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Mic für O-Töne und Interviews auf Fs7



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Frage von Axel711:


Servus,

wie der Titel schon sagt suche ich ein ordentliches, natürlich preisgünstiges, Mic für O-Töne und Run & Gun Interviews.

Kamera ist eine FS7. Normal dreh ich eher szenisch und bin mit einem ZoomZoom im Glossar erklärt F4 mit einem MKH 416 etc. gut aufgestellt.

Zwischendurch kommen aber immer mal wieder Events mit O-Tönen vom Parkett. Da macht das Angeln sowie Funken nicht viel Sinn.

Von Thomann wurde mir das Rode Reporter ans Herz gelegt aber ehrlich gesagt hab ich da so meine Bedenken wegen den Preamps. Rode Mics brauchen, was man so hört, viel Druck.

Vorteil vom Rode ist natürlich die Kugel Charakterisik...

wie wär denn z.B. ein Sennheiser E 845 für sowas? Ist wohl eine Superniere aber eben ein Sennheiser...

...da ich das nicht allzu oft benötigen werde wollte ich unter 150 Flocken bleiben...

Danke schon mal!



Antwort von Pianist:

Du kannst doch das MKH 416 auch als Handmikrofon verwenden, wenn Du eine Schwinghalterung MZS 415 verwendest. Du willst in lauter Umgebung sicher nahe ran und nimmst dafür in Kauf, das Mikrofon in dieser Situation sichtbar im Bild zu haben. Für diesen Zweck habe ich mir von Schulze-Brakel einen Satz farbiger Windschutze machen lassen und nutze dann jeweils den, der farblich am besten zum Design des Auftraggebers passt.

Wenn Du nun schon ein MKH 416 hast, würde ich das unbedingt nutzen. Alles andere wäre ein klanglicher Rückschritt.

Matthias



Antwort von rush:

Das 416er ist klasse - aber auch kein wirklicher Allrounder wenn es darum geht in lauten Umgebungen O-Ton einzufangen. Machen zwar viele, aber finde das Mic dafür einfach nicht geeignet genug weil es selbst bei Nahbesprechung noch zuviel Dreck drumherhum einfängt. "Zu laut" ist so wie auf Kameraseite "zu wenig Licht" oftmals eine Definitionsfrage - aber ich würde für solche Zwecke entsprechend andere Gerätschaften wählen.

Daher kann ich die Aussage von Matthias mit dem "klanglichen Rückschritt" bei der Wahl eines anderen Mics nicht so ganz unterschreiben. Es ist eben eine Frage des akustischen Raumes... in einem Club wo Musik läuft und man den DJ oder Partygänger interviewen will würde ich definitiv kein 416er einsetzen. Genauso wenig bei Sportveranstaltungen in denen die PA (Beschallung) unmittelbar von hinten reinhaut und man aufgrund der vorgegebenen Interviewpositionen nicht wirklich ausweichen kann.

Bei planbaren Geschichten und Situationen in denen man Einfluss darauf nehmen kann oder keine extrem lauten Geräusche zu erwarten sind ist das 416er seit jeher ein tolles Werkzeug - gar keine Frage. Aber es hat für meine Begriffe eben auch seine Grenzen.

Bezahlbare dynamische Reportermics mit Kugel oder auch (Super)-NierenCharakteristik gibt es einige, sowohl sehr viele "ältere" Kandidaten als auch immer mal wieder aus dem aktuellen Portfolio der üblichen verdächtigen Hersteller.
Natürlich gibt es auch Kondensatorkapseln die entsprechend potent und "eng" sind, allerdings landet man dann preislich schnell in anderen Klassen.

Wenn du die Möglichkeit hast, mach dir den Spaß und geh in einen Musikladen und lass dir mal verschiedene Mics zeigen und selbst ansprechen, während im Hintergrund die Beschallungs-Anlage auf geringer und mal mittlerer Lautstärke rumbollert.

Ob es ein generelles "Dampf-Problem" bei Rode Mics gibt würde ich so auch gar nicht bestätigen... ja - das NTG2 hat an diversen Preamps so seine Probleme... das NTG1 dagegen hatte diese Probleme eigentlich nie. Das nur mal als Beispiel. Selbst das kleine VideomicPro hat ziemlich Dampf ;-)

Dynamische Mics sind aber jetzt auch nicht unbedingt immer das was man als pegelfreudig bezeichnen würde - was aber in lauten Umgebungen und bei geringen Sprechabstand genau gewünscht ist.
Im Umkehrschluss kann man sie auf der Angel bzw. größeren Sprech-Abständen in leiseren Umgebungen nicht ganz so gut hernehmen weil sie den Preamps dann deutlich mehr Dampf abverlangen.

Einer meiner Favoriten ist seit vielen Jahren das 441er von Sennheiser... das nehm ich immer dann gern her, wenn ich weiß das es wirklich laut werden könnte und ich die Chance habe das Mic nah zu platzieren.





Antwort von Pianist:


Einer meiner Favoriten ist seit vielen Jahren das 441er von Sennheiser... das nehm ich immer dann gern her, wenn ich weiß das es wirklich laut werden könnte und ich die Chance habe das Mic nah zu platzieren.

Unbedingt! Sowas habe ich auch in meinem Mikrofonpark, und zwar als BF 441 ganz in schwarz... :-)

Matthias



Antwort von Blackbox:

Beim 441 schliess ich mich an, aber für sowas evtl. nicht die schwarze Version nehmen, sondern das 'Original' wegen der einfachen Anpassbarkeit des Nahbesprechungseffektes (oder gibts das Schwarze auch mit M-S Schalter?)
Jedenfalls meine ich mich erinnern zu können, dass genau wie beim 421 die schwarze Serie (heisst beim 421 dann MD-521) ohne den sehr praktischen 5 Stufenschaltring daherkommt.
Die Kosten liegen aber auch beim Gebrauchtkauf oberhalb des geplanten Budgets.
Das 416 funktioniert bei sowas ja im Prinzip auch recht gut, ABER es klingt manchmal nicht gut wenn die Szene dynamisch ist, also sich Mikrofonposition und/oder Akteure bewegen. Dafür ist es eigentich auch nicht gebaut worden. Das Mkh 70 z.B. (das 60er vermutlich auch, kenn ich aber nicht) verhält sich da deutlich gutmütiger wegen des fast identischen Frequanzgangs über alle Richtungen, auch das 50er und Vergleichbare können (natürlich mit zusätzlichem Windschutz Dings) in Betracht kommen, aber ist ja alles recht teuer.

Viel ist auch Geschmacksache. Wer 'satte' Stimmsounds haben möchte, die eher radiolike rüberkommen sollen, wird eher ein dynamisches mit ausgeprägtem Nahbesprechungseffekt nehmen. Teils gibts das auch schaltbar unterhalb des Preisniveaus vom 441. Das recht unbekannte Beyer Soundstar mkIII z.B. ist 2-stufig schaltbar und macht falls gewünscht einen wirklich starken Bass/Brustton Bereich. Bei SM58 und Co. geht das nicht so einfach. Auch das 421 ist m.E. wirklich eine gut klingende Alternative.
C-535 (AKG) kann ebenfalls infrage kommen, wenns eher feingezeichnet präzise und höhenbetont sein soll (evtl De-esser in der Post).
Wie immer bei Mikros gibt es die Qual der Wahl, aber es hat schon seinen Grund warum das 441 seit Jahrzehnten unverändert gebaut wird. Auch die Störresistenz gegenüber elektrisch 'verseuchter' Umgebung ist sehr gut.
Bei Gebrauchtkauf aber auf die recht empfindliche Stativklemme achten, kostet einiges und wenn schon Haarrisse zu sehen sind bricht das Ding evtl. bald entzwei.
Falls Du aus dem Raum Münsterland kommst kann ich Dir auch mal ein 441 zum antesten ausleihen (hab drei davon).



Antwort von Blackbox:

Ach so, ganz vergessen:
Bei definitiv begrenztem Budget lohnt es sich evtl. nach einem C-1000 (AKG) zu schaun.
Sind oft sehr günstig auf dem Gebrauchtmarkt. Die etwas neueren Versionen haben so einen Plastikpömpel den Du aufstecken kannst, und der dann die genuine Niere zur Superniere verwandelt.
Ich mag das Mikro nicht so recht, weiss aber nicht genau warum.
Eigentlich ist es ziemlich brauchbar, angeblich robust wenn man mit den Aufsätzen klarkommt, vielseitig einsetzbar und schafft auch keine Preamp Probleme wegen zu geringen Pegels.
Neu zur Zeit in der aktuellen (evtl. leicht verschlechterten Version) für unter 100 EUR.



Antwort von Axel711:

Danke schon mal für den regen Input. Nen ordentlichen Musik Fachhändler hab ich hier in der Nähe leider nicht. Ich verlass mich da meistens auf die hilfsbereiten Berater von Thomann.
Nur war ich eben skeptisch bezüglich der Vorverstärkung des Rode.

Das MKH 416 ist mir da schon zu empfindlich weil das Mic ja in den Händen meiner 'fliegenden Reporterin' ist und da hört man schon mal 'Griff-Geräusche'. Und wie Blackbox sagt nimmt mir das zu viel Hintergrund mit. Im Dialog auch zu richtungsempfindlich wenn man im Eifer des Gefechtes vergisst es dem Sprecher unter die Nase zu halten.

Das 421 ist eigentlich ausserhalb des Budgets aber ich weiß...lieber einmal richtig als dreimal falsch gekauft. Vielleicht werd ich mir das AKG 1000 mal bestellen und sehen wies funzt.
Wenn nicht dann gehts eben zurück (bin eigenlich kein Freund von 'auf Verdacht kaufen' - aber ich kauf ja keine 20 paar Schuhe, wissend das ich 19 Paar zurück schicke)...

Danke. Werde feedbacken...

Achja, lieber Pianist - danke für den Schulze-Brakel Tip, ich brauch unbedingt einen Poppschutz mit meinem Logo drauf...steh ich drauf! :-) Für sowas gibts IMMER Geld



Antwort von Pianist:


Achja, lieber Pianist - danke für den Schulze-Brakel Tip, ich brauch unbedingt einen Poppschutz mit meinem Logo drauf...steh ich drauf! :-) Für sowas gibts IMMER Geld

Sowas ist aber nur sinnvoll, wenn Du selbst auch derjenige bist, der die Filme veröffentlicht. Normalerweise arbeiten wir doch "im Namen des Herrn" und richten alles auf das Design des jeweiligen Auftraggebers aus, oder?

Wenn da ein Logo auf dem Mikrofonwindschutz im Bild ist, könnte das auch eine spätere Weiterverwendbarkeit des Materials erschweren oder unmöglich machen. Also ich wäre da echt vorsichtig...

Die haben übrigens bei der Logo-Beflockung eine Mindestabnahmemenge von zehn Stück. Für mich kam sowas aber ohnehin nie in Frage. Die Farben reichen schon.

Matthias



Antwort von beiti:

Wenn es wirklich preiswert sein soll, käme evtl. auch das t.bone MB-78 Beta von Thomann in Frage. Ich hatte es mal kurz für eine Handmikro-Anwendung an der Kamera in Betrieb und fand es gar nicht übel. Hat auf jeden Fall mehr Pegel als ein dynamisches Mikro, und die Griff-Geräuschdämmung ist auch gut.



Antwort von Axel711:

Ein gschwindes Feedback zum Mike...

Ich hab jetzt das AKG 1000C geshoppt. Nach ersten Tests bin ich ziemlich zufrieden.

Es bringt klare Sprachaufnahmen über den ZoomZoom im Glossar erklärt F4 sowie mit der FS7 (bei der Cam muss man natürlich deutlich mehr Gain bringen aber man hat genug HeadroomHeadroom im Glossar erklärt bis zum Clippen). Es ist auch ziemlich gutmütig wenn die Entfernung oder Richtung zum Mic, im überschaubaren Rahmen, variiert. Eigenrauschen hab ich praktisch keins wahrgenommen.
Was in den meisten Tests die man so findet bemägelt wird muss ich bestätigen - die Kapsel und die Aufnahme für die Batterie ist sehr fragil. Nicht wenn der Kopf aufgeschraubt ist, dann wirkt es sehr solide bis fast ein wenig schwer, aber wenn man das Oberteil abschraubt kommt einem spröder Kunststoff entgegen.

Tests wurden leider bisher nur unter synthetischen Bedingungen durchgeführt (Büro). Wie sich das Teil Outdoor oder On-Parkett mit deftig Background anhört bleibt vorerst abzuwarten.

Als Backup oder wenn man wie ich eher selten Interviews (Run & Gun) macht, kann ich es (für 96.- € inkl. MwSt) soweit empfehlen.

Danke für eure Hilfe!

@ Pianist: die Windschutz Idee ist nett aber schon wieder verworfen. Ist eine hübsche Idee aber Neutralität wahren is im Zweifel immer besser...

Prost Feierabend



Antwort von Blackbox:

Hi,

Schön.

auch wenns in Foren ja aus irgendwelchen - wohl ewig im Geheimen bleibenden - Gründen seit eh und je unüblich ist über gelöste Probleme nochmal zu berichten:
vielleicht kannst Du ja eine Ausnahme machen und bei Gelegenheit kurz mitteilen wie es 'in echt' funktioniert hat?
Griffgeräusche in Hektik, Isolation, wie genau muss mit Supernierenaufsatz 'gezielt' werden, oder so ...?



Antwort von Axel711:

Mach ich, am 10.04. auf einer Hausmesse gebucht. Dafür hab ich das Mic gekauft.



Antwort von Axel711:

Um keine leere Versprechung gemacht zu haben hier noch ein kurzes Feedback:

Das AKG 1000 hat sich prima geschlagen! Die äusseren Eindrücke hatte ich ja schon geschildert.

Nach einer kurzen Einweisung zum Mic für meine 'Rasende Reporterin' habe ich keinerlei Griffgeräusche, sie hatte das Mic daher aber auch ruhig in der Hand und hat nicht damit rumgeschwungen.
Abstand war um die 30 cm. Natürlich mal mehr mal weniger. Ich kann aber nicht sagen das der Pegel darauf sichtlich reagiert hätte. Ziel war um die -18 dB. Pegel ist an der Cam halt eher ein Schätzeisen aber im Edius sieht das schon entsprechend gut aus. Richtungsempfindlich ist es naturgemäß schon aber ich würd grob schätzen das es +/- 15° aus der Richtung verträgt - dann wird es hörbar leiser.

Hintergrund war doch recht laut aber das hat das AKG sehr ordentlich ausgeblendet.

Ich denke wenn man den Interviewer brieft und sich an die Regeln hält ist es ein grundsolides Mic für den O-Ton Alltag.

Ich hatte extra 2 kurze Auszüge als .wav extrahiert um sie hier als Bsp anzuhängen, geht aber nicht. Kann man hier keine Audioformate hinterlegen? - Schade, man hört schön den AtmoAtmo im Glossar erklärt Brei des int Mic und als Kontrast die saubere Aufnahme des AKG bei selbigem Radau...

Hoffe das hilft irgendwem



Antwort von Blackbox:

Danke,
Erfahrungsberichte zu Mikrofonen helfen IMMER!




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