Frage von Johannes:Hallo,
in den nächsten Monaten werde ich für meine Prüfung (10 Klasse) eine Facharbeit für zwei Fächer schreiben. Ich dachte ich nehm mir mal eine Steadycam genauer unter die Luppe und schreibt darüber fürs Fach Physik.
Da die Facharbeit fachübergreifend sein muss dachte ich nehme ich als zweites Fach Kunst und erzähle wann man eine Steadycam nutzt. Nun wollte ich mal die Regisseure unter euch fragen, Wann setzt ihr eine Steadycam ein, bevorzugt wäre das ganze im bereich des Films da es bei EB ja meist keine wirklichen Hintergründe gibt. Also als erstes dachte ich mir für eine Verfolgerperspektive also wenn man praktisch aus den Augen eines Menschen filmen möchte. Das wars aber auch vorerst was mir dazu so eingefallen. Ich hoffe ihr könnte mir noch ein paar Hintergründe nennen.
Also bitte gestallterische Gründe und nicht "weil man bei einem Dolly die Schienen sieht" oder soetwas. Vielen Dank im Vorraus.
Antwort von PowerMac:
Technische Antwort: Aus Gründen der Praktikabilität kann eine Steadicam technisch dann Sinn machen, wenn ein Dolly zu aufwändig wäre oder ein Dolly nicht verwendet werden kann/darf (unebener Boden, Drehauflagen, Budget o. ä.)
Filmische Antwort: Steadicam ist in 99% der Fälle ästhetischer Selbstzweck und damit völlig überflüssig. Bei einer Subjektiven
kann die Steadicam passen. Aus Sicht der Bildgestaltung gerät man bei Steadicamsequenzen oft in die Situation, dass man jemandem in Echtzeit folgt, also "live" dabei ist, wie eine Person etwas erlebt, eine Aufzeichnung dessen, was ein Protagonist macht. Das Bildkonzept ist dann "wir folgen einfach dem Schauspieler". So gerät der Film zu einer angeblichen Aufzeichnung dessen, was richtige Menschen wirklich taten. Das hat aber nichts mit "Film" zu tun. Film entsteht durch das Gegenüberstellen, den Schnitt von unabgewandelten Bildern. Man sieht ein Bild, das etwas aussagt, man schneidet auf ein neues Bild und bringt so beide Bildern in einen inhaltlichen Zusammenhang durch Assoziation. Das ist spannend und filmisch. So erzählt man eine Geschichte filmisch. Und das schlagen Eisenstein und Mamet für den Film vor. Durch Schnitt! Mit Steadicam wird ein Film zum besseren Theaterstück. Bestes Beispiel dafür: "The Russian Ark". Das ist eine Erzählung. Ein Film, der durch den Schnitt erzählt, durch Assoziation, durch unabgewandelte Bilder, das ist eine Geschichte! Keine Erzählung.
Beschäftige dich mit Eisenstein und Mamet, auch Jarmusch und Lynch helfen.
Antwort von B.DeKid:
Gude Johannes
Sehr gute Idee daraus kannst Du was machen.
Bzgl. Physik
Erkläre das Verhältniss von Federn und Spannkräften bzw Pendeln.
Siehe Hier oder
Hier auch unter
http://de.wikipedia.org/wiki/Hookesches_Gesetz
Dazu noch den Aufbau von Steady Systemen und die verwendeten Materialien beachten bzw. erklären .
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In Kunst
Erklärst Du die Verwendung auf den bezug Film und neue Sichtweise - sprich wie Powermac schon sagte , was unterscheidet einen normalen zu einem SteadyCam Shot.
Wie wirkt sich das gesehene auf den Betrachte aus , ( am besten mit kurzem Beispiel Clip )
Warum kann es sinnvoll sein den Betrachter an eine neue Sicht heran zu führen.
Was vermittelt man mit dieser Sicht.
Was kann man und was kann man nicht mit SteadyCams machen / zeigen.
So in diese Richtung würde Ich gehen , denke da kann man schon eine gute Arbeit schreiben.
Viel Erfolg und vielleicht kannst Du ja nach getaner Arbeit die beiden Projekte ( bzw Parts daraus ) hier veröffentlichen.
MfG
B.DeKid
Antwort von Chezus:
Was Powermac sagt stimmt schon, nur denke ich fallen einem Steadicam fahrten schon garnicht mehr auf, weil sie oft so gut im Film integriert sind bzw. so dezent mit ins Geschehen verbaut sind.
z.B. wenn sich 2 Darsteller unterhalten.
Schuss, Gegenschuss usw. mehrere Schnitte, Personen gehen nebenher in ein anderes Zimmer. Hierbei geht die Kamera voraus (also nicht Verfolger)
Sowas fällt einem garnicht auf, soll es ja auch nicht.
Wo die Steadicam wohl sehr deutlich Verwendung gefunden hat: Lola Rennt
Antwort von DWUA:
... Ich dachte ich nehm mir mal eine Steadycam genauer unter die Luppe und schreibt darüber fürs Fach Physik.
Da die Facharbeit fachübergreifend sein muss dachte ich nehme ich als zweites Fach Kunst und erzähle ....
Kannst du noch wechseln?
Fachübergreifend und ergreifend einfach zum Fach SPORT wechseln?
Dann hättest du Theorie (Physik) und Praxis (Sport) in einem
Sinnzusammenhang, - könntest sogar alles dokumentieren.
Und wenn es obendrein DAS künstlerische Werk an deiner Schule
wird, kann man ja nicht meckern...
;))
Antwort von Chezus:
Verbinde es mit Sport, zeige diesen Clip und du hast gewonnen:
Antwort von B.DeKid:
Oder bau das hier nach ;-))
http://www.mk-v.com/?page_id=163
Wirklich geiles System hier ein Video !
... re=related
Antwort von DWUA:
Verbinde es mit Sport, zeige diesen Clip und du hast gewonnen:
Wäre selbst für den dümmsten "Pauker" zu simpel.
;))
Johannes geht es in erster Linie um die Erfüllung
seiner Aufgabe; und die ist offensichtlich theoretischer Natur.
Aber:
Selbsterfahrenes zu beschreiben ist immer noch einfacher
UND überzeugender als Geschwafel über "Kunst", das einem
10. Klässler sowieso kein Mensch abkauft.
;))
Antwort von Johannes:
Also für den, den es Interessiert, ich habe heute meinen Anmeldezettel abgeben und werde somit die Facharbeit in Physik und Kunst machen, wobei Kunst der kleinere Teil ist. Es geht eben darum das es Fachübergreifend ist. Wie bereits gesagt der Hauptteil wird Physik sein.