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Erfahrungsberichte : Erfahrungsbericht „Der Teufel von Rudow“

von Di, 1.Juni 2004


von Martin Roth

„Der unabweisbare Charme von Do-it-yourself-B-Kino” schreibt das Berliner Stadtmagazin “Der Tip“. Andere Zeitungen berichten ebenfalls über den Film und im Internet pflanzt sich unser Kinostart tagtäglich von einer Kinoseite zur nächsten fort.
Was vor zwei Jahren begann und als Direct-to-DVD gedacht war, kommt jetzt sogar ins Kino. Am Mittwoch, dem 28. April feierte der 83 – minütige Spielfilm „Der Teufel von Rudow“ im UCI Kinowelt in den Gropius Passagen seine Premiere.
Der Spielfilm ist ein „Home-Made-Produkt“ auf der ganzen Linie. Mit der Canon XL-1 auf miniDV gedreht, dann auf einem herkömmlichen 2,4 GHz Rechner und einer Pinnacle Pro One geschnitten. Ebenso konnten wir den gleichen Rechner für die Farbkorrektur und der 5.1 Tonmischung verwenden. Für die Kinoaufführung ließen wir den Film nicht erst nicht auf Filmmaterial umkopieren, wie es sonst üblich ist. Für die ersten Vorstellungen projizierten wir den Film mit einem Beamer aus dem Hause JVC.

Der Gedanke war ganz einfach. Ulrich Meczulats Vorgängerfilm „Blitz“ (Dt. 2001; 28 min) konnte einen kleinen Erfolg verbuchen. „Blitz“ ist ein Fantasyfilm, bei dem vier Jugendliche einen Ausflug zu einer einsamen Insel machen. Nachts bricht ein heftiges Gewitter aus und ein Blitz schlägt in das Zelt ein. Am nächsten Morgen wollen sich die vier auf den Rückweg machen, aber eine riesige Nebelwand umgibt die Insel und versperrt ihnen die Flucht.
Als fast einzigstes Festival wählten wir den Shocking Shorts Award und schickten den Film dort ein. „Blitz“ platzierte sich unter den 13 besten Filmen und wurde vom Premiere Sender 13th Street als Fantasyshocker ins Programm geholt. Folglich musste nun ein Film folgen, der noch mehr Aufmerksamkeit versprach als „Blitz“. Mehrere Möglichkeiten gibt es. Entweder beweist ein Filmemacher in weiteren Kurzfilmen sein Können, so dass es noch mehr Festivalpreise hagelt oder man entscheidet sich, einen Film in Spielfilmlänge zu produzieren. Für Ulrich Meczulat war es seit längerem der Wunsch, sich an die „Königsdisziplin“, den Spielfilm zu wagen. Beim Spielfilm zeigt es sich, ob der Regisseur in der Lage ist, auch längere Geschichten unterhaltsam zu erzählen.
Nur: Konnten wir es uns leisten? Wir schauten uns die Eckdaten von „Blitz“ an. Dieser hatte ca. 5000 DM gekostet und kam auf eine Länge von 28 Minuten. Wäre es also möglich, mit ähnlichen Drehbedingungen und höchstens dem doppelten Budget einen 90-minütigen Spielfilm zu drehen?



Mai 2002. Die Ausgestaltung des Drehbuchs entsprach ungefähr den Regeln der „10-minute-film-school“ von Robert Rodriguez.
Zu allererst wird beachtet, dass die Handlung an wenigen Orten oder zumindest örtlich begrenzt spielt. Bei einem sogenannten Kammerspiel kann sich der Regisseur konzentrierter den Darsteller widmen, und ist nicht ständig damit beschäftigt, mit einem Track von Mitarbeitern von einem Drehort zum anderen zu hechten. Gerade bei einer so kleinen Produktion ist es besonders wichtig eine Übersicht zu behalten, da Ulrich Meczulat und ich nicht nur unseren Tätigkeiten als Regisseur oder Kameramann nachgingen, sondern auch die Produktion koordinierten. Das war aber auch machbar, da sich die Crew hinter der Kamera meist nur aus durchschnittlich vier Leuten bildete, einschließlich uns.
Ebenfalls befanden sich vor der Kamera meist nur zwei bis drei Darsteller.
Alle Drehorte in Rudow waren also nah beieinander. Konnte ein Schauspieler nur bis zu einer bestimmten Zeit, so konnten wir mit dem bleibenden Schauspieler noch eventuell einen wichtigen Gegenschuss an einem anderen Drehort filmen, ohne durch die halbe Stadt zu fahren.
Beim Schreiben des Drehbuches hatte Ulrich Meczulat immer die Verfügbarkeit der Drehorte im Kopf. Kein Drehort musste also extra gebaut oder abgesperrt werden. Alles befand sich in Rudow, mit Ausnahme der Universität und der Küche.
Die Requisiten (z. B. Ketten, Kunstblut, eine Videokamera usw.) waren ebenfalls Dinge, die wir selber hatten oder auf einfachste Weise besorgen konnten. War es uns nicht gelungen, eine Sache zu bekommen, so mussten wir tricksen. Zum Beispiel wollten wir unbedingt vor einer McDonaldfiliale in Rudow drehen. Es wurde uns trotz unternommener Anstrengungen leider nicht erlaubt. Also suchten wir uns ein anderes McDonald, bei dem es möglich war, auf der Straße davor zu drehen, ohne das Firmengelände zu betreten.

Als Kamera hatte ich meine Canon XL-1, die mich schon in anderen Projekten wie der Goa Doku „Last Hippie Standing“ oder dem Fantasyfilm „Blitz“ begleitete. Auf DV zu drehen ist jedem Einsteiger nur zu empfehlen. Es ist einfach, billig und auf fast jedem Heimrechner zu bearbeiten. Mit der XL-1 und einem kleinen Menüschalter („Frame Mode“, der Vollbildmodus) sieht das bewegte Bild dann wie das eines normalen Spielfilmes aus, und nicht wie bei einer Seifenoper oder einem Fernsehbereicht.
Des weiteren war es sehr hilfreich, dass ich zu dieser Zeit an der TFH Berlin „AV Medien (Kamera)“ studierte. Weil Sommerzeit gleich Ferienzeit, konnte ich über eine ganze Menge an Equipment verfügen, welches zu der Zeit kaum benutzt wurde.
Von der Schule hatte ich also einen kleinen Dolly mit Jibarm, der kleine Kamerabewegungen erlaubte. Ansonsten gab es von der Schule noch Tages- und Kunstlichtlampen, Stative, Fahnen und eine kleine Tonausrüstung.
Das Kamerakonzept war recht simpel. Die Wirkung der Bilder sollte sich hauptsächlich aus dem Breitwandformat (abgekaschtes 4:3 Format) entfalten. Den Großteil der Bilder mussten wir aus Zeitgründen hauptsächlich vom fest stehenden Stativ drehen. Dadurch erhielten die Bilder eine gewisse Trägheit, die wir versuchten durch kleine Kameraschwenks aufzubrechen.
Wenn es die Geschichte und die Umstände erlaubten, bauten wir so gut es ging Kamerafahrten ein. Für längere Kamerafahrten auf der Straße nutzten wir ein Auto mit Heckklappe. Dort befestigten wir die Kamera auf einem mittlerem Stativ und schalteten den Steadyshot der XL-1 ein, um Vibrationen vom Auto abzufangen. Für aufwendigere Kamerafahrten konnte ich den Steadycam Operator Stefan Janecke gewinnen, der seine eigene Steadycam zur Verfügung stellte.



Den Einsatz eines Leichtkranes hatte ich immer im Hinterkopf, doch je mehr sich die Dreharbeiten dem Ende näherten, desto mehr sah ich ein, dass es sich finanziell nicht mehr lohnen würde. (Und ehrlich gesagt fiel mir keine Szene ein, in der sich eine kleine einfache Kranfahrt wirklich kraftvoll auf das Bild ausübte, also ließen wir es bleiben.)

Im Oktober 2002 neigten sich unsere letzten Ansparungen dem Ende entgegen. Die Dreharbeiten waren glücklicherweise fast abgeschlossen.
Während der Drehzeit digitalisierten wir einige Bilder jeder Szene und setzten das ganze als Film an einem Casablanca Avio zusammen. Für uns, die wir noch nie einen Film dieser Länge gedreht hatten war es äußerst hilfreich zu sehen, wie der Film ungefähr wirkte.
Auf Grund dieses Rohschnittes schrieb Ulrich Meczulat den Anfang des Filmes neu und ließ extra das Pamela Anderson Double Diana Juric aus der Schweiz einfliegen. Ein letzter finanzieller Kraftakt unsererseits, aber was tut man nicht alles für einen gelungenen Filmeinstieg. Aber auch der letzte Dreh war anstrengend, und erst recht für die Darstellerin. Bei 0 Grad Celsius inszenierten wir eine Szene, die dem Anschein nach bei lauwarmer Sommernachtsluft spielt. Die Kälte merkt man der Szene in keinster Weise, denn die Grillen in der Tonebene steuern einfach dagegen an.
Dieser Nachdreh hat sich aus mehreren Gründen gelohnt. Der eigentliche Filmanfang war bis dato zu freundlich, um einen Horrorfilm zu starten. Mit diesem neuen Filmanfang hatten wir mehr Grusel und gleich noch eine sexy Darstellerin mehr.



Ende November bauten wir einen Rechner zusammen und schnitten den Film mit der „Pinnacle Pro One RTDV“ und Premiere 6.5. Unsere letzten Ersparnisse steckten wir also in den Rechner. Das Budget war schon weit überzogen.
Im Januar konnten wir den Musikern die ersten fertigen Szenen geben. Anfang März war der komplette Feinschnitt abgeschlossen. Der Film wurde in 4 Akte aufgeteilt und den Musikern und Sounddesigner gegeben. Die drei Sounddesigner (Mark Wegner, Michael Kretschmer, Bert Olke) fanden wir nach langem suchen über Crew Uniteds und Regie.de. Die Drei verstanden sich prima und gaben ein tolles Team ab.
Jeder bekam einen Akt von ca. 20 Minuten. Mark bearbeitete die beiden Schluss-Akte und probierte die Spurenkoordination aller Akte zu leiten um nach der Tonbearbeitung nicht drei völlig verschiedene Projekte in die Mischung geben zu müssen. Michael bearbeitete den zweiten Akt und kümmerte sich hauptsächlich um die Nachsynchronisation (ADR – automatic dialog replacement). Bert vertonte den ersten Akt und produzierte zusätzlich noch wichtige Teile des Soundtracks.

Neben dem eigentlichen Soundtrack (Arnd Mechsner) und den Visuellen Effekten (Steffen Hacker) gaben wir also auch das Sounddepartment aus der Hand. Uns war es sehr wichtig, gewisse Bereiche abzugeben. Irgendwann wird ein Spielfilm dieser Länge zu komplex, um alles zu beherrschen und allein zu machen. Allein kann es funktionieren, aber es dauert ewig. Außerdem ist uns der Ton zu wichtig, um auf die fehlende Meinung und Erfahrung der Profis zu verzichten.
Schon beim Drehen entschieden wir uns für eine komplette Nachvertonung. Als Vorbild standen alte 70er Jahre B-Movies Pate, wie z. B. „Jack the Ripper“ mit Klaus Kinski. Nicht nur, dass unsere Dreharbeiten kaum Zeit ließen, einen konstanten und guten Ton zu produzieren, auch gefiel es uns, einen sehr präsenten Ton zu haben, wie man es von Synchronisationen kennt. Am Set nahmen wir nur einen Arbeitston (Primärton) auf, der nicht für die Endmischung verwendet werden konnte, aber beim Schnittprozess ausreichte, um Dialoge zu schneiden.
Das Sounddesign bildete daher nur einen Teil der Tonbearbeitung. Eine kleine Hürde schien dann die komplette Nachsynchronisation der Dialoge zu werden. Schließlich wollten wir doch Qualität im Ton. Aber da wir die Dreharbeiten und den Schnittprozess überstanden hatten, wird es mit der Nachsynchronisation auch noch klappen, sagten wir zu uns.
Michael Kretschmer baute daraufhin ein System, das Sprachsynchron auf einfachste Weise erlaubte.
Mit Nuendo 1.6 nahm Michael die Sprachtakes der Schauspieler auf. Gleichzeitig gab Nuendo ein Miditimecode an Vegas Video ab, dass das entsprechende Bildsignal abspielte, und das alles auf einem Kaufhaus-Labtop mit 2,0 GHz und RME Audiohardware. Somit konnten wir den aufgenommenen Ton anschließend sofort mit dem Bild kontrollieren. Die Sprecherkabine (ein Zelt aus Lichtstativen und schweren Molton) bauten wir in einer recht schallschluckenden Ecke im Filmstudio der TFH auf (übrigens: schwingungsfrei gelagert). Erst dadurch konnten reflexionsfreie Außenaufnahmen realisiert werden. Als Mikrofon benutzen wir das MKH 50 von Sennheiser.
Jeder Sounddesigner erhielt im Anschluss ein Nuendoprojekt für den jeweiligen Akt, das er dann einfach nur in seine Session einfügen brauchte. Die Takes lagen synchron zum Bild und wurden dann saubergeschnitten



Zum Abschluss war es unser größter Wunsch, den Film in 5.1 Dolby Digital abzumischen.
Dafür konnten wir den erfahrenen Mischmeister Rainer Ottenweller gewinnen. Ihn reizte es, die Filmmischung mit einem Heimrechner zu bestreiten, eine Überlegung, die bis vor fünf Jahren aus technischer Sicht undenkbar gewesen wäre.
Unsere ersten Treffen fanden im Sommer 2003 statt. Zusammen mit der Erfahrung der Sounddesigner überlegten wir uns einfache technische Möglichkeiten zur Umsetzung.
Als erstes konnten wir uns auf die Tonboxen festlegen. Die „Tannoy Reveal“ Boxen schienen mit Blick auf eine DVD Fernsehmischung für Rainer Ottenweller besonders geeignet. Die Boxen bilden im Klang einen guten Qualitätsdurchschnitt. Im Tiefenbereich bei 200 Hz weisen sie eine leichte Überhöhung auf. Das ist von Vorteil, weil auch viele Fernseher aufgrund von Gehäuseresonanzen dort eine Überhöhung haben. Mit den Tannoy Reveal hört man also typische Tonfehler heraus, die bei einer Fernsehwiedergabe Schwierigkeiten machen können.
Im Herbst 2003 kam dann auch Nuendo 2.0 auf den Markt, von dem sich unser Soundteam ein stabileres Arbeiten als bisher unter Nuendo 1.61 erhoffte. Mit dem ersten Update wuchs dann auch die Vorfreude auf die Mischung.

Wir installierten auf dem Video-PC in einer zweiten Partition Windows XP, installierten eine RME Multiface Soundkarte mit I/O-Box, dünnten das Betriebssystem soweit es ging aus um es schnell zu bekommen und installierten dann Nuendo mit seiner Vielzahl an Plug-Ins.
Desweiteren brauchten wir noch für ein vernünftiges Arbeiten drei Computermonitore. Um den Kauf einer teueren Matrox Parhelia zu sparen, holten wir eine einfache PCI Grafikkarte (Geforce 2 MX-400) für den dritten Monitor. Die anderen beiden Monitore wurden über eine Radeon 9000 gesteuert. Bis auf eine Fehlermeldung nach dem Computerstart gab es kaum Konflikte zwischen den Grafikkarten. Trotzdem rate ich dazu, eher Grafikkarten vom gleichen Hersteller zu benutzen.
Als mittleres Problem stellte sich die Wiedergabe des Bildes dar. Bild und Ton vom gleichen Rechner zu starten schien uns zu riskant. Gerade bei angewandten Effekten in Verbindung mit einer hohen Tonspurenanzahl, wird viel Performanceleistung vom Rechner verlangt. Auch ohne das Bild abzuspielen, kam der PC schnell an seine Grenzen. Das Resultat können Knackser im Ton während der Bearbeitung sein.
Also mussten wir einen zweiten Rechner für das Videosignal aufbauen. Die Synchronisation der Rechner blieb weiter ein Wagnis. Mit einem einfachen Midiclocksignal, welches beim Abfahren mit „Start“ von Nuendo ausgesendet wird, war nach Tests eine Unsynchronität festzustellen. Allerdings erkennt Vegas Video, mit dem wir das Bild dann abspielten, auch ein Midi Timecodesignal an. Das hat sich beim Test als positiv herausgestellt und es funktionierte.
Es kam vor, dass das Timecodesignal vom Tonrechner plötzlich nicht mehr mit dem vom Bildsignal übereinstimmte. Aber nach einem kurzen Bildstillstand passte sich das Bild blitzschnell an den Ton, dem Taktgeber, wieder an. Der Bildrechner bestand aus einem etwas älteren P III 500 MHz SCSI Rechner. Das Zuspielbild war ein DV Datenstrom.
Da wir die Mischung in zwei Wochen bewältigen wollten und nicht in drei Monten, brachte Rainer Ottenweller ein Audiohardwarecontroller mit, welcher zu diesem Zeitpunkt im Februar keine zwei Wochen auf dem Markt war. Der Tascam FW 1884 ist ein 8 Kanal Hardwarecontroller mit integrierter Audiohardware und wird via Firewire an einen Rechner angeschlossen. Der Controller verfügt über Touchfader. Außerdem wurde die Bedienoberfläche des Controllers soweit es ging auf Nuendo 2.01 abgestimmt. Wichtige Funktionen („Start“; „Stop“, „Effekte“) ließen sich über das Tascam abrufen, andere Funktionen (wie z. B. „Filter“) wiederum nicht.
Frei von Problemen verlief die Tonmischung nicht. Schwierigkeiten gab es mit Nuendo, der komplexen Software von Steinberg. Es sind wohl noch ein paar Updates von Nöten um mit Nuendo bequeme Mehrkanalmischungen zu realisieren. Außerdem muss sich an der Politik der einzelnen Software und Hardware Hersteller noch etwas verändern, da es bis heute wohl noch keinen Hardwarecontroller gibt, der zuverlässig alle Features einer jeweiligen Bearbeitungssoftware (wie z. B. Nuendo) unterstützt.


Noch lange vor der Endmischung, nämlich im Sommer 2003 hatten die Sounddesigner innerhalb einer Woche Arbeit eine Rohtonmischung von „Der Teufel von Rudow“ erstellt. Mit dieser Tonmischung und einer fertigen Schnittfassung ohne Farbkorrektur konnten wir uns bei verschiedenen Leuten vorstellen und den Film präsentieren. Mitunter versuchten wir das Naheliegendste. Eine Kinoaufführung im UCI in Rudow. Einige Telefongespräche später hatte ich den UCI Marketing-Koordinator Christian Arbeit an der Strippe und schickte ihm nach dem Gespräch ein VHS des Filmes.
Wie durch ein Wunder öffnete sich somit für uns das Kinotor zu einem offiziellen Kinostart.

Von der technischen Seite belieferten wir UCI mit einer DVD des Filmes. Dieser wurde dann per Beamer projiziert. Nicht ganz ohne Schwierigkeiten.
Beim Ton mussten wir auf 5.1 verzichten, da die Filmprojektoren dort nicht mit entsprechenden Eingängen ausgestattet sind. Zum Glück hatte Rainer Ottenweller noch einen LtRt. Track erstellt, der es erlaubt, durch eine einfache Stereoverbindung über den Kinoprojektor einen Dolby Surround Ton zu präsentieren. Klangtechnisch stellte der Ton uns voll zufrieden. Etwas dürftiger sieht die Lage der Videoprojektion aus. Der dortige Videobeamer hatte zwar eine ausreichende Auflösung von 1024x720 Pixel (XGA), aber die Lichtstärke und der Kontrast konnten nicht überzeugen. Für die offizielle Filmpremiere und einer weiteren Vorstellung bestellten wir einen Videobeamer von JVC, den DLA-SX21 über die Firma TSM in Berlin. Dieser Beamer gewährte uns ein scharfes Bild, natürliche Farben, ausreichend Kontrast (1:800) und genügend Helligkeit (1500 ANSI Lumen). Auf der 8 mal 13 Meter großen Leinwand verblüffte dieses Ergebnis, denn dieser Projektor ist eigentlich eher an den gehobenen Heimbereich adressiert.
Der Beamer selbst hat eine stattliche Auflösung von 1400 x 1050 Pixel (SXGA plus), die ohne Probleme auch eine HD Projektion ermöglicht. Durch die von JVC entwickelte D-ILA Technik sind außerdem kaum störende Trennlinien zwischen den Pixeln zu erkennen.
Die Entwicklungen rund um das digitale Kino sind im vollen Gange und erste Kinos testen bereits Systeme, die die Werbung von der Festplatte abspielen, ohne einer kostspieligen Filmkopie (dabei ist der Video-Filmtransfer das eigentliche finanzielle Problem). Durch diese Entwicklungen wird auch der Independentfilm bessere Chancen erhalten. Vor allem werden dann auch technische Standards auferlegt, die eine bessere Qualität in der Videoprojektion ermöglichen.
Wir sind gespannt. Denn nach zwei Wochen im UCI in Berlin-Rudow war es das auch schon. Für uns war es ein kleiner Erfolg, lief dort der Film fast immer mit den besten Zuschauerzahlen. Leider hatte wir keine Chancen gegen „Van Helsing“ und „Troja“, die mit je zwei Kopien im Rudower Kino liefen. Bei nur 6 Sälen (angeblich das kleinste UCI in Deutschland) wurde es einfach zu eng.

Siehe auch den ersten Teil des Berichts zum Thema Postproduktion.

"Der Teufel von Rudow" im Internet: www.magiclandpictures.de/

[Vielen Dank an den Autor für diesen Text / die slashCAM-Red.]


  


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