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Test : Kompakte und günstige Super 16 Digitalkamera? Sony DSC-RX100

von Mo, 16.Juli 2012 | 4 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Objektiv und Sensor
Bedienung
Kritikpunkte
Aus dem Messlabor
Fazit



Gemessen an der geringen Größe wirken die rund 240 Gramm der Kamera erstaunlich gewichtig, was unter anderem auch auf das solide Aluminiumgehäuse zurückzuführen ist. Das fühlt sich einerseits schön an, andererseits haben wir in der Vergangenheit schon öfters erlebt, dass die häufigste „Sollbruchstelle“ bei solchen Kameras das ausfahrbare Objektiv darstellt. Metallgehäuse hin oder her, solche Kameras sterben unserer Erfahrung nach bei intensivem Einsatz in der Regel früher oder später einen Objektiv-Tod, weshalb ein massives Gehäuse kaum als Garant für eine längere Produktlebensdauer gedeutet werden sollte. Netter anfühlen tut sichs aber allemal... Leider ist das Stativgewinde unter der Kamera nicht zentral angeordnet, was im Zusammenspiel mit kleinen Steadycams zu Problemen führen könnte.



Gefüttert wird die Kamera mit SD(HC/XC)-Karten oder MemorySticks. Dabei beherrscht die Kamera in FullHD-Auflösung nur 50i/50p (mit bis zu 28 Mbit/s), 25/24p sind nicht drin, 25p können aber aufgrund der variablen Belichtungszeiten theoretisch auch leicht im Schnittprogramm erzeugt werden.




Objektiv und Sensor



Sony setzt bei diesem Modell nicht auf die eigene Linsenmanufaktur sondern bedient sich bei Carl-Zeiss, was dem rund 1 Zoll großen Sensor einen beachtlichen Weinwinkel von 28mm (bezogen auf kb) beschert. Der Zoombereich fällt dabei mit knapp 100mm nur 3,6fach aus, was einem solchen Gerät unserer Meinung nach aber nicht schlecht steht.

Bemerkenswert ist auch die Lichtstärke des Objektivs, die von Sony im absoluten Weitwinkel mit F1,8 angegeben wird. Ab ca. 50 mm Brennweite bleiben davon aber nur noch F4,9 übrig. Im Videomodus wird das Bild übrigens leicht beschnitten und liegt somit geschätzt eher bei ungefähr bei 33mm Weitwinkel. Das führt uns gleich zur Sensorgröße:

Der neue 1.0-Zoll Exmor CMOS-Sensor ist zwar nicht so groß wie APS-C, aber mit 13.2mm x 8.8mm deutlich größer, als übliche Camcorder- oder Knipsen-Bildwandler. Die Blackmagic Kamera hat beispielsweise einen 15.6mm x 8.8mm Sensor und Micro Four Thirds Sensoren sind 17,3 x 13,0 mm groß. Dazu sei aber natürlich angemerkt, dass die Sony DSC-RX100 aufgrund der verkleinerten Chipfläche im Videomodus, sowie der Reduzierung auf das 16:9-Format in der Fläche effektiv noch einmal etwas reduziert wird. Damit dürfte die tatsächliche Fläche beim Filmen wohl ungefähr auf dem Niveau von Super 16 liegen, das mit 12,51mm x 7,41mm definiert ist. Das deckt sich auch ungefähr mit unserem subjektiven Sichteindruck. Für drastische Tiefenschärfe-Effekte ist der Sensor zu klein, aber man ist schon nah am typischen 16mm-Doku-Look.




Bedienung



Da die Kamera keinen Touchscreen besitzt, ist die Bedienung besonders wichtig. Dabei macht Sony einiges richtig, anderes wirkt in unseren Augen dagegen nicht so gelungen: Vorneweg das Gute: Man landet mit jeweils maximal einem Dreh und einem Klick bei der Belichtungszeit und bei der Blende. Dazu gibt es einen Objektivring, der viele Funktionen annehmen kann, jedoch besonders gut als festeingestellter Fokusring funktioniert. Weiters kann man eine Art Untermenü für eine Funktionstaste mit 7 Funktionen anlegen. Dort lassen sich dann Gain (aka ISO), Weißabgleich, Bildszenen-Presets etc. schnell einstellen. Hat man diesen Workflow einmal für sich gelernt, kann man die Kamera anschließend wirklich schnell bedienen und findet eine Menge manuelle Kontrolle vor. Übrigens weitaus mehr, als bei jedem Sony Camcorder unter 1.000 Euro.

Frei definierbare Dynamikkurven gibt es (natürlich ??) nicht, aber immerhin gibt es Bild-Presets wie SoftHighKey oder Retro, die eine deutliche Schattenaufhellung bewirken, übrigens weitaus mehr als die ebenfalls einstellbaren Dynamic Range Profile. Dazu lassen sich einige Bildparameter wie Schärfe und Kontrast in anderen Presets ebenfalls in kleinen Bereichen nachjustuieren. Kurz: Hier gibt es viel Raum für eigene Experimente um für die Postproduktion noch etwas mehr Dynamik-Spielraum herauszukitzeln.



Kritikpunkte



Auf der anderen Seite fehlen im Videomdus beispielsweise ISO-Modi unter 125 und über 3200, was jedoch aufgrund der hohen Lichtstärke verschmerzbar ist. Mehr stört da schon der fehlende Expanded Fokus im Videomodus, dafür gibt es immerhin Peaking und das 3-Zoll Display löst mit umgerechnetenten 640 x 480 RGBL-Pixel dazu recht gut auf. Das Histogramm aus den Foto-Modi wollte sich dagegen im Videomodus leider nicht aktivieren lassen.

Wirklicher Kritikpunkt ist jedoch die gesamte Haptik an sich. Die Kamera wirkt bei der Anordnung ihrer Bedienelemente zu eng, um sich bequem bedienen zu lassen. Auf einem Stativ sieht die Sache dagegen anders aus. Allerdings wünscht man sich hier sehnlichst ein Klappdisplay.




Aus dem Messlabor



Der Frequenzgang des Luma-Sweeps zeigt bereits, dass die Kamera nicht extrem scharf, sondern viel mehr typisch für einen filmenden Fotoapparat ist.

Luminanzauflösung



Der Blick auf das ISO-Chart offenbart dann auch fehlende Detailschärfe, die dazu von mittelschweren Moirés und Aliasing-Artefakten überlagert wird. Diese sind jedoch nicht so extrem ausgeprägt, wie bei vielen DSLR-Modellen von Canon.

ISO-Testbild



Die Farbtrennung ist ebenfalls nicht Spitzenklasse, jedoch noch im üblichen Rahmen durchschnittlicher Videokameras.

Chrominanz-Auflösung



Trotz des guten Weitwinkels sind praktisch keine Verzeichungen bei der geringsten Brennweite messbar. Hier greift sicherlich eine digitale Verzeichnugskorrektur ein.

Objektiv-Verzeichnung



Die Farbwiedergabe zeigt in der Werkseinstellung für unseren Geschmack etwas zu starken Kontrast. Die Kamera bietet hierfür jedoch viele Stellschrauben, die erst einmal erkundet werden wollen.

1200 Lux (Klicken für Bild in voller Auflösung)



Bei wenig Licht kommt der große Sensor so richtig in Fahrt. Mit AutoISO und 1/50s bekommt man schon ein erstaunlich helles und detailliertes Bild, das mit geschätzten ISO3200 dafür verständlicherweise auch etwas rauscht.

12 Lux Automatik (Klicken für Bild in voller Auflösung)



Noch extremer geht’s mit 1/25 Sekunde Belichtungszeit, manuellen ISO3200 und manuellem Weißabgleich.

12 Lux mit 1/25 Sek und manuellem Weißabgleich. (Klicken für Bild in voller Auflösung)



Der Frequenzverlauf des Rauschens ist recht passabel, allerdings hört man bei dieser Kamera deutlich das Pumpen der automatischen Tonaussteuerung.

Störgeräusche





Fazit



Der kleine Sensor bringt nicht die Tiefenschärfe eines APS-C oder MFT-Sensors sondern liegt in der Ästhetik nah an Super 16mm. Auch ist die Kamera keineswegs frei von Moirés oder Artefakten. Allerdings fallen diese nicht so extrem ins Auge, wie bei den Canon Modellen. Sucht man im Gegenzug nur ein weitwinkeliges, ähnlich lichtstarkes Festbrennweiten-Objektiv für seine DSLR oder EVIL-Kamera so muss man alleine hierfür mindestens 300 Euro einplanen. Betrachtet man dazu, wie sich Kameras typischerweise im Laufe der Zeit von Ihrem UVP entfernen, gehen wir davon aus, dass die Kamera in ein paar Monaten für ca. 500 Euro zu haben sein wird. Und unter diesem Licht bekommt man eigentlich schon eine Menge geboten. Die Kamera passt dabei zusammengefahren wirklich in jede Hosentasche. Und es kann durchaus Laune machen, sich mit den gebotenen Presets näher auseinander zusetzen. Aufgrund der hohen Lichtstärke gibt es gerade schlichtweg keine portablere Rebel-Cam für "Available Light". Allerdings lässt sich aufgrund der Bauweise kein ND-Filter befestigen, da kein Filterring vorhanden ist.


  

[7 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
meawk    00:57 am 29.7.2012
Die RX 100 braucht kein Mensch! Die nach wie vor absolute Nummer 1 bei P & S Video/Film ist die Sony HX9V: 1. 24mm 2. Super Incam-Steady 3. Super IAuto-Film-Modus (hier reicht...weiterlesen
rudi    20:31 am 25.7.2012
Naja, grundsätzlich hast Du natürlich recht, dass man schon aufpassen muss, wenn man immer viele Kameras zum Test da hat. Da verliert man tatsächlich etwas die Relation zum...weiterlesen
Garfield007x    19:31 am 25.7.2012
"günstig"? 700,- Euro für eine Kompakt-Knipse?? Kann das sein, daß Ihr den Bezug zur Realität ein wenig verloren habt ...?
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update am 22.April 2021 - 19:24
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