Interviews : Erste 90 Minuten Doku für arte u. ARD auf Canon EOS 7D: DSLR-Dreh
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Interviews : Erste 90 Minuten Doku für arte u. ARD auf Canon EOS 7D

von Di, 14.September 2010 | 5 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Die Charité
  DSLR-Dreh
  Postproduktion



DSLR-Dreh



Alles mit DSLRs ?

Der Anfangsgedanke war eigentlich auf ner Sony zu drehen … auf der 700er (Sony PDW 700 XDCAM HD) und dann hat sich herausgestellt, dass die Kamera nicht das Richtige für den Film ist. Das, was interessant ist an der Charité hat einfach ein anderes Medium, eine andere Sichtweise verlangt. Um der Komplexität der Inhalte und Abläufe in der Klinik gerecht zu werden, muss man viel mehr aus der Menge der Bild-Informationenaussuchen können. Und dieses „Aussuchen“ war dann mit der Canon viel eher möglich als mit der großen Sony. Plus: Wenn die große Sony-Kamera um die Ecke kommt, ist das wie ein Leuchtturm und dann kann man die Szene eigentlich vergessen. Auf der großen haben wir wenn`s hochkommt 15 Discs gedreht, auf der Canon 1,5 Terrabyte

Canon EOS 7D Rigg mit Krasnogorsk 16mm Schulterstütze aus den 70ern ...



Wie war eure DSLR ausgestattet, hattet ihr ein spezielles Rigg, gab es spezielle Brennweiten, SteadicamSteadicam im Glossar erklärt ?

Dazu muss man ein bißchen ausholen. Die Produktion war gedacht, ganz regulär mit der großen Sony zu machen. Dann hat sich herausgestellt, dass man nur mit der Canon durch ihre Tiefenschärfe eine Staffelung im Bild aufbauen kann, die dem Blick des Menschen viel näher kommt, als letztlich bei einer platten Videokamera. D.h. Wenn ich selektiv jemandem in einer Ärztegruppe zuhöre, dann höre und sehe ich nur den einen und vergesse das Drumherum der anderen. Wenn ich hingegen das normale Videobild habe, dann sehe ich 6 weisse Kittel und aus diesen spricht irgendeiner herraus. Ich kann ihn nicht herauslösen. Ich braucht aber die Isolierung in der großen Totale: Was ist in diesem Raum, an dieser medizinischen Behaldlungstechnik interessant? Wer hat bei 10 Ärzten im Bild das Sagen, wer ist der, der den Fehler gemacht hat, wer will noch was lernen und schaut deswegen genau hin, wer ist der, der schon alles weiss und vor sich hingrinst...Hier musste ich mit dem Mittel der Tiefenschärfe arbeiten. Und das zweite Ding war als oberstes Gebot: maximale Unauffälligkeit. D.h. Die Kamera nicht wirklich aufzumotzen, sondern sie als das zu nehmen, was sie ist. Sie zwar so aufzubauen, dass man sie über den ganzen Tag stabil handhaben kann, aber ohne dass man sie so groß gestaltet, wie es hier und da gemacht wird, mit Mattebox und Schärfezieheinrichtung fettem Schulter-Rig und, und und – dann kann man sagen: da kann ich dann auch gleich mit der großen drehen. Dieses Volumen an Kamera wollte ich nicht haben, dass man mit so einem halben Quadratmeter um den Körper durch die Gegend läuft. Dafür sind die Flure, die OPs, die Umkleiden, etc. viel zu eng und dazu dann noch das imaginäre Schild: Achtung hier wird gedreht. Das wollte ich auf keinen Fall!

Canon EOS 7D Rigg inkl. Z-Finder



D.h. ihr habt ohne Schärfezieheinrichtung gefilmt ?

Genau.

Du sagtest für Dich war das bewußte Legen der Schärfe ein wichtiges Kriterium beim Filmen – wie konntet Ihr die Schärfe da kontrolliert genug führen ? Und das ganze auch ohne Monitor ?

Ich hatte den LCD-Viewfinder dran und das war´s.

Ok

Dazu gehört, dass ich in den 3 Monaten Vorbereitungszeit recht viel das Auge an der Kamera hatte und mit ihr rumgespielt habe.

Und dann hast du gleich ne Augen-OP für Dich mitbestellt ?

Ja, Du musst wirklich mit diesem Ding eins werden. Ich meine ihr wisst das. Das ist keine Kamera, die man aus dem Karton zieht und dann macht sie „gute Bilder“. Man muss sich sehr an den Workflow gewöhnen, wie die Kamera arbeitet - man muss quasi sich der Kamera anpassen und nicht umgekehrt. Sie ist das, was sie ist, mit all ihren Limitierungen, also muss man schauen, dass man daraus das Beste herausbekommt. Mein Ansruch ist echt zu drehen, ohne großes Nachstellen und alles aus der Situation heraus abzufischen: Eine Mischung aus Guerilla-Dreh was die Drehtechnik und Kameraarbeit anbelangt und gleichzeitig halbwegs kontrolliert durch die bekannten Personen und Räumlichkeiten. Bei den medizinischen Vorgänge, wenn man sie ein Paar mal miterlebt hat, weiss man ungefähr, in welche Richtung die Mediziner gehen. Du fährst volles Risiko was die Kamera anbelangt aber du minimierst das Risiko durch die Überschaubarkeit der Abläufe. Wenn ein Gehirnchirurg zu einem Patienten geht, schaut er sich nicht die Füße an. Eine Überraschung weniger beim Dreh.

Was hattet ihr als Optik gewählt ? Was hat sich besonders bewährt ?

Ich hatte das Canon EF-S 17-55mm 1:2.8 IS USM Objektiv mit der 2.8er Öffnung um das Maximum an geringer Tiefenschärfe und das Maximum an Lichtstärke herauszuholen. Das war die Optik mit der ich zu 85% gedreht habe. Der Nachteil an der Optik ist, du landest ja irgendwo bei nem 85er im KB– du kommst an die meisten Sachen nicht nah genug heran, wo man da Gefühl hatte, jetzt würde ich noch gerne näher. Da kommst du dann in den Bereich der absoluten Sterilität des Operationsfeldes und das ist ein absolutes No-Go und auf der anderen Seite schafft diese Limitierung ab auch so was wie: Entweder gehst du dann tatsächlich rein in die Nähe, wenn du es darfst oder du musst gucken, dass du anders mit dem Ding umgehst. Innerhalb einer Szene ein Objektivwechsel ist nicht wirklich ratsam …

Aber wenn ich Canon da noch eins reinwürgen darf: Das 17-55mm hat bei 2.8er hat eine ganz große Schwäche oder Fehler, wenn man so will: Da hat sich Canon ein Ei gelegt. Die Endöffnung im Tele ist nicht 2.8, sondern du landest bei 3.5 oder 4. Wenn du dann da bist, stellst du erschreckt fest, dass dein Bild dunkler geworden ist, du musst nachjustieren und wenn du dann wieder auf Weitwinkel aufzoomst ist dein Bild um 1 bis2 Steps zu hell. Das macht dich total kirre. So eine Optik für 1000 Euro darf man eigentlich gar nicht auf den Markt bringen. Macht sich wohl irgendwie schlecht auf dem Werbeaufdruck 2.8-3.5 zu sagen … ?

Still aus „Die Chefärzte der Charité“



Als zweite Optik gab‘s das 70-300 mm mit einer 3.5 Anfangsstärke, stabilisiert. Ohne die Stabilisierung kannst du einen Freihand-Dreh bei der BrennweiteBrennweite im Glossar erklärt vergessen.

Ihr habt viel frei Hand gedreht ?

90% ist Freihand gedreht. Das Maximale was du von jemandem im medizinischen Alltag erwarten kannst, ist dass er vielleicht mal ne Sekunde wartet, damit du dich vor ihn stellst und ihn einmal von vorne aufnehmen kannst, wie er den Gang langgeht. Stativ aufstellen, justieren, abbauen. Das kannst du vergessen. Außerdem bist du dann unflexibel und äußerst auffällig. Diese Leute an der Spitze der Charité sind absolute Workaholics, Hochdruckarbeiter, die keine Zeit zu verschenken haben, auch nicht mit dir im Dreh – entweder du hast es im Kasten oder nicht, dann dein Pech. Du bist also auch mit der Kamera auf einen recht hohen energetischen Niveau. Du musst mit der Kamera so eins, sein dass du nie, nie nachdenken musst, was ich jetzt hier mache. Die ganzen techn. Parameter musst du drauf haben und sie dann vergessen.

War die Canon neu für dich gewesen oder hattest du zuvor schon mit der Kamera gefilmt ?

Nein, sie war absolut neu für mich. Ich habe früher fotografiert. Mir sagten Filmempfindlichkeiten und Belichtungszeiten immer schon mehr als bsp. Gain vom Video. Bei den großen Mühlen lässt du ja bestmöglich die Finger von der Belichtungszeit und anderen Parametern. Bei der Canon musst du sie kennen. BlendeBlende im Glossar erklärt, Belichtungszeit, ISO-Wert müssen immer optimal aufeinander eingestellt sein, damit Fehler minimiert werden. Kritisch ist wie die Kamera sich zur Bewegung verhält, das muss man einfach lernen: Um dann ein Bild herauszuholen, dass wirklich ansehnlich ist.

Es gab also eine Lehrzeit mit der Kamera ?

Ja auf jeden Fall, glücklicherweise nicht im Projekt sondern die hatte ich mir außerhalb genommen - ungefähr 3 Monate, in denen ich mit der Kamera rumgespielt habe. Angefangen wo du das erste mal mit dem Ding auf dem Balkon stehst und in die Gegend filmst und dann feststellst, was für ein beschissenes Bild das Ding macht … (lacht) und man denkst sich „Shit ich hab hier mein Geld versenkt“ und dann du bist kurz davor, in den Laden zurückzugehen und das Teil zurückzugeben und zu sagen: Da kann was nicht stimmen …

Meine Kamera macht keine tollen Bilder

… bis man sich dann mal schlau macht … das war Anfangs ein großer Schock .. da bin ich dann ins Forum … hab gesehen, dass ich nicht der einzige bin mit solch einem Schockerlebnis und dann kommt so allmählich immer mehr Vertrautheit auf. Bei dem Teil hast du das Gefühl du hast einen Rennwagen aus den 70ern in der Hand. Wenn du aufs Gas trittst, dann geht’s brachial los, aber du kannst es nicht beherrschen. Total pur. Alles was du machst ist 1:1 und ziemlich brutal da. Du musst mit dem Ding völlig anders umgehen als mit all den anderen die so schön abgepuffert sind.

Ton ?

Ja, das große Problem – nicht zu gebrauchen. Extern – alles komplett extern. Wir hatten ein Sounddevice mit 3 Eingängen, wovon einer per Funk immer am Chefarzt war, eine Angel dazu und je nachdem noch ein Aufsteckmikro bei mir auf der Kamera oder der Funkempfänger als Referenzton bei mir auf der Kamera. So dass du nachher dann wieder den Ton anlegen konntest.

Wie habt ihr die Bilder gesynct ?

Sehr, sehr aufwendig per Hand ... (lacht) Du kannst ja auch keine Klappe in der Vorlesung des Chefarztes schlagen.

Ihr habt also die Hüllkurven übereinander gelegt ?

Ja, genau. Wir waren jetzt nicht auf einem Schnittsystem wo man hätte sagen können, wir nehmen mal schnell Plural Eyes wo beispielsweise sowas schneller geht auf nem Apple ... Hier war s tatsächlich die gute alte Schule. Allein das syncen per Hand hat gut 4 Tage gekostet.

Ihr habt auch mit Kameramann gedreht oder nur Du allein ?

Ja, wir haben zu Begin mit einem Kameramann an der Sony 700 gedreht und ich die B-Kamera mit der Canon EOS 7D um hier und da ein Paar Beauty-Details einzufangen. Daraus entwickelte sich dann immer mehr, dass ich Kamera A wurde und die Sony die B und irgendwann gab`s dann nur noch mich und meine Kamera.

Still aus „Die Chefärzte der Charité“



Du hast Dir also nicht extra einen Kameramann gesucht, der sich speziell auf VideoDSLR-Aufnahmen spezialisiert hat ?

Nein. Die Devise war: No Risk No Fun (lacht)

Kannst Du Dein konzeptionelles Vorgehen etwas konkretisieren: Du hattest von einem inhaltlichen Gerüst gesprochen, was Du Dir zurecht gelegt hattest ...

Ja, wir hatten eine Art Outline wie man sie von fiktionalen Projekten her kennt, Bilder-Treatment würde ich es hier für das Doku-Projekt nennen. Jeweils die Kurzbeschreibung einer Szene und was die Szene eigentlich sagt – rein auf der Schriftebene, keine Fotos. Was auch der Sender vorliegen hatte, um es abzunicken. Du gehst nicht in ein solchen Projekt rein und erhältst auch nicht die Gelder wenn die nicht wissen: OK. Du kommst wahrscheinlich mit diesen oder jenen Geschichten/Bildern an. Du nickst und sagst: Genau mit diesem Bildern komm ich an und Du versuchst das zu zeigen was halt typisch ist für den Alltag der Protagonisten, vielleicht auch was den Alltags dieser Klinik von anderen unterscheidet. Du hast gewisse Highlights und an denen hangelst Du Dich entlang. Wir hatten zu Beginn 3, dann 4 Chefärzte und bauten von denen aus auf: Was ist deren Qualität, wofür stehen die.

So hat jeder eine Farbe bekommen und man versucht die auszufüllen: Der Klinikalltag, das Management, die Patienten – ein moderner Chefarzt ist nicht nur der erste unter allen Ärzten, sondern er ist auch wirtschaftlich verantwortlich für seine Abteilung. Jeder führt quasi ein mittelständisches Unternehmen. Sobald du weisst: Was ist hierbei wichtig, versuchst du genau diese Situationen wiederzufinden. Du fragst einfach nach, was in den nächsten Monaten ansteht, welche OPs wirklich einmalig zeigen, was die Leute hier im Haus besser können als woanders. Dann machen sie Vorschläge und du musst schauen, wie ist das rein theoretisch umsetzbar. Was ist eine Sache, die sich filmisch erzählt ? Ist das eine Untersuchung, die eher unfilmisch ist, aber vielleicht intellektuell spannend. Du versuchst also im Vorfeld bereits die Fußangeln zu minimieren. Heutige, moderne Medizin ist grundsätzlich extrem komplex und für ein großes Publikum überhaupt nicht 1:1 übertragbar. Aslo besteht meine Kunst darin, die Komplexität für den Zuschauer einfach zu übersetzen, ohne die Herausforderung und Vielschichtigkeit der Materie zu verflachen.

War es schwer für Dich die 90 Minuten-Länge als Vorgabe einzuhalten ? Hat es sich nach Luxus angefühlt so viel Zeit zu haben ?

Nein, es war nicht Luxus. Ich wollte diese 90 Minuten haben. Es ist ja immer das große Ziel, dass Du die 90 Minuten hinkriegst, dass Dir das jemand genehmigt und sagt: Jetzt darfst du´s. Groß als Luxus hab ich das nicht empfunden. Daraus etwas völlig anderes zu machen, was viel länger geht – einen Mehrteiler oder Experimetalfilm mit zehn Stunden wär´s jetzt nicht gewesen,Da müsste man eine komplett andere filmische Form nehmen. Das Ziel war von Anfang an relativ klar: Anspruchsvoller Dokumentarfilm mit Breitenwirkung, der das Potential hatals Zweiteiler in die ARD zur Primetime zu laufen. Man wollte also großes Fernsehen haben, was für alle konsumierbar ist und gleichzeitig eine hohe Qualität hat: Also die Quadratur des Kreises. Ein Fernsehsender darf sich alles wünschen: Weil er dir deinen Film bezahlt. Er gibt Dir Geld und sagt, wir wollen ein Kreis der Ecken hat und Du nickst dazu: Ja, klar, mach ich Ihnen.

Nachher wenn du dir das Material anschaust und in die Tiefe der Strukturen gehst, ist es gar nicht mal so sehr das Thema, dass man sagt: Können wir daraus nicht 120 Minuten machen oder einen Dreiteiler ?

Still aus „Die Chefärzte der Charité“



Der Zeitdruck auf der Timline des 90-Minüters entsteht aus der Konkurrenz der einzelnen Szenen zueinander: Ist die Tumor-OP wichtiger / weniger wichtig als die Geburt eines Frühchens, etc. Du musst knallhart wie im Militärlazarett entscheiden: Blutet weniger: 2 Min. Blutet stärker: 6 Min. Ältere Damen mit schwerem Schicksal: 8 Minuten. Innerhalb dieser Inseln muss Du dich dann bewegen ... Vom Material her, von der Intensität die wir aufgenommen haben ist sicherlich mehr als 90 Minuten drin. Aber die Chance wirst du realistisch nicht haben, davon einen längeren, anderen Film zu machen. Der ist schlicht und einfach nicht bestellt.

Du wirst bei der Auswahl selbst zum Emergeny-Room Doktor:

Vielleicht sehe ich das ja zu profan – aber Fernsehen ist halt selten: Wünsch Dir was. Trotzdem muss du eine klare Vision von dem Film haben, jenseits des Sender-Wunsches.

Habt ihr durch den Einsatz der Canon EOS 7D Kosten gespart ?

Ganz sicher. Was Du durch den Einsatz der Canon EOS 7D an Kosten sparst, kann man an Drehtagen wieder ausgeben. Du hast mit ihr einen Puffer, den du an anderer Stelle für mehr Qualität ausgeben kannst. Sagen wir mal so: Die Canon hat geholfen, dass das Projekt innerhalb seines Finanzierungsrahmens geblieben ist. Für den Produzenten eine willkommene schwarze Null. Hätten wir mit anderen Systemen gedreht, wäre dieser Film teurer geworden. Man kann Krankheiten nicht kontrollieren. Man kann medizinische Verläufe nicht kontrollieren. Man sagt zwar :O.K. Wir haben Minimum 25 Drehtage, Maximum ein Paar mehr, so Dreißig vielleicht aber versuch sie nicht komplett auszuschöpfen. Du drehst einen Protagonisten und im Verlauf entwickelt er sich nicht so stark wie gedacht. Oder: bei so einem Projekt drehst du viel, von dem du beim Dreh bereits weisst, das wird nicht in den Film kommen, weil das so kleine Königsdrehs sind. Du kannst dem Arzt nicht sagen, dass diese Untersuchung jetzt nicht so wichtig ist, aber sein neuestes technisches Spielzeug steht da drinnen. Also filmst du das und weisst genau, es wird nicht im fertigen Film vorkommen, So gesehen hat die Canon den Film ermöglicht, dass er im Rahmen geblieben ist. Mit anderen Systemen wäre es teurer geworden. Auf der anderen Seite hat die Canon aber auch Kosten produziert, die Du mit anderen nicht gehabt hättest: Allein das Ton-Syncen (s.o.), die Kosten für die Archivierung (Footage-RAID) etc. Wenn Du die Canon aber nicht überfrachtest mit Fokuspuller, Aufbauassistent etc., sondern sie wie ein 60er Jahre 16mm Autorenfilmer fährst, dann bist du unterm Strich günstiger.

Hattet ihr zusätzliches Licht für die Canon, z.B. ein LED ...?

Für die Canon hatten wir gar nichts. Aber für die sog. Kerninterviews mit den Chefärzten hatten wir einen „normalen Lichtaufbau“, Größenordnung: wie ein schlecht finanzierter Spielfilm: 2 4 Kinoflos, ne Bank, Profiler, 3 1KWs, Lichtpötte und ein bißchen Folie, das war`s. Relativ klein aber mit dem Versuch die Sache möglichst effektvoll einzurichten. Der Film war jetzt nicht überbudgetiert gewesen – aber halt auch nicht unter. Ich denke, wir haben für das Geld am Ende sehr viel mehr hingekriegt, eben weil die Wurzeln im Indie-Film liegen. Also, ich brauch die Dinge nicht, die einen sonst auf einem normalen Dreh wohlfühlen lassen: Du stehst in der Mitte und freust dich: Uiih, sind alle meinetwegen hier. Ich dreh da lieber 5 Tage mehr oder hab zumindest die Option - dafür aber dann Guerilla-Style.

Die Kerninterviews wurden mit der großen Kamera gedreht?

Mit beiden parallel. Oft auf identischer Achse. Die Canon hat dabei das Close gemacht, die große die Totale.


Canon EOS 7D
Plus Minus Derzeit niedrigster Preis (ohne Gewähr) :  1329 Euro Listenpreis: 1549 Euro (inklusive Mwst.)

MEHR INFO:
Alle technische Daten sowie Testbilder und Testergebnisse in unserer Datenbank
+ Sehr gutes Handling Dank optimaler Ergonomie
+ Umfangreiche individuelle Konfigurierbarkeit
- Kein Klappdisplay
- Keine 1:1 Full HD Ausgabe via HDMI

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