Wir fühlen uns stark an das Jahr 2017 erinnert und das will leider nichts gutes heißen. Im Sommer dieses Jahres ging der Hype um sogenannte Kryptowährungen durch die Decke. Der Bitcoin erklomm bis zum Jahreswechsel fast täglich neue Höchststände und nahm in seinem Schatten hunderte alternative Kryptowährungen mit.
Das perfide zu dieser Zeit war, dass man über den Sommer mit normalen GPUs viele dieser alternativen Kryptowährungen gewinnbringend "minen" konnte. Alles was man dazu brauchte war eine schnelle Grafikkarte und etwas -meist kostenlose- Software, die einem den Anschluss zu sogenannten Mining Pools verschaffte. In diesen Pools konnte dann der eigene Rechner an Blockchain-Transaktionen mitrechnen und sich dadurch eigene Cryptocoins "verdienen."
Weil man sich die Coins meistens in Bitcoin auszahlen lassen konnte wurden die Coins bis zum Jahreswechsel 2017/2018 zusätzlich durch die Bitcoin-Wertsteigerung immer mehr wert. Und so kam es, dass man selbst nach Abzug der Stromkosten mit einer "normalen" Grafikkarte bis zu 20 Euro pro Tag verdienen konnte, alleine wenn man die verdienten Coins nur etwas aufhob.
Dieses schnelle Geld lockte jedoch eine Menge Glückssucher an, die ganze GPU-Farmen aufbauten und den Grafikkartenmarkt praktisch leerkauften. Seinerzeit waren zuerst AMDs Karten hierfür besonders gefragt, weil diese eine bessere Mining-Leistung pro Watt besaßen. Doch als die AMD Karten praktisch nur noch vereinzelt zu astronomischen Preisen zu bekommen waren, wurden auch noch alle Nvidia-Karten von den Minern aufgekauft.

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Diesmal sind zwar Nvidia-Modelle die Favoriten - aber ansonsten fühlt sich die Situation sehr ähnlich an wie vor drei Jahren. Man bekommt aktuell mit einer RTX3090 schon wieder ca. 10 Euro/Tag bei Nicehash für das Mining vergütet und der Bitcoin wandert seit Wochen auch wieder von einem Höchststand zum nächsten, was die errechneten Coins zusätzlich wertvoller macht.
Sollte der nächste Bitcoin Crash noch etwas auf sich warten lassen, dürfte dies die Verfügbarkeit von GPUs noch weiter deutlich verschlechtern. Wir sehen ehrlich gesagt für die nächsten Monate schlichtweg schwarz, was die Verfügbarkeit der neuen Modelle von AMD und Nvidia angeht. Anspruchsvolle Gamer können sich eventuell in die neue Konsolengeneration retten, die jedoch ebenfalls schwer erhältlich ist. Videowerker könnten dagegen eventuell bei Laptops fündig werden, die für Miner nicht sonderlich interessant sind. Doch auch deren Verfügbarkeit leidet aktuell unter diversen anderen knappen Komponenten.
Wie man es also dreht und wendet, es sieht so aus, als wird uns diese Knappheit noch mindestens ein paar Monate verfolgen. Aber vielleicht tuts ja auch noch die aktuelle GPU oder eine gebrauchte Karte, die für Miner zu viel Strom verbraucht.
Einen interessanten Blick auf den aktuellen Wahnsinn bietet übrigens Computerbase u.a. in einem Bericht über neue Mining-Farmen im Iran.