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Test : Nikon Z6II und Video Assist 12G: Wie gut ist Blackmagic Raw mit der Nikon Z6II in der Praxis?

von Fr, 14.Mai 2021 | 4 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Setup und Handling: Nikon Z6 II & Blackmagic Video Assist 12G
Belichtung: Nikon Z6 II und Blackmagic Video Assist 12G
Hauttöne: RAW vs Log vs LUT
Autofokus: Nikon Z6II und Nikkor 24-70 @ f2.8
4K 10 Bit 50p?
Fazit



Mit der Nikon Z6II stellt Nikon seine bislang beste, videoaffine Vollformat DLSM vor. Im Vergleich zum Vorgänger bietet das IIer Update jetzt u.a. interne 4K 50p Aufnahme (exklusive N-Log), einen verbesserten Video Eye-AF und Blackmagic RAW Unterstützung via Video Assist 12G. Wir haben uns die Nikon Z6II in Kombination mit dem Blackmagic Video Assist 12G in der Praxis angeschaut.

Hier unser Testclip mit Caro, den wir an einem Starkwind-Tag in Berlin aufgenommen haben. Zum Einsatz kamen neben der Nikon Z6II das Nikkor Z 24-70mm1:2.8 S sowie der Blackmagic Video Assist 12G. Als Kamera-Cage haben wir einen universellen Half-Cage und als ND-Filter unseren bewährten Vario-ND Eclipse von Genustech genutzt. Ebenfalls mit von der Partie war der neue „aktiv“ Fluidkopf von Sachtler, den wir derzeit testen.


Neben der Hauttonwiedergabe im Vergleich zwischen Nikon N-Log ProRes und Blackmagic Raw haben wir uns auch den Augen-Video-AF sowohl handgehalten als auch am Stativ mit bewegter Protagonistin und die interne 50p (8 Bit) Aufnahme der Nikon Z6II angeschaut.



Setup und Handling: Nikon Z6 II & Blackmagic Video Assist 12G



Wir hatten für unseren Blackmagic RAW Test den aktuellen Video Asssist 12G HDR in der größeren 7“ Version zur Verfügung. Das drehfertiges Setup inkl. Nikon Z6II, Camera-Halfcage, Magic Arm, zwei Sony NP-F750 Akkus brachte stattliche 3 kg Gewicht (3.077g) auf die Waage.

Nikon Z6II


Die Blackmagic Video Assists bieten traditionell ein Metallgehäuse, was einen durchaus robusten Eindruck hinterlässt aber auch etwas Mehrgewicht im Vergleich zur Konkurrenz mitbringt. Wir empfehlen für die Montage von größeren Monitorrekordern auf jeden Fall einen Kameracage.

Nikon Z6II und BMD Video Assist 12G


Entsprechend haben wir einen Universal Half-Cage an der Nikon Z6II reaktiviert und den Video Assist 12G mit einem Magic Arm (Schraubkugelkopf) am Cage befestigt.

Im Hinterkopf sollte man bei der Nikon Z6 II behalten, dass der HDMI-Out als Mini-HDMI (Typ-C) verbaut wird. Das ist zwar von der Stabilität minimal besser als ein Micro-Stecker - lieber hätten wir jedoch einen Standard Typ A HDMI gesehen, wie er bei einigen Konkurrenzmodellen mittlerweile Standard ist. Als HDMI-Kabel kam ein Spiral-Kabel (kurz) von Atomos zum Einsatz.

Auto Rec via Aufnahme Taste an der Nikon Z6II klappte im Verbund mit dem Blackmagic Video Asssist 12G HDR problemlos und ohne weitere Konfiguration: Sowohl in BM Raw als auch in ProRes HQ. Für beste SD-Karten-Performance bei der RAW-Aufnahme empfehlen wir einen Blick auf die offizielle Liste von Blackmagic – wir sind gut mit den sehr schnellen V90 SD-Karten von Panasonic gefahren, die auch mit 4K Q0 BMD Raw kein Problem hatten.

Und am Rande notiert: Der Akkuverbrauch der Nikon Z6 II bewegt sich im Videobetrieb auf vorbildlich niedrigem Niveau: Nach ca. 90-minütigen On/Off Betrieb hatten wir noch 70% Akkuleistung – ein sehr guter Wert.



Belichtung: Nikon Z6 II und Blackmagic Video Assist 12G



Beim Thema Belichtung sind wir große Freunde der False Color Funktion, welche der Blackmagic Video Assist 12G standardmäßig von Hause aus mitbringt. Wir hatten bei fast allen Aufnahmen das Nikkor Z 24-70mm1:2.8 S mit offener Blende genutzt und hatten keine Probleme via False Color zu belichten.

False Color Funktion beim Video Assist 12G


Under Tip: Grundsätzlich würden wir sowohl bei Raw als auch bei externem ProRes Recording eher dazu raten, ca. ½ Blende überzubelichten, da hier noch etwas Luft nach oben besteht.

Was uns bei der Nikon Z6II in Hinblick auf zukünftige Videofunktionen noch fehlt, ist ein internes Waveform-Monitoring. Falls Nikon in Zukunft eine interne N-Log-Aufnahme-Option plant (wozu wir dringend raten), wäre ein entsprechendes Waveform-Monitoring Pflicht.



Hauttöne: RAW vs Log vs LUT



Die Hauttonwiedergabe der Nikon Z6II arbeitet grundsätzlich auf angenehm hohem Niveau. Beim direkten Hauttonvergleich zwischen Blackmagic RAW und ProRes HQ schwingt für uns das Pendel Richtung ProRes Material, was eher indirekt mit der Hauttonwiedergabe zu tun hat: Im direkten Vergleich bietet das ProRes-Material klar das höherwertiger aufgelöste Bild - und damit in unseren Augen auch eine insgesamt natürlichere Darstellung.

Nikon Z6II und BMD RAW Q0


Beide 4K Formate arbeiten in unserem Vergleich mit annähernd der gleichen Datenrate.
Bei beiden Formaten haben wir einen leichten Grün-Tint korrigiert und sind gut mit dem Color Managed Workflow von Resolve 17.2 gefahren.

Nikon Z6II und ProRes HQ


Bei Bedarf liesse sich die etwas geringere Auflösung des Blackmagic RAW Materials bei Beauty-Shots auch kreativ als leichter Diffusionsfilter nutzen. Persönlich würden wir jedoch stets das sauber aufgelöste Bild als Ausgangsmaterial nehmen und dann bei Bedarf noch entsprechende Diffusion via Filter oder in der Post hinzufügen.



Autofokus: Nikon Z6II und Nikkor 24-70 @ f2.8



Die „augenfälligste“ Neuerung stellt das verbesserte Augentracking im Videomdodus der Nikon Z6 II dar. Nicht nur haben wir den Eindruck, dass der Tracker an Zuverlässigkeit dazugewonnen hat, auch die Entfernung, bis zu der Augen erkannt werden, scheint deutlich zugelegt zu haben.

Nikon Z6II - gute AF-Performance im Videobetrieb mit Face- und Augentracking


Unterm Strich bewegt sich das Autofokussystem der Nikon Z6 II auf ansprechend gutem Niveau. In den Standardeinstellungen würden die Start/Stop Übergänge im Videobetrieb von einer etwas sanfteren Ansteuerung profitieren – doch am Gesichts- und Augentracking gibt es wenig auszusetzen. Sowohl für Gimbalshots als auch Freihand-Aufnahmen sehen wir die Nikon Z6II gut geeignet.

Unterm Strich würden wir das Autofokussystem der Nikon Z6II im Videobetrieb knapp hinter den beiden aktuellen Referenzsystemen von Canon und Sony auf einem guten dritten Platz einordnen.



4K 10 Bit 50p?



Zu kurz ist Nikon unserer Meinung nach beim Update der Nikon Z6 II in Sachen 4K 50p-Optionen gesprungen. Weder intern noch extern bietet die Nikon Z6 II aktuell die Möglichkeit, in 4K 10 Bit 50p aufzunehmen. Wer 4K 50p bei der Nikon Z6 II benötigt, muss auf die interne 8 Bit Option in Verbindung mit einem der Nikon Bildprofile zurückgreifen.

4K 50p in 8 Bit mit Bildprofil „FL“ - farbkorrigiert


Wir haben hier das flache Nikon Bildprofil „FL“ in den Standardeinstellungen genutzt, was jedoch für unseren Geschmack zu viel digitale Nachschärfung mit sich führt und auch farblich anders agiert als externes Nikon N-Log ProRes bzw. BM RAW.

Wer das 8 Bit 50p Material mit dem 24/25P Material von BM RAW oder ProRes matchen will, muss sich also neben einer etwas aufwendigeren Farbkorrektur auch eine Strategie in Sachen Nachschärfung einfallen lassen. All dies liesse sich kurzfristig mit externer 4K 50p Ausgabe via HDMI lösen. Wir sind gespannt darauf, ob Nikon hier demnächst mit einem Firmware-Update nachlegt. Mittelfristig sollte Nikon jedoch auch eine interne 10 Bit N-Log Aufzeichnung in 24/25 und 50p realisieren, wenn man im Videobereich nicht zu weit zurückfallen möchte.



Fazit



Die Stärken der Nikon Z6II liegen für uns bei der guten Hauttonwiedergabe - sowohl beim externen 10 Bit N-Log ProRes als auch beim neu hinzugekommenen externen Blackmagic Raw. Letzteres fällt jedoch bei der Auflösung etwas ab, weshalb wir für bestmögliche Qualität zum etablierten ProRes-Workflow raten. Darüber hinaus bietet die Nikon Z6 II eine gute AF-Performance im Videobetrieb und einen vorbildlich niedrigen Akkuverbrauch.

Zulegen muss Nikon noch beim Thema 50p Recording: Lediglich 8 Bit 4K 50p intern und keine externe 10 Bit 4K 50p sind in Zeiten wo der Markt bereits 10 Bit 4K 120p LOG intern bietet, zu wenig.

Unterm Strich stellt die Nikon Z6II eine solide Arbeitsplatform für all diejenigen zur Verfügung, die bereits in Nikon-Objektiven investiert haben und bei denen die Videoproduktion ein Add-On zum Schwerpunkt Fotografie darstellt. Andererseits könnte Nikon mit einer internen 4K 50p 10 Bit N-Log Option, einem etwas aufgebohrtem Codec und einem Waveform-Monitoring mit relativ wenig Aufwand deutlich mehr Videoproduzenten ansprechen. Die Zukunft wird zeigen, welchen Weg Nikon hier einschlagen wird ...


  

[15 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
roki100    19:22 am 16.5.2021
Kannst Du auch mit Davinci machen. z.B.: https://www.youtube.com/watch?v=O8G2Uf_KYDE
Darth Schneider    06:36 am 16.5.2021
Nun ja Panasonic verhält sich auch nicht gerade intelligenter zumindest was die Gh5 Mark 2/Gh6 betrifft. Ich denke wenn kein grundsätzliches Umdenken in beiden Firmen stattfindet...weiterlesen
funkytown    15:11 am 15.5.2021
Ist mir ebenfalls ein Rätsel. Anscheinend hat man primär die Fotografen im Blick, die auch bisschen filmen wollen. Dafür soll dann 8 Bit intern wohl reichen. Allerdings passt...weiterlesen
[ Alle Kommentare ganz lesen]

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update am 13.Juni 2021 - 15:02
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