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IR-Filter vor Kamerasensor .... ?



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Frage von Jalue:


Liebe Mitforisten,

gestern habe ich durch Zufall erfahren, dass angeblich vor dem Sensor jeder aktuellen DSLR ein Infrarot-/UV-Sperrfilter montiert ist, siehe auch hier:
http://www.fotocommunity.de/info/IR_Umbau. Für mich als Nicht-Techniker war das eine völlig neue Information.

Fragen dazu:

1. Stimmt das?
2. Wird dadurch der UV-Filter als Standardzubehör obsolet (anders gesagt: täte es heutzutage auch ein einfacher Glasfilter als Schutz für die Frontlinse)?
3. Gilt das (so es denn stimmt) auch für professionelle/semiprofessionelle Camcorder?



Antwort von Jörg:

das schreibt Hoya dazu
PLEASE NOTE: The UV-IR CUT filter is intended for use with digital SLR cameras and cine cameras that do NOT have an IR filter installed in front of the sensor. Color balance effects can occur when this filter is used with cameras that have an IR filter installed in front of the sensor. Please consult your camera's owner’s manual before use.




Antwort von Jalue:

Danke - zumindest ein Hinweis darauf, dass nicht jede moderne Kamera sowas hat. Muss bei Gelegenheit mal die Manuals meiner Mühlen durchforsten. Wenn sie Infos zu Thema enthalten, dann zumindest so versteckt, dass ich das glatt überlesen hatte ...








Antwort von ruessel:

Jede CMOS Kamera besitzt einen IR Sperrfilter. Der Sensor ist leider für IR besonders empfindlich, aber in der Praxis sind oft die ab Werk eingesetzten Filter nicht 100% effektiv, besonders wenn viel IR Licht vorhanden ist und die BlendeBlende im Glossar erklärt offen ist (wenn ND Filter eingesetzt werden = viel Licht, BlendeBlende im Glossar erklärt offen = viel IR). Das macht sich dann in leichten (rosabraun) Verfärbungen bemerkbar, je nachdem was die Szene an IR reflektiert.



Alter Test von mir: eine IR Fernbedienung auf die Kamera richten und eine Taste drücken, Kann man die IR LED im Kamerabild deutlich sehen (meist um 900nm IR Strahlung), ist ein weiterer Sperrfilter sinnvoll.



Antwort von StanleyK2:

Alle Kamerasensoren (CCD, CMOS, MOS) von Haus aus eine hohe Infrarotempfindlichkeit, die per Sperrfilter unterdrückt werden muss. Bei praktisch allen Standardkameras ist das auch hinreichend gut der Fall. Hinweise in der Bedienungsanleitungen wird man kaum finden. IR-Sperrfilter sind i. d. Regel genau so überflüssig wie UV-Sperrfilter.

Nicht alle internen Sperrfilter sind gleich stark, so dass manche Kamertypen eher für Infrarotexperimente geeignet sind als andere. Ein Restempfindlichkeit für Infrarot haben alle.

Für richtige Infrarotaufnahmen müsste man den Infrarotsperrfilter entfernen. Wird auch schon mal gemacht - gibt es genug Beipiele und Anleitungen im Netz.
Aber auch mit der Restempfindlichkeit geht einiges. Praktische jede DSLR kann Infrarotaufnahmen machen: Infrarotdurchlassfilter montieren - dann sieht mann erst mal nichts, aber bei experimentell zu ermittelnden Langzeitbelichtungen geht das dann schon - also nichts für liveview oder Video.

Bei Camcordern kann in einzelfall auch eine Videoaufnahme gelingen (hatte ich schon mit der X909 gemacht), aber die Qualität ist lausig.

Perfekt funktioniert die Sache nur, wenn vom Hersteller explizit Infrarotaufnahmen vorgesehen sind. Das sind dann in der Regel die Kameras mit "nightview". Im IR-Modus wird dann intern der IR-Sperrfilter weggeschaltet.

Ein aktuelles Beispiel Camcorder-IR ist die Panasonic HC-X1 (UX180). Hab ich hier kurz beschrieben:

viewtopic.php?f=1&t=134499&start=42

Da ist perfekte IR-Aufnahme auch im 4K Video möglich. Siehe das letzte Bild.



Antwort von acrossthewire:

Es gibt einige Cameras z.B. die Blackmagic Pocket die durchaus einen zusätzlichen IR Sperrfilter vertragen. Ein ND Filter ohne zusätzlichen IR-Cut verstärkt das Problem. Man sieht es meist daran das eigentlich schwarze Dinge wie z.B. Molton bräunlich wirken.



Antwort von Jalue:

acrossthewire hat geschrieben:
Es gibt einige Cameras z.B. die Blackmagic Pocket die durchaus einen zusätzlichen IR Sperrfilter vertragen. Ein ND Filter ohne zusätzlichen IR-Cut verstärkt das Problem. Man sieht es meist daran das eigentlich schwarze Dinge wie z.B. Molton bräunlich wirken.
@all Danke für den gesammelten Input! Ich fasse mal laienhaft zusammen ... nichts Genaues weiß man nicht, IR- und UV-Empfindlichkeit, bzw. Güte des eingebauten Filters schwanken von Kameratyp zu Kameratyp. Da helfen wohl nur Testaufnahmen und ggf. nachgeordneter Filterkauf. Vorab immer gleich einen UV-Filter mitzubestellen sollte, bzw. darf man sich wohl heute verkneifen ;-)



Antwort von ruessel:

Für UV Licht ist der sensor völlig unempfindlich, außerdem kommt UV Licht durch fast allen Objektiven nicht mehr durch.



Antwort von blueplanet:

...wem bereits ein "Objektivcrash" sei es durch Sturz oder Kratzer passiert ist, wird wissen wozu und "nebenbei" ein UV-Filter gut ist ;) Insofern - immer gleich mit bestellen. Kostet ein Bruchteil von dem, was ggf. die Reparatur eines Objektivs kosten würde.



Antwort von cantsin:

blueplanet hat geschrieben:
...wem bereits ein "Objektivcrash" sei es durch Sturz oder Kratzer passiert ist, wird wissen wozu und "nebenbei" ein UV-Filter gut ist ;) Insofern - immer gleich mit bestellen. Kostet ein Bruchteil von dem, was ggf. die Reparatur eines Objektivs kosten würde.
Dafür würde ich aber gleich Klarglasfilter nehmen, die explizit zu diesem Zweck gebaut sind wie z.B. den Sigma WR Ceramic Protector. UV Filter als Objektivschutz sind noch ein Überbleibsel aus der Analogfotografie.




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