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Grundlagen : Sechs kurze Colorgrading Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene

von Mi, 24.April 2019 | 3 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

 Memory Colors
 Hauttöne schützen und korrigieren



Memory Colors



Wer sich dann doch langsam auch an die Veränderung der Farben traut, steht vor der großen Frage: Wann erscheinen uns die Farben in einem Bild eigentlich stimmig? Der Weißabgleich trägt hierzu weniger bei, als man meinen könnte, denn das menschliche Gehirn korrigiert einen Farbstich in der Regel bereits nach kurzer Zeit. Nur starke Sprünge in der Farbtemperatur fallen nach einer Gewöhnungsphase noch deutlich auf.

Ist es dann vielleicht das Verhältnis der Farben zueinander? Wohl auch nicht zwingend. Sieht man sich viele Hollywood Blockbuster an, so dominiert dort immer noch der Orange-Teal-Look, der die meisten Farbnuancen wegbügelt und vielen Gegenständen eher unnatürliche Farben "zuteilt". Und daran scheint die breite Masse der Kino-Bevölkerung sogar großen ästhetischen Gefallen zu finden.

Eine Theorie, die Stu Maschwitz vor 10 Jahren publizierte, schlägt vor, beim Graden immer auf sogenannte Memory Colors zu achten. Dahinter steht der Gedanke, dass es Farben wie Hauttöne, Gras oder den Himmel gibt, die wir als Menschen besonders gut (er)kennen. "Falsche Farbtöne" im Gesicht eines Menschen bemerken wir also deutlich leichter, als wenn der Rotton eines Kaffeebechers nicht genau getroffen wird. Wir stören uns ebenso daran, wenn die Farbe des Himmels nicht so erscheint, wie wir ihn kennen oder wenn das Grün des Grases irgendwie nicht stimmt.

Laut Stu wird jedes Bild besonders schnell unstimming, wenn uns besonders vertraute Objekte nicht "richtig" vorkommen. Das muss nicht nur Haut, Gras oder Himmel sein, auch Bananen sind ein typischer Fall. Doch da die meisten Filme nun einmal Menschen und Schauspieler in ihrem Mittelpunkt haben, sind "richtige" Hauttöne das A und O des Memory Color Ansatzes. Oder kurz gesagt: Bei den Hauttönen kann man das Grading am schnellsten versauen. Um dies zu vermeiden, kann man ein weiteres Mal den Weg des Ausschließens gehen:



Hauttöne schützen und korrigieren



Und hierzu erst einmal eine gute Nachricht: Die meisten Kameras liefern bei richtigem Weißabgleich sowieso schon brauchbare Hauttöne. Ähnlich wie bei der Eye Pollution ist es nun oft hilfreich, die Hauttöne (und andere Memory Colors) fast unverändert zu lassen und das Grading um die Hauttöne/Memory Colors herum zu gestalten.

Ein farblich eher unspektakuläres Motiv mit normalen Hauttönen



Mittels eines Qualifiers mit relativ weicher Kante erstellt man eine Maske des Clips, die möglichst nur Hautbereiche enthält. Diese schließt man anschließend vom Grading aus, bzw. legt die Hautbereiche als obersten sichtbaren Layer an. Das Ergebnis überzeugt in der Regel. Gradet man den Hintergrund in den diametralen Farben (bei Haut also im blauen Bereich), so landet man fast automatisch beim bekannten Orange-Teal Look.

Gleiche Hauttöne, aber den Rest ins Blau fallen lassen. Dieser Orange-Teal Look trifft oft den Geschmack der Masse(n).



Einleitung / Erst mal die Finger von den Farben lassen / Gradingziel: Eye Pollution vermeiden
Gute Orientierung: Die Hautton-Kennlinie (Skin Tone Indicator) / Konstanz durch Plan


3 Seiten:
Einleitung / Erst mal die Finger von den Farben lassen / Gradingziel: Eye Pollution vermeiden
Memory Colors / Hauttöne schützen und korrigieren
Gute Orientierung: Die Hautton-Kennlinie (Skin Tone Indicator) / Konstanz durch Plan
  

[53 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Framerate25    08:22 am 1.6.2019
Allerdings schade! 😢 Ich fand sie super, konnte viel lernen und hoffte auf mehr Input über die Zeit. Wäre stark wenn’s weiter geht....weiterlesen
MarcusG    23:53 am 31.5.2019
Hey Peppermint Post, deine aufwändig gestalteten und fundierten Videotutorials sind angeblich nicht mehr verfügbar weil du drin YouTube Konto geschlossen hast, ost das richtig?...weiterlesen
Onkel Danny    13:46 am 7.5.2019
Ist mir schon klar, aber ich würde die Nutzung der Funktion vom Ausgangs-/Endmaterial und der Zeit abhängig machen. Das muss aber jeder selbst entscheiden. Für mich auch,...weiterlesen
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