Handling Sony HVR-Z7E
Doch auch das Handling der Sony HVR-Z7E ist nicht zu verachten. Auf den ersten „Griff“ könnte man sie fast mit der EX1 verwechseln, stutzig wird man jedoch bei der Justage des Griffes: Denn im Gegensatz zur EX1 ist dieser nicht drehbar und zwingt dadurch zu einer vorbestimmten Handhaltung. Dafür bietet auch die Z7 praktisch alle wichtigen Bedienelemente als externe Schalter. Vermisst haben wir eigentlich nur eines Push-Funktion für den Autofocus. Wer diese benötigt, muss einen der sechs Assign-Knöpfe hierfür extra belegen. Das Objektiv entspricht exakt dem der S270, also auch mit entkoppelbarem Focus-Ring. Da der Handgriff jedoch unterschiedlich montiert ist, lassen sich die Objektive dennoch nicht austauschen.
Da man mit der Z7 auch eher mal „flapsig“ aus der Hand filmt, dürfte hier die elektronische Wasserwaage, die beide Modelle besitzen, besonders willkommen sein. Über einen 3G-Sensor zeigt das Display optional die horizontale Neigung der Kamera an. Schiefe Aufnahmen ohne sichtbare Horizont-Linie können hiermit leicht vermieden werden.
Ebenfalls neu im Profisegement: Anhand eines Bildschirmteils (AE Window) kann man schnell wählen, dass dieser Teil „korrekt“ belichtet werden soll. So lassen sich z.B. Gesichter am Bildrand schnell korrekt darstellen auch wenn es in der Bildmitte heller oder dunkler zugeht.
Und noch ein nettes Detail am Rande: Der digitale Zoom hat nun auch Einzug in die Profiliga gefunden. Sogar über eine dezidierte, externe Taste zuschaltbar bläst die Cam das Bild um das 1.5 fache auf und erweitert so den optischen Zoombereich von 12x künstlich auf 18x.
Die Sache mit dem Compact Flash
Die slashCAM Redaktion begrüßt es außerordentlich, dass eine alte und häufig vorgebrachte Forderung nach nicht-proprietären, günstigen Speichermedien in Form der beigefügten CF-Card-Rekorder nun erstmalig durch einen Camcorder-Hersteller im Prosumer-Segment realisiert wurde. Es spricht für das neue Selbstbewußtsein und vielleicht auch einen zarten Trend bei Sony von allzu geschlossenen Lösungen Abstand zu nehmen. Die SxS 3/4" Express-Karten für die Sony EX1 weisen in die gleiche Richtung (hier jedoch mit Einschränkung - doch dazu im weiteren Verlauf mehr.) Mit der Möglichkeit einen 25Mbit/s Stream auf CF-Karten aufzunehmen wirft Sony quasi selbst die Frage auf, weshalb dies nicht auch für einen 35Mbit/s Stream machbar sein sollte ...
Kurz nochmal in Erinnerung gerufen: Eine Compact Flash Card mit 16GB Speichervolumen von einem Markenhersteller mit gar nicht mal höchster Schreib-Lesegeschwindigkeit, sondern mit 133x-Spezifizierung ist für 166,25 Euro zu haben. In MB/s ausgedrückt schreibt eine solche Karte mit minimalen 20MB/s und liest etwas schneller mit minimal 25MB/s (200Mbit/s). Ein 35Mbit/s Stream entspricht ca. 4,4 MB/s - damit ließen sich theoretisch also 4 (!) parallele 35Mbit/s XDCAM HD Streams auf eine handelsübliche (zugegeben unfragmentierte) 16GB CF-Karte für knapp 170,- Euro schreiben, wobei uns ein Stream bereits völlig ausreichen würde. Dies ist momentan bei der EX1 nicht möglich, weil Sony die Spezifikationen für die 3/4" Express Karten auf 800 Mbit/s festgelegt hat. Es scheint also vor dem Schreiben auf die Karte eine Prüfung der Schreib-Lese-Geschwindigkeit, bzw. der SxS Spezifikationen stattzufinden. Die Frage ist nur: wofür braucht man soviel Headroom? Selbst wenn man, worauf häufig hingewiesen wird, höhere Frameraten benutzt (Overcranking) sollten Schreib-Leseraten um die 200 Mbit/s genügend Sicherheitspuffer für Audio, Video und Steuerdaten zur Verfügung stellen. Weshalb also nicht dem Anwender auch bei breitbandigeren Formaten wie 35 Mbit/s, 50 Mbit/s oder 100 Mbit/s die Wahl lassen, ob er oder sie auf zertifizierte Speichermedien schreibt oder auf nicht-zertifizierte. Ein Szenario ähnlich der DVCAM-Zertifizierung, die ebenfalls normale DV-Cassetten zulässt, wäre hier durchaus denkbar und würde etwas mehr individuellen und finanziellen Spielraum gestatten.
Nach Rückfrage bei Sony wurden in der Entwicklungsphase der Sony EX1 auch 3/4" Express Flash Speicher anderer Hersteller mit niedrigeren Übertragungsraten getestet - hierbei konnte nicht 100% sicher gestellt werden, dass es nicht zu dropped Frames kam, zumal viele der langsameren, getesteten Karten an den USB-Bus des Rechners andocken und nicht an den dedizierten Express Card Bus - es wird jedoch nicht ausgeschlossen, dass in Zukunft aus der Spezifizierung eine Zertifizierung wird, so dass die Entscheidung, wieviel Dropped-Frame-Sicherheit der Anwender benötigt, bei ihm selbst liegt. Mit Hinblick auf den mündigen Anwender begrüßt die slashCAM Redaktion ausdrücklich eine entsprechende, zukünftige Option, so sie denn tatsächlich realisiert werden sollte. Mit der gleichen Thematik dürfte sich übrigens auch Panasonic auseinandersetzen.