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Infoseite // Pegelfeste Mikrofone? Test mit NTG5, Videomic X,..



Frage von Mediamind:


Wenn es richtig rumst, wird es spaßig. Dachte ich ... War auch so, aber anders als gedacht.
ATB hat in Bochum aufgelegt. Insgesamt über 1000 Künstlerinnen und Künstler haben an 3 Tagen Bochum in eine Bühne verwandelt. Mein kleinen privaten Takes waren in Bezug auf Ton bei den richtig lauten Bands im Tonbereich problematisch. Die Pegel waren passend eingestellt, die Mikrofone waren aber am Anschlag. Es rumste so ordentlich, dass ich an Grenzen geriet. Ganz gut hat sich tatsächlich das Videomic X geschlagen, das NTG5 war deftig übersteuert, obwohl der Pegel grundsätzlich ok war. Das NTG5 kam bauartbedingt mit den krassen Bässen am schlechtesten klar. Das Sony ECM-B1M (über den Hotshoe an der A7SIII) hat sich auch nicht gut geschlagen. Das Sony verarbeitet das Signal sowieso intern und taucht dann bei den zu lauten Passagen einfach ab. Hört sich nicht wirklich gut an...
Das Ganze war ja nur ein Spaß, so laut hatte ich es bisher noch nie bei einer Aufnahme. Falls das aber mal Ernst werden sollte, welche Mikrofone können diese Pegel verarbeiten? 32 Bit nutzt einem da herzlich wenig, wenn die Membran an ihre Grenze gerät. Weiterer Abstand machte die Aufnahme brauchbarer, dafür nimmt dann der Umgebunsschall der Menschen zu. Auch keine gute Lösung....
Wie nimmt man echten Krach auf? Freue mich auf Anregungen (und nein, gar nicht erst hingehen ist keine Lösung:-) )

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Antwort von TomStg:

Kondensator-Mics wie die genannten Rode-Dinger sind für Krach völlig ungeeignet.
Wird es richtig laut, sollten es dynamische Mics mit einem hohen Grenzschalldruck sein.

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Antwort von suchor:

Wäre da nicht der Ohrwurm genau das richtige?

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Antwort von Mediamind:

Mit dem Ohrwurm habe ich mich noch nicht beschäftigt. Wenn ich auf einer lauten Veranstaltung unterwegs bin, wäre das (bitte nciht bösen, öieber Rüssel) nicht meine erste Wahl in Punkto Außenwirkung. Die voll aufgeriggte FX6 mit 200-600 und dann als Audiolösung der Ohrwurm, ich weis nicht...
Welches konkrete dynamisches Mic würdet Ihr denn verwenden?

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Antwort von TomStg:

Mediamind hat geschrieben:
Welches konkrete dynamisches Mic würdet Ihr denn verwenden?
Zum Beispiel funktioniert das Sennheiser MD421 an FS7, FX3 und per Adapter auch an der A7S3 sehr gut.
Alternativen wären zB Shure SM57 oder SM58.

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Antwort von pillepalle:

Mediamind hat geschrieben:
welche Mikrofone können diese Pegel verarbeiten? 32 Bit nutzt einem da herzlich wenig, wenn die Membran an ihre Grenze gerät. Weiterer Abstand machte die Aufnahme brauchbarer, dafür nimmt dann der Umgebunsschall der Menschen zu. Auch keine gute Lösung....
Wie nimmt man echten Krach auf? Freue mich auf Anregungen (und nein, gar nicht erst hingehen ist keine Lösung:-) )
Dynamische Mikrofone sind schon mal ein guter Vorschlag für Krach. Die zum zerren zu bringen ist schon nicht so einfach, denn dann bist Du in Bereichen wo Dir die Ohren bluten :) Da sie im Gegensatz zu Kondensatormikrofonen keine interne Elektronik haben die übersteuern könnte, kann man bei ihnen auch keinen Grenzschalldruckpegel messen. Du wirst also keine technische Angabe finden, ab welchem Schalldruck sie zerren, zumal das auch Frequenzabhängig ist. Nimm ein gutes Markenmikro wie von TomStg vorgeschlagen (z.B. Shure, Sennheiser) und das wird nicht zerren.

Nicht nur die Mikrofonembran, auch die Aussteuerbarkeit der analogen Eingangsstufen ist beim Zoom F6 nicht unendlich (+4dBu). Erst die beiden AD-Wandler bringen dann die große Dynamik. Normalerweise kann man das Übersteuern der Eingangsstufen mit einem Pad-Schalter am Mikrofon, oder einem Dämpfungsglied, vermeiden.

Das die Membran wirklich zerrt wundert mich beim NTG5 schon etwas. Ich habe das bei meinen Mikros nie hingekriegt, aber ich nehme auch keine Raketenstarts auf und meine sind noch etwas Pegelfester.

VG

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Antwort von Blackbox:

Zur Ergänzung:
Dass Kondensatormikros grundsätzlich für 'Lärm' ungeeignet seien ist eher ein Mythos.
Seriöse Studiomics wie C414 etc etc. arbeiten auch noch bei >130db (C414 laut Datenblatt bis 140dB) sehr sauber. Probleme entstehen idR nicht durch die Membran, sondern ggf. durch die Auslegung der Verstärkerstufe (und ggf. der Dämpfungsstufen), die ja im Hinblick auf den jeweils angestrebten Einsatzbereich ausgelegt werden.
Angesichts der höheren Spannung stellt das dann natürlich entsprechende Anforderungen an die Preamp Eingänge, so dass es ggf. noch ein Dämpfungsglied im Kabelweg braucht.

Was die Bittiefe angeht sind übrigens bei durchgängig lautem 'Lärm' 16bit nach wie vor vollkommen ausreichend (entsprechende Aussteuerung vorausgesetzt)
24bit bringen zwar Vorteile, aber gerade nicht bei den lauten, sondern bei den leisen Passagen!
32bit bringen keine weiteren klanglichen Vorteile mehr gegenüber 24bit, sondern erleichtern/erübrigen nur die korrekte Gaineinstellung bzw. rationalisieren einen Teil des Tontechnikerjobs weg und fördern durch entsprechende Marketingkampagnen ein wenig die 'geplante Obsoleszenz' durch unnötig frühen und technisch gesehen meist sinnlosen Generationswechsel bei Recordern.

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Antwort von Frank Glencairn:

Mediamind hat geschrieben:
..nicht meine erste Wahl in Punkto Außenwirkung. Die voll aufgeriggte FX6 mit 200-600 und dann als Audiolösung der Ohrwurm, ich weis nicht...

Weil?

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Antwort von cantsin:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Mediamind hat geschrieben:
..nicht meine erste Wahl in Punkto Außenwirkung. Die voll aufgeriggte FX6 mit 200-600 und dann als Audiolösung der Ohrwurm, ich weis nicht...
Weil?
Der Ohrwurm ist tatsächlich nicht gut geeignet für hohe Pegel, zumindest nicht in der Standardversion.

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Antwort von Frank Glencairn:

Ja, aber ich hab auch eher wegen der angeblichen "Außenwirkung" gefragt.

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Antwort von Mediamind:

Ich laufe nicht mit einem Mikrofon am Ohr rum, das mag ich nicht erklären, wenn gefragt wird. Es sieht für mich nach einem Hörgerät aus den 60ern aus. Ist einfach nicht mein Stile :-)

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Antwort von Frank Glencairn:

Ohhhkay.....

Ich hab zwar Leute nie verstanden, die sich über das Design ihres Equipments definieren, aber von mir aus - jedem das seine.
Is ja auch schön, wenn man solche Designfragen als einzige Sorge hat ;-)

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Antwort von Mediamind:

Lieber Frank,
Du kennst mich scheinbar besser als ich selbst. Deine Diagnose ist treffsicher wie immer und Deine Beiträge erleuchten immer wieder. Kannst Du auch sachlich beitragen? Oder gibt Dir das "von der Seite anmachen" einfach mehr Sinn in Deinem Leben?
Ich will ein passendes Mik für den beschrieben Zweck, statt dessen bekomme ich eine Psychoanalyse. Kommt mir auf den ersten Blick schräg vor.

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Antwort von suchor:

Tatsächlich hatte ich den Ohrwurm noch nie am Ohr, sondern mir eine Halterung aus einem Schlagzeugpad gebastelt. Die kann ich mir ans Staiv klemmen 😀 Ich bin auf den Ohrwurm gekommen weil ich den in einem Gottesdienst verwendet hatte in dem die Kirchenorgel mal so richtig rambazamba gemacht hat, und er sich da prima geschlagen hat. Aber eigentlich habe ich viel zu wenig Plan was die Audio betrifft und kann das gar nicht so gut beurteilen wie ihr. War nur so eine Idee.
LG

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Antwort von ruessel:

Moin.
Pegelfest sind bestimmte Dynamikmikrofone (glaube bis ca. 140 dB) für Schlagzeuge. Elektredmikrofone nur sehr bedingt, je nach Ansteuerung der Spannung und Membrandurchmesser. Für ganz extreme Lautstärken gibt es dann die "neuen" MEMS, ultra-high AOP - Acoustic Overload Point. Ich habe hier spezielle liegen, die sollen bis 152 dB SPL verzerrungsfrei aufzeichnen können. 150 dB entsprechen einen Geschützknall aus 1m Entfernung. Konnte diese MEMs aber noch nicht selber testen, da hierfür eine eigene Trägerplatine (mit ein wenig Elektronik drumherum) benötigt wird - und diese nicht zu kaufen gibt, sondern selber angefertigt werden müssen (kein riesiges Problem).

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Antwort von ksingle:

Das AT2022 von Audio-Technica und ein guter externer(!) Recorder sollten dein Problem lösen können. Derartig hohe Schalldrucke sind möglicherweise für die empfindlichen Kondenser-Mikros und einen kamerainternen Vorverstärker zu hoch.
Der Recorder sollte über einen einstellbaren und hochwertigen Kompressor verfügen, denn sonst kannst du nur sehr leise aufnehmen, was das Rauschen letztlich negativ beeinflusst.

Professionell wirds erst ab ca. 2000,- Euro. Ein Mikrofon-Pärchen der Forma "Schöpps" sind mitunter erste Wahl - aber teuer.

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Antwort von rush:

Wie hast Du die externen Mikros denn an die A7sIII gestöpselt? Über den XLR-K3M ? Und wo stand die Vordämpfung bei den Kondensatoren? Minus 20dB ?

Letzten Endes sind solche akustischen Extremumgebungen tatsächlich nicht ganz einfach.

Die empfohlenen dynamischen Mics ala MD421 funktionieren in solchen Umgebungen zwar prinzipiell, sind aber generell weniger für diese Art der Atmo-Aufnahme gedacht sondern eher auf den Nahbereich ausgelegt. So steckt ein solches Mic die hohen Schallpegel zwar gut weg - allerdings kann der Sound auch darunter leiden und etwas muffig und indirekt klingen. Aber es ist möglicherweise ein Kompromiss den man dann eingehen sollte und durchaus ein probates Mittel.

Ansonsten helfen ggfs. entsprechende Vordämpfungen an den Eingängen der PreAmps (also die Pad Schalter) oder ergänzende Dämpfungsglieder um Kondensatoren in entsprechend regelbare Bereiche zu bekommen.

Ein ganz banaler Tipp wäre ansonsten nach Möglichkeit einen Rekorder mit Mic an einer Stelle zu platzieren die nicht im direkten Schalldruckgebiet steht, sondern im sicheren Abstand zur PA platziert wird. Ist natürlich oft nicht machbar wenn man das Zeug da nur unbeaufsichtigt hinstellen kann - aber manchmal gibt es ja nette Leute am FOH oder dergleichen die man ansprechen kann... oder man zieht vorher/nachher eine Atmo mit etwas Abstand - bei elektronischer Musik ist ja selten alles lippensynchron und je nachdem was man videomäßig vorhat können solch längeren Audioschnipsel ja für die spätere Bildmontage ausreichen, weil man vermutlich selten den jeweiligen Ton zum Bild nehmen wird, insbesondere nicht bei Schnitten sondern eher einen durchgehenden Teppich.

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Antwort von TomStg:

rush hat geschrieben:
Ansonsten helfen ggfs. entsprechende Vordämpfungen an den Eingängen der PreAmps (also die Pad Schalter) oder ergänzende Dämpfungsglieder um Kondensatoren in entsprechend regelbare Bereiche zu bekommen.
Es geht hier ja nicht ums Übersteuern des Pegels. Das wird Mediamind schon im Griff haben.
Aber falls der Schalldruck für das Mikro zu hoch ist, nützt eine Dämpfung auch nix mehr.

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Antwort von Mediamind:

Ich war einfach zu nah dran. ATB war mit dem Sony Mikro auf der A7SIII aufgenommen. Das Videomic X hing über Klinke an der A7SIII. ATB ist LAUT. An der FX6 war das NTG5 passend ausgesteuert. Ich glaube, dass die Shotguns wie das NTG5 eine schlechte Wahl für diesen Einzweck sind.
Im kommenden Jahr werde ich einen neuen Anlauf nehmen und denke darüber nach, die Musikrechte zu klären. Was ich vorher noch einmal teste, sind meine NT5er an einem F6. Die verlinkten Schöpps schaue ich mir mal genauer an.

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Antwort von mikroguenni:

TomStg hat geschrieben:
rush hat geschrieben:
Ansonsten helfen ggfs. entsprechende Vordämpfungen an den Eingängen der PreAmps (also die Pad Schalter) oder ergänzende Dämpfungsglieder um Kondensatoren in entsprechend regelbare Bereiche zu bekommen.
Es geht hier ja nicht ums Übersteuern des Pegels. Das wird Mediamind schon im Griff haben.
Aber falls der Schalldruck für das Mikro zu hoch ist, nützt eine Dämpfung auch nix mehr.
Dass es sich um Übersteuern des NTG5 handelt glaube ich einfach nicht.

Rode gibt 130 dB max an, das ist für ein Condenser bzw Elektret durchaus im Rahmen und ich traue den Ings bei Rode schon zu das sie das schaffen. Die tech.Daten bei Rode sind eigentlich auch verlässlich.

Das NTG5 hat 66 mV/Pa, also 66mV bei 94 dB.
130 dB sind 36 dB mehr, also hat das Mikro dann eine Ausgangsspannung von ca 4 Volt eff. oder 12 Volt Spitze Spitze.

Diese Spannung muss vom Mikrofoneingang erst mal verarbeitet werden.
Ein handelsüblicher Mikrofoneingang an einem Mischpult verträgt um die 0,6 Volt, es ist also eine externe Vordämpfung von 20 dB notwendig.

Was der Sony Mikrofoneingang verträgt ist aus den mir vorliegenden techn. Daten nicht zu ersehen.
"Mikrofoneingang: ja, 3,5mm Stereoklinke"
Solch eine Angabe ist doch ein Witz !!!

Die üblichen 3.5 er Klinkeneingänge an Cameras vertragen zwischen 0,05 und 0,1 Volt Eingangsspannung.

Es ist also nicht das Mikrofon das übersteuert sondern der Sony Mikrofoneingang.

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Antwort von Blackbox:

Wahrscheinlich hast Du da Recht.
Kann aber auch sein, dass die 130db beim Rode Richtrohr nicht über den gesamten Frequenzbereich gelten, sondern 'unten' erheblich drunter liegt. Der Grenzschalldruck wird ja in der Regel nur bei 1khz gemessen bzw. im Datenblatt zugrunde gelegt.
Subbässe aus einer ganzen Batterie von 18ern in Clubs können schon, zumal in 'Raummoden', sehr heftige Pegel runter bis 20hz bringen.
Entsprechend ausgelegte Studiomics verkraften das (s.o.), muss aber nicht zwingend auch für's Rode-Richtrohr gelten.

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Antwort von Blackbox:

ksingle hat geschrieben:
Professionell wirds erst ab ca. 2000,- Euro. Ein Mikrofon-Pärchen der Forma "Schöpps" sind mitunter erste Wahl - aber teuer.
Dass sich die Wahl hochpreisiger Mikrophone in den meisten Fällen lohnt stimmt zwar, aber im konkreten Fall wird sozusagen 'mit Kanonen auf Spatzen geschossen'.
Musik in Clubs kommt doch eh nur laut - also mit erheblichen Verzerrungen - aus Lautsprechern, welche dabei das klanglich schwächste Glied in der Kette darstellen. Einhaltung passender Pegel in allen Stufen, sowie Mikrofon Platzierung sind entscheidender.
Wenn's um möglichst gute Tonqualität der Aufnahme geht führt an zusätzlicher bzw. hauptsächlicher Abnahme des Tons aus dem Mischpult eh kein Weg vorbei.

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Antwort von Frank Glencairn:

Blackbox hat geschrieben:

Dass sich die Wahl hochpreisiger Mikrophone in den meisten Fällen lohnt ..
Eigentlich nicht wirklich. Gerade bei Mikros lohnt sich eigentlich - ab ner gewissen Schwelle - jeder Euro mehr den du mehr ausgibst weniger.
Je teurer die Dinger werden, desto geringer sind die tatsächlich relevanten Unterschiede im Vergleich zum Preis.

Und ja, in nem Club Audio aufzeichnen käme mir auch nicht in den Sinn, wobei ich ja generell nicht so der Fan von O-Ton bin, und das meistens sowieso vermeide wenn ich kann.

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Antwort von Blackbox:

Stimmt in vielen Fällen, hängt aber stark von der Anwendung und Qualitätsanspruch ab.
Für Klassik / akustischen Jazz, etc. sind mittelpreisige Mikros doch hörbar suboptimal, zumindest an den relevanten eher kritischen Positionen.
Gilt auch bei Theateraufzeichnungen und beim Filmtonangeln.
Hauptgrund:
zu stark richtungsabhängiges Frequenzverhalten und bei Stereoabnahme uU auch zu starke Paarabweichung bzw. fehlende Paarung.
Beispiel:
- Gitarre Nahabnahme U-Musik von vorn: kein grundlegender ergebnisrelevanter Unterschied zw. Oktava und Co. gegenüber KM-Serie oder MKHs.
- Gitarre in gutem Raum klassisches Repertoire. Erhebliche uneinheitliche Färbung des Raumtons bei Oktava und Co., aber clean bei KM und MKH (Schoeps sicherlich aus).

Theateraufzeichnung mit div. Stützen:
- Sammelsurium unterschiedlicher mittelpreisiger Mikros:
teils erhebliche Nachbearbeitung für konsistenten Ton notwendig.
- Alles mit MKHs (egal ob 70er, 60er, 50er, 40er):
passt, und passt auch bei Bewegung der Akteure im Raum

Es hat schon gute Gründe, warum 416/Mkh50 oder Schoeps cmit/MK41 auch auf fast allen Angeln hängen, und eben
keine Rode, Oktava oder China-Teile.

Was auch gern mal 'vergessen' wird ist die 'Wertigkeitsanmutung' des (guten) Tons, die automatisch ausstrahlt auf die Bewertung auch des visuellen Materials.
Und im Verhältnis zum restlichen Equipment fallen die Kosten für gute Mikros dann doch eher bescheiden aus, auch wenn zu den besseren/amtlichen Varianten gegriffen wird.

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Antwort von pillepalle:

Das Preis und Leistung nicht proportional sind gilt doch für alle Sachen, nicht nur Mikros. Eine 2000,-€ Optik ist auch nicht 10 Mal besser als eine 200,-€ Optik. Aber neben der aufwendigeren Herstellung in kleineren Serien und meist besseren Leistung, spielen eben auch noch andere Dinge mit hinein, wie Zuverläßigkeit, Verarbeitung, Service, usw... Und für den Nutzer macht es natürlich einen Unterschied, ob man etwas privat oder aus beruflichen Gründen nutzt. Eine Privatperson muss nicht wirtschaftlich denken.

Bei dem Thema kann jeder nur für sich selber sprechen, aber hochwertige Produkte haben mich noch nie entäuscht. Billige dagegen schon. Mir ist es z.B. lieber ein gutes Richtrohr zu kaufen das ich die nächsten 10 oder 15 Jahre zu nutzen kann, als etwas günstiges zu nehmen und mir nach drei Jahren dann doch etwas besseres zu kaufen. Aber dafür muss man sich natürlich vor dem Kauf darüber im klaren sein, das man es auch tatsächlich lange nutzen wird. Über die guten Teile brauche ich mir nie Gedanken machen. Die funktionieren einfach so wie sie sollen.

Es gibt auch ein paar Dinge bei denen ich Kompromisse mache. Da bin ich mir dann aber auch darüber im klaren, wo die Unterschiede/Einschränkungen sind. Und oft sind es dann Teile, die ich eher selten Nutze.

VG

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Antwort von AndySeeon:

Gibt es für Mikrofone eine gute Seite ähnlich Opticallimits für Optiken, wo man die Eigenschaften im Vergleich zum jeweiligen Bedarf prüfen und das für sich optimale Mikrofon finden kann?

Ich bin mit den Infos hier (und den Preisen) etwas überfordert 🤭

Gruß, Andreas

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Antwort von Frank Glencairn:

pillepalle hat geschrieben:
Mir ist es z.B. lieber ein gutes Richtrohr zu kaufen das ich die nächsten 10 oder 15 Jahre zu nutzen kann, als etwas günstiges zu nehmen und mir nach drei Jahren dann doch etwas besseres zu kaufen.
Der Trick dabei ist, den Sweetspot zu finden.
Gerade hochwertig genug für alles was man so macht, aber noch nicht in dem Preisbereich wo der hörbare Unterschied nach zwei Maus Klicks im Audioprogramm verschwindet.

Ich denke sowieso daß es nicht zielführend ist Mikros "out of the box" also quasi "raw" zu vergleichen, weil man die so in der Produktion sowieso nie hören wird.

Als ich damals die Mics für meinen persönlichen Kit ausgesucht hatte, hab ich jede Menge (10 oder 12) ausgeliehen und verglichen.
Aber der Vergleich war immer nach der Audiopost - die Frage war: bekomme ich am Ende den Sound den ich will damit hin.

Um meine persönlichen Vorlieben und Vorurteile nicht mit einfließen zu lassen, hat ein Freund von mir die Audiodateien vorher umbenannt.
Ich wußte also während der ganzen Bearbeitung nicht was von welchem Mic kommt - Blindtest sozusagen.

Ergebnis war seinerzeit: NTG4 für draußen, Oktava mit Hyperkapsel für drinnen und - überraschenderweise - das relativ günstige MXL 2006 Großmembran für Voiceover.

Am Ende des Tages ist das natürlich trotzdem immer alles subjektiv und Geschmacksache, welchen Sound man haben möchte bzw. bevorzugt.

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Antwort von mikroguenni:

AndySeeon hat geschrieben:
Gibt es für Mikrofone eine gute Seite ähnlich Opticallimits für Optiken, wo man die Eigenschaften im Vergleich zum jeweiligen Bedarf prüfen und das für sich optimale Mikrofon finden kann?

Ich bin mit den Infos hier (und den Preisen) etwas überfordert 🤭

Gruß, Andreas
Das Problem ist einfach dass der Bereich Sound/Ton für die meisten Bildmenschen kpl. unverständlich ist weil sie sich nie damit beschäftigt haben.
Auch von den Cameraherstellern wird dieser Bereich so stiefmütterlich behandelt als wären wir noch in der Stummfilm Ära

Angaben in den technischen Daten wie von mir oben zitiert "Mikrofoneingang: ja, 3.5 mm Stereoklinke" sind nicht nur peinlich für den Hersteller Sony sondern auch eine Frechheit gegenüber potentiellen Kunden.

Ich versuche mir vorzustellen welchen Kommentar ein Autohersteller wie z.B. BMW ernten würde wenn er in den tech. Daten zum Auto schreiben würde: Reifen: ja, 4 stck schwarz

Tontechnik ist kein Hexenwerk, man muss sich einfach mal mit den Grundlagen befassen. Evtl. ein Buch kaufen.
z.B.
https://www.amazon.de/Mikrofone-Theorie ... 139&sr=1-1
oder
https://www.amazon.de/Das-Mikrofonbuch- ... 308&sr=1-1


zur Not kann man hier ein paar Fragen stellen.

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Antwort von RWEK:

Heyho,

ich grätsch hier mal rein. Ich suche auch ein Mikrofon, mit dem ich bspw. auf einem Festival (vorwiegend Techno) etwas Sound Atmo aufnehmen möchte, ohne dass es völlig übersteuert. Ich nutze eine Sony A7IV darauf eher momentan das BCM1 oder so um meinen kleinen Sohn zu filmen. Das ist zwar gut und schön aber Unauffälligkeit wäre auch von Vorteil. Ich werde die Cam nur nachts zücken, es soll aber dennoch klein und unauffällig bleiben. Nun habe ich schon etwas recherchiert, aber von Sound Recording habe ich maximal wenig Ahnung.

Ich hätte jetzt an einen Zoom F3 gedacht und darauf 2 MICs im XLR Stecker sowas hier:
https://micbooster.com/clippy-and-plugg ... em272.html
Das wäre aber schon kostenmässig eine echte Hausnummer. Und mich würde stören dass Video und Audio getrennt gestartet werden müssten. Oder wäre der Line out vom Zoom von guter Quali in den MIC IN?

Unauffälliger wäre vermutlich sowas hier:
https://micbooster.com/modules-with-pri ... g-15m.html
Und dann mit so einer Silikonmasse in die Ohren gedrückt. Aber geht sowas am Standard Mic In der Kamera?

So eine MEMS Sache habe ich nur hier gefunden. Aber wie gesagt ich bin kein Techniker und könnte sowas nicht nachbauen.
https://www.youtube.com/watch?v=y7LhJfI5UJM&t=13s

Danke und Grüße

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Antwort von Blackbox:

RWEK hat geschrieben:
bspw. auf einem Festival (vorwiegend Techno) etwas Sound Atmo aufnehmen möchte,
Mag sein, dass meine Bemerkung überflüssig ist, aber ich weise trotzdem mal darauf hin, dass das Aufnehmen von Musikveranstaltungen niemals eine einfach verwendbare 'Atmo' ist, sondern dabei immer Urheberrechtsfragen abzuklären sind.
Strenggenommen nicht erst bei Verwendung, sondern bereits vor der Aufnahme.
Die Mikrofonfrage lässt sich nicht pauschal beantworten, da das sehr stark von den Räumlichkeiten bzw. bei open air dem Abstand von den Lautsprechern abhängt.
Die Genannten mikros sind bei richtiger Anwendung und nicht zu lauten Pegeln durchaus geeignet. Muss auch nicht unbedingt F3 sein, da die Umgebung lautist und die Kapseln recht hohe Spannung abgeben tuns auch günstigere Recorder, ggf. auch der Kameraeingang.

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Antwort von ruessel:

Wichtig bei hoher Lautstärke um Verzerrungen zu vermeiden: kleine Membran. Der Bass hat so wenig Angriffsmöglichkeit, eine 4mm Kapsel ist schon mal sicherer als 12mm. Mit einer Elektred 4mm konnte ich 3 Meter von der PA ein Gitarrenlastiges Konzert mit der BMD Pocket mitschneiden.
Bei Techno wird es wahrscheinlich noch schwieriger, hier würde ich Kapseln aussuchen (nach Datenblatt, Vorsicht - der angegebene Wert wurde bei 1 kHz gemessen und nicht mit Bass) die besonders taub sind. Ansonsten bleiben nur noch spezielle MEMS (VM1000, 160dB sound pressure level) über, ich hatte hier schon mal darüber berichtet, damit gehen sogar von der Lautstärke für das Leben gefährlich hohe Pegel.



zum Bild


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Antwort von Frank Glencairn:

Scheint mir ein wenig pauschal :DD


image_2023-05-08_231421081.png

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Antwort von ruessel:


zum Bild


Besser? ;-)

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Antwort von mikroguenni:

ruessel hat geschrieben:

Bei Techno wird es wahrscheinlich noch schwieriger, hier würde ich Kapseln aussuchen (nach Datenblatt, Vorsicht - der angegebene Wert wurde bei 1 kHz gemessen und nicht mit Bass)
...
Bei einem Kondensatormikrofon spielt die Frequenz absolut keine Rolle. Wenn das Mikro 140 dB bei 1 kHz kann, so kann es das genausogut bei 100 Hz oder 5 kHz.

Die Auslenkung der Membran - und um die geht es - ist frequenzunabhängig.

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Antwort von ruessel:

nö.

ich meine gelesen zu haben, beim z.B. Shure SM58 liegt die Grenze bei 160 dB - bei 1 kHz gemessen. Bei 100 Hz ca. 10 dB niedriger. Hat etwas in der Praxis mit der Resonanzfrequenz der Mikrofonmembran zu tun.

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Antwort von Blackbox:

mikroguenni hat geschrieben:
Bei einem Kondensatormikrofon spielt die Frequenz absolut keine Rolle. Wenn das Mikro 140 dB bei 1 kHz kann, so kann es das genausogut bei 100 Hz oder 5 kHz.

Die Auslenkung der Membran - und um die geht es - ist frequenzunabhängig.
Allerdings sind die dB - Angaben selbst ja nicht frequenzunabhängig, was die ganze Sache dann erheblich verschiebt.
Sieh Dir mal die Bass-Absenkung der oft zugrundegelegten db-A oder auch der für höhere Schalldrücke gelegentlich benutzten B C und D Kurven an.
Bei Konzerten zugelassene und verwendete Pegel (also zb 100db-A ) bedeuten ja daher keineswegs, dass da bei allen Frequenzen die gleichen Kräfte auf die Membran wirken.

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Antwort von RWEK:

Danke für euren Input!

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Antwort von mikroguenni:

Blackbox hat geschrieben:
mikroguenni hat geschrieben:
Bei einem Kondensatormikrofon spielt die Frequenz absolut keine Rolle. Wenn das Mikro 140 dB bei 1 kHz kann, so kann es das genausogut bei 100 Hz oder 5 kHz.

Die Auslenkung der Membran - und um die geht es - ist frequenzunabhängig.
Allerdings sind die dB - Angaben selbst ja nicht frequenzunabhängig, was die ganze Sache dann erheblich verschiebt.
Sieh Dir mal die Bass-Absenkung der oft zugrundegelegten db-A oder auch der für höhere Schalldrücke gelegentlich benutzten B C und D Kurven an.
Bei Konzerten zugelassene und verwendete Pegel (also zb 100db-A ) bedeuten ja daher keineswegs, dass da bei allen Frequenzen die gleichen Kräfte auf die Membran wirken.
Die maximalen Pegel bei Mikrofonen werden unbewertet gemessen, das hat also gar nichts mit dB(A,B oder C) zu tun!

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Antwort von mikroguenni:

ruessel hat geschrieben:
nö.

ich meine gelesen zu haben, beim z.B. Shure SM58 liegt die Grenze bei 160 dB - bei 1 kHz gemessen. Bei 100 Hz ca. 10 dB niedriger. Hat etwas in der Praxis mit der Resonanzfrequenz der Mikrofonmembran zu tun.
Das SM58 ist ein dynamisches Mikrofon. Beim dynamischen Mikrofon nimmt die Membranauslenkung - im Gegensatz zu Kondensatorsystemen - zu tieferen Frequenzen hin zu und zu höheren Frequenzen hin ab.

Bei Pegeln von 160 dB brauchst du dir um Linearität keine Sorgen zu machen, es gibt praktisch keine verzerrungsfreien Schallquellen bei dem Pegel.

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Antwort von Blackbox:

mikroguenni hat geschrieben:
Blackbox hat geschrieben:


Allerdings sind die dB - Angaben selbst ja nicht frequenzunabhängig, was die ganze Sache dann erheblich verschiebt.
Sieh Dir mal die Bass-Absenkung der oft zugrundegelegten db-A oder auch der für höhere Schalldrücke gelegentlich benutzten B C und D Kurven an.
Bei Konzerten zugelassene und verwendete Pegel (also zb 100db-A ) bedeuten ja daher keineswegs, dass da bei allen Frequenzen die gleichen Kräfte auf die Membran wirken.
Die maximalen Pegel bei Mikrofonen werden unbewertet gemessen, das hat also gar nichts mit dB(A,B oder C) zu tun!
Vielleicht hab ich mich zu missverstädlich ausgedrückt, aber ich schrieb doch:
"Bei Konzerten zugelassene und verwendete Pegel (also zb 100db-A ) bedeuten ja daher keineswegs, dass da bei allen Frequenzen die gleichen Kräfte auf die Membran wirken."
Und bei Konzerten werden sehr wohl bewertete Kurven zugrundegelegt.
Also Clublautstärke A-bewertet mit 100db kann deutlich höhere Pegel im Bassbereich aufweisen, ohne dass die Grenzwerte überschritten werden.
Genau das ist auch bei bassstarker Musik wie Techno etc. der Fall.
Jetzt klarer geworden?
Oder nochmal anders formuliert:
Zugelassene 100dbA e-gitarren solo oder zugelassene 100dbA tieffrequente Techno-bassline haben deutlich anderen Schalldruck und daher lenkt die Bassline die Mikrofonmembran deutlich stärker aus bzw. sorgt auch für frühere Verzerrungen in der Verstärkerstufe des Mikros. Gilt natürlich ähnlich für B und C Kurve.
Insofern ist die These, dass bassstarke Konzerte / Veranstaltungen die Mikros höher belasten für die Praxis betrachtet durchaus richtig.
Nur liegt die Frequenzabhängigkeit halt nicht beim Mikro, sondern bei der Quelle bzw. bei der von Gesetzgebung und Veranstaltern zugrundegelegten Bewertungskurve des Quellsounds.

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