Test  Alles Cine? Sony FX30 Sensor Test - Rolling Shutter und 4K-Debayering

Alles Cine? Sony FX30 Sensor Test - Rolling Shutter und 4K-Debayering

Eine waschechte Cine-Kamera kostet bei Sony normalerweise ein Mehrfaches der FX30. Doch ist das Sensorverhalten der neuen "Cinema Line" Kamera auch standesgemäß?

// 14:37 Mi, 19. Okt 2022von

Eine waschechte Cine-Kamera kostet bei Sony normalerweise ein Mehrfaches der FX30, was bei vielen Anwendern Begehrlichkeiten weckt. Schließlich bewegt man sich hier plötzlich in preislichen Gefilden, bei denen man typischerweise eher ein Blackmagic Logo erwarten würde. Ist das Sensorverhalten der neuen "Cinema Line" Kamera trotzdem standesgemäß?



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Die FX30 besitzt einen 26 Mpixel Sensor mit 6.192 Senseln horizontaler RGGB-Bayer Auflösung. Dies entspricht auf dem Papier einer Senselkantenlänge von 3,7 Mikrometern (μm). Aufzeichnen kann die FX30 intern jedoch bis maximal 4K-UHD Auflösung (3840 x 2160), DCI-4K wird nicht unterstützt. Extern kann man ebenfalls nur ein 4K-UHD-Signal herausleiten, sofern man nicht mit RAW arbeitet. Wer zudem extern nicht in RAW aufzeichnet, dem verwehrt Sony in diesem Fall den Zugriff auf CineEI und das Log Profil, denn diese Einstellungen funktionieren nur bei externer RAW Ausgabe. Doch auch die hat einen kleinen Haken...




RAW oder lieber nicht?

Die RAW Ausgabe über HDMI erfolgt in einem 1:1 Readout mit 16 Bit, wobei die Auflösung dabei zugleich auf 4672 x 2628 Sensel beschränkt wird. Das entspricht bereits einem relativ drastischen Crop Faktor (bezogen auf Kleinbild) von 2,05. Anders formuliert: Bei der RAW-Ausgabe ist die genutzte Sensorfläche der FX30 nur noch 17,58mm breit und liegt somit ziemlich genau auf dem Niveau einer MFT-Kamera.



Somit dürfte für die meisten szenischen Anwendungsfälle - die der Aufdruck "Cinema Line" schließlich suggeriert - die interne Aufzeichnung die beste Wahl bleiben. Besonders wenn man einen professionellen Workflow mit Log und CineEI nutzen möchte.




Debayering Sony FX30

Die 4K Aufzeichnung kann in diversen Sony Codecs mit bis zu 4:2:2 in 10 Bit erfolgen. Die Sensorfläche kann in diesem Fall bis 60p fast vollständig in der Breite genutzt und sauber herunterskaliert werden. Da für jeden Pixel in der Aufnahme mehrere Nachbar-Sensel in die Berechnung einfließen, macht ein höheres Chroma-Subsampling als 4:2:0 bei der Speicherung viel Sinn.



Sony FX30, Readout 6K, Output 4K, S-Log2 24-60p
Sony FX30, Readout 6K, Output 4K, S-Log2 24-60p


Die Qualität des Debayerings ist sehr gut. Es treten bei unserem Testbild keinerlei kritische Artefakte wie Zipper, Aliasing-Muster oder Falschfarben ans Licht. Allerfeinste Details werden sehr subtil gefiltert, was man kaum besser hinbekommen kann. Die FX30 besitzt damit einen sehr cineastischen Schärfe-Rolloff, der uns gut gefällt.





Allerdings werden von den möglichen 6192 nur ungefähr 5962 Horizontal-Sensel in das Downsampling einbezogen, was den realen Crop-Faktor (bezogen auf Kleinbild) bei 1,60 landen lässt. Moderne, dedizierte Cine-S35 Sensoren stehen mittlerweile eher bei einem KB-Cropfaktor von 1,4.



Filmt man mit der Kamera mit 100 oder 120 fps, so kann der Sensor seine hohe Debayering-Qualität nicht mehr aufrechterhalten. Er kann nur einen Teil der Sensorfläche auslesen und croppt dabei mit einem KB-Faktor von ca. 2,5. Dies entspricht ziemlich genau einem 1:1 Sensor-Readout mit 3840 horizontalen Senseln. Hier treten in der Folge auch die typischen Zipper-Falschmuster und Aliasing Schlieren ans Tageslicht.



Sony FX30, Readout 4K, Output 4K, S-Log2 100-120p
Sony FX30, Readout 4K, Output 4K, S-Log2 100-120p


Die Filterung feiner Details kann hier mangels überschüssiger Sensel nicht mehr funktionieren. Dennoch sollte man diese Artefakte nicht überdramatisieren, die Bildqualität entspricht immer noch einer Kamera mit nativen 4K-Sensor, der eine virtuelle Breite von 14,4mm aufweist.



Bei einer 4K-Aufzeichnung mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde bietet Sony zusätzlich die Möglichkeit, einen Rand der Sensorfläche zur Stabilisierung zu nutzen. Konkret reduziert sich der KB-Crop-Faktor bei dieser "aktiven" Stabilisierung auf 1,80. Der Bildqualität schadet diese Reduktion nur recht wenig, weshalb man ihn bei Bedarf guten Gewissens nutzen kann:



Sony FX30, Readout 6K, Output 4K, S-Log2 24-60p + aktive Stabilizer
Sony FX30, Readout 6K, Output 4K, S-Log2 24-60p + aktive Stabilizer


Die gute Bildqualität der unstablisierten Aufzeichnung bleibt hier weitgehend erhalten.




Leserkommentare // Neueste
j.t.jefferson  //  15:37 am 3.12.2022
Würde der Sensor bei 4K crop (raw) denn (s)16 objektive abdecken? Das wäre mega geil!
Funless  //  16:49 am 1.11.2022
Also die Kombination FX30 mit den Laowa Nanomorph Objektiven gefällt mir ...
klusterdegenerierung  //  09:34 am 23.10.2022
Und weil ich hier Videos zum Thema poste heiße ich "Aryan Sehgal" und vertrete dessen Meinung?
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