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Test : Canon EOS R6 Mark II Sensorbetrachtungen - Rolling Shutter und Debayering

von Di, 27.Dezember 2022

 Einleitung
 Rolling Shutter
 Das Debayering in 4K
 Fazit Signalverarbeitung 4K-Video

Auch die neue Canon EOS R6 Mark II kann "nur" 4K UHD mit 3840 Horizontalpixeln aufzeichnen und unterstützt das cinematischere 17:9 C4K-Format nicht. Immerhin landen die Daten dabei intern mit bis zu 10 Bit in 4:2:2 Chroma Auflösung bei Bildraten bis zu 60p auf der Speicherkarte. In allen 4K-Bildraten wird die Fullframe-Sensorbreite durchgehend ausgenutzt. Alternativ kann man einen Crop-Modus oder auch Teile des Sensorands für eine zusätzliche digitale Stabilisierung nutzen. Eine interne 1:1 6K-Aufzeichnung bietet die EOS R6 Mark II nicht. Dafür aber externes 6K RAW mit bis zu 60p auf einem Atomos Ninja V+ sowie 3,7K RAW mit gecropptem Sensor.



Rolling Shutter



Die erste Canon EOS R6 legte für Filmer ein nicht immer befriedigendes Rolling Shutter Verhalten an den Tag. So fiel seinerzeit der Rolling Shutter auf mäßige 31ms, sobald man mit 24, 25 oder 30 fps aufzeichnete - mit den entsprechenden Jello- und Wobble-Effekten beim Filmen. In 50p und 60p kam die Kamera dagegen auf ca. 16 Millisekunden, was seinerzeit die Frage offen ließ, warum dies nicht auch in 24-30p möglich sein konnte.

Die neue Canon EOS R6 Mark II verhält sich nun in dieser Hinsicht deutlich erfreulicher. In den 4K-Bildraten von 24-30p konnten wir diesmal rund 17,1 Millisekunden messen, was beim Filmen aus der Hand einen sichtbaren Unterschied macht. Interessanterweise kann der Sensor in 4K mit 50p und 60p sogar noch einen Tick schneller ausgelesen werden: Die 15,6 Millisekunden ähneln hier stark dem Vorgänger, der mit seinem 5K Sensor noch auf 16 Millisekunden kam.

Diese leichten Unterschiede zwischen den Frameraten zeigen sich auch in dem gecroppten Modus und bei der Stabilisation. Wer den digitalen Stabilisator in seiner stärksten Form zuschalten will, bekommt Auslesezeiten von 12 Millisekunden (24-30p) bzw. 10,8 Millisekunden (50-60p) geboten.
Das verkleinerte 3,7K Sensel Fenster des Crops kann dagegen in 10,7 ms (24-30p) bzw. 9,6 ms (50-60p) ausgelesen werden.



Das Debayering in 4K



Für 4K-Projekte bietet der verbaute 6K-Sensor in der Canon EOS R6 Mark II genügend Oversampling-Potential um ein einwandfreies Debayering zu liefern:

Canon EOS R6 MK2 Readout 6K, Record 4K UHD 24-60fps



Ein nahezu perfektes 4K-Debayering und ohne relevante Artefakte sprechen für einen szenischen Einsatz der Kamera. Das Debayering bleibt dabei in allen 4K-Frameraten von 24-60fps gleich gut.

Weiterhin lässt sich im Videomodus ein zusätzlicher digitaler Video Stabilisator einschalten, der Randpixel zum Verwackelungsausgleich nutzen kann. Dem 4K-Debayering schadet dieser Crop selbst in der stärksten Einstellung ("Erweitert") relativ wenig:

Canon EOS R6 MK2 4K Digital IS Stabilizer Erweitert"



Nur feinste Details verschwinden, ohne jedoch sonderlich störende Aliasing-Artefakte zu erzeugen. Somit ist bei der Canon EOS R6 MK2 eine Kombination von bewegtem Sensor, stabilisierter Optik und Randpixelausgleich mit sehr geringem 4K-Qualitätsverlust möglich.

Vom Crop-Modus würden wir dagegen die Finger lassen, denn hier werden ca. 3,7K Sensel für eine 4K Aufzeichnung hochskaliert, was das 4K Debayering in der folge nicht sonderlich ansehnlich macht:

Canon EOS R6 MK2 Readout 3,7K, Record 4K UHD 24-60fps





Fazit Signalverarbeitung 4K-Video



Alleine vom messtechnischen Standpunkt aus kann man der zweiten Canon EOS R6 grundsätzlich ein sehr gutes Sensor-Verhalten attestieren, sofern man nicht in den Crop-Modus bei der Aufzeichnung schaltet. Das 4K-Debayering bei vollem Sensor Readout ist sehr gut und der Rolling Shutter liegt nun in allen Frameraten mit 15-17ms auf einem gut nutzbaren Niveau. Natürlich werden wir in Kürze auch noch einen Blick auf die Dynamik der Canon EOS R6 Mark II werfen...



Canon EOS R6im Vergleich mit:

Listenpreis: 2630 €
Markteinführung: August 2020
Sensorgrößen-Klasse:
Kleinbild-Vollformat, FX
Mount: RF-Mount

Platz 6 DSLR/DSLM Bestenliste
Panasonic GX800
Listenpreis: 549 €
Sensorgrößen-Klasse: Micro Four Thirds
Panasonic DMC-GH4
Listenpreis: 1500 €
Micro Four Thirds

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[5 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
CineFilm    20:08 am 27.12.2022
Eine Typ B mit 1785mb/s wie von Angelbird zB oder Div anderen Firmen schreibt die 8K RED DATEN in 120FPS selbst bei meiner 79 und 4TB (ca. 3h Film) gab es nie...weiterlesen
iasi    19:29 am 27.12.2022
SD-Karten sind schlicht lahm im Vergleich zu anderen Medien. Für die P6k gibt es keine SD-Karte, mit der man die Kamera ausreizen könnte: https://www.blackmagicdesign...weiterlesen
CineFilm    15:14 am 27.12.2022
Selbst wenn es nicht so wäre wie zB bei Sony Serie..... die setzten alle auf Typ A Karten. Die sind schnell HOT dazu extrem teuer im Vergleich zu Typ...weiterlesen
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update am 26.Januar 2023 - 16:15
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