Test  JVC GZ-EX515 und GZ-EX510

JVC GZ-EX515 und GZ-EX510

Als GZ-EX515 unterscheidet sich das neue JVC-Modell durch einen Mikrofoneingang, Kopfhörer-Ausgang und einen Zubehörschuh von der GZ-EX510. Doch macht sie das auch zu einer Kamera für anspruchsvolle Amateurfilmer?

// 16:18 Mi, 27. Feb 2013von

Dieses Modell von JVC wird in zwei Ausführungen geliefert. Als "normale" GZ-EX510, sowie als GZ-EX515, die sich durch einen Mikrofoneingang, Kopfhörer-Ausgang und einen Zubehörschuh unterscheidet. Doch macht sie das auch zu einer Kamera für anspruchsvolle Amateurfilmer?





Ausstattung

Der für HD-Verhältnisse sehr kleine BSI-CMOS-Chip mit 1/5,8-Zoll sitzt hinter einem 38fach Zoom-Objektiv mit Anfangsblende F1,8 (bis F3.9). Der Weitwinkel beträgt knapp 30mm bezogen auf Kleinbild. Neben iFrame (mit 960 x 540 oder 1280 x 720 (!) Pixeln), beherrscht die Kamera AVCHD-Aufnahmen bis 1080p50 mit 28 Mbit/s. SD-Auflösungen werden nicht unterstützt.



Die Kamera selbst ist nicht so klein und so stylisch, wie die GZ-VX815 und GZ-VX810 aus dem gleichen Hause, sondern klassentypisch groß. Dafür besitzt sie auch einen vollautomatischen, integrierten Objektiv-Schutz. Die traditionelle Keilform liegt gut in der Hand, trägt aber nicht gerade zur Unterscheidbarkeit bei. Aber wie viele Anwender kaufen sich schon eine solche Kamera wegen ihres Aussehens?



JVC GZ-EX515
JVC GZ-EX515


Das 3 Zoll Touch Screen Display löst mit 230k Pixel unterdurchschnittlich auf, was sich besonders beim Schafstellen negativ bemerkbar macht. Digitale Hilfen wie Peaking oder vergrößerter Bildausschnitt gibt es nicht. Auch Zebra oder Histogramm sucht man vergebens. Doch das hat auch einen Grund, denn an manueller Bildkontrolle erlaubt die Kamera nur das Einstellen der globalen Helligkeit. Shutter- und Blendenwerte sowie Parameter zum Nachjustieren der Bildcharakteristik gibt es nicht. Immerhin der Ton lässt sich separat aussteuern, wenn auch nur grob in 5 Stufen. Die Menü-Verschachtelung ist dabei unnötig tief. Hier bedient sich die Konkurrenz deutlich besser und klarer.





Bedienung

Die Automatik erlaubt dafür verschiedene Touch-Präferenzen, um Belichtung und Fokus durch Tippen auf das Motiv anzupassen: Haustier-, Bereichs-, Gesichter- oder Farbbereichs-Tracking stehen zur Auswahl. Diese reagieren eher träge, was jedoch während der Aufnahme durchaus positiv zu werten ist, da hier schnelle Fokus- oder Belichtungsänderungen der Film-Ästhetik meist eher abträglich sind.





Wifi - Wlan

Wie es aussieht, glauben viele Hersteller daran, die Gattung Camcorder durch spezielle Zusatzfunktionen gegenüber Smartphones und Fotoapparaten abgrenzen zu können. Bei JVC spielt dabei integriertes WLAN schon seit geraumer Zeit eine große Rolle in der Marketing-Stategie:



So beherrscht die Kamera Wohnungsüberwachung mit automatischem Foto-E-Mail-Versand über Live-Streaming via USTREAM, Live-Vorschau, ferngesteuerte Aufzeichnung und Datentransfer zu Tablets/Smartphones, Übetragung an Fernseher , sowie drahtloses Backup. Dass dabei ein Camcorder auch noch für ambitionierte Filmgestaltung interessant sein könnte, tritt bei solchen Funktionen automatisch immer weiter in den Hintergrund.







Aus dem Messlabor

Der Sweep fällt früh ab und zeigt dazu einen starken Buckel, was auf eine starke digitale Nachschärfung hinweist.



Luminanzauflösung



So fehlen auch im ISO-Chart viele Details und die starke digitale Nachschärfung sorgt für unnatürlich harte Kontrastkanten.



ISO-Testbild



Die Farbauflösungs-Kurve fällt auch früh ab und zeigt gegen Ende leichtes Farbaliasing, das sich in leichten Farbstörungen äußert.



Chrominanz-Auflösung



Die Verzeichnung im maximalen Weitwinkel ist nicht sonderlich groß, zeigt aber deutliche chromatische Aberrationen in der linken, unteren Ecke.



Objektiv-Verzeichnung



Die Farben der EX515 wirken teilweise etwas überdreht, die Hauttöne fallen einen Tick zu rosafarben aus.



1200 Lux (Klicken für Bild in voller Auflösung)



Bei wenig Licht kann der kleine Sensor der EX515 nicht viel Bild erzeugen. Rauschen und Unschärfen dominieren den 12 Lux-Test.



12 Lux mit 1/25 Sek und manuellem Weißabgleich. (Klicken für Bild in voller Auflösung)



Trotz externen Audioanschlüssen ist die Klangqualität der EX515 nur mittelmäßig ausgefallen.



Störgeräusche





Fazit

Die GZ-EX510/515 dürfte vor allem als zusätzliche Wifi-Gadget Kamera für SmartPhones interessant sein. Gegenüber günstigeren Lösungen kann das JVC-Modell dabei mit besserer Bildqualität auftrumpfen. Die GZ-EX515-Variante mit Mikro, Kopfhörer und Zubehörschuh ist im manuellen Modus wenig zu gebrauchen, weil die Bedienung einerseits sehr umständlich ist und andererseits wichtige manuelle Funktionen ganz fehlen. Als 1080p50-FullHD-Camera nutzt man sie besser nur im Automatik-Modus, wobei das iFrame-Format mit 720p vielleicht für Apple Anwender interessant sein könnte, die bei der Konkurrenz oft nur 540p vorfinden. Dafür muss man die JVC-Farben allerdings mögen.


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