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Grundlagen : Farbkorrektur -- Heller, aber wie bitte?

von Do, 28.Juli 2016 | 3 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Ab durch die Mitte...

Die Anforderung "Heller" ist in der Farbkorrektur ein äußerst dehnbarer Begriff. Die einfachste Methode (und wie auch die einfachen Helligkeitsregler arbeiten) ist das Addieren von einer festen Zahl zu den bestehenden Farbwerten. Ein Pixel mit den RGB-Farbwerten [128, 32, 230] würde bei einer Helligkeitsanhebung um 20 “Einheiten” dann einfach[148, 52, 250] ergeben.

Probleme gibt es hier allerdings schnell mit dem Clipping. Als Rechenbeispiel kann man einfach probieren, die Helligkeit um 30 Einheiten zu erhöhen. Das Pixel hätte dann den Wert[158, 62, 255]. Da im 8 Bit-Kanal-Farbraum kein Pixel größer als 255 werden kann, clippt der Blaukanal. Statt 260 erreicht der Blau-Kanal nur den Wert 255. Genau das selbe Problem ergibt sich natürlich auch beim Verdunkeln, da kein darstellbarer Wert kleiner als 0 werden kann.

Für die weiteren Überlegungen sei dies unser Ausgangsbild ohne Veränderungen:



Sehen wir uns die eben besprochene (lineare) Transformation einmal anhand einer Gradationskurve (immer oben rechts im Bild) an:

Helligkeitsveränderung durch Verschieben der ganzen Kurve



Hier sieht man deutlich, dass die neue Kurve clippen kann, weil die gesamte Kurve nach oben geschoben wird. Doch neben dem Clipping handeln wir uns dazu eine Verschiebung des Schwarz- und des Weißpunktes ein. Das Bild wird zwar heller, aber schwarz ist eben nicht mehr schwarz und weiße Bereiche clippen. Es kann jedoch sein, dass das Signal bei der Aufzeichnung nicht gut den (oft 8 bittigen) Farbraum ausgenutzt hat und darum zu dunkel ist. Dies lässt sich durch eine andere Form der Kurvenanhebung beheben: Lässt man die Gradationskurve einfach nur steiler ansteigen, so bleibt der aufgezeichnete Schwarzwert technisch erhalten und nur der Punkt, an dem weiß zu clippen einsetzt, wird nach unten verschoben. War das Bild beispielsweise unterbelichtet, so ist dies nicht unbedingt ein schlechter Korrekturansatz, um die vorhandene Helligkeit sehr einfach auf die volle 8-Bit Ausgabedynamik anzupassen:

Helligkeitsveränderung durch steilere Gradationslinie



Umgekehrt kann man das Bild jedoch auch heller machen, indem man nur den Schwarzpunkt anhebt und weiß “stehen lässt”. In diesem Fall sähe unser Ergebnis so aus:

Helligkeitsveränderung durch flachere Gradationslinie



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[6 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
hansito    15:45 am 13.9.2016
Falls es sich zu shlashCAM noch nicht herumgesprochen hat - bewegte Masken gibt es auch in FCPX.
stevn    10:06 am 1.9.2016
Ich bin der Meinung, dass man eine Helligkeits-Korrektur so machen sollte: - von Gamma nach Linear konvertieren, - im Linearen Arbeitsfarbraum multiplizieren, z.B. mit Faktor 2...weiterlesen
Auf Achse    16:53 am 29.7.2016
Mit Kurven umzugehen lernen ist gut um die Basisinfos zu verstehen. Wenn man immer nur fertige Presets draufklatscht wird man's nie verstehen. Noch besser ist's wenn man zwar...weiterlesen
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