Frage von zfbku:Juli 2016
Hallo zusammen,
ich bin ein 60er Jahrgang, habe das Filmen aber nur digital kennen gelernt. Wenn ich in meinem Schnittprogramm zwei Clips übereinander lege, die Transparenz des obigen reduziere, dann kann ich beide Clips miteinander kombinieren. So weit, so einfach.
Dies gab es doch auch schon auf Celluloid und ich frage mich gerade, wie haben die das früher gemacht? Erste Szene aufgenommen, Film zurückgespult und eine zweite neue Szene danndarüber belichtet? (So wie früher, wenn man einen Rollfilm im Fotoapparat nicht weiter gespult hatte und es zu einer Doppelbelichtung kam)? Ich erinnere mich noch vage an eine Zugszene in schwarz-weiß, bei der zeitgleich der Zug und ein Gesicht zu sehen waren und war als Kind fasziniert davon.
Kann mir einen sagen, wie das früher auf Celluloid bewerkstelligt wurde?
Antwort von ruessel:
Bin dein Jahrgang, habe aber mit chemischen Film (S8) angefangen. Ja, erst die einE Szene filmen, dann den Film zurückspulen und abermals filmen - und schon hast du einen doppelt belichteten Film.
1. Titel
Weiße Buchstaben auf schwarzen Grund (Pappe) mit ein- u.ausblendung filmen, zurückspulen und die Anfangsszene filmen. Titel fertig.
2. Doppelgänger
Kameraobjektiv halb abkleben (oder Kompendium) und sich filmen, zurückspulen, Objektiv nun die andere Hälfte abkleben und sich nochmals filmen. Doppelgänger fertig.
3. Mehrfachbelichtung
Durch Glasscheibe filmen und bestimmte Bildbereiche mit schwarzer Pappe abkleben. Das kann man nun öfters machen....... So kann man bestimmte Trickszenen erstellen. Man kann ja unbegrenzt zurückspulen und immer andere Bildbereiche belichten.
bei S8 war das natürlich alles begrenzt, mehr als ca. 12 Sekunden war nicht drin, der Film staute sich beim Rückspulen in der Kassette. Aber Spaß hat es gemacht:
Antwort von ruessel:
Antwort von zfbku:
Was für ein Aufwand!!!! Das hätte ich nicht gedacht. Da haben wir es jetzt deutlich leichter!
Antwort von cantsin:
Das ist allerdings der Aufwand und die Arbeitsweise für Amateur-Schmalfilmer. Bei professionellen Filmproduktionen macht die Doppelbelichtung im Kopierwerk, bzw. bei Filmlabs mit einer optischen Bank (optical printer) oder einem contact printer.
Antwort von ruessel:
optische printer kurz zu sehen.....
Antwort von zfbku:
wie kann ich mir diese optische Bank vorstellen? Aus Rüsels Clip bin ich nicht ganz schlau geworden :) Werden da beide Streifen zeitgleich auf einen Dritten projetiert?
Antwort von ruessel:
Antwort von zfbku:
Das ist wirklich unglaublich!!! Hast du so etwas schon mal bedient?
Antwort von cantsin:
optische printer kurz zu sehen.....
Das Video hab ich gemacht. ;-)
Antwort von ruessel:
Nein.
als 17 jähriger habe ich mir eine Vorrichtung aus Mattscheibe, Holz und Metall gebastelt um ein paar optische Tricks auf Schmalfilm zu machen... natürlich nicht in der Qualität wie oben im Film.
Heute geht es doch einfacher und besser mit (software)Tools die wenig kosten.
Antwort von ruessel:
Antwort von ruessel:
Das Video hab ich gemacht. ;-)
aber ohne Pocket ;-)
Antwort von Schleichmichel:
Für meine Bolex hatte ich mal kurz die Überblend-Automatik. Auch sonst kann man mit der Einzelbild-Einstellung gut Tricks damit machen.
Die Mitchell von der optischen Trickbank hat einen hammerfesten Bildstand, damit waren feine Objektmaskierungen möglich.
Antwort von zfbku:
Der Beruf an der optischen Bank dürfte ausgestorben sein. Wirklich schade. Das muss ein wunderbarer Beruf gewesen sein.
Antwort von cantsin:
Das Video hab ich gemacht. ;-)
aber ohne Pocket ;-)
Das selbstgedrehte Material mit der Pocket, aber ohne Ohrwurm... ;-)
Antwort von ruessel:
aber ohne Ohrwurm... ;-)
Ich wusste doch, das was fehlt ,-)
zum Bild
optische Bank von 1918.
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