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Test : Canon EOS R6 Mark II im ersten Praxistest: Die beste Hybrid-DSLM unterhalb von 3.000,- Euro?

von Mi, 2.November 2022 | 8 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Ergonomie, Handling und Ausstattung
Canon Log 3 und Hauttöne
Stabilisierung
Dual Pixel AF und AF-Tracking
Hitzelimits
False Color!
4K 60p
Optionales XLR-Audio
Rolling Shutter
Weißabgleich
Akkuleistung
Fazit
Canon EOS R6 Mark II Verfügbarkeit und Preise



Mit der Canon EOS R6 Mark II stellt Canon den Nachfolger seiner sowohl bei Fotografen als auch bei Videofilmern beliebten Canon EOS R6 vor und mit max. 40 (!) B/s Serienaufnahme wird hier auch gleich ein starkes Ausrufezeichen bei den Fotofunktionen gesetzt. Doch auch bei den Videofunktionen hat sich einiges getan: So bietet die Canon EOS R6 erstmalig False Color, 6K 60p RAW (extern), mit max. 8 Stufen Stabi-Kompensation die lt. Canon derzeit effektivste Stabilisierung und als einzige Vollformat-DSLM einen nicht gecroppten Fullsensor Readout bei 10 Bit 4K 60p Log … hier unser erster Test mit der neuen Canon EOS R6 Mark 2 (inkl. ein Paar Überraschungen...)



Hier unser Tageslichtdreh mit Caro und der Canon EOS R6 Mark II an einem sommerlichen Herbsttag in Berlin. Wir haben uns hier vor allem die Canon EOS R6 Mark Iiim Action-Shot Betrieb auf dem Gimbal, die AF- und Stabilisierungsperformance, 4K 10 Bit Canon Log 3 mit 25 und 50p, die Hauttonwiedergabe ud einige Farbprofile angeschaut.



Zum Einsatz kamen neben dem Vorserienmodell der Canon EOS R6 Mark II das Canon RF 24-70MM F2.8L IS USM, das Canon RF 70-200mm F2.8L IS USM, der DJI Ronin RSC 2 und unser Genustech Eclipse Vario ND-Filter. Schnitt und Farbkorrektur erfolgten auf dem Redations MacBook Pro unter DaVinci Resolve 18. (4K Version sollte gleich zur Verfügung stehen)



Ergonomie, Handling und Ausstattung



Auf den ersten Blick scheint sich beim Gehäuse der EOS R6 Mark II (Magnesiumlegierung + Glasfaser) im Vergleich zur Mark I wenig verändert zu haben. Abmessungen und Gewicht sind quasi gleich und auch in der Hand fühlt sich die Canon EOS R6 Mark II genauso (ergonomisch gut geformt) wie der Vorgänger an. Schaut man etwas genauer hin, ergeben sich jedoch einige Unterschiede die auch auf das Videohandling Einfluß haben.



So befindet sich jetzt auf der linken Oberseite der Canon EOS R6 Mark II ein Wahlschalter für den optionalen Foto- oder Videobetrieb, der den bisherigen On/Off Schalter ersetzt. Zuvor hatte man den Videomodus auf dem Moduswahrad auf der rechten Seite. Der On/Off und Lock Schalter ist jetzt zum Daumenrad gekommen und der bisherige Lock-Button verschwunden.

Wir sind große Fans von dedizierten Foto/Video-Schaltern, die getrennt von den jeweiligen Programm-Modi funktionieren, weil damit alle Programmodi - gleichberechtigt zur Fotografie - für den Videobetrieb genutzt werden können (inkl. C1-C3-Belegungen). Überspitzt gesagt gewinnt die Canon EOS R6 mit einem Schlag quasi 13 Videofunktionen hinzu - das Moduswahlrad hat 13 Modi (ob wirklich alle inkl. „B“ für Video zu nutzen sind, haben wir allerdings nicht ausprobiert ;-). Entsprechend ergeben sich handfeste Bedienvorteile für Videouser:

Unser Tip:

Wer viel zwischen unterschiedlichen Frameraten bei seinen Videoaufnahmen wechselt, legt sich entsprechend C1-C3 Profile an. Wir haben als erstes C1, C2 und C3 mit C-Log3 Profilen mit jeweils 25, 50 und 100 fps belegt und können so schnell zwischen den einzelnen Frameraten wechseln, ohne in Menüs tauchen zu müssen.



Die wichtigste Neuerung der Canon EOS R6 Mark II dürfte jedoch ihr neuer 24.2 MP Sensor sein, der zwar nicht als Stacked Sensor vorliegt aber trotzdem deutlich schneller ausgelesen werden kann, über ein besseres, thermisches Management verfügt und viel sparsamer zu Werke geht. Vor allem letzteres brachte eine ziemlich große Überraschung für uns. Mehr hierzu in den „Rolling Shutter“, „Hitzelimit“ und „Akkuleistung“ - Kapiteln.

Ebenfalls neu und sehr willkommen ist der erweiterte Biltzschuhanschluß der Canon EOS R6 Mark II, mit dem sich jetzt auch XLR-Adapter - wie bei der Canon EOS R5C - anschließen lassen.

Vom Vorgänger bekannt sind die Kartenslots sowie die übrigen In/Out Schnittstellen. So verfügt die Canon EOS R6 Mark II wie gehabt über Miniklinken-Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer, USB-C, N3-Schnittstelle (Fernauslöser), sowie über einen Mikro-HDMI-Anschluß. Hier hätten wir tatsächlich gerne einen Fullsize HDMI-Anschluß gesehen – gerade auch vor dem Hintergrund, dass die Canon EOS R6 Mark II demnächst auch über externes 6k 60p RAW Recording (via Atomos Ninja V+) verfügt.



Begrüßenswert finden wir hingegen die Entscheidung, bei dualen SD-Cardslots zu bleiben. Bei unseren Tests konnten wir hier 4K 10 Bit Material auch parallel auf zwei Karten als Backup aufnehmen (was unseres Wissens nach mit der Mark 1 Version nicht möglich war).

Beim Gewicht hat die Canon EOS R6 Mark II übrigens etwas abgenommen. So gibt Canon sie jetzt inkl. Akku mit 670 (666g von uns gewogen) an (beim Vorgänger waren es 680g). Die Abmessungen sind mit ca. 138,4 x 98,4 x 88,4 mm fast identisch geblieben – allerdings ist der 1mm mehr in der Höhe genug, damit der SmallRig Black Mamba Cage für Canon EOS R6, R5, R5C – zumindest bei unserem Vorserienmodell - nicht mehr passte.

Und auch wenn es bei slashCAM vor allem um Video geht, sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass die Canon EOS R6 mit einer nachgeführten 40 B/s Serienbildfunktion die aktuell schnellste Foto-Kamera im Gesamtportolio von Canon darstellt (und auch bei der Konkurrenz fällt uns aktuell keine Vollformat-DSLM ein, die mehr Bilder pro Sekunde bieten würde). Sollte sich der AF als zuverlässig für diese Burstrate erweisen, dürfte Sport- und Actionfotografen auch einen Blick auf die EOS R6 Mark II riskieren. Und in diesem Zusammenhang auch neu (und gleich auch mit einem Video-Pendant versehen): im RAW-Burst-Modus nimmt die Canon EOS R6 mit einer Vorlaufzeit von ½ Sekunde auf, so dass ein zu spät gedrückter Auslöser für schnelle Action kompensiert werden kann.



Für die Videoausstattung bedeutet dies, dass die Canon EOS R6 ihren internen Speicher auch für eine PreRec-Funktion nutzen kann, den man individuell auf 3 oder 5 Sekunden Vorlauf stellen kann – ideal sowohl für Interviews als auch für Wildlife-Videoaufnahmen.

Und schließlich ebenfalls noch eine gewichtige Video-Neuerung gegenüber dem Vorgängermodell (neben False Color – dem wir weit weiter unten ein eigenes Kapitel gewidmet haben): Mit der Canon EOS R6 Mark II entfällt die Aufzeichnungsgrenze für Videoaufnahmen auf 29 Min. 59 Sek. Somit sind jetzt lt. Canon mit der Canon EOS R6 Mark II bsp. in 4K 60p (Oversampling) bis zu sechs Stunden Videoaufnahmen am Stück möglich (je nach Stromversorgung, Speicherplatz und Raumtemperatur).



Canon Log 3 und Hauttöne



Wir haben Caro ausschließlich (bis auf die Bildprofil Serie) in 10 Bit Canon Log3 mit der Canon EOS R6 Mark II gefilmt.

Canon EOS R6 Mark II, Canon Log 3, f2.8, farbkorrigiert



Die Colorscience von Canon bewegt sich seit Jahren auf hohem Niveau und die Canon EOS R6 Mark II macht hier keine Ausnahme. „Hohes Niveau“ bedeutet für uns einerseits fein abgestufte Hauttöne und andererseits ein einfach farbzukorrigierendes Log-Material.

Eine der Voraussetzungen für einfach farbzukorrigierendes Material ist einerseits Kamera-Herstellerseitig die Unterstützung mit entsprechenden LUTs und andererseits bei den Farbkorrektur-Tools die Implementierung entsprechender Farbräume/Profile und Formate. Beides ist bei Canon seit geraumer Zeit gegeben und somit stehen viele Wege in der Postproduktion zur Verfügung, um unkompliziert zu guten Hauttönen zu kommen.

Canon EOS R6 Mark II, Canon Log 3, f2.8, farbkorrigiert



Wer schnell zu ersten Ergebnissen kommen möchte, kann hierbei häufig auf die automatisierten Farbkorrektur-Workflows zurückreifen. Wir haben das Canon Log 3 Material der R6 II in den sog. Color Managed Workflows sowohl in Final Cut Pro als auch in DaVinci Resolve kurz getestet und können bestätigen, dass es sich hier unproblematisch – wie von Canon-Material gewohnt – verhält. Gleiches git für Workflows mit den offiziellen Canon LUTs.

Für unser Canon Log 3 Material mit Caro haben wir diesmal auf eine rein manuelle Farbkorrektur ohne LUTs in Blackmagic DaVinci Resolve 18 gesetzt, die ebenfalls unproblematisch von Statten ging.

Damit empfiehlt sich die Canon EOS R6 II auch als Zweitkamera im Verbund mit anderen Canon Log3 fähigen Kameras – vor allem wenn ein Vollformat-Look durchgängig eingehalten werden soll.



Stabilisierung



Um es gleich vorwegzunehmen: Die Stabilisierungsleistung der Canon EOS R6 Mark II gehört zum Besten was wir bis Dato im Vollformat-DSLM-Segment gesehen haben.



Bei unseren Testshots mit Caro haben wir mit dem RF 24-70MM F2.8L IS USM an der Canon EOS R6 Mark II offenblendig bei 70mm aus der Hand rückwärtslaufend ohne weitere Hilfsmittel gefilmt. Die Stabilisierungsleistung ist hervorragend – gerade auch in Anbetracht unserer teligen Brennweite. Hier dürfte man häufig auch mit Shots ohne Gimbal „davonkommen“.

Kein anderes Vollformat-DSLM System (außer Panasonic) versteht es aktuell das Zusammenspiel von Sensorstabilisierung und Objektivstabilisierung so effektiv aufeinander abzustimmen wie Canon. Mit den letzten Firmwareupdates für seine sensorstabilisierten R3, R5, und R6 hat Canon den „Kanten-Wobble“ Effekt bei Weitwinkel-Aufnahmen den wir uns hier genauer angeschaut haben merklich verbessert. Wir vermuten, dass die Canon EOS R6 Mark II bereits über eine entsprechende Anpassung verfügt.

Canons Stabilisierungs-Knowhow kommt nicht von ungefähr.

Nahezu alle Canon RF-Zooms sind stabilisiert



Schaut man sich das aktuelle Canon RF Zoom Objektivportfolio an, das aus 13 Objektiven besteht sind alle stabilisiert (bis auf das etwas spezielle 28-70MM F2L USM - nicht zu verwechseln mit dem von uns hier genutzten, stabilisiertem 24-70MM F2.8L IS USM). Kein anderer Kamerahersteller setzt so konsequent von 14 – 500mm Brennweite auf stabilisierte Objektive wie Canon. Bemerkenswert sind hierbei vor allem auch die stabilisierten Weitwinkel-Brennweiten.

Wer auf der Suche nach einem Kamerasystem ist, das vor allem bei Aufnahmen aus der Hand ohne weiteres Zubehör bestmöglich stabilisiert, dürfte in der Canon EOS R6 Mark II im Verbund mit stabilisierten Objektiven das aktuell performanteste System finden. Zusammen mit dem zuverlässigen Dual Pixel AF damit auch eine klare Empfehlung für Solo-Shooter und/oder kleine Crews – womit wir beim Kapitel Autofokus angelangt wären:



Dual Pixel AF und AF-Tracking



Die Canon EOS R6 Mark II verfügt über Canons Dual Pixel CMOS AF II inkl. Deep Learning AF mit (jetzt) erweiterter Erkennung von Pferden, Flugzeugen und Zügen und dürfte damit die aktuell hochwertigste Implementierung von Canons Dual Pixel AF System darstellen.

Canon Eos R6 Mark II, Canon RF 70-200mm F2.8L IS USM @ 100mm f2.8, Eye/Face Tracking On



Während auch andere Hersteller in Sachen Autofokus-Performance bei Videoaufnahmen deutlich zugelegt haben, bleiben Canon (und Sony) in unseren Augen derzeit noch die Platzhirsche bei der AF-Performance. Neben der zuverlässigen AF-Performance mit den von uns hier genutzten RF-Objektiven CANON RF 24-70MM F2.8L IS USM und CANON RF 70-200MM F2.8L IS USM ist es vor allem das frei vom User wählbare Objekt-Tracking, bei dem Canon und Sony noch deutlich vor der Konkurrenz liegen.

Beim unserem Praxistest macht sich das sehr gute Gesichts-, Augen- und Objekt-Tracking der Canon EOS R6 Mark II vor allem in einem schnellen Handling mit dem Gimbal bemerkbar. Ganz gleich ob beim Setup für Augen/Gesichtstracking oder beim Objekttracking. Es reicht ein Klick auf die Set-Taste oder auf den Touch-Monitor um das jeweilige Motiv verlässlich zu tracken.

Canon Eos R6 Mark II, RF 24-70mm F2.8L IS USM + DJI Ronin RSC2



Das macht das „Abarbeiten“ unterschiedlicher Gimbal-Shots zugleich einfach und ziemlich effektiv – egal ob wir das Tracking auf das Longboard von Caro bei seitlichen schnellen Shots auf gleicher Höhe legen, beim Gehen neben ihr auf die Hand oder bei Fake-Kran-Shots mit dem GimBoom auf den gesamten Körper. Das AF-Tracking hat bei komplett geöffneter F2.8 stets zuverlässig funktioniert. Die Gimbal-Shots mit der Canon EOS R6 Mark II haben tatsächlich richtig Laune gemacht.

Canon Eos R6 Mark II, RF 24-70mm F2.8L IS USM, DJI Ronin RSC2 + Manfrotto GimBoom



Für uns stellt die Canon EOS R6 Mark II damit eine hervorragende Kamera für alle AF-lastigen Szenarios dar - insbesondere für Gimbal-Setups.

Doch auch die Canon EOS R6 Mark II ist nicht perfekt. Zwar verfügt sie über das performantere AF-System im Vergleich zu den Cinema EOS-Modellen (EOS R5C, C70, C300 Mark III etc..) aber diese haben noch ein paar AF-Tricks im Ärmel, die wir tatsächlich auch gerne bei der Canon EOS R6 Mark II sehen würden. Hierzu zählt vor allem die Fokusvergrösserung während der Videoaufnahme – eine Funktion, die auch die Konkurrenz in Form von Sony A7IV, Fujifilm X-H2S, Panasonic GH6 u.a. bietet. Wir drücken die Daumen, dass Canon hier über ein entsprechendes Firmware-Update nachdenkt.

Unterm Strich beeindruckt die Dual-Pixel AF-Performance der Canon EOS R6 Mark II durch hohe Zuverlässigkeit und einfache Bedienung.



Hitzelimits



Die Canon EOS R6 verfügt über ein lüfterloses Design - entsprechend gespannt waren wir wie sie sich im Nonstop-Betrieb schlagen würde.



Unser Tageslichtdreh mit Caro fand bei fast schon sommerlichen 19 Grad Außentemperatur statt. Während der ca. 90 Minuten hatten wir die Canon EOS R6 Mark II ohne Unterbrechung an und haben mit diversen Frameraten stets in 4K 10 Bit C-Log3 aufgenommen.

Während des gesamten Drehs haben wir kein einziges Mal eine Hitzewarnung zu Gesicht bekommen. Wir wollten es dann aber noch genauer wissen und haben die Canon EOS R6 Mark II im Nonstop Betrieb mit 10 Bit 4K Log bei normaler Innenraumtemperatur in der Redaktion laufen lassen und dann aus Zeitgründen nach über 2 Stunden abgebrochen – ebenfalls ohne ein Hitzelimit zu Gesicht zu bekommen.



False Color!



Hier haben wir es tatsächlich mit einer Premiere zu tun. Unseres Wissens nach dürfte die Canon EOS R6 Mark II die erste (nicht-cinema) DSLM sein, die über eine False Color Funktion verfügt. Lange haben wir False Color für Foto/Video-Hybride gefordert und endlich hat sich ein Hersteller daran gemacht, es für Videouser zu implementieren: Chapeau an Canon hierfür!



Die neue False Color Funktion lässt sich auf eine der user-definierten Tasten legen – wir hatten sie auf der M-Fn Taste und damit eine schnelle und zugleich genaue Belichtungskontrolle. Wie die meisten von euch wissen, stellt False Color für uns DAS Belichtugstool der Wahl dar - entsprechend häufig haben wir es auch bei unseren Log-Shots mit Caro erfolgreich genutzt.

Im Hinterkopf sollte man bei der False Color-Funktion haben, dass man sie – zumindest bei unserem Vorserienmodell – im Canon Log 3 Betrieb nicht zusammen mit der Monitor-Lut nutzen kann. Wie bereits bei der Canon EOS R5 und R6 steht als weiteres Belichtungstool zuschaltbares Zebra zur Verfügung – und ebenfalls bekannt: Wer einen Waveform-Monitor benötigt, muss zu einem externen Monitor greifen. Doch das Fehlen von Waveform können wir Dank False Color eher verschmerzen.



4K 60p



Bereits der Vorgänger Canon EOS R6 war ein www.slashcam.de/artikel/Test/Der-Sensor-der-Canon-EOS-R6---Rolling-Shutter-und-Debayering--Das-Debayering-in-4K.html#Das_Debayering_in_4K echter 4K 50/60p Spezialist gewesen) mit einem hochwertigen 4K 50/60p Debayering.

Canon EOS R6 Mark II, 10 Bit 4K 50p, Canon Log 3



Wir haben das Vorserienmodell der Canon EOS R6 Marl II zwar noch nicht im slashCAM Testlabor testen können, aber das 50/60 p Material, das wir mit Caro aufgenommen haben, sieht bereits sehr gut aus – auflösungstechnisch gibt es bei diesen Aufnahmen nichts zu beanstanden.

Hinzu kommen Infos von Canon, nach denen das 4K 10 Bit 50/60p Material der Canon EOS R6 Mark II als Fullsensorreadout ohne Crop von 6K Sensor heruntergesampelt wird, was ebenfalls auf hochwertiges 4K 50/60p Material schließen lässt.



Optionales XLR-Audio



Mit seinen letzten DSLMs wie der EOS R5C und der EOS R7 hat Canon angefangen, Blitzaufnahmen mit zusätzlichen Kontakten zu verbauen. Diese ermöglichen es, den XLR-Audio Adapter von Tascam kabellos mit der Kamera verbinden. Den Tascam XLR-Adapter hatten wir uns hier genauer angeschaut.

Auch die Canon EOS R6 Mark II verfügt über entsprechende Kontakte und kann somit auch mit 2-Kanal XLR-Audio umgehen.



Rolling Shutter



Zur Erinnerung: Bei der Canon EOS R6 Mark 1 hatten wir auf Grund der eher bescheidenen 31 ms in 4K 24,25 und 30p dazu geraten, grundsätzlich mit 50/60p zu filmen, weil hier der Sensor deutlich schneller ausgelesen wurde. Für uns tatsächlich die Achillesverse der bisherigen Canon EOS R6.

Canon EOS R6 Mark II und DJI Ronin RSC 2



Hier hat Canon mit der EOS R6 Mark II spürbar nachgebessert – wir durften zwar noch keine Laborwerte mit dem Vorserienmodell der Canon EOS R6 Mark II ermitteln aber was wir bislang an Rolling Shutter Verhalten bei unseren Tageslichtaufnahmen mit Caro gesehen haben, zeigt eine klare Reduzierung – auch bei 4K 25p. Mehr hierzu, sobald die Serienversion der Canon EOS R6 Mark II bei uns eingetroffen ist.



Weißabgleich



So fortschrittlich sich Canon bei der Implementierung von False Color zeigt - so konservativ bleibt man beim Handling des Weißabgleichs. Wie bei allen Canon DSLMs (außer der EOS R5C) hat sich Canon hier (leider) dazu entschieden, bei seiner im Vergleich zum Wettbewerb eher umständlichen Methodik für den Weissabgleich zu bleiben.

Somit muss erst aus dem Video-Modus in den Fotomodus gewechselt werden, ein Foto von einer Grau-/Weißkarte aufgenommen werden, dann in den Videomodus zurückgewechselt werden und das Foto im entsprechenden Menü für den Weißabgleich ausgewählt werden. Für Fotografen mag das OK sein – für eine ansonsten auf Geschwindigkeit ausgelegte Foto-Video-Hybrid Kamera halten wir diese Methodik für nicht mehr zeitgemäß.



Akkuleistung



Bevor wir zum Fazit kommen, gilt es noch eine größere Überraschung bei unserem Canon EOS R6 Mark II Test zu teilen. Die Canon EOS R6 verfügt nämlich über die beste uns derzeit bekannte Akkulaufzeit aller aktuellen Canon DSLMs: Nach dem ca.1.5 stündigen Dreh mit Caro bei dem wir die Canon EOS R6 Mark II konstant eingeschaltet hatten, hatten wir noch ganze 61% Akku-Restanzeige auf dem Display.

Canon EOS R6 Mark II Kit inkl. LP-E6NH Akku



Wir wollten es hier nochmal unter kontrollierten Bedingungen etwas genauer wissen und sind mit einer Akkuladung auf knapp 2,5 Stunden Nonstop-Aufnahme bei 4K 10 Bit Log 25p gekommen (2:27 Stunden um genau zu sein). Ein sehr guter Wert – vor allem in Bezug auf Vollformat-DSLMs und insbesondere bei Canon.

Die Canon EOS R6 Mark II wird mit dem etwas aktuelleren LP-E6NH Akku mit 2.130 mAh ausgeliefert. Mit dieser guten Akku-Performance im Verbund mit dem unproblematischen Hitzeverhalten und dem nicht mehr vorhandenen 29 Minuten Aufnahmelimit empfiehlt sich die Canon EOS R6 Mark II im Canon Vollformat-Lineup insbesondere für Filmprojekte bei denen längere Aufnahmezeiten am Stück benötigt werden.



Fazit



Mit der Canon EOS R6 Mark II schickt Canon eine starke Foto-Video Hybrid Kamera im Preissegment unterhalb von 3.000,- Euro ins Rennen:

Exzellenter Autofokus inkl. frei definierbarem Tracking, hervorragende Stabilisierungsleistung, externe 6K RAW Aufnahme, 4K 60p ohne Crop, sehr gute Akkulaufzeit, duale SD-Cardslots inkl. paralleler Videoaufzeichnung, deutlich reduzierter Rolling Shutter, keine Hitze oder Aufnahmelimits, Pre-Rec-Aufnahme, XLR-Optionen und erstmalig False Color in einer (nicht-Cinema) DSLM. Hinzu kommen starke Fotofunktionen mit erstmalig 40 B/s Serienfunktion, Pre-Rec RAW Burst, neuer Motiverkennung etc.

Unsere Kritikpunkte sind dann auch überschaubar: HDMI würden wir lieber als Fullsize-HDMI-Interface sehen, die Weißabgleichsfunktion bleibt umständlich, False Color sollte auch während einer LUT-Vorschau aktivierbar sein und gerne würden wir bei kommenden Firmwareupdates eine Fokusvergrösserung während der Videoaufnahme sehen.

Mit einer UVP. von 2.899,- verfügt die Canon EOS R6 Mark II über ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und dürfte für viele potentielle Anwender im Prosumer-Bereich eine spannende Option darstellen. Zu ihren Hauptdisziplinen zählen wir: Sport- und Action Fotografie, Hochzeit&Event, Gimbal-Kamera, Zweit- oder Hauptkamera für Soloshooter, Interviews, sehr gute Run&Gun-Kamera, etc.

Soweit unser erster Test mit dem Vorserienmodell der Canon ES R6 Mark II. Gespannt sind wir jetzt auf die Performance des Serienmodells - insbesondere beim Thema Dynamikumfang - mehr hierzu demnächst auf slashCAM ...



Canon EOS R6 Mark II Verfügbarkeit und Preise



EOS R 6 Mark II Body:
Verfügbar ab Ende November zum UVP von 2.899,00€ 


EOS R6 Kit mit RF 24-105mm F4-7.1 IS STM:
Verfügbar ab Ende November zum UVP von 3.259,00€ 


EOS R6 Kit mit RF 24-105mm F4 L IS USM:
Verfügbar ab Ende November zum UVP von 4.199,00€


Canon EOS R6im Vergleich mit:

Listenpreis: 2630 €
Markteinführung: August 2020
Sensorgrößen-Klasse:
Kleinbild-Vollformat, FX
Mount: RF-Mount

Platz 6 DSLR/DSLM Bestenliste
Canon EOS R5
Listenpreis: 4385 €
Sensorgrößen-Klasse: Kleinbild-Vollformat, FX
Nikon D850
Listenpreis: 3799 €
Kleinbild-Vollformat, FX

  

[19 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
rob    13:14 am 21.11.2022
Hallo Alfred, vielen Dank für das Lob :-) Sobald das Serienmodell der Canon EOS R6 Mark II bei uns eingeht, werden wir auch Labortests inkl. Dynamikumfang veröffentlichen. Dann...weiterlesen
Alfred Zarathustra    13:09 am 21.11.2022
Tolle review, echt! Überlege verzweifelt hin und her zwischen der R5C und der R6 mark ii als Reisekamera und B-cam für die C70. Bessere Batterieleistung und besserer Preis der...weiterlesen
Lorphos    10:41 am 9.11.2022
Weiß jemand was es mit diesem "Timelapse" Modus mit 30fps auf sich hat? Da gibt es nämlich ALL-I mit 470MBps. Entnommen aus dem PDF https://downloads.canon.com/nw/camera/p ......weiterlesen
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update am 9.Dezember 2022 - 15:02
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