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Infoseite // Netflix auf dem Weg zur KI-Synchronisierung?



Newsmeldung von slashCAM:
Februar 2026


Dass der Beruf des Synchron-Sprechers in Zeiten von generativer KI keine rosigen Zukunftsaussichten hat, liegt wohl auf der Hand - zu gut gelingt bereits jetzt das künstl...



Hier geht es zur Newsmeldung auf den slashCAM Magazin-Seiten:
Netflix auf dem Weg zur KI-Synchronisierung?


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Antwort von R S K:

Deutsche Synchronstimmen ohne Bezahlung zu klonen, geht gar nicht. Ich habe keine Ahnung, wie sie glauben können, dass da jemand mitmacht!

Die Originalstimme für die Synchronisation nutzen: Ja, bitte. Vor allem, wenn die Figur im Original einen Akzent hat. Das wird bei der Synchronisierung fast immer ignoriert oder nur billig/schlecht nachgestellt. Am Ende ergibt das bei vielen Filmen regelrecht einen neuen Film! Das ist extrem nervig.

Aber von mir aus kann es auch nur mit Untertiteln sein! Dann lernen die Deutschen vielleicht auch mal vernünftiges Englisch, so wie die Niederländer. 😏

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Antwort von stip:

Das Modell KI als Dienstleister ist auf Dauer für die Menschheit nicht tragbar. Wenn man irgendwann einen Großteil des aktuellen Arbeitsmarktes durch KI abschafft braucht es einen Alternativplan, wie man Gesellschaften vorm Kollaps bewahren will. Dafür gibt es aber noch nicht einmal das Konzept von einem Plan.

Die liibertären Tech-Bros haben im korrupten Trump einen Verbündeten gefunden um jegliche Regulierungen im Keim zu ersticken. Wer deren Agenda mit "freier Markt" und die Auswirkungen von KI Diensten mit "das hat es schon immer gegeben" verteidigt muss eine Alternative liefern, wie man Leistungsgesellschaften aufrecht erhalten kann wenn es für das Gros der Menschen erst gar nicht mehr die Möglichkeit gibt, Leistung zu bringen.

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Antwort von R S K:

Menschen + Internetkommentare + Endzeitstimmung. Klassische Dreifaltigkeit.
Aber fairerweise: Der Kommentar ist nicht komplett Banane. Er mischt nur berechtigte Sorgen mit ein bisschen „alles geht unter!“-Pathos.

KI = Jobvernichtung? Daten zeigen eher Job-Umbau.
Viele Studien zeigen eher Verschiebung als Total-Kollaps. Zum Beispiel:
  • Bis 2030 könnten zwar ~30 % der Arbeitsstunden automatisierbar sein, aber das bedeutet primär Berufswechsel, nicht Massenerwerbslosigkeit. In Deutschland wären laut Prognosen etwa 3 Mio. Jobs von Veränderungen betroffen.
  • Gleichzeitig entstehen neue Jobs und Produktivität steigt massiv, was historisch oft neue Branchen schafft.
  • Einige Analysen zeigen sogar steigende Löhne und mehr Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften in KI-nahen Bereichen.
  • Das bedeutet nicht „alles wird gut“, sondern eher: Es wird chaotisch, ungleich verteilt und politisch heikel.

    Kein Plan“ stimmt nur halb.
    Es gibt durchaus Ansätze, nur halt noch kein global abgestimmtes Master-Playbook:
  • Umschulung / lebenslanges Lernen (OECD sieht das als Schlüssel).
  • Sozialstaatliche Anpassungen (z. B. Weiterbildungssysteme, Übergangsmodelle).
  • Diskussionen über Dinge wie negative Einkommenssteuer, UBI etc. (noch politisch umstritten).
  • Und der Tech-Libertär-Punkt ist politisch, nicht empirisch.
    Da geht es weniger um Fakten als um Ideologie. Manche wollen Regulierung minimieren, andere massiv ausbauen. Beides existiert gleichzeitig. Realität ist meistens ein grauer Kompromiss, der niemanden glücklich macht. Willkommen in der Politik.

    Die Sorge vor massiven Umbrüchen durch KI ist berechtigt. Aber die Daten zeigen bisher eher Verschiebung von Jobs als kompletten Wegfall von Arbeit. Gleichzeitig entstehen neue Tätigkeiten und Produktivität steigt. Das eigentliche Risiko ist weniger „alle Jobs verschwinden“, sondern dass der Übergang sozial schlecht abgefedert wird.

    Und genau da liegt die politische Baustelle: Weiterbildung, soziale Sicherung, Regulierung von Daten und geistigem Eigentum. Einen perfekten Masterplan gibt es nicht, aber es gibt durchaus Konzepte – nur noch keinen global abgestimmten Konsens.

    Ehrlich gesagt ist die Zukunft wahrscheinlich wie immer:
    Nicht der Mad-Max-Zusammenbruch.
    Nicht die Star-Trek-Post-Scarcity-Utopie.
    Sondern ein chaotischer Mittelweg, bei dem Bürokratie, Lobbyismus und menschliche Bequemlichkeit alles verlangsamen. Also business as usual, nur mit besseren Algorithmen und mehr LinkedIn-Posts über „Transformation“.

    Und irgendwo dazwischen sitzt du dann und erklärst Leuten, warum ihre KI-Auto-Captions wieder Mist gebaut haben.

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    Antwort von Bluboy:

    Entweder KI oder die Garantie dass sowas nicht vorkmmt

    In den Jahren 2025 und 2026 sind mehrere bekannte deutsche Synchronsprecher verstorben, darunter
    Stefan Gossler (Stimme von Jackie Chan, King Julien, † Januar 2026), Torsten Michaelis (Stimme von Wesley Snipes, † August 2025), Marcel Mann († Januar 2025) und der legendäre Rainer Brandt (Stimme von Belmondo, † 2024).

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    Antwort von stip:

    "R S K" hat geschrieben:
    Die Sorge vor massiven Umbrüchen durch KI ist berechtigt. Aber die Daten zeigen bisher eher Verschiebung von Jobs als kompletten Wegfall von Arbeit. Gleichzeitig entstehen neue Tätigkeiten und Produktivität steigt. Das eigentliche Risiko ist weniger „alle Jobs verschwinden“, sondern dass der Übergang sozial schlecht abgefedert wird.
    Welche neuen Jobs entstehen denn ganz konkret?
    Und noch viel wichtiger: wieviele davon?

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    Antwort von Jott:

    Ja - was wären neue Tätigkeitsfelder für Sprecher? Texter vielleicht? Da hat aber auch schon KI übernommen. Ich kenne so einige, die wegen ausbleibender Buchungen offen sind für Ideen.

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    Antwort von pillepalle:

    Ein paar Brot&Butter Jobs fallen sicher weg, aber es wird auch noch genug Bereiche geben in denen man echte Stimmen braucht. Nicht jeder hat Lust darauf nach 20 Versuchen immer noch nicht die richtige Intonation zu haben. Die Sparbrötchen begnügen sich eben mit der KI.

    VG

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    Antwort von Jott:

    Hätte ich vor wenigen Wochen auch noch so gesagt. Aber die neuesten Stimmen und Modelle von elevenlabs (noch beta) verblüffen mit korrekter Intonation auf Anhieb.

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    Antwort von pillepalle:

    Weil's gerade zum Thema passt...

    https://www.youtube.com/watch?v=YG8V0Ghfg-Y

    VG

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    Antwort von Videopower:

    Ich denke, wir haben nicht einmal eine kleine Vorstellung davon was auf uns zukommt. Sie sind viel weiter und wir werden 2026 einen Eindruck davon bekommen.

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    Antwort von 72cu:

    Jott hat geschrieben:
    Hätte ich vor wenigen Wochen auch noch so gesagt. Aber die neuesten Stimmen und Modelle von elevenlabs (noch beta) verblüffen mit korrekter Intonation auf Anhieb.
    Ich weiß nicht, ob Du Erfahrung damit hast, und Deine Aussage dazu darauf beruht
    Leider kann ich nicht schreiben, dass ich damit erfahren bin, aber ich nutze elevenlabs für mein Filmprojekt, und habe inzwischen etwa 700 Sätze auf Deutsch und Englisch erzeugt.
    Bei einfachen, monotonen Sätzen, wie der Audiodeskription sind die Ergebnisse oft beim ersten oder zweiten Erzeugen brauchbar. Man muss aber immer wieder einmal Pausen korrigieren, und - das ist ein echtes, und dauerhaftes Problem - am Ende der Audiodateien ein zu abruptes Ende mit Knacken korrigieren.
    Wenn es um den Ausdruck von Gefühlen etc. geht, dann kann man zwar in eckigen Klammern dazu Hinweise in den Text einbauen, aber zuverlässig funktioniert das längst noch nicht. Es gibt immer wieder Stellen, die man ums Verrecken nicht passend hinbekommt (von wunschgemäß ganz zu schweigen). Selbst nach 10 oder 20 Versuchen funktioniert es einfach nicht (und das sind ja je Versuch zwei Varianten, die einem geboten werden).

    Natürlich kann es eine Rolle dabei spielen, was elevenlabs selbst schreibt: Man kann von einer bestimmten generierten Stimme nicht erwarten, dass diese alles kann.

    Eigentlich muss ich jeden erzeugten Satz nachbearbeiten, und dabei geht es noch nicht einmal um eine "perfekte" Betonung. Ich muss alles genau abhören. Es kommt immer wieder Knacken vor, Nebengeräusche (teils seltsames Zeug - ich weiß nicht, ob das Ton-Müll ist, hört sich wie Sprache an, aber wer weiß, vielleicht chinesisch?), Atemgeräusche usw.. Manchmal werden im Text Buchstaben einfach ausgelassen, nicht gesprochen, auch dann nicht, wenn man den Text x-fach neu erzeugen lässt.

    Grundsätzlich ist Englisch besser als Deutsch.

    Ich weiß nicht, ob es bessere Anbieter als elevenlabs gibt, aber einen Film vollautomatisch, ohne manuelles Nacharbeiten, per KI zu vertonen, ist zumindest bei diesem Anbieter derzeit völlig unmöglich.

    Ich habe schon daran gedacht, alles selbst zu sprechen, und die Stimme auszutauschen. Damit habe ich aber noch nie etwas versucht.

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    Antwort von Jott:

    „Ich weiß nicht, ob Du Erfahrung damit hast, und Deine Aussage dazu darauf beruht“

    Natürlich. Klingt es so als würde ich fantasieren? Es ging um „Brot-und-Butter“-Sachen wie Erklärfilme in mehreren Sprachen. Da wollen große Kunden/Konzerne inzwischen KI-Stimmen. Funktioniert gut - ich weiß nicht, was du speziell für Probleme mit seltsamen Nebengeräuschen oder ausgelassenen Buchstaben hast. Was für eine Stimme von elevenlabs wäre das denn zum Beispiel?

    Gute echte Sprecher sind vorzuziehen, klar. Aber nur gute. Und sie müssen fair bezahlt werden.

    KI-Stimmen machen nur dann Sinn, wenn nicht viel oder gar keine Zeit für Trial-and-Error drauf geht. Sonst natürlich nicht.

    Für automatische Synchro - das Netflix-Ziel - braucht es noch ein paar Jahre. Aber sie werden es irgendwann hinkriegen. Sogar mit Anpassung der Lippenbewegungen bei anderen Sprachen. Kann man heute schon ausprobieren.

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    Antwort von MaxSchreck:

    Jott hat geschrieben:

    Gute echte Sprecher sind vorzuziehen, klar. Aber nur gute. Und sie müssen fair bezahlt werden.
    Das ist so ein heikler Punkt. Für werbliche Aufträge verlangen die da schon echt ne Menge Asche. Ich hatte Mal so ein Projekt, wo der Sprecher für 2 Minuten Text ca. 10 Minuten gesprochen hat und 850 Euro kassierte. Das war ein kleines, lokales Startup und der Sprecher kein "Star".

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    Antwort von Jott:

    Ist so. Die wissen um die drohende Endlichkeit ihres Berufes, und viele schrauben die Honorare in schmerzhafte Höhen, um noch möglichst viel mitzunehmen. Verstehe ich ja, aber das geht nicht mehr lange gut.

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    Antwort von pillepalle:

    Dauert nicht mehr lange, dann wird es das KI-Frei Label geben, ähnlich dem Bio Label bei Lebensmittel 🙃 Oder wie die Tierwohlklassen von 1 bis 5

    Klasse 2 ist dann Crew in Bodenhaltung und ohne Catering.

    VG

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    Antwort von Bluboy:

    E bleibt ja nicht bei der Deutschsynchro, da summiert sich dasfür Netflix oder die Prduzenten.

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    Antwort von 72cu:

    Jott hat geschrieben:
    „Ich weiß nicht, ob Du Erfahrung damit hast, und Deine Aussage dazu darauf beruht“

    Natürlich. Klingt es so als würde ich fantasieren?
    Nun, Du hattest geschrieben "Hätte ich vor wenigen Wochen auch noch so gesagt. ". Da fragte ich mich eben, ob Du in diesen "wenigen Wochen" Erfahrung, wirkliche Erfahrung, sammeln konntest, oder ob Du es nur ausprobiert hast.
    Beim Ausprobieren kann man nämlich schnell zu dem Eindruck gelangen, man könne damit alles hinbekommen. Wenn man aber den Sinn in einer Szene sprachlich betonen will, dann braucht es mehr, als das was man sich nach dem Ausprobieren vorstellt. Eigentlich müsste man der KI dann den Kontext zusätzlich zum Text erklären.
    Bei meinen 700 Sätzen im Laufe der vergangenen Monate möchte ich noch nicht schreiben, dass ich Erfahrung damit habe.
    Jott hat geschrieben:
    Es ging um „Brot-und-Butter“-Sachen wie Erklärfilme in mehreren Sprachen. Da wollen große Kunden/Konzerne inzwischen KI-Stimmen.
    Interessant. Die Sprachen muss man aber können, sonst kann man das nicht prüfen und abnehmen - einfach auf die KI verlassen, kann man sich nicht.
    Aber ja, bei "Erklärfilmen" kann ich mir das eher vorstellen. Das geht ja in die Richtung der von mir oben schon angesprochenen Audiodeskription.
    Jott hat geschrieben:
    Funktioniert gut - ich weiß nicht, was du speziell für Probleme mit seltsamen Nebengeräuschen oder ausgelassenen Buchstaben hast. Was für eine Stimme von elevenlabs wäre das denn zum Beispiel?
    Ich verwende nur selbst generierte Stimmen. Ich glaube, die sind für andere Benutzer nicht zugänglich.
    Jott hat geschrieben:
    Gute echte Sprecher sind vorzuziehen, klar. Aber nur gute. Und sie müssen fair bezahlt werden.
    Ja.
    Jott hat geschrieben:
    Für automatische Synchro - das Netflix-Ziel - braucht es noch ein paar Jahre. Aber sie werden es irgendwann hinkriegen. Sogar mit Anpassung der Lippenbewegungen bei anderen Sprachen. Kann man heute schon ausprobieren.
    Dass das gehen wird, glaube ich auch. Bei der Synchronisation sogar noch leichter, weil die Betonung vom Original übernommen werdne kann.

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    Antwort von Jott:

    Wir probieren nicht aus, wir produzieren im Auftrag. Die Entscheidungen für KI-Stimmen fallen wegen der inzwischen völlig überzogenen Honorarforderungen echter Sprecher. Die obendrein bei bekannten Brands gerne noch mal 50 bis 100% Zuschlag wollen. Das wird nicht mehr akzeptiert, wenn „good enough“ reicht.

    „ Interessant. Die Sprachen muss man aber können, sonst kann man das nicht prüfen und abnehmen“

    Das müssen dann natürlich die Kunden freigeben. Die Konzerne, für die wir arbeiten, sind ja nicht bescheuert.

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