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Test : Sony TG7 – Stabiler AVCHD-Mini

von Fr, 17.Juli 2009 | 4 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Ausstattung
Bedienung
Audio
Foto-Funktionen
GPS
Aus dem Messlabor
Fazit



Der Titel kleinster AVCHD-FullHD-Camcorder bleibt mit der TG7 weiterhin bei Sony. Doch welche Kompromisse geht man als Anwender aufgrund der Miniaturisierung ein?






Ausstattung



Die Verarbeitung der neuen Sony TG7 mit ihrem kratzfesten Titan-Gehäuse bleibt beeindruckend. Man schiebt diese Kamera ruhigen Gewissens in die Hosentasche ohne Angst vor Kratzern durch Schlüssel oder ähnliches befürchten zu müssen. Wie schon beim Vorgänger schützt ein automatischer Verschluss dabei das Objektiv.

Die TG7 zeichnet maximal FullHD mit 1920x1080 Bildpunkten im AVCHD-Standard mit 16 Mbit/s auf. Gegenüber den jetzt vielerorts üblichen 24 Mbit/s fiel uns im direkten Sichttest subjektiv keine Verschlechterung durch Artefakte ins Auge. Auch in der Nachbearbeitung verhielten sich die erzeugten Clips unauffällig. Die verbaute Optik besitzt praktisch keinen Weitwinkel (ca. 43mm kb) und der Zehnfach-Zoom ist als absoluter Standard zu werten. Dafür funktionierte der Bildstabilisator trotz elektronischer Ausführung erstaunlich gut.

Gegenüber dem Vorgängermodell wird die TG7 nun mit 16 GB internem Speicher bestückt. Das reicht für viele Anwendungszwecke aus, zumal der MemoryStick als einzige Speichererweiterungs-Möglichkeit keine günstige Angelegenheit ist.



Bedienung



Dass auch schlechte Ideen kopiert werden können, zeigt sich bei der Bedienung: Wer bei der TG7 an alle Menüpunkte gelangen will, findet dort jetzt eine Art Laser-Touch Kopie von JVC auf dem Touchscreen nachgestellt. Immerhin kann man sich seine 6 Lieblingsfunktionen auf 6 Display-Buttons in einer Art Direktzugriff legen. Das ändert aber auch nichts daran, dass Sony dem Anwender dabei wichtige Parameter wie die Belichtungszeit vorenthält. Zebra oder Histogramm wurden in der Firmware ebenfalls nicht freigeschaltet, weshalb die Kamera wohl in erster Linie für Automatik-Filmer interessant ist, die sowieso nicht groß ins Bildgeschehen eingreifen wollen.

Statt einer Zoomwippe besitzt die TG7 auf der Rückseite ein Zoomrad für den Daumen, das uns persönlich bei der Bedienung jedoch ergonomisch nicht unbedingt überzeugte und noch dazu unüblich seitenverkehrt arbeitet. (Einzoomen erfolgt nach links statt nach rechts).
Es gibt keinen Sucher und das Display fällt aufgrund der Camcorder-Größe mit 2,7 Zoll etwas klein aus. Gerade bei der ausschließlichen Bedienung per Touchscreen sind kleine Finger von enormem Vorteil. Denn die Kamera liefert dank Touch-Fokus und Touch-Belichtung grundsätzlich schnell ansehnliche Ergebnisse, man muss die Objekte auf dem kleinen Display eben nur richtig treffen.



Audio



Das Mikrofon zeigt bei der Aufnahme nach oben, was nur zu suboptimalen Ergebnissen führen kann. Externe Anschlüsse für Mikrofon oder Kopfhörer fehlen, dürften aber wohl auch an der angepeilten Zielgruppe sowieso vorbeigehen.



Foto-Funktionen



Die Foto-Funktion liefert nicht merklich schärfere Bilder, als die HD-Videoaufnahmen, obwohl die Kamera hier eine maximale Bildgröße von 2304x1728 Pixeln erlaubt. Alles andere wäre allerdings auch ein Wunder, denn der Bildsensor selbst besitzt nur ca. 1,5 Mpixel, die bei guter Interpolation gerade mal so für 1920 x 1080 Pixel reichen. Für passable Abzüge in Postkartengröße ist dies ausreichend, mehr darf man allerdings nicht erwarten.



GPS



Die Sony TG7 wird - wie viele neuen Sony-Modelle dieses Jahres- mit einem integrierten GPS-Empfänger ausgeliefert. Die persönlichen Koordinaten werden dabei bei jeder Filmaufnahme auf Wunsch in den Metadaten mit gespeichert. Alternativ kann der GPS-Empfang jedoch auch per Schalter deaktiviert werden, was für datenschutz-sensible Personen sicherlich nicht unwichtig ist. Bei der Wiedergabe kann man auf dem Touchscreen Orte anklicken und sich in der Kamera alle Clips anzeigen lassen, die man rund um eine Lokation aufgenommen hat. Das funktioniert erstaunlich gut, und macht gerade dank dem großem internen Speicher auch richtig Laune - Besonders wenn man mit der Kamera viel „herumgekommen“ ist.

An einem Navigationssystem sollte man diese GPS-Beigabe allerdings nicht messen. Das Kartenmaterial ist äußerst rudimentär und (zumindest für Berlin) mit relevanten Informationen nur spärlich bestückt. So gab es kaum Straßennamen oder andere relevante Punkte anzuzeigen (von den bekannten Sehenswürdigkeiten einmal abgesehen).

Im Fotobereich hat das Geotagging ja schon interessante (Online-)Anwendungen hervorgebracht. Doch nachdem noch nicht einmal Sonys Haus-Software Vegas hier eine direkte Unterstützung bietet, dürfte noch einige Zeit vergehen, bis Geotagging für Videoclips mehr als eine Nische darstellt. Unklar ist ebenfalls, ob die Informationen im Datenstrom als Meta-Daten für Dritte leicht zugänglich sein werden. Falls Sony diese Informationen frei zugänglich macht, wären zum Beispiel Anwendungen denkbar, die im Schnittprogramm eine animierte Reiseroute erzeugen, nachdem man die Clips chronologisch angeordnet hat. Doch noch ist so etwas Zukunftsmusik, und dürfte erst für Software-Anbieter interessant werden, wenn andere Camcorder-Hersteller ebenfalls GPS-Empfänger in ihre Geräte integrieren. Doch auch das würde auf jeden Fall einen Metadaten-Standard verlangen.




Aus dem Messlabor



Im Messlabor hielt die TG7 keine Überraschungen bereit und liefert solide Hausmannskost. Die Auflösung ist am ehesten als sauber zu bezeichnen. Sie liegt etwas unter aktuellen AVCHD-Topmodellen, aber in einem Bereich der dennoch zur Oberklasse gezählt werden darf.

Helligkeits-Auflösung




Beim Blick auf das ISO-Chart fallen subtile Moires auf. Puristen vermissen das letzte Quäntchen Knackigkeit aus der AVCHD-Top-Liga.

ISO-Testchart




Die Farbauflösung der TG7 ist nur durchschnittlich zu bewerten. Auf dem Papier keine optimale Wiedergabe, in der Praxis kaum ein Beinbruch.

Farbauflösung




Die Zeiss-Optik leistet bei der TG 7 ganze Dienste: Keine bemerkenswerte Verzeichnung, höchstens ein ganz subtiler Fall von Kissenverzeichung könnte kritisiert werden.

Objektivverzeichnung




Saubere, sehr neutrale Farben, die jedoch niemals zu kühl wirken liefert die TG7 im Automatik-Modus treffsicher ab.

1200 Lux Testbild




Der kleine Bildwandler fordert seinen Tribut und sorgt für keine Überraschung: Im Dunkeln zeigen sich klassentypische, farbige Flecken, Rauschen und Unschärfe.

12 Lux - Lowlight




Ein durchschnittlicher Störgeräusch-Verlauf mit wenig Höhen-Beschnitt. Für ein eingebautes Mikrofon schon in Ordnung, mehr aber auch nicht.

Audio





Fazit



Die Sony HDR-TG7 versteht vor allem durch ihre kompakten Ausmaße und das stabile Gehäuse zu begeistern. Sie wirkt dabei tatsächlich so massiv, dass man sie auch gerne gedankenlos ohne Schutzhülle in die Tasche schiebt und wirklich überall dabei haben kann. Allerdings muss man sich dabei vor allem auf die (ziemlich guten) Automatiken verlassen. Wer anspruchsvolle Filmgestaltung betreiben will, fühlt sich bei diesem Camcorder doch zu sehr gegängelt. Zumal natürlich auch wichtige Anschlüsse fehlen und das Low-Light-Verhalten eher mäßig ist. Als Überall-Dabei-Automatik-Kamera macht die Sony aber dennoch eine runde Figur, denn letztendlich will sie ja auch gar nicht mehr sein. Die GPS-Funktionen nimmt man da gerne als zusätzliches Gimmick mit. Dass mit der TG7 bei ausreichend Licht ganz nebenbei FullHD-Aufnahmen in ziemlich guter Qualität gelingen, freut den Lifestyle-bewussten Käufer natürlich umso mehr.


  

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