Infoseite // DV-Film in höchster Qualität in Quicktime?



Frage von Rainer Lauterbach:



Ich arbeite gelegentlich für einen Kunden, der bei mir kurze
Nachrichtenclips bestellt.

Die Anlieferung der Aufnahmen erfolgt über eine Breitbandleitung auf
einen FTP-Server.

Die Aufnahmen müssen als Apple Quicktime-Dateien vorliegen und zwar
ich der bestmöglichen Qualität.

Ich besitze zwar mittlerweile Apple Quicktime Pro, bin aber über die
Masse der Einstellungsmöglichkeiten verwundert.

Das Material, das encoded werden soll, liegt als große AVI im
DV-Format vor. Wenn ich die AVI im Quicktime-Player öffne, sieht es
aus, als hätte ich eine 100 Euro-Kamera verwendet und dazu auch noch
die Scharfeinstellung vergessen. Verwaschen und unscharf. Wenn ich mir
die AVI mit einem anderen Player anschaue, sind die Bilder
knackscharf.

Na schön, damit könnte ich eventuell leben. Aber wie sieht es mit dem
Encoding aus? Wie bekomme ich aus dem Material eine MOV-Datei in
bestmöglicher Qualität? Die Größe des Bildes usw. soll dabei nicht
beschnitten werden, die "dicke" AVI soll lediglich für die
Datenübertragung verkleinert werden.

Rainer


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Antwort von Michael Herzog:

Rainer Lauterbach wrote:

> Die Aufnahmen müssen als Apple Quicktime-Dateien vorliegen und zwar
> ich der bestmöglichen Qualität.

Da Quicktime 7 eine Untermenge von MPEG4 AVC unterstützt, sollte das
kein Problem sein.

Mit Quicktime Pro selbst habe ich noch nicht gearbeitet. Die Videospur
habe ich mit AVISynth vorgekaut (;YV12 wird erwartet), mit X264 / MeGUI
(;Quicktime Profile) codiert, die Audiospur mit BeSweet codiert und
gemuxt mit MP4BOX/YAMB. Wenn ich up to date bin, kann das auch den
MOV-Container schreiben, den dein Kunde sicherlich erwartet.

So musste ich nix kaufen, und fixer als Quicktime Pro isses auch noch.
;)



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Antwort von Thomas Beyer:

Rainer Lauterbach schrieb:

> Die Aufnahmen müssen als Apple Quicktime-Dateien vorliegen und zwar
> ich der bestmöglichen Qualität.

Ah, Avid-User ;-)

> Ich besitze zwar mittlerweile Apple Quicktime Pro, bin aber über die
> Masse der Einstellungsmöglichkeiten verwundert.
>
> Das Material, das encoded werden soll, liegt als große AVI im
> DV-Format vor. Wenn ich die AVI im Quicktime-Player öffne, sieht es
> aus, als hätte ich eine 100 Euro-Kamera verwendet und dazu auch noch
> die Scharfeinstellung vergessen.

Quicktime (;Pro) unter Windows deinterlaced weder, noch ist die DXVA-
Bescgleunigung darin in irgendeiner Weise angebracht Begeisterungsstürme
hervorzurufen. Das beeinflusst zwar weder das Material noch dessen
Export, doch zur Beurteilung von DV ist Quicktime nicht geeignet.

Aber ich befürchte jetzt bestimmt nicht zu Unrecht, das wieder eine
Endlosdiskussion betreffs Quicktime vom Zaun gebrochen wird ...

> Na schön, damit könnte ich eventuell leben. Aber wie sieht es mit dem
> Encoding aus? Wie bekomme ich aus dem Material eine MOV-Datei in
> bestmöglicher Qualität?

Mit Quicktimes "Export". Unter Windows stürzt das allerdings alle
Naselang ab (;AVI-DV => MOV) oder ignoriert Audio (;MPEG2 PS => MOV).

Auf meiner Workstation hat sich folgendes bewährt:

- Cutten/DV Import aus Kamera: Edius 3.X
- Aus Edius heraus als File Export in Quicktime mit folgendem
Profil: http://www.silent-dreams.de/images/temp1.gif

Das Ganze hat folgende Properties in Quicktime Pro:
http://www.silent-dreams.de/images/temp2.gif und macht auch keinerlei
Schwierigkeiten mit Avids Importer.

> Die Größe des Bildes usw. soll dabei nicht
> beschnitten werden, die "dicke" AVI soll lediglich für die
> Datenübertragung verkleinert werden.

Verkleinerung => Komprimierung mit der Konsequenz, das immer Bildinhalte
verloren gehen. Der IMHO akzeptabelste Weg ist, wie oben beschrieben,
Deine DV-Software nach einer Möglichkeit zu durchforsten, ob sie
Quicktime evt. nativ unterstützt, damit Mehrfachkonvertierungen nicht
stattfinden müssen.


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Antwort von Rainer Lauterbach:

On Wed, 10 May 2006 10:00:32 0200, Thomas Beyer
wrote:

>Ah, Avid-User ;-)

Stimmt auffallend!

Da die Avid-Software a) nur auf einem Bürorechner installiert ist, den
ich nicht täglich zur Verfügung habe und b) mir Avid viel zu
kompliziert ist, verwende ich für diese wirklich simplen Schnitte
lieber das Windows-eigene Movie-Maker-Programm. Welche Hard-/Software
beim Kunden vorhanden ist, weiß ich nicht, tippe aber auch auf Avid.

Das funktioniert tadellos, kann aber natürlich nicht in Quicktime
speichern. Daher die nötige Konvertierung.

Ich will jetzt nicht über den Sinn der Konvertierung diskutieren, weil
ich natürlich auch schon gemerkt habe, daß ich genausogut eine DV-AVI
auf den Server hochladen könnte, denn die ist womöglich sogar noch
kleiner als die Quicktime-Datei. (;Der gestrige Clip hatte bei ca. 3
Minuten Länge die Größe von 758 MB. Bereits als Quicktime-Datei. Da
könnte ich natürlich DV-AVI unkomprimiert schicken, was pro Minute ca.
180 MB verschlingt. Aber - egal!)

Ich kenne vom iMAC her - womit früher geschnitten wurde - den Export
mittels iMovie in die Stufe "Höchste Qualität". Exakt das möchte ich
auch unter Windows haben! Einfach eine Quicktime-Datei in höchster
Qualität.

Rainer


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Antwort von Michael Herzog:

Äm, schreib doch nochmal auf was du kriegst und was du abliefern
musst. Der Workflow ist mir etwas undurchsichtig. o O

Wenn du durchgehend mit DV arbeitest, wäre es doch am besten, das auch
abzuliefern. DV gibt es ja sowohl im MOV als auch im AVI Container.

Das erwähnte YAMB kann zumindest bei MPEG4 Material von AVI in einen
MOV Container umpacken - vielleicht mal mit DV-Inhalt testen.

Beim Kommentar "einfach höchste Qualität" konnte ich mir den Gedanken
nicht verkneifen, dass du dich auch in die Technik einarbeiten
solltest, wenn du Geld von einem Kunden nimmst. Aber den Schuh musst du
dir ja nicht anziehen. ;)



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Antwort von Rainer Lauterbach:

On 11 May 2006 01:26:15 -0700, "Michael Herzog"
wrote:

>Wenn du durchgehend mit DV arbeitest, wäre es doch am besten, das auch
>abzuliefern. DV gibt es ja sowohl im MOV als auch im AVI Container.
>
>Beim Kommentar "einfach höchste Qualität" konnte ich mir den Gedanken
>nicht verkneifen, dass du dich auch in die Technik einarbeiten
>solltest, wenn du Geld von einem Kunden nimmst. Aber den Schuh musst du
>dir ja nicht anziehen. ;)

Ich würde gerne eine DV-Datei abliefern, aber MOV ist halt Vorschrift.

Der Auftraggeber geht davon aus, daß ich an einem PC mit
vorgeschriebener Software (;Avid DV-Express) arbeite, aber ich finde
das Avid-Programm nunmal sch... und ich arbeite lieber an einem
Rechner, den ich auswähle mit einem von mir bevorzugten Programm.

Ist das denn tatsächlich so kompliziert? Beim iMac habe ich "Höchste
Qualität" vorgegeben, dann hat er mir eine Quicktime-Datei ausgespuckt
und gut war's.

Rainer


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Antwort von Andre Beck:

Rainer Lauterbach writes:
> On Wed, 10 May 2006 10:00:32 0200, Thomas Beyer
> wrote:
>
> Das funktioniert tadellos, kann aber natürlich nicht in Quicktime
> speichern. Daher die nötige Konvertierung.

Welche Konvertierung? Du musst doch nur Demuxen und neu muxen?

> Ich will jetzt nicht über den Sinn der Konvertierung diskutieren, weil
> ich natürlich auch schon gemerkt habe, daß ich genausogut eine DV-AVI
> auf den Server hochladen könnte, denn die ist womöglich sogar noch
> kleiner als die Quicktime-Datei. (;Der gestrige Clip hatte bei ca. 3
> Minuten Länge die Größe von 758 MB. Bereits als Quicktime-Datei. Da
> könnte ich natürlich DV-AVI unkomprimiert schicken, was pro Minute ca.
> 180 MB verschlingt. Aber - egal!)

Hä? Wieso wird alle Nase lang Inhalt und Container verwechselt? Wieso
lädst Du nicht einfach ein DV-MOV hoch, das genau so groß und sinnvoll
ist wie ein DV-AVI (;im Prinzip überflüssig, weil Raw-DV es auch tun
würde, aber um der lieben Kompatibilität mit gewissen Plattformen wegen
macht man es halt in deren jeweilige Lieblingscontainer)?

> Ich kenne vom iMAC her - womit früher geschnitten wurde - den Export
> mittels iMovie in die Stufe "Höchste Qualität". Exakt das möchte ich
> auch unter Windows haben! Einfach eine Quicktime-Datei in höchster
> Qualität.

Höchste Qualität heißt implizit *keinerlei* *Änderungen* am Quellcodec.
Es ist sinnfrei, ihn nachträglich aufzublasen (;auf unkomprimiert oder
lossless komprimiert), es verbietet sich von selbst, ihn nochmals zu
komprimieren. Folglich willst Du DV inhaltlich beibehalten und nur in
den gewünschten Container umverpacken. Sollte für die "Alleskönner-
plattform" Windows wirklich kein Programm dazu existieren?

--
The S anta C laus O peration
or "how to turn a complete illusion into a neverending money source"

-> Andre "ABPSoft" Beck ABP-RIPE Dresden, Germany, Spacetime <-


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Antwort von Heiko Nocon:

Andre Beck wrote:

>Folglich willst Du DV inhaltlich beibehalten und nur in
>den gewünschten Container umverpacken.

Genau.

>Sollte für die "Alleskönner-
>plattform" Windows wirklich kein Programm dazu existieren?

Einen DV-Stream zu einem Avi zu muxen oder aus einem Avi zu demuxen wäre
kein Problem.

Probleme macht immer der MOV-Container. Deswegen will ihn auch niemand.
Genausowenig wie WMV.

Beides ist Teufelszeug. Weil: ausgestattet mit dem Potential, Inhalte
endgültig wegzusperren.



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Antwort von Kai Raphahn:

Andre Beck wrote:

[MOV-Muxer]

> lossless komprimiert), es verbietet sich von selbst, ihn nochmals zu
> komprimieren. Folglich willst Du DV inhaltlich beibehalten und nur in
> den gewünschten Container umverpacken. Sollte für die "Alleskönner-
> plattform" Windows wirklich kein Programm dazu existieren?

Im Freeware-Sektor? Bekannt ist mir jetzt nur MP4Box aus dem gpac-Paket und
ein paar GUIs dafür. Dieses kam mir aber immer sehr 'instabil' vor...

Falls du mehr kennst nur her damit. ;)

Kai

--
Man sollte nie eine Verschwörungstheorie annehmen, wenn einfach Dummheit
als Erklärung ausreicht.
(;Hilko Meyer in d.a.n-a.m)


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Antwort von Thomas Beyer:

Heiko Nocon schrieb:

> Einen DV-Stream zu einem Avi zu muxen oder aus einem Avi zu demuxen wäre
> kein Problem.
>
> Probleme macht immer der MOV-Container. Deswegen will ihn auch niemand.
> Genausowenig wie WMV.

YMMD. Ich habe die ganze Zeit hier nie verstanden, wie man sich hier
über eine simple Verpackung derat echauffiert (;die es noch dazu an
Flexibilität vermissen läßt), daß einem schlußendlich fast noch ein
Glaubensbekenntnis abgerungen werden sollte.

> Beides ist Teufelszeug. Weil: ausgestattet mit dem Potential, Inhalte
> endgültig wegzusperren.

Böses DRM in Quicktime. Schön, das wir anfangen den Finger auch auf
diese Wunde zu legen.


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Antwort von Andre Beck:

Kai Raphahn writes:
> Andre Beck wrote:
>
> [MOV-Muxer]
>
>> lossless komprimiert), es verbietet sich von selbst, ihn nochmals zu
>> komprimieren. Folglich willst Du DV inhaltlich beibehalten und nur in
>> den gewünschten Container umverpacken. Sollte für die "Alleskönner-
>> plattform" Windows wirklich kein Programm dazu existieren?
>
> Im Freeware-Sektor? Bekannt ist mir jetzt nur MP4Box aus dem gpac-Paket und
> ein paar GUIs dafür. Dieses kam mir aber immer sehr 'instabil' vor...

Ich kenn keine für Windows, aber das ist auch nicht die Plattform, mit der
ich täglich arbeite.

> Falls du mehr kennst nur her damit. ;)

Ich habe gerade kein echtes (;von einer Kamera gezogenes) DV-AVI zur Hand,
daher nur theoretisch: MPlayer ist AFAIK nach Windows portiert worden und
lässt sowas zu:

mencoder -of lavf -lavfopts format%mov -lavfopts i certify that my video stream does not use b frames -ovc copy -oac copy input.avi -o output.mov

Möglicherweise geht auch ffmpeg direkt, so a la

ffmpeg -i input.avi -vcodec copy -acodec copy output.mov

wobei ich mit einem schnell gefaketen DV-AVI in beiden Fällen Tonprobleme
hatte. Müsste man sich bei Bedarf mal genauer angucken, sofern Ton in der
externen Spur überhaupt nötig ist - der DV-Stream enthält den ja auch.

--
The S anta C laus O peration
or "how to turn a complete illusion into a neverending money source"

-> Andre "ABPSoft" Beck ABP-RIPE Dresden, Germany, Spacetime <-


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