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3CCD Mini-DV als Webcam unter Linux?



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Frage von Hackler:


Ich soll mich demnächst um eine 2-tägige Videokonferenz kümmern. Dabei soll ein Raum bei uns, mit bis zu 10 Menschen gleichzeitig teilnehmen. Mit günstigen Webcams ist das irgendwie unmöglich.

Jetzt hätte ich Zugriff auf eine ältere Panasonic NV-GS250 3CCD Mini-DV-Kamera und denke mir, naiv wie ich bin, das sollte doch damit gut funktionieren.

Also folgende Fragen:

Wie kann ich das Live-Videosignal von der Kamera direkt per FireWire übertragen, ohne Umweg über das DV-Band? Sollte doch möglich sein, quasi "externer Monitor" für die Kamera? Im Handbuch habe ich leider keine Hinweise dazu gefunden. Ich spreche natürlich nicht von der "Webcamfunktionalität" per USB, die heutigen Ansprüchen nicht mehr genügt. ;)

Mit welchem Programm unter Linux, kann ich den FireWire-Eingang als Kamera-Quelle definieren, die dann auch dem Webbrowser zur Verfügung gestellt wird?

Wie sieht es im Idealfall mit externem Ton aus? Ich würde gerne auch ein besseres Mikrofon (oder sogar mehrere per Mischpult) benutzen. Wie kann ich im Rechner eine vom Videostream unabhängige Audioquelle angeben, oder muß ich mit dem Ton zwingend über die Kamera?



Antwort von TheBubble:

Die meisten Kameras geben auch ohne Aufnahme Live via FirewireFirewire im Glossar erklärt die Daten aus. Alternativ kann man auch eine analoge Zuspielung über einen DV-Grabber realisieren. Unter Windows steht der Stream im Prinzip als Live-Bildquelle zur Verfügung (einfach die Aufnahme starten), allerdings muss das Programm sie trotzdem akzeptieren und es kann sein, dass völlig auf Webcams fokussierte Software das nicht unterstützt.

Keine Ahnung, wie es Linux handhabt. Ich kenne dort nur ein Programm zum Übertragen von DV-Aufnahmen, ob das allerdings die Daten in irgendeiner Form an einen Webbrowser weiterreichen kann, weiß ich nicht - zumal sie ja vorher vermutlich auch noch dekomprimiert werden müssen, denn welcher Webbrowser wird den alten DV-Codec unterstützen?



Antwort von cantsin:

Linux verwendet für Webcams (die auch wie den Web-Browser verwendet werden können) einen Treiberunterbau namens "video4linux", schon seit Urzeiten des Linux-Kernels. Für Firewire-/DV-Kameras gibt es keine native video4linux-Unterstützung, aber wohl Workarounds, siehe hier:

"video1394 is not a Video4Linux (V4L) driver. There are no Video4Linux drivers for Digital Camera video or DV on ieee1394. Instead, one must use a user-space program in conjunction with the vloopback Video4Linux driver. Examples of such user-space programs can be found in libdc1394. Coriander can also export to Video4Linux."
https://ieee1394.wiki.kernel.org/index.php/Video1394

Ich fürchte, dass es eine ziemlich komplexe und esoterische Angelegenheit wird, Deine DV-Kamera als Webcam zum Laufen kriegen, wenn's überhaupt funktioniert. Und kriegst heute für ca. 25 EUR Webcams mit weitaus besserer Bildqualität als DV-Kameras (mit ihrer SD-Auflösung im Halbbildverfahren...), wenn Du auf ein Zoomobjektiv verzichten kannst...








Antwort von Jott:

Hackler hat geschrieben:
Ich soll mich demnächst um eine 2-tägige Videokonferenz kümmern. Dabei soll ein Raum bei uns, mit bis zu 10 Menschen gleichzeitig teilnehmen. Mit günstigen Webcams ist das irgendwie unmöglich.
Klingt wichtig. So wichtig, dass unbedingt ein 16 Jahre alter 4:3 (!)-Camcorder ran muss, mit erheblich schlechterer Bildqualität als praktisch jede heutige Billig-Webcam? Verstehe. Man spart, wo man kann.

Mach dich (bzw. deinen Arbeitgeber?) nicht unglücklich und halt dich da lieber raus. Denk drüber nach.



Antwort von TheBubble:

Jott hat geschrieben:
So wichtig, dass unbedingt ein 16 Jahre alter 4:3 (!)-Camcorder ran muss, mit erheblich schlechterer Bildqualität als praktisch jede heutige Billig-Webcam? Verstehe.
Das sehe ich anders. Ein guter 20+ Jahre alter DV-Camcorder hat außer der fehlenden Auflösung ein viel besseres und ansehnlicheres Rauschverhalten. Webcams rauschen manchmal wie blöd und auch 720p steht gefühlt oft nur auf dem Papier. Vom Objektiv (gute Zoomoptik gegenüber schlechtem Weitwinkel) ganz abgesehen.

Die sinnvollste Lösung wäre es allerdings, eine moderne Kamera zu verwenden.



Antwort von cantsin:

TheBubble hat geschrieben:
Das sehe ich anders. Ein guter 20+ Jahre alter DV-Camcorder hat außer der fehlenden Auflösung ein viel besseres und ansehnlicheres Rauschverhalten. Webcams rauschen manchmal wie blöd und auch 720p steht gefühlt oft nur auf dem Papier. Vom Objektiv (gute Zoomoptik gegenüber schlechtem Weitwinkel) ganz abgesehen.
Sieh Dir mal aktuelle 1080p-Webcams an, die Du für 25 EUR bei Mediamarkt, AliExpress & Co. kaufen kannst, dann revidierst Du Dein Urteil. (Ich habe das auch getan.) In den Dinger stecken i.d.R. aktuelle Sony Sensor/Kameramodule aus der Smartphoneentwicklung. Auch bei Schwachlicht sind die erheblich besser als ein alter DV-Camcorder. Uns spuken da zum Teil noch überholte Wertvorstellungen im Kopf 'rum, weil die Technik früher mal teuer war und auf den Camcordern-Zoomobjektiven oft Namen wie Zeiss und Leica stehen...



Antwort von Jott:

4:3 Interlaced. Brillante Idee. Lattenzäune im Bild bei Bewegungen, dazu Balken links und rechts oder wahlweise fette Menschen mit breiten Köpfen. Hat was.



Antwort von TheBubble:

Jott hat geschrieben:
4:3 Interlaced. Brillante Idee. Lattenzäune im Bild bei Bewegungen, dazu Balken links und rechts oder wahlweise fette Menschen mit breiten Köpfen. Hat was.
Gute 3CCD Kameras konnten progressive. Aber muss man für einen einfachen Videocall höchste Qualitätsansprüche haben? Braucht man dann neben Top-Kameras nicht noch einen Stylisten, gezielte Lichtsetzung und eine trendbewusste Studioeinrichtung? Und selbst dann, was ist mit dem Ton?



Antwort von cantsin:

TheBubble hat geschrieben:
Jott hat geschrieben:
4:3 Interlaced. Brillante Idee. Lattenzäune im Bild bei Bewegungen, dazu Balken links und rechts oder wahlweise fette Menschen mit breiten Köpfen. Hat was.
Gute 3CCD Kameras konnten progressive.
"All DV variants except for DVCPRO Progressive are recorded to tape within interlaced video stream."
https://en.wikipedia.org/wiki/DV

Man kann daher davon ausgehen, dass über FirewireFirewire im Glossar erklärt und im Live-Betrieb nur ein Interlaced-Signal geht.



Antwort von TheBubble:

cantsin hat geschrieben:
TheBubble hat geschrieben:

Gute 3CCD Kameras konnten progressive.
"All DV variants except for DVCPRO Progressive are recorded to tape within interlaced video stream."
https://en.wikipedia.org/wiki/DV

Man kann daher davon ausgehen, dass über FirewireFirewire im Glossar erklärt und im Live-Betrieb nur ein Interlaced-Signal geht.
Das spielt in der Praxis kaum eine Rolle. DV ist sowieso Frame-Basiert, die Halbbilder werden zu einem FrameFrame im Glossar erklärt verwoben. DV-"Pseudo"-Progressive nimmt eben beide Halbbilder zum gleichen Zeitpunkt auf und verpackt diese in ein Frame. Die Software kann einfach so tun, als ob. Der einzige echte Nachteil: Die Chroma-Abtastung bleibt verwoben, echtes Progressive könnte hier mehr liefern. Muss man so hinnehmen.



Antwort von Jott:

Also, dann wäre das geklärt: der Oldtimer ist supi für den Zweck! Leute ... nicht mein Problem.



Antwort von TheBubble:

Nö, isser nicht. Allerdings halte ich eine mäßige Cam für besser als eine noch mäßigere Cam, oder eben gar keine.

10 Leute mit vorbildlichem Corona-Abstand wird man auch im UHD Breitbild kaum erkennen können. Vielleicht wenn man vor dem PC klebt. Da nützt neuste Technik also trotzdem wenig. Aber jeder wie er mag.








Antwort von cantsin:

Hier mal Beispiel-Framegrabs aus einer 25-Euro-Webcam, von einer Streamingperformance zweier befreundeter Künstler; Bildqualität nach dem StreamingStreaming im Glossar erklärt, also mit allen Encoding-Artefakten von Facebook/YouTube:

mpv-shot0004.jpg mpv-shot0005.jpg mpv-shot0007.jpg mpv-shot0009.jpg mpv-shot0011.jpg mpv-shot0012.jpg
Ich bezweifele, dass eine alte DV-Kamera hier besser ist...



Antwort von Jott:

Und ein gutes Smartphone, das sicherlich zur Hand ist, wäre noch deutlich besser. Streamt sogar von selber oder gibt alles über HDMIHDMI im Glossar erklärt raus, kein IT-Gewürge, um eine tote Schnittstelle aus dem Grab zu holen. Mikros/Mischpult könnte man bei Bedarf auch anschließen. Besser natürlich direkt an den Rechner.



Antwort von Hackler:

Hui, das sind ja eine ganze Menge an neuen Fässern, die ihr da aufmacht.

Es geht um einen Verein ohne Kohle, keinen Job. Nachdem die Konferenz 2 Tage dauern soll, mag ich trotzdem das Beste mit den beschränkten Möglichkeiten herausholen. Bezüglich Webcams, das was ich bisher an – auch sehr neuen – Notebooks und den eingebauten Kameras getestet habe, ist unterirdisch. Mir kommt vor ab 2 Meter Entfernung geht da überhaupt nichts mehr. Den Camcorder habe ich wegen WeißabgleichWeißabgleich im Glossar erklärt, Fokus, externem Audioeingang usw. in Betracht gezogen. Das Bild ist ja immer noch sehr gut, jedenfalls um vieles Besser als alle Consumer-Webcams die ich bisher gesehen habe. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren, und wenn ihr wirklich Empfehlungen für aktuelle günstige und brauchbare Webcam-Modelle, die mir den ganzen Raum streamen habt, nur her damit. Die Bilder oben schauen ja wirklich ganz passabel aus.

Der NV-GS250 könnte 16:9 (angeblich auch "echtes", was immer das heißt). Muß man eben auch ausprobieren.

Der Tipp mit Video4Linux und Coriander war gut. Coriander ist tot, aber es gibt seit einiger Zeit anscheinend "Firewire Core" für Linux, und den Stack "Juju" da sollte vieles laufen. Ob das jetzt aktuell mit V4L zusammenarbeitet muß ich mir anschauen.

Jetzt gerade habe ich in einer Werbebroschüre (im Handbuch steht nichts davon) gelesen, daß Panasonic den DV-Stream in den Modellen auch über USB2 zur Verfügung stellt. Dann wäre alles viel einfacher.

Smartphones nutzen wir alle nicht wirklich. Das würde nur 1000 neue Problemfelder eröffnen. Mischpult ans Smartphone z.B., ... ?

Corona-Abstände im Sommer dann mit geimpften oder getesteten Menschen ist eher ein untergeordnetes Problem. Wir wollen ja nicht gruppenkuscheln. ;)




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