Gleiches Schicksal - DNG?
Nach jahrelanger Fürsprache, unter anderem durch Robert Edwards im ISO-Gremium, wurde DNG jetzt offiziell als ISO-Standard ISO 12234-4 festgeklopft und der Ball liegt damit jetzt definitiv im Feld der Kamerahersteller: Sie könnten ihre proprietären RAW-Formate nun parallel zu DNG in ihren Kameras anbieten – wie es beispielsweise Pentax praktiziert. Und müssen niemals befürchten, für DNG in irgendeiner Form kostenpflichtig Lizenzen zahlen zu müssen. Zugleich ist das Format allerdings damit auch in weiten Bereichen festgelegt und nicht weiter nach den eigenen Interessen veränderbar.
Das mag für die Hersteller nicht optimal sein, hat aber für die Anwender einen wichtigen Vorteil: Die Beständigkeit über die Zeit. Denn eine Normierung eines Formates hilft, dass Bilder auch in Jahrzehnten noch lesbar sind, weil das Format von gängigen Tools noch immer geöffnet bzw. gelesen werden kann. Nischen-Formate oder Codecs mit teuren Lizenzen fallen dagegen gerne irgendwann aus den Import-Listen der Applikationen und können dann in einem Jahrzehnt vielleicht schon ein Problemfall sein, wenn man auf sie zugreifen möchte.
Doch ohne die großen Kamerahersteller wird das nicht funktionieren, und die scheinen das normierte DNG nicht unbedingt mit offenen Armen zu empfangen. Der Grund für die Verweigerungshaltung liegt vermutlich in der Befürchtung, als Hersteller für den Kunden damit noch austauschbarer zu werden.
Wenn das eigene RAW-Dateiformat mit Kameras der direkten Konkurrenz kompatibel wäre, dürfte der Workflow mit entsprechenden LUTs letztlich auch dafür sorgen, dass keine Kamera mehr durch ihre "persönliche Bildqualität" heraussticht - weil letztlich jede Kamera dann mit ein paar Klicks wie die andere aussehen kann. Mit einer eigenen RAW-Pipeline lässt sich dagegen der spezielle Signature Look der eigenen Kameras deutlich besser vermarkten. Und überspielen, dass hier letztlich sowieso jeder Hersteller mittlerweile mit den gleichen Zutaten kocht...


















