Die MPEG LA, ein Konsortium von Patenthaltern an H.264, hat heute bekanntgegeben, bis Ende 2016 keine Lizenzgebühren für den Einsatz von H.264 für kostenloses Video im Internet zu verlangen. Bisher war befürchtet worden, dass ab 2011 als Stichdatum der letzen Lizenzperiode gemäss den Lizenzbestimmungen der MPEG LA nicht nur wie bisher kommerzielle Anbieter für den Einsatz von H.264 zahlen müsste, sondern auch Anbieter kostenloser Videos, also Videoportale wie z.B. YouTube, Vimeo oder DailyMotion. Nur kleinere Websites mit unter 100.000 Usern pro Jahr wären nicht lizenzpflichtig gewesen - ebenso wie Anbieter von Videos mit unter 12 Minuten Länge.
Wahrscheinlich will die MPEG LA die allmähliche Entwicklung von H.264 zum de facto Standard für Videos im Netz abwarten, um die eigene Marktmacht zu stärken. Die jetztige Entscheidung nimmt alternativen Codecs den Wind der drohenden Lizenzzahlung für H.264 vorerst aus den Segeln und lässt die MPEG LA dafür auf steigende Einnahmen durch En-/Decoder Lizenzen, die jetzt auch von Browserherstellern erworben werden müssen, wollen sie die Wiedergabe von H.264 direkt im Browser per HTML5 ermöglichen, hoffen. Nach 2016 kann die MPEG LA dann immer noch entscheiden Lizenzzahlungen auch für Internet Video einzufordern, ganz gemäss ihrer Auffassung, dass auch bei kostenfreien Videos Einnahmen (zB durch Werbung) erzielt werden, an denen sie beteiligt sein will - ein Gefahr, die erst durch den alternativen Einsatz eines offenen, freien Videocodecs wie Ogg Theora gebannt sein würde.
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