Kunden erheblich, denn oft werden genau solche Jobs ans Homeoffice-Cutter outgesourct: Schnitt und Animation von/für kurze Erklärvideos.



Antwort von Darth Schneider:

Also 300 € Pro Tag finde ich definitiv zu wenig, (vorallem mit dem Equipment) auch für einen Anfänger.
Mindestens 400 pro Tag, würde ich verlangen, besser 500 €, wobei ich persönlich unter einem Tag nicht nur 6 Stunden einplanen würde, also 8 oder 9, oder auch mal 10, können es schon sein, oder im Notfall auch mal 12, wenn der Film halt fertig werden muss...halt je nach dem.
Ich hatte vor rund 20 Jahren einen Tagesansatz von 500 Schweizer Franken, wenn kein Budget vorhanden war, habe ich auch schon mal für 400 Fr. gearbeitet aber darunter eigentlich nicht, das für Kamera (eine Kamera, und ein Kameramann), oder für den Schnitt.
Da ich das Filmen heute nur noch Hobbymässig mache, kenne ich die heutigen Preise leider überhaupt nicht.
Aber schon damals gab es selbstständig arbeitende Cutter und Kameraleute z.b. in Zürich die durchaus mehr als doppelt, oder dreimal so viel verlangt haben...Aber die haben dann mit High End Profi Equipment gedreht, nicht wie ich mit Hi8Hi8 im Glossar erklärt, Mini Dv, HDVHDV im Glossar erklärt, also mit SemiPro Technik.
Also, anders geschrieben: wenn heute einer regelmässig mit ner 50 000 Dollar Red dreht, dann wird er das wohl kaum für ein paar Hunderter am Tag machen...hoffe ich.
Gruss Boris



Antwort von Jörg:

Hier gehts nicht um Red Artisten, hier fragt ein Schnittrookie....
400€ in der heutigen Zeit für vermutlich sehr wenig Erfahrung ist schon sehr ambitioniert.
ich denke ein Projektfestpreis wird sehr schnell klären, WAS ein cutter verdienen kann, muss.



Antwort von Jalue:


Also 300 € Pro Tag finde ich definitiv zu wenig, (vorallem mit dem Equipment) auch für einen Anfänger.
Mindestens 400 pro Tag, würde ich verlangen, besser 500 €, wobei ich persönlich unter einem Tag nicht nur 6 Stunden einplanen würde, also 8 oder 9, oder auch mal 10, können es schon sein, oder im Notfall auch mal 12, wenn der Film halt fertig werden muss...halt je nach dem.
Ich hatte vor rund 20 Jahren einen Tagesansatz von 500 Schweizer Franken, wenn kein Budget vorhanden war, habe ich auch schon mal für 400 Fr. gearbeitet aber darunter eigentlich nicht, das für Kamera (eine Kamera, und ein Kameramann), oder für den Schnitt.

Lieber Darth,

1. Bei euch wird in allen Bereichen mehr verdient. Deshalb ja die vielen deutschen "Wirtschaftsmigranten" ;-)
2. Stagnieren hierzulande die Honorare inflationsbereinigt seit Dekaden.
3. Liegt hier, nachdem an jeder Milchkanne "Medienakademien" eröffnet haben, die Zahl der Berufseinsteiger weit über dem Bedarf, gleichzeitig wird die Technik immer preiswerter. Für ein Medion-Notebook zahlt keiner High-End-Tarife, in vielen Fällen reicht das Ding aber aus.

Ich "finde" 300 € auch zu wenig, aber das ist eben nun mal leider der Marktpreis in Reichweite des TO's.



Antwort von Darth Schneider:

Das mit dem mehr verdienen ist in der Schweiz relativ, das Leben ist schon teurer bei uns und der ganze Medien Markt ist sehr klein...
Gruss Boris



Antwort von Drushba:



Mit der Einschätzung liegst du meiner Meinung nach richtig. 400 Euro/Tag + 200 für Equipment sind definitiv kein Einsteigertarif oder anders gesagt: Leute, die das zahlen, verlangen auch das entsprechende Gesamtpaket.

400 Euro pro Tag verlangen Babelsberger HFF-Abgänger und Abgänger der DFFB für durchschnittliche Schnittjobs in Berlin. Das Problem ist leider, daß wir keinen regulierten Markt haben. Im Taxigewerbe würde auch niemand billigere Preise für eine Fahrt verlangen, nur weil er relativer Anfänger ist. Und wenn er es täte würden ihm seine Kollegen mit Recht aufs Dach steigen. Eine Arbeit ist eine Arbeitend muß so bezahlt werden, daß man davon leben kann. Wer weniger verlangt, zerstört die Grundlage von allen.



Antwort von Jott:

Es gibt wirklich viele Rechnungen zu Freelancer-Honoraren im Netz. Und die sind wichtig, weil man damit brutal auf den Boden gezogen wird, wenn man meint, 300 Euro am Tag seien supi. Wenn man nicht mehr durchsetzen kann, hat man den falschen Beruf gewählt und wird ins Prekäre absacken. Klingt hart, aber bitte wirklich rechnen. Mit Steuern, Urlaub, Ausfällen, Zeit für Lernen und Weiterbildung, Krankheit, Altersvorsorge, Krankenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, bla bla bla.

Dann lieber als Nebenberuf verfolgen oder nachts zusätzlich Taxi fahren, in jungen Jahren hält man 14-Stunden-Tage locker aus! :-)



Antwort von rdcl:

Vielleicht hilft es ja, wenn nur Leute antworten, die tatsächlich als freie Cutter arbeiten, und nicht jeder seine "sollte, hätte, mindestens"-Wunschbeträge postet.

Ich fange gerne an: Trailer Editor + Promo Producer für TV in München, 10 Jahre Erfahrung mit extrem guten Connections, 400€ Tagessatz, allerdings mit Mühe und Not. Die meisten Läden bezahlen weniger. Mit eigenem Schnittplatz. Das interessiert aber keinen, weil alle Agneturen einen am liebsten immer vor Ort haben.
Man muss quasi schon drum kämpfen an seinem eigenen Schnittplatz zu arbeiten.

Das ist die Realität die ich kenne. Ich kann mir kaum vorstellen dass "normale" Editoren (also nicht promotion) besser bezahlt werden. Eher ist das gegenteil der Fall.



Antwort von Jott:

TV ist vielleicht auch nicht die beste Idee.

Post Production-Kollegen verrechnen für Industrie doppelt so viel wie für TV.

Aber Jobs fallen nicht mehr vom Himmel, es gibt viel zu viele, die das Gleiche anbieten. Mehrwert, Soft Skills (Sprachen zum Beispiel), sich irgendwie abheben - darüber zu nachzugrübeln ist wichtig.



Antwort von rdcl:

Wie gesagt Promotion, nicht Produktion. Aber erläutere doch gerne mal wie du zu deinen Preisvorstellungen kommst.



Antwort von Jott:

Ich kenne meinen Tagessatz, und der würde dich zum Weinen bringen. Der Schlüssel steht oben.



Antwort von rdcl:


Ich kenne meinen Tagessatz, und der würde dich zum Weinen bringen. Der Schlüssel steht oben.

Erzähl doch mal... Tagessatz, Branche, Auslastung, Ort etc.



Antwort von SKYLIKE:

Vielleicht sollte man auch mal neben dem Preis von der Leistung sprechen. Weil das Wort "Cutter" und "Editor" und vieles andere heutzutage komplett vermischt wird.
90% aller "Cutter" kennen die Short Cuts und können Beiträge nach einem bestimmten Muster schneiden.
Aber mit random Material einen geilen kreativen Schnitt erstellen, können die wenigsten. Auch inhaltlich einen roten Faden oder eine Story über O-Töne entwickeln, da siehts bei den meisten auch mau aus.
Meine Erfahrung als Produzent.



Antwort von cantsin:

Generell gilt die Regel, für kreative Dienstleistungen welcher Art auch immer (ob Bildgestaltung, Vorträge...) mindestens 300 Euro für einen Arbeitstag - inkl. Vor- und Nachbereitung, plus Reisekosten und Spesen - zu rechnen. Alles andere ist Lohndumping und rechnet sich unmöglich als berufliche Tätigkeit.

Und das ist schon der Billigtarif. Für qualifizierte Arbeit eines Profis mit Studienabschluss (bzw. äquivalentem Niveau) ist eigentlich ein Brutto von 60 Euro/Stunde oder mehr angesagt.



Antwort von Jalue:

Danke für deine Offenheit, rdcl, meine Erfahrungen sind absolut deckungsgleich (wobei 400 für München sogar mich schockieren).

Auch gebe ich Skylike, dem Produzenten, recht. In vielen Fällen geht es heutzutage weniger um Montage-Kunst, sondern mehr um redaktionelle Fähigkeiten, gerade bei Firmenkunden. Für Leute, die beides können (plus ggf. einfaches Motion Design) zahle ich gerne 400 Plus, aber nicht für einen reinen Cutter.

Was Drushba und Jott betrifft: Ich schätze mal, ihr bewegt euch in einem besser dotierten Branchensegment, was euch von Herzen gegönnt sei. Dass HFF-Absolventen ad hoc locker 400 / Schicht verlangen können, ist jedoch Humbug, die Marktrealität sieht für die meisten anders aus, gerade in Berlin.

"Dann fahrt gefälligst Taxi, bis ihr richtige Jobs bekommt und versaut nicht die Tarife!" Ist jetzt nicht persönlich gemeint, aber unter dem pseudo-sozialen Lack dieser Forderung verbirgt sich doch nur Besitzstandswahrung und anmaßend ist sie ohnehin. Hat mir ein Fuzzi vom DJV auch schon mal dringend nahegelegt in Zeiten der Wirtschaftskrise, als die Honorare für Veejays in den Keller sackten.

Ich habe dem Typen buchstäblich den Finger gezeigt und mich mies bezahlten Jobs über Wasser gehalten, bis sich die Lage besserte. Sicher zum Verdruss einiger Kollegen, die sehr gerne meine heutigen, regulär dotierten Jobs abgegriffen – und mir dafür nach der Taxifahrt mit warmen Krokodilstränen in den Augen 50 Cent Trinkgeld gegeben hätten. ;-)

Dass die Situation besch...en ist, dass die falschen Leute zu viel kassieren und dass Handlungsbedarf besteht - darin sind wir uns glaube ich alle einig. Aber nicht in der Form, dass junge KollegInnen blockiert werden!



Antwort von Darth Schneider:

Unglaublich
Also für 400 Mücken am Tag muss man nicht nur die gesamte Filmerpalette, also Schnitt, Kamera, Motion Design (was das auch immer sein mag ) , möglichst noch 3D auf dem Kasten haben sondern auch noch Unternehmensberatung und Journalismus studiert haben, das alles für 400 € am Tag ?
Und 300 € ist zu viel für einen reinen Cutter ? Also für 300 kriegst du in der Schweiz ganz sicher nur einen absoluten Cutter Anfänger. Einer der gut ist, wird bei uns kaum unter dem dreifachen als Selbständiger einen Tag arbeiten. 300 € pro Tag Das finde ich auch für Deutschland weit unter dem Preis, wenn man leben soll davon und sein Equipment damit finanzieren muss..und die Miete fürs Büro bezahlen muss.
Nehmt eine null weg von 300€, das kriegen die Badmeister Aushilfen bei uns in der Badi pro Stunde....Also wenn einer jetzt 10 Stunden arbeitet....Nicht das es kein harter Job ist..
Das ist auch die Realtät...
Ich denke wenn diese schon sehr kreativen, aufwendigen, hart zu erlernenden, anspruchsvollen, Jobs am Schluss nur mies bezahlt sind, ist doch irgendwo der Wurm drinn im Biussnes, und man sollte sich überlegen was es sonst noch alles zu tun gibt...oder zumindest mal ganz genau über die Bücher gehen.
Und nicht vergessen, Eure Kunden arbeiten dann ganz sicher auch für 300 € am Tag...klar und fahren mit dem hübschen Porsche Chienne vor.
Verkauft euch nicht zu billig, sonst seit ihr es am Schluss.

Und kommt mir nicht mit Wirtschaftskrise, soviele Tv Sender, Sendungen, Werbung bis zum abwinken und Serien wie es Deutschland hat, unzählige erfolgreiche Firmen ( alles potentielle Kunden), Millionen von Frauen und Männer, viele davon heiraten und wollen einen Hochzeitsfilm...

Bei uns überlebt man als junger freischaffender Editor/ Cutter oder als Kameramann, oder einfach als Filmemacher, eigentlich nur, mit sehr, sehr viel Glück, in in den drei, vier grösseren Städten die wir haben, das aber nur mit viel Vitamin D, oder mit einem Millionenerbe. Der Markt ist viel zu klein.
Gruss Boris



Antwort von rdcl:

@Boris: Ich arbeite mit einer Agentur aus der Schweiz zusammen, die ein Kollege gegründet hat der mal hier gelebt hat und jetzt wieder zurück in die Schweiz gezogen ist. Der hat eigentlich den gleichen Background wie ich und ruft als Cutter auch solche Tagessätze auf. Keine Ahnung wie du auf knapp 1000€ Tagessatz kommst. Ist das immer nur Hörensagen oder kennst du wirklich persönlich jemanden der solche Preise aufruft und auch gebucht wird?

Also von Kamera oder 3D habe ich zumindest nicht gesprochen. Ich habe aber neben dem Schneiden schon sehr sehr weit reichende Kenntnisse in AE, die auch benötigt werden. Dazu schreibe ich Konzepte und Texte für Voice Over. Das sind die allgemeinen Aufgaben bei der Trailerproduktion.

Vielleicht habe ich auch durchgehend die falschen Kunden, aber ich glaube nicht dass man da groß höhere Preise aufrufen kann. Ich habe das durchaus schon gemacht, und das Ergebnis war eigentlich nie über 400. Ich habe auch schon Jobs bzw. Kunden im Allgemeinen abgesagt weil mir die Bezahlung zu gering war.

Ein großer Pay-TV Sender hat mir eine Festanstellung angeboten weil sie von meiner Arbeit sehr überzeugt waren, waren aber nicht bereit beim Freelancer-Gehalt in einen annehmbaren Bereich zu rücken. Also habe ich dankend abgelehnt.

Ich würde wirklich gerne mal wissen wo diese höheren Tagessätze noch bezahlt werden, aber bisher kam ja leider noch keine Antwort.



Antwort von Darth Schneider:

Natürlich gibt es nicht viele Medienschaffende in der Schweiz die 900 pro Tag verlangen, das habe ich auch nicht geschrieben.
( viele Fimenacher gibt es bei uns ja eh nicht ) aber 300 € das ist schlicht und einfach zu wenig, ausser man arbeitet wirklich mit Consumer Equipment.
https://www.champignons.tv/
Pablo dürfte zum Beispiel in einer höheren Preisklasse sein, er macht aber nur Animationen, aber das seit 25 Jahren und er hat schon mit 18 Jahren gewonnen in Cannes, ein Ausnahmetalent.
Dann kenne ich noch den Filip.
http://filipzumbrunn.ch/....Der Mann kommt vieleicht schon für 300€ für 6 Stunden, aber die Red musst du dann wahrscheinlich schon selber bringen.
Ich kenne noch einige, aber die findest du mit Google doch auch selber.
Gruss Boris



Antwort von rdcl:

@Boris: Du hast geschrieben dass man in der Schweiz einen guten, selbstständigen Cutter kaum unter 900€ bekommt. Das klingt jetzt nicht unbedingt nach einzelnen absoluten Ausnahmetalenten.

Du kennst also persönlich niemanden mit solchen Tagesgagen, sehe ich das richtig?



Antwort von Darth Schneider:

An rdci
Doch doch, ich kenne da einige mehr als zwei auch zwei Grafiker mit eigenen Firmen, kenne ich, die machen auch nicht viel mehr als einen kleinen hübschen Ausdruck und eine kleine Sitzung für 300 €
Dann hast du mich falsch verstanden, oder ich mich blöd ausgedrückt.
Ich habe gemeint damit: Ich finde 300 € am Tag definitiv zu wenig, wenn man sich als Profi verkauft und eine eigene Firma hat und ich habe geschrieben es gibt hier in der Schweiz nicht wenige Filmschaffende ( von den wenigen die es gibt ) die das dreifache pro Tag verlangen.
Aber natürlich gibt es auch Regional TV Fernsehleute und Hochzeitsfilmer, und dumme Leute die sich für Dumpingpreise verkaufen, die viel weniger verdienen als ich als Badmeister.
Die beiden Filmschaffenden die ich kenne weiter von den Beispielen oben, waren auch vor 20 Jahren nicht wirklich günstiger.
Guter Film ist doch einfach sehr teuer, oder aufjedenfall sehr Zeitaufwendig, Und Zeit ist Geld, und billige oder schnell gemachte Filme sind aller meistens sehr schlecht.
Die Kunden sollten das auch wissen, die Intelligenten Kunden wissen das ganz sicher.
Gruss Boris



Antwort von caberhagem:

hiho an alle nochmal,

ich möcht allen danken für die vielen beiträge. die große resonanz auf meine frage hat mit sehr beeindruckt und ich schätze es sehr.

sehr viele notizen habe ich mir gemacht und konnte bisher auch eher rauslesen, ich solle es doch mit mindestens 300eur am tag versuchen.
auch find ich die idee mit zusatzleistungen oder möglichkeiten wie frame.io oder sprachkenntnissen sich von der masse abzuheben ganz gut und werde mir nochmal gedanken machen, was sich alles noch so anbieten lässt.

was motion design angeht, so hab ich vor meinem ersten job gedacht, ich sei in der lage es zu tun aber dieser job hat mich dann eines besseren belehrt. seitdem verzichte ich eigentlich darauf zu sagen, ich kann motion design oder zumindest etwas davon. um wirklich anspruchsvolle arbeit in dem bereich leisten zu können, bedarf es schon viele jahre an übung und ich bin einfach nicht bereit diese zeit zu investieren. zumal mich der bereich auch nicht wirklich interessiert, selbst wenn dieser aktuell sehr gefragt ist.
lieber widme ich mich zusätzlich dem color grading mit davinci und einwenig der kameraarbeit. beides interessiert mich mehr und ich hab auch eine eigene red (die billigste, gebraucht).

ich kann mich selber leider noch schlecht einschätzen. im medienbereich habe ich studiert und einen teil davon im ausland verbracht. ich hatte eigentlich nie das ziel gehabt editor/cutter zu werden aber das ergab sich einfach so als erste berufserfahrung nach dem studium. es hat sich jetzt nach 1,4 jahren einwenig als zusätzlicher skill bei mir etabliert. zwar möchte ich nicht behaupten darin ausgesprochen gut zu sein aber beim tv hat sich auch keiner über meine arbeit beschwert.

im laufe des jobs konnte ich aber so einwenig die richtung ausmachen, in die ich eigentlich gehen möchte und das ist letzten endes das komplette produzieren von videos und das idealerweise im bereich werbung. da find ich auch den skill trailer zu schneiden für diesen zweck ganz passend.

um aber in diese richtung zu gehen, möchte ich im bereich producing fuß fassen und meine zeit hauptsächlich dafür aufbringen. jedoch fehlt es mir hier noch beträchtlich an wissen, weshalb ich zwecks lerneffekt gerne als pa oder junior producer fest arbeiten würde. zuvor konnte ich erfahrung im bereich producing nur durch studentenfilme sammeln.
für meinen letzten editoren/cutter job hab ich sogar eine junior producer stelle abgelehnt. jetzt wieder den anschluss zu finden ist schwierig und es dauert auch. daher auch der gedanke in der zwischenzeit selbstständig zu arbeiten oder auch neben einem normalen job später nebentätig kleine jobs zu erledigen.

schönes wochenende euch allen
caberhagem



Antwort von Pianist:

Du beherrschst auf jeden Fall was ganz Wichtiges, nämlich Selbstreflexion. Deine Texte kommen sehr durchdacht und aufgeräumt rüber, und wenn so auch Deine Kommunikation mit Deinen Auftraggebern aussieht, dann ist das doch schon mal prima. Denn aus meiner Sicht muss man sich bei einem Cutter gut aufgehoben fühlen, und wenn Du das erreichst, dann läuft das auch. Immer freundlich, immer zuverlässig, immer mitdenken. Die Leute müssen merken, dass Du sie verstehst. Und ich habe den Eindruck, dass Du das hinkriegst.

Viel Erfolg!

Matthias



Antwort von caberhagem:

Vielen Dank Matthias!



Antwort von Jalue:

Agreed - der Mann (oder; die Frau) denkt mit und fragt gezielt. Das wird schon, egal in welchem Bereich.

An den TO: Wenn du keine Lust auf Motion Design hast und in Richtung Producer gehen willst: Super, auch das ist ein funktionales Muster. Ich kenne Leute, die produzieren und Postpro-Funktionen abdecken. Die Alternative: Die redaktionelle Kompetenz stärken, so dass du auch Schnittredaktion abdecken kannst. So oder so macht es einen Riesenunterschied, ob du als Produzent auftrittst oder als devoter Jobsucher. Nicht unbedingt direkt auf dem Konto, aber unmittelbar für dein Selbstwertgefühl.

Noch kurz zur Honorardiskussion: Hier wird immer so getan, als könne der Einzelne sich aussuchen, welche Vergütung er verlangt. Dabei ist das Problem systemischer Natur. In Deutschland hacken die Betroffenen -zur Freude der Profiteure- aufeinander herum. Anderswo ziehen sie gelbe Westen an. Muss eine Art regionaler Gendefekt sein. "Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas, wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte !" (Lenin)

P.S.
@rcdl: "Ich würde wirklich gerne mal wissen wo diese höheren Tagessätze noch bezahlt werden, aber bisher kam ja leider noch keine Antwort." Die wirst du auch nicht erhalten.



Antwort von Jott:

Ich habe mich entschieden, das hier nicht auszubreiten. Nur so viel: weg von TV. Weil da alle hinwollen und jederzeit ersetzbar sind.



Antwort von Peppermintpost:

was rdcl geschrieben hat entspricht weitestgehend auch meinen Erfahrungen. Ein bissel verändert sich der Preis natürlich noch nach Standort. München und Hamburg da verdient man ein bissel mehr, Köln weniger, Berlin ist Schlusslicht. Entspricht ja auch bei den Preisen in etwa dem was es kostet in den Städten zu leben.

Als ich noch geschnitten habe war in Köln auch noch bis 400 angesagt. Das hat sich inzwischen verändert. Wobei ich gerade beim Schnitt noch nie erlebt habe das jemand gefragt hat bist du Junior oder Senior weil am Ende zählt ja, kannst du den Job oder halt nicht. Wenn du ihn nicht kannst wirst du nie wieder gebucht, wenn du ihn kannst fragt sich keiner wie lang du das schon machst.

Hier in Köln erzählen mir Freunde die seit 20 Jahren schneiden das da mit Gagen von 250/Tag rumhantiert wird und teilweise versucht wird das nochmal um 10% zu drücken weil man ja schliesslich 3 Tage am Block gebucht wird. Das macht zwar wirtschaftlich alles keinen Sinn mehr, es finden sich aber immer noch genug.

Die Gagen sind natürlich unterschiedlich für unterschiedliche Aufgaben. Coloristen werden immer noch am besten bezahlt. 600-700€ sind da nicht exotisch. VFX Menschen gehen meist mit 400-500€ nach Hause. (Bewegt)Grafiker bei 300-400€.
Das ist hier Köln/Düsseldorf und es ist über den Daumen, wie immer gibt es Ausreisser nach oben und nach unten.
Ich kenne Coloristen die sich 20 Jahre einen Ruf aufgebaut haben und 1000€ bekommen (die sind es dann auch wert) und ich kenne VFX Menschen die für 170€ antreten und selbst das ist für die noch zu viel. Will sagen Ausreisser gibt es immer.

Die Nummer mit dem eigenen Schnittplatz ist übrigens eher hinderlich. Jedem ist klar, wenn man irgend einen Computer hat, dann hat man heute auch einen eigenen Schnittplatz. Logisch. Aber das extra zu erwähnen verunsichert Auftraggeber eher weil die dann Angst haben wenn du das bei denen schon aktiv promotest das du das dann ggf auf bei deren Kunden oder Regisseuren versuchst. Da würde ich im Grunde erstmal kein Wort drüber verlieren. Und btw ein Schnittplatz 2 billo Monitore am Mediamarkt PC ist kein Schnittplatz sondern ein Witz. Ein Schnittplatz hat einen anständigen Broadcast Monitor, hat Audio Meter und anständige Audio Monitore, hat ein vernünftiges Raid und ist halt nicht nur ein PC mit USB Festplatte. Das dazu noch ein paar anständige Möbel gehören ist selbstverständlich, keiner will ein paar Tage auf einem Küchenstuhl oder einem 100€ Baumarkt Bürostihl sitzen und im Anschluss zum Orthopäden. Also potentiell würde ich nicht über den vermeindlichen eigenen Schnittplatz sprechen, da macht man sich entweder lächerlich oder erzeugt Konkurenzdenken da wo man sich gerade bewirbt.

das waren meine 5cent zum Thema.

Und hätte wäre wenn bringt hier garnichts, klar wird das zu schlecht bezahlt, klar macht das ökonomisch keinen Sinn, aber das bekommen wir nur vom Tisch wenn mal 10.000 Menschen die Brance verlassen. Tuen sie aber nicht.



Antwort von caberhagem:

die anmerkung zum schnittplatz find ich sehr interessant.
so hab ichs bisher tatsächlich noch nicht gesehen aber es klingt plausibel.

danke




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