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Filmen im Restaurant



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Frage von Sven_82:


Hallo zusammen,

seit einiger Zeit filme ich hobbymäßig. Nun kam ein guter Bekannter auf mich zu, dessen Bekannter eine Pizzeria hat und gerne einen kleinen Clip für Facebook hätte.
An sich eine super Sache dachte ich. Mal einen kurzes Filmchen in einem Lokal drehen, wäre da nicht die neue DSGVO...
Da ich ein paar Szenen mit Gästen im Kopf hab, geht es hier schon los. Zudem vermute ich mal, das auch der Inhaber (Auftraggeber) einen Vertrag unterzeichnen muss. Doch wie sichert ich mich hier ab?
Im Netz hatte ich gelesen das jede sichtbare Person ihre Zustimmung geben muss.
Gibt es so eine Art Muster-/ Standartvertrag den ich jeden unterzeichnen lassen kann?

Wie gesagt, bisher hatte ich nur privat gefilmt.
Dieser "Auftrag" unterliegt keiner Gewinnabsicht (vielleicht springt ja am Ende eine Pizza raus, wer weiß das schon :)) sondern nur der Erfahrungsgewinnung.


Gruß
Sven



Antwort von Axel:

Der Inhaber soll eine Geschlossene Gesellschaft draus machen. Er lädt Leute ein, die nach Feierabend oder an einem Ruhetag umsonst essen und trinken können, wenn sie als Gegenleistung Statisten sind. Wenn dir für bestimmte Einstellungen spezielle Typen vorschweben, kannst du ja dein eigenes Casting parallel machen. Idealerweise hast du dich schon vorher um Ausleuchtung gekümmert. Anders geht es nicht. Wenn du versuchst, Laufpublikum aufzunehmen, ist das eine Katastrophe.



Antwort von Sven_82:

Hi Axel,

danke für die schnelle Rückmeldung. Ok, eine Szenenvorstellung von mir war das Bestellen und trinken an der Bar, das bekomme ich leicht mit Bekannten hin. Eine augenscheinlich volles Lokal mit freudigen Personen...da dachte ich schon an Laufkundschaft. Ok, das stell ich dann mal hinten an.

Drehen wollten wir 2h vor der eigentlichen Öffnung. Da ist er und sein Personal da. Später wäre dann noch Laufkundschaft gekommen.
Aber wie ist das mit dem Inhaber, dessen Personal und die Bekannten. Brauch ich hier eine vertragliche Absicherung?








Antwort von carstenkurz:

Wenn das gezielt ausserhalb deren regulärer Arbeit gedreht wird, streng genommen nicht. Schließlich stellen die sich dann ganz offensichtlich freiwillig für einen Dreh zu Verfügung. Mit DSGVO hat das im Übrigen wenig zu tun.

Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, formulierst Du frei eine simple Zustimmung zur unbegrenzten Nutzung für Werbezwecke dieses Restaurants und lässt jeden unterschreiben.

- Carsten



Antwort von Axel:

In einer kleinen Pizzeria ist das vielleicht möglich. In einem großen Restaurant müsste man aber schon ein sehr kleines Team haben, eventuell nur mit einer sehr lichtstarken Kamera und sehr lichtstarker Optik haben, was den zusätzlichen Vorteil hätte, Zufallspublikum zu blurren. Ich bin selbst Teilhaber an einem 100-Plätze-Restaurant, und ich habe es in sieben Jahren noch nicht geschafft, einen Imagefilm dafür zu machen, mehrere Anläufe scheiterten. Vor etlichen Jahren machte ich mit einem Kumpel ein hemdsärmeliges Filmchen für einen Kölner Chinesen, das ebenso ziemlich in die Hose ging:


Ein Film für einen beliebten Düsseldorfer Chinesen scheint eine Mischform verwendet zu haben: ein paar "Schauspieler", die Crew und ein Live-Saxofonist (der wohl als Vorwand dafür diente, das Event aufzunehmen), echte Kundschaft ziemlich anonym im Hintergrund:


Veträge mit Kellnern? Wer nicht in's Bild will, soll es sagen. Ansonsten gilt, wes Brot ich ess, des Lied ich sing.



Antwort von Sven_82:

Hallo Carsten,
Danke für deine Rückmeldung. Also wenn ich mir die DSGVO so anschaue, darf man garnix mehr ohne Genehmigung. Das erschwert solche Dinge wie bei mir ungemein. Man fühlt sich unsicher und hat Angst das schnell aus einem Gefallen eine Straftat wird :(

Hallo Axel,
Danke für die Info. Finde euer Video garnicht so schlecht. Wo is der denn in die Hose gegangen und wo scheitert es aktuell?
Der böse Chinese is natürlich ne Hausnummer für sich, so groß wollte ich das nicht aufziehen :)
Aber die Szene mit dem Schwenk über die Gäste im vollen Lokal, genau so hatte ich mir das bei mir auch vorgestellt, weiß nur nicht, wie ich das gesetzlich handhaben soll... :(



Antwort von Mediamind:

Die Diskussion hatten wir schon an anderer Stelle. Die DSGVO ersetzt nicht das KUG. Die Regelungen zum REcht am eigenen Bild, Personen als Beiwerk usw. gelten weiterhin:
Näheres hierzu:
https://bvpa.org/kommentar-stellungnahm ... otografie/



Antwort von Axel:

Naja, hier auf slashCAM wird man natürlich etwas anspruchsvoller erzogen, und so zwei Stunden mit einer 7D in einem Chinaladen rumzurennen hat halt auch nichts Tolles erbracht. Irgendjemand hier hat als Motto "good, fast, cheap - pick any two", und das stimmt natürlich. Kleiner Insiderwitz: der Koch in unserem Video, Meister Wu, ist der Originalkoch, der den ursprünglichen Bösen Chinesen und die Rote Laterne bekochte, seine Speisekarte war legendär wegen des feinen Geschmacks, aber auch wegen der originellen Namen. Ein Kohlgericht hieß zum Beispiel "Lieblingsessen des Vorsitzenden Mao". Wir hätten den Laden gern gekauft, aber es ist schwierig, wenn man kein Chinesisch kann. Ich wollte mal einen Imagefilm für den ersten Bösen Chinesen machen, einen winzigen "shabby chic" - Laden, ebenfalls voller witziger Anspielungen (wie der Name des Restaurants ja auch). So hatte er zum Beispiel ein vier Meter langes Aquarium, von dem ein moderner Mythos ja erzählt, dass es die Zugehörigkeit zu einer Triade signalisiert. Ich wollte, dass die Frau des Besitzers von einem großen Wasserdrachen träumt, dann beim Frühstück ihren Mann (mit blauem Auge) bittet (auf Chinesisch mit Untertiteln), ihr Geld für Lotto dazulassen, weil der Drache Glück bedeutet. Zurück im Bösen Chinesen blickt der Chef wohlwollend auf die verliebten Pärchen, die sich über (z.B.) "Zauber der Seidenstraße" anschmachten. Derweil hält eine schwarze Limousine vorm Laden, aus der ein kleiner, dicker Chinese mit Glatze und ein großer, muskulöser aussteigen, und letzterer stülpt sich einen Schlagring über die Hand. Zuhause sitzt die Frau auf der Couch und sieht die Ziehung der Lottozahlen, die ersten drei sind Treffer! Die chinesischen Gangster nähern sich bedrohlich dem Besitzer und seinem Koch, und sogar der große getigerte Wels im Aquarium scheint besorgt zu blicken. Dann fällt im TV die falsche Kugel im Closeup, und die Frau ist enttäuscht. Im Laden aber springt der plötzlich riesige Wels aus dem Aquarium und verschlingt den Dicken, der Schlägertyp flieht in Panik. Ein glückliches Pärchen verlässt den Bösen Chinesen und lächelt sich an. Das alles visuell im Stil von In The Mood For Love, und auch die Mucke echte Geigen und keine Synth-Scheiße. Ich brauch mich nicht zu wundern, dass diese Sachen immer scheitern ...



Antwort von Jott:

Axel hat geschrieben:
und so zwei Stunden mit einer 7D in einem Chinaladen rumzurennen
Und mit einer Funzel für die Geisterbahn-Beleuchtung! :-)



Antwort von Axel:

Immerhin, in "good, fast, cheap - pick any two" steckt Weisheit von fast konfuzianischer Tiefe. Wenn es billig sein muss, aber trotzdem gut werden soll, muss man mehr Zeit investieren. Und, genauer: Sorgfalt. Man muss zuerst geduldig ergründen, was "gut" in diesem speziellen Fall bedeutet. Dann muss man "gut" planen. Entwürfe, Testshots, Moodboard, eventuell Storyboard. Details beachten (zum Thema appetitliche Pizza fällt mir z.B. ein kürzlich hier verlinkter Food-Design-Clip ein). Ist es interessant, hebt es sich ab? Solche Dinge.



Antwort von Jott:

Als ich jung war, kannte ich einen Produzenten, der siebenstellig im Jahr mit Massen-Fremdschäm-Schrottspots für's Kino verdiente: Gastronomie, kleine Autohändler, Modeläden auf dem Land ...
Prinzip: zwei Praktikanten, 35mm-Ratterarri (wow!), eine Lampe zum Draufballern, 10m Film eingelegt für zwei holpernde Schwenks durch's volle oder gern auch leere Lokal. Reißzoom auf Visitenkarte. Zack. 15 Sekunden oder so.
Hatte funktioniert. Die Opfer - Hunderte pro Monat - waren stolz und glücklich, dass sie zum Preis einer Minianzeige im Amtsblatt ins Lokalkino kamen. Hollywood!



Antwort von Sven_82:

@Mediamind: Danke für den Link, wird ich mir heut Abend mal durchlesen.

@Axel: In dem Sprichwort steckt sicherlich Wahrheit, doch jeder hat mal klein angefangen und irgendwie muss man beginnen. Wer weiß wo mich die Reise "Filmen" noch hinbringt :)
Zu deiner Filmidee. Das ist ja keine Promo-Video das ist ein kleiner Film. Die Idee ist toll und ausgereift, aber ich als Leihe hätte überhaupt keine Idee wie man das umsetzt. Ich würde auf sehr viel CGI getippt :)








Antwort von Axel:

Sven_82 hat geschrieben:

@Axel:
Zu deiner Filmidee. Das ist ja keine Promo-Video das ist ein kleiner Film. Die Idee ist toll und ausgereift, aber ich als Leihe hätte überhaupt keine Idee wie man das umsetzt. Ich würde auf sehr viel CGI getippt :)
Ich wollt’s mit AAE machen. Hatte damit angefangen, den Wels etwa 20 Minuten lang vor grünem Hintergrund zu filmen, sodass ich alle möglichen Positionen und "körpersprachlichen" Dinge für eine Comp zur Verfügung hatte. Vor allem das Gründeln am Boden mit den Schnapp-Bewegungen waren da natürlich wichtig. Ich hätte dann bei fest stehender Kamera mehrere Shots von spritzendem, mit etwas Kleister angedicktem Wasser gemacht. Weitere Aufnahmen natürlich, wie der Dicke in der Hüfte knickt, nach vorne kippt und von zwei Leuten an den Füßen nach hinten aus dem Bild gezogen wird.

Der Drache aus dem Traum wäre auch der Wels gewesen, mit einem Drachenkopf, den ich als Handpuppe schon gebastelt hatte, davorgecompt und mit etwas Unterwasser-Stilisierung weiter bearbeitet hätte.
Aus einer läppischen Idee wird schnell Ben Hur. Ich fand nicht die Darsteller, die mir vorschwebten. Ich hatte hauptjobbedingt zu wenig Zeit. Als uns klar wurde, dass wir den Laden nicht kaufen konnten, verlor ich endgültig das Interesse.



Antwort von rob:

Jott hat geschrieben:
Als ich jung war, kannte ich einen Produzenten, der siebenstellig im Jahr mit Massen-Fremdschäm-Schrottspots für's Kino verdiente: Gastronomie, kleine Autohändler, Modeläden auf dem Land ...
Prinzip: zwei Praktikanten, 35mm-Ratterarri (wow!), eine Lampe zum Draufballern, 10m Film eingelegt für zwei holpernde Schwenks durch's volle oder gern auch leere Lokal. Reißzoom auf Visitenkarte. Zack. 15 Sekunden oder so.
Hatte funktioniert. Die Opfer - Hunderte pro Monat - waren stolz und glücklich, dass sie zum Preis einer Minianzeige im Amtsblatt ins Lokalkino kamen. Hollywood!
Das ist ja selbst schon eine Filmstory - großartig! :-) (sorry für off-topic)

Viele Grüße

Rob/
slashCAM



Antwort von Sven_82:

Ok deine Idee war wirklich ausgereift.
Allein weil du schon so weit gekommen bist, hättest du weiter machen müssen.
Bezahlst du dann eigentlich deine Statisten oder sind das freie?

So, dennoch noch mal zurück zum Thema :)
Ihr meint also es reicht wenn ich einen Dreizeiler schreibe auf dem steht, das die Leute damit einverstanden sind das ich sie Filme?



Antwort von Jott:

rob hat geschrieben:
Jott hat geschrieben:
Das ist ja selbst schon eine Filmstory - großartig! :-) (sorry für off-topic)

Viele Grüße

Rob/
slashCAM
Ich werd‘s ihm bei Gelegenheit ausrichten!



Antwort von carstenkurz:

Sven_82 hat geschrieben:
So, dennoch noch mal zurück zum Thema :)
Ihr meint also es reicht wenn ich einen Dreizeiler schreibe auf dem steht, das die Leute damit einverstanden sind das ich sie Filme?

Ort und Zweck etwas eingrenzen. Nicht nur das Filmen, sondern auch die Verwendung der Aufnahmen aufführen.

- Carsten




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