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Frage von Jack43:
Hallo zusammen,
Ich bin etwas verunsichert, denn ich möchte mir eine XH-A1 zulegen und die bietet "nur" 1480x1080PX Auflösung. Meine JVC GZ HD7E hat 1980x1080PX liefert die Canon trotzdem das bessere Bild?
danke schon mal und Gruss,
Paul
Antwort von Bernd E.:
Zu einem technisch guten Bild gehört einiges (angefangen vom Objektiv bis hin zur Verarbeitung in der Kamera) und die rechnerische Anzahl der Pixel spielt da nicht die entscheidende Rolle. Freu dich auf deine XH-A1: Richtig eingestellt, liefert sie dir auf jeden Fall bessere Aufnahmen als die HD7.
Antwort von Jack43:
Hallo Bernd,
vielen Dank für Deine klärende Antwort! Das mit der Verarbeitung wusste ich, mir war nur nicht klar, wieso keine der grössern Kameras in Full HD aufzeichnet!
Grüsse aus Bayern,
Paul
Antwort von WoWu:
Das hängt einwenig mit dem Sensortyp (CCD) und der Sensorgröße ab. Je kleiner der Chip und je mehr "Pixels" drauf sind, umso kleiner ist die Verbindungsstruktur. daraus folgt, dass er sich schneller erwärmt. Mehr Pixels aber bedeuten eine höhere Auslesegeschwindigkeit bei identischen Zeitfenster (25 Bilder/sec).
Daher ist nur bei gegebener Chipgröße und gegebenem Zeitfenster eine begrenzte Anzahl an "Pixels" auslesbar.
Im CCD dauert die Verarbeitung eines Pixels bei 30 MHz Taktfrequenz etwa 33 ns. Daraus folgt, dass nur etwa 1,1 Mill Pixel/Sec überhaupt verarbeitet werden können. Erhöht man die Taktrate, wird das Teil zu heiss.
Dazu kommt, dass jede Ladung im CCD erst durch die andern Speicher geschoben werden muss, bis sie am Verstärker ankommt. Jedes verschieben verändert den Inhalt dadurch, dass Photonen hängen bleiben oder hängen gebliebene Photonen sich mit andern Ladungen mischen. Dadurch verändert sich das Resultat. Je mehr Pixel aber im Sensor vorhanden sind, umso schlechter werden die Resultate.
Das war jetzt in aller Kürze, hoffe aber, es war einwenig Erklärung zur Frage.
Antwort von Jack43:
Hallo Wolfgang,
ich bin leider nicht gerade eine technische "Leuchte", aber nun verstehe ich wieso es nicht unbedingt auf die Menge der Pixels ankommt! Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort und einen schönen Abend noch,
Gruss,
Paul
Antwort von gast3:
@WoWu:
ist es nicht auch so, daß mit dem Medium HDV-Band dieser Kamera einfach nicht mehr geht ,als eben 1440/1080?
Daß dafür aber im Gegensatz zu anderen Medien mehr Auflösungs-Wahrheit drinnen steckt?
Antwort von WoWu:
Nicht wirklich, man hätte ja auch stärker komprimieren können denn auch MPEG2 lässt ja mehr Kompression zu, dann wäre das Bandproblem vom Tisch. Es ist wirklich der Zeitfaktor beim CCD, der die Probleme macht und das Verschleifen das Signals.
Der Zeitfaktor wird bei größeren Chips durch eine höhere Taktrate aufgelöst.
JVC hat die 720p50 in der HD200 (immerhin CCD) auch nur dadurch gelöst, dass sie 6 A/D Wandler nehmen und die Chips mit doppelten Ausgängen betreiben. Dadurch kommen sie für die doppelte Datenrate um die höhere Taktfrequenz (Wärme) herum.
Aber beim CMOS sieht das natürlich völlig anders aus. Wie gesagt, nur beim CCD und auch nur bei den kleinen Chips gibt es wirklich massive Probleme.
Antwort von gast3:
danke Wolfgang!
Antwort von gast3:
aber sogar die HDV-Modelle mit CMOS arbeiten ja mit 1440/1080
(zB. Canon HV 20/30/40, Sony Z5/Z7.... usw)????
Antwort von WoWu:
HDV beschreibt ja ein Aufzeichnungsformat.
Man hat also die maximalen Möglichkeiten der Aufzeichnung mit den Möglichkeiten der Akquisition verbunden und ist dabei auf die zwei Formate HDV1 (720p) und HDV2 (1440i) gekommen.
1440i ist eigentlich gar kein HD Format aus der derzeit gültigen HD Definition sondern ein 4:3 Format für die MPEG2 Ausstrahlung höherer Auflösungen.
HDTV sieht so ein Profil gar nicht vor, weil die HDTV Spezifikationen lediglich squared pixels zulassen.
Nun sind manche Hersteller zwar auf den CMOS umgestiegen, haben aber weiter die Bandaufzeichnung mit MPEG2 durchgeführt.
Da aber für HDV gar nichts anderes als die beiden Bildformate definiert waren, bestand gar keine Wahl, höher aufzulösen, weil die Kompatibilität gar nicht gegeben wäre.
Ebenso hat das HDV1 niemals die maximal mögliche Datenrate des Bandes erreicht. HDV 2, also 1080i hat gegenüber (HDV1) 1,7–Mal so viele Pixel, aber lediglich das 1,3–fache der Datenrate und dennoch ist keiner bei HDV1 darauf gekommen, z.B. p50 zu machen, obwohl die Möglichkeit durchaus bestanden hätte, weil sich die Datenrate ja nicht automatisch mit der Bildfrequenz verdoppelt, sondern lediglich erhöht. Aber p50 war auch in HDV nicht definiert.
Man hat lieber eine bessere GoP Länge genommen, um den Transportstream robuster zu machen. Man hätte aber genau so gut eine höhere Bildrate wählen können. War aber in dem Segment eben nicht vorgesehen .... an der Bandaufzeichnung hat es aber nicht gelegen. das hätte schon gepasst.
Du siehst, Marketing, Kompatibilität und techn. Möglichkeiten hängen immer direkt zusammen.
Als JVC dann den ersten Diskrecorder rausgebracht hat und mit 36 Mbit/s aufzeichnen konnte, war das per Definition schon kein HDV mehr, obwohl im Grunde genommen identische Bildformate aufgezeichnet wurden.
Antwort von Jott:
DVCPro HD ist auch kein "Full HD"-Format, was niemanden juckt - für's "offizielle Format" der Olympiade hat's offensichtlich gereicht. Die Angst vor 1440 wurde den Consumern vom Marketing eingeprügelt. Lieber gucken, wie die Aufnahmen aussehen, und das Pixelzählen vergessen.
Antwort von gast3:
wer sieht,welch gute Qualität damit möglich ist,braucht sich auch wirklich nicht zu ängstigen.
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