Mehrere GPUs?

Beim Abspielen von der Timeline unterstützt nach unserem aktuellen Kenntnisstand nur Resolve den Einsatz mehrerer GPUs. Kombiniert man mehrere Karten so kann sich die Leistung teilweise deutlich steigern. Das gilt allerdings nicht für alle Effekte. Eine temporale Noise Reduction in höchster Qualität gewinnt durch eine zweite GPU fast gar nicht, gut unterstützte Effekte gewinnen dagegen zwischen 50 und 80 Prozent Leistung.



Was sich keinesfalls addiert ist der Speicher. Eine schnelle GPU mit 8GB Speicher zeigt also keinesfalls weniger Performance als zwei halb so schnelle Karten mit 8GB. Übrigens müssen die eingebauten GPUs nicht zwingend aus der gleichen Serie stammen, jedoch haben sich unsere Erfahrungen hierzu in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Früher gelang der Mix zwischen GPU-Generationen fast immer problemlos, heute ist es eher ein Glücksspiel, das wir nicht mehr empfehlen können. Hinzu kommen andere Probleme: Sobald jedoch nur eine der Karten zu wenig Speicher hat funktionieren die speicherhungrigen Optical Flow Algorithmen nicht mehr, da alle GPUs sich am Speicher der "kleinsten" Karte orientieren. Außerdem ist es für Resolve offensichtlich leichter, die Leistung effektiv zu verteilen wenn es identische GPUs vorfindet.



Zwei Grafikkarten in System bringen zwar mehr Leistung, machen aber auch mehr Umstände...
Zwei Grafikkarten in System bringen zwar mehr Leistung, machen aber auch mehr Umstände...


Und auch wenn es preislich manchmal interessanter erscheint zwei schwächere Karten statt einer starken zu kaufen, raten wir mittlerweile deutlich lieber zu einer einzigen schnellen GPU. Zum einen profitieren davon alle Applikationen (nicht nur Resolve). Außerdem gibt es immer wieder OFX-Plugin-Effekte (u.a. für Resolve und Vegas), die nur eine GPU nutzen können.



Weiters werden bei einer einzigen GPU weniger PCIe-Lanes und Gehäuse-Platz im System verbraucht. Durch weniger Hardware ist das System dann weniger komplex und in der Folge nicht so fehleranfällig. Und nicht zuletzt lässt sich durch die Reduktion auf eine Grafikkarte mit Desktop-CPU-Plattformen ein gut konfiguriertes System erstellen, das noch eine schnelle M2-SSD und eine Vorschau-Karte beinhalten kann, ohne ans Limit der PCIe-Lanes zu stoßen. ( Siehe hierzu auch ersten Teil dieses Artikels ).



Der Ratschlag, dass man für DaVinci Resolve eine eigene Grafikkarte zur Oberflächendarstellung nutzen sollte, ist nach unserer Erfahrung mit aktuellen GPUs kaum noch relevant. Erst recht, wenn PCI-Steckplätze knapp sind. Bei unseren Tests beschleunigte eine zusätzliche GUI-GPU die Effekte immer nur noch marginal. Deutlich mehr Leistung erhält man durch den Vollausbau der freien PCI-Slots mit möglichst potenten Karten, von denen dann die potenteste das GUI darstellt UND mitrechnet.



Eine weitere Erkenntnis aus unserer Praxis mit dual GPU Setups: Mit der schnelleren Effekt-Berechnung kommt es nach unserer Erfahrung auch zu einem nervigen Nachteil, den wir Synchonisations-Latenz nennen wollen. Bei zwei GPUs im System dauert es nach unserer Erfahrung immer etwas länger bis die GUI nach einem "Raumwechsel" bereit steht. In dieser Zeit scheint der Rechner die Miniatur Thumbnails zwischen den GPUs abzugleichen. Das fällt besonders auf, wenn beim Wechsel zwischen den Oberflächen in Resolve die Miniaturen behäbig aktualisiert werden. Auch dies spricht folglich dafür, dass man lieber in eine sehr gute, als in zwei mittelmäßige GPUs investieren sollte, solange man nicht unbedingt auf die Performance von zwei oder drei Oberklassen-GPUs angewiesen ist.



Übrigens können auch geschickte Caching Mechanismen wie Background-Rendering die Notwendigkeit für mehr GPUs teilweise überflüssig machen. So kann das Geld in einer besonders schnellen Cache-SSD vielleicht deutlich besser angelegt sein.




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