Während neue Kameras auf der Broadcastmesse NAB weitgehend abwesend waren, wurde in China ein Smartphone vorgestellt, das eigentlich eher eine Smartkamera mit Phone-Fähigkeiten ist, und auch ganz klar so beworben wird. Im OPPO Find X9 Ultra steckt eine mit Hasselblad entwickelte 4-fach Kamera inklusive zweier Periskop-Telebrennweiten, mit der sich in 8K 30fps mit 10-Bit Log filmen lässt. Eine ACES-zertifizierte Farbpipeline soll implementiert sein, eigene 3D-LUTs lassen sich importieren. Oppo gibt für das Kamera-Phone einen Dynamikumfang von 15 Blendenstufen an.

Vierfach-Kamerasektion mit Quintuple-Periskop
Das neue Hasselblad Master Camera System umfasst 4 rückseitige Kameramodule sowie eine "True Color Kamera" (wie schon beim Find X9 Pro), die allerdings keine tatsächliche Kamera ist, sondern im Grunde aus einem Spektralsensor besteht, der für die Erfassung von präzisen Farbinformationen für den Weißabgleich zuständig ist ("24 Spektralkanäle"). Außerdem ist laut Spezifikationen ein zusätzliches, monochrom arbeitendes Modul an Bord, das als solches wiederum die Helligkeit genauer einfangen kann. Diese zusätzlichen Informationen werden dann offensichtlich von der LUMO Image Engine mit den Aufnahmen der klassischen Kameramodule zusammengeführt.

Bei den Kameramodulen stellt das 50MP 10x Ultra-Sensing Optical-Zoom Teleobjektiv mit einer f/3.5-Blende eine besondere Neuerung dar. Für den 10-fachen optischen Periskop-Zoom wird der Lichtweg über fünf Spiegelprismen gelenkt und so verlängert (Quintuple Prism Reflection Periscope Structure), wodurch eine kompakte Bauweise möglich wird. Streulicht soll dabei nahezu vollständig reduziert werden, außerdem schein sogar eine effektive Sensor-Shift-Bildstabilisierung enthalten zu sein. Zum Einsatz kommt dabei ein angepasster 50MP-Sensor von Typ 1/2.75".

Ergänzt wird das System durch zwei hochauflösende "Ultra-Sensing" 200MP-Kameras. Die 200MP Hauptkamera basiert auf dem Sony LYTIA 901 Sensor im 1/1.12-Zoll-Format und arbeitet mit einer f/1.5-Blende. Hinzu kommt eine 200MP 3x Telekamera mit 1/1.28-Zoll-Sensor und f/2.2-Blende. Sie ist gezielt für Aufnahmen bei wenig Licht ausgelegt und kann mit einem Mindestfokusabstand von 15 Zentimetern zugleich für Makroaufnahmen genutzt werden. Als vierte im Bunde ist eine 50MP-Ultraweitwinkelkamera verbaut (1/1.95"), die im Vergleich zum Vorgänger Modell 56 Prozent mehr Licht einfangen soll.
Ein optional verfügbarer OPPO Hasselblad 300mm Explorer Telekonverter lässt sich im Verbund mit einem speziellen Case an das Oppo Find X9 Ultra anbringen.

Neues O-Log2, 4K HDR Motion Photos und mehr
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Eine "Hasselblad Tonality" soll auf Knopfdruck typische Farben und Tonwerte produzieren. Cine-LUT werden unterstützt; wie es scheint sind drei Voreinstellungen an Bord, eigene Cube-LUTs lassen sich importieren.
Für Foto gibt es u.a. einen neuen Hasselblad Master Mode mit einer "dezenteren Bildverarbeitung", neun vom Analogfilm inspirierte Bildstile sowie 4K HDR Motion Photos. Auch die Benutzeroberfläche soll sich an Hasselblad-Kameras wie die XPan anlehnen.

Viele der Funktionen fallen ins Feld der Computational Photo-/Videography und basieren auf der LUMO Image Engine, welche laut Oppo modernste Optik, Color Science, Sensordaten und digitale Datenverarbeitung in ein nahtloses System integriert. Für das als True-Color-Kamera bezeichnete Feature etwa wird die hardwarebasierte Farbtemperaturerfassung mit multimodalen Berechnungen kombiniert. Dabei werden mehrere Temperaturwerte in einem Bild ausgewertet und berücksichtigt, sodass Bildbereiche nach ihren spezifischen Lichtverhältnissen unterschiedlich behandelt werden können.
Die Ausstattung des Oppo Find X9 Ultra umfasst des weiteren ein 144Hz 2K ProXDR Display, den Snapdragon 8 Elite Gen 5, die OPPO Trinity Engine sowie eine 7050mAh-Batterie. Als Betriebssystem läuft ColorOS 16.
Preis und Verfügbarkeit
Das OPPO Find X9 Ultra ist ab sofort in den Farben Tundra Umber und Canyon Orange zu einer UVP von 1.699 EUR verfügbar (12GB + 512GB). Enthalten ist ein dreimonatiges Google AI Pro Abonnement für erweiterten Zugang zu Funktionen der Google Gemini App sowie 5 TB Cloud-Speicher.


















