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Gimp 2.10 - Open-Source Bildbearbeitung deutlich erweitert

[13:45 Di,8.Mai 2018 [e]  von ]    

Vor rund zwei Wochen wurde eine neue Gimp-Version 2.10 vorgestellt. Dies ist insofern bemerkenswert, weil der letzte Versionssprung nun schon rund 6 Jahre zurücklag und so manchen Anwender das Gefühl beschlich, hier würde keine Weiterentwicklung mehr stattfinden. Tatsache ist jedoch, dass sich unter Haube seit dem letzten stable Release sogar sehr viel getan hat. Ebenso traurige Realität ist jedoch auch, dass sich aktuell gerade einmal vier Entwickler in ihrer Freizeit um die Weiterentwicklung kümmern, weshalb viele Features einfach nicht so schnell heranreifen, wie sich das so mancher Anwender wünschen würde. Einen amüsanten Talk zum Hintergrund der Gimp-Entwicklung gibt es hier zu sehen:





Doch nun zu den Neuigkeiten: Sofort nach der Installation fällt das -optional abschaltbare-
neue dunkle Thema ins Auge das mit den standardmäßig aktivierten symbolischen, schichten S/W-Icons einen deutlich professionelleren Eindruck als der Vorgänger hinterlässt. Alle Icons gibt es in vier Größen, weshalb GIMP jetzt auch auf HiDPI-Displays eine gute Figur macht. Mit einem Klick lässt sich nach wie vor die gesamte Oberfläche in einem Fenster darstellen, was vielen Windows-Anwendern typischerweise mehr behagt.

gimp_210_oberflaeche



Spannend finden wir die GEGL-Portierung, die Gimp nun zu einer komplett neuen Rendering-Engine mit deutlich mehr Performance und Möglichkeiten verhilft. So werden neben CMYK-Farbräumen nun auch höhere Bittiefen ermöglicht. Bilder können nun mit einer Genauigkeit von bis zu 32 BitBit im Glossar erklärt pro Farbkanal bearbeitet werden. Somit gelingt nun auch das Öffnen/Exportieren von PSD-, TIFF-, PNG-, EXR- und RGBE-Dateien in ihrer ursprünglichen Farbtreue. Zusätzlich können sogar FITS-Bilder mit einer Genauigkeit von bis zu 64 BitBit im Glossar erklärt pro Kanal geöffnet werden. Wer CinemaDNG oder andere RAW-Formate öffnen will, muss zusätzlich noch RAWTherapee oder Darktable installieren, die Gimp dann als RAW-Importer nutzen kann. Zur Beschleunigung können neben allen Prozessorkernen (Mulithreading) nun auch OpenCL-Beschleunigungs-Funktionen genutzt werden. In einem kurzen Test konnten wir dem neuen Gimp ein deutlich responsiveres Verhalten als früher attestieren.

Als einzigen wirklich großen Kritikpunkt sehen wir das Fehlen von non-destruktiven Bearbeitungsschritten. Also der Verkettung von Filtern bei denen man auch in vorangegangenen Filtern etwas modifizieren kann, ohne hierfür diverse Arbeitsschritte zurücknehmen zu müssen. Viele Photoshop-Anwender arbeiten zwar ebenfalls gar nicht non-destruktiv, sondern noch klassisch, jedoch ist der Trend bei Photoshop-Alternativen wie beispielsweise Affinity Photo deutlich zu erkennen. Und wer sich einmal daran gewöhnt hat, will es in der Regel auch nicht mehr missen. Tröstend ist, dass die Weichen für non-destruktive Bearbeitung auch in dieser Version bereits mit dem internen Kachel-Management gestellt wurden. Dies ist eine Grundvoraussetzung für die Implementierung der nicht-destruktiver Bearbeitung, die dann für Gimp v3.2 geplant ist.

Gerade wer mit LUTs arbeitet dürfte zu schätzen wissen, dass GEGL Bilder auch in einem linearen RGB-FarbraumRGB-Farbraum im Glossar erklärt bearbeitet werden können (im Gegensatz zum gammakorrigierten (perzeptuellen) RGB-Farbraum). Werkzeuge wie Kurven oder Gradienten-Werkzeuge arbeiten dann ebenfalls linear.

gimp_210_linear_2



Ein neues Warp-Transformationswerkzeug ermöglicht lokalisierte Transformationen wie z.B. das Vergrößern oder Verschieben von Pixeln mit einem weichen Pinsel und Undo-Unterstützung. Solche Werkzeuge werden in der Modefotografie häufig zum Retuschieren verwendet. Das Warp-Transformationswerkzeug verfügt auch über einen Radiergummi-Modus zum selektiven Entfernen von Änderungen, die im alten iWarp-Filter nicht verfügbar waren.

Es gibt noch viel mehr im neuen Gimp zu entdecken, weshalb wir auch direkt die Release Notes mit dieser News verlinkt haben. Uns persönlich gefällt die neue Version nach einem kurzen Blick ausgesprochen gut. Als Photoshop-Anwender ist natürlich etwas umlernen angesagt, jedoch fällt dies bei entsprechender Ambition leichter als vermutet. Als Vorteil erhält man eine kostenlose, aber mächtige Bildbearbeitung, die sich auf beliebig vielen und zudem fast jedem System installieren und sich sogar als portable App oder aus der Cloud starten lässt. Wir persönlich betrachten Gimp unter anderem als sinnvolle Ergänzung zum kostenlosen DaVinci Resolve Workflow, dem nach wie vor eine externe Bildbearbeitungs-Alternative außerhalb der Adobe Cloud fehlt.

Link mehr Informationen bei www.gimp.org

    
[2 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
cantsin    10:02 am 12.5.2018
Tja, mir geht's genau umgekehrt - ich habe in den späten 90ern mit Gimp angefangen und verzweifle immer noch an den UI-Verschachtelungen und kontra-intuitiven Menüeinteilungen...weiterlesen
20k    22:36 am 11.5.2018
GIMP war schon immer ein mächtiges Werkzeug, aber auch ein Usability-Albtraum. Ich kenne kaum eine Software, die so umständlich zu benutzen und so kontraintuitiv ist. Ob sich das...weiterlesen
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