Logo
///  >

Test : Sony HDR-TD20

von Mo, 27.Februar 2012 | 3 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Manuelle Optionen?
Praxis
Aus dem Messlabor 2D und 3D
Fazit



Scheinbar glaubt Sony fest an den Erfolg von Consumer-3D-Camcordern, denn lange hat es nicht gedauert, bis der Nachfolger der HDR-TD10 das Licht der Welt erblickte. Damit steht mit der HDR-TD20 nun schon das zweite Doppelaugen-Modell von Sony vor der Markteinführung. Die größte und zugleich offensichtlichste Verbesserung liegt in der Verkleinerung des Gehäuses. Denn während die HDR-TD10 noch tatsächlich etwas unhandlich geriet, liegt die HDR-TD20 bemerkenswert gut in der Hand.



Somit ist die HDR-TD20 jetzt praktisch genauso "kompakt" geraten wie die neuen 2D-Consumer-Topmodelle (z.B. HDR-CX740), die wiederum aufgrund des neuen, mechanischen Bildstabilisators auch deutlich ausladender sind, als die 2D-Vorjahresmodelle. Klein und kompakt spielt für Sonys Topliga in diesem Jahr also eine untergeordnete Rolle.

An den technischen Daten hat sich (bis auf den geringeren Objektiv-Abstand) dabei relativ wenig geändert. Der Sensor ist einen Milimeter größer und hat ein paar Brutto-Pixel mehr. Auf den zweiten Blick fällt der von 12fach auf 10fach verringerte optische ZoomZoom im Glossar erklärt ins Auge. Dieser kann aber ohne sichtbare Verluste auf 12 fach (3D) bzw. 17fach (2D) erweitert werden, indem nur ein Teil der Chipfläche ausgelesen wird. Die Fotoauflösung wurde trotz fast gleich gebliebenen, effektiv genutzten Pixeln auf dem Papier verdoppelt (jetzt 6016 x 3384 Pixel). Maximale DatenrateDatenrate im Glossar erklärt (28 Mbits) und die Aufzeichungsformate 3D-MVC und 2D- 50p1080 AVCHDAVCHD im Glossar erklärt sind dagegen ebenfalls unverändert.




Manuelle Optionen?



Die Bedienung der Kamera ist leider nicht so gut, wie sie sein könnte. So muss man zum Einstellen von BlendeBlende im Glossar erklärt, WeißabgleichWeißabgleich im Glossar erklärt und VerschlusszeitVerschlusszeit im Glossar erklärt entweder über zwei Menüebenen gehen, oder man drückt lange auf den manuellen Ring um jeweils nur einen der Parameter einzustellen. Ist ein Wert zugewiesen fliegt man beim Menü wieder heraus und müsste den Weg ein weiteres mal beschreiten.

Wir schreiben müsste, weil sich Sony mit der HDR-TD20 auch im 2D-Modus die Unsitte erlaubt, BlendeBlende im Glossar erklärt und VerschlusszeitVerschlusszeit im Glossar erklärt nicht gleichzeitig manuell einstellbar zu machen. Stellt man einen der beide Werte manuell ein, so springt der jeweils andere wieder in den Automatik-Modus zurück.

Damit disqualifiziert sich wohl der 2D-Modus für viele ambitionierte Filmer. Schade, denn das Menü erlaubt sogar das Anlegen von 3 virtuellen Custom-Keys. In Kombination mit dem Objektiv-Drehring wäre hier eine durchaus angenehme manuelle Kontrolle möglich.

Da tröstet es auch wenig, dass im Gegensatz zum Vorgänger nun eine Zebra-Funktion freigeschaltet wurde. Einstellhilfen wie Expanded Fokus oder auch Möglichkeiten zur manuellen Veränderung der Bildcharakteristik fehlen weiterhin komplett. Und auch die Tonaussteuerung beschränkt sich auf zwei Zustände. Schade, denn die Kamera bietet ansonsten sowohl Mikrofon- als auch Kopfhörer-Anschlüsse und zeigt sogar optional einen Fünf- oder Zweikanal Pegel im Display an.

Im 3D-Modus steht leider noch weniger Kontrolle zur Verfügung. Exakter gesagt kann man im 3D-Modus nur den Fokus und eine Belichtungskorrektur einstellen. Nicht verfügbar sind dagegen WeißabgleichWeißabgleich im Glossar erklärt, Touch-Fokus, BlendeBlende im Glossar erklärt und Verschlusszeit. Wer kontrollierte 3D-Einstellungen wünscht, muss daher weiterhin zur Konkurrenz greifen, zum Beispiel zur JVC GS-TD1, die jedoch andere Mängel plagen.

Dabei fällt auch ein weiterer Kritikpunkt deutlich ins Auge: Nicht verfügbare Optionen bleiben im Menü immer ausgegraut stehen. So passiert es gerade im 3D-Modus, dass man oft erst einmal über verwaiste Menüseiten mit ausgegrauten Punkten wandern muss, bevor man den gewünschten aktiven Menüpunkt erreicht.




Praxis



Die digitale KonvergenzKonvergenz im Glossar erklärt der beiden Optiksysteme lässt sich automatisch oder manuell horizontal verschieben, um damit den Tiefeneindruck der Aufnahme zu steuern. Die Linsen selbst werden dabei jedoch nicht bewegt, sondern nur der horizontale, digitale Versatz beider Aufzeichnungen. Dies erklärt auch, warum der Weitwinkel im 3D-Modus etwas geringer wird: Offensichtlich wird hierfür einfach die ausgelesene Sensorfläche etwas verringert. Der ausgelesene Ausschnitt und dessen horizontale Lage auf dem Sensor bestimmen dann die Konvergenz.

Der feste Objektivabstand hat sich nun von vormals 31mm auf ungefähr 20 mm verringert, was man den Testaufnahmen durchaus ansieht. Objekte wirken insgesamt etwas flächiger als beim Vorgänger. Noch deutlicher sichtbar ist der Unterschied zu Panasonics Z10000. Letztere spielt aber auch preislich mit 3500 Euro schon in einer anderen Liga.

Das integrierte, autostereoskopische 3D-Display verrichtet seine Arbeit sehr gut. Auch dank seiner hohen Auflösung sieht man wirklich ohne zusätzliche Brille die eigenen Aufnahmen in 3D. Dazu kann man über einen externen Button schnell auf eine 2D-Vorschau umschalten, was gerade bei der Schärfebeurteilung sehr hilfreich sein kann.

Leider vergibt Sony weiterhin die Chance 3D-Fotos zu machen. Für machen könnte dies sicherlich ein zusätzliches Kaufargument darstellen.




Aus dem Messlabor 2D und 3D



Wir haben die Kamera sowohl im 2D- als auch im 3D-Modus gemessen. Dabei sind die Messunterschiede tatsächlich so marginal, dass sich eine separate Abbildung und Kommentierung kaum lohnt. Wer will kann die Modi dennoch direkt in unserer Datenbank vergleichen.

Der SweepSweep im Glossar erklärt geht gegenüber dem Vorjahresmodell noch einen Tick weiter in die feinen Details...

Luminanzauflösung



...und das zeigt sich auch deutlich beim ISO-Chart, das sehr detailreich ohne störende ArtefakteArtefakte im Glossar erklärt abgebildet wird.

ISO-Testbild



Die Farbauflösung ist (im Gegensatz zu den 2011er Modellen) nicht mehr ganz so unruhig, was sich jedoch bei realen Bildern sowieso kaum sichtbar auswirkt.

Chrominanz-Auflösung



Die Verzeichnung der Objektive ist in beiden Modi fast frei von schiefen Linien, was den Einsatz einer digitalen Optikkorrektur vermuten lässt. Die Konkurrenz liefert hier mehr Beulen.

Objektiv-Verzeichnung



Die Kamera ist sehr neutral eingestellt und liefert natürliche Farben. Auch die Hauttöne gelingen der TD20 dabei sehr gut.

1200 Lux (Klicken für Bild in voller Auflösung)



Bei wenig Licht liefert die TD20 immer noch ansprechende Bilder.

12 Lux Automatik (Klicken für Bild in voller Auflösung)



Nur im 2D-Modus lässt sich die Lichtempfindlichkeit auch noch etwas tunen...

12 Lux mit 1/25 Sek und manuellem Weißabgleich. (Klicken für Bild in voller Auflösung)



Trotz fehlender Aussteuerung klingt die TD20 gut und liefert bei wenig Rauschen nur moderat beschnittene Höhen.

Störgeräusche





Fazit



Gegenüber dem Vorgängermodell hat sich bis auf die kompaktere Bauweise erstaunlich wenig getan. Wer sich für eine 3D-Kamera mit guter Qualität aber wenig manuellen Einstellmöglichkeiten interessiert, kann daher auch ruhig zum Vorgängermodell greifen, das gerade im Internet-Ausverkauf schon für knapp 900 Euro (Stand 2/2012) den Besitzer wechselt.
Im Gegenzug kann man der TD20 eine leicht verbesserte Bildqualität attestieren, die jedoch mangels manueller Kontrolle schwer zu entfesseln ist. Wer "nur" im Automatikmodus filmt bekommt auf jeden Fall ein extrem leicht zu bedienendes Gerät, das unkompliziert recht passable 3D-Aufnahmen liefern kann.


Sony HDR-TD20 (3D)
Plus Minus Derzeit niedrigster Preis (ohne Gewähr) :  1599 Euro Listenpreis: 1599 Euro (inklusive Mwst.)

MEHR INFO:
Alle technische Daten sowie Testbilder und Testergebnisse in unserer Datenbank
- Scharfe 2D- und 3D-Aufnahmen
- Kompakte Abmessungen
- Wenig manuelle Kontrolle

Sony HDR-TD20 (2D)
Plus Minus Derzeit niedrigster Preis (ohne Gewähr) :  1599 Euro Listenpreis: 1599 Euro (inklusive Mwst.)

MEHR INFO:
Alle technische Daten sowie Testbilder und Testergebnisse in unserer Datenbank
- Scharfe 2D- und 3D-Aufnahmen
- Kompakte Abmessungen
- Wenig manuelle Kontrolle


Die Sony HDR-TD20 und Sony HDR-TD20 im Vergleich in unserer Camcorder Test Datenbank
  

[4 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Kazumba    15:43 am 10.6.2012
MMhhh, nach knapp einem Jahr Einsatz der TD10 bin ich von der Kamera begeistert. Auch die Schnittmöglichkeiten incl Brennen auf Bluray habe ich zwischenzeitlich mir erarbeitet...weiterlesen
wolfgang    13:39 am 1.4.2012
Leider kann man Stephan hier nur zustimmen: - es ist eine arge Unsitte, den ohnedies kleinen IO der TD10 nochmals zu verkleinern, wie das hier geschehen ist. Genau genommen ist...weiterlesen
Stephan_LB    09:15 am 1.4.2012
Die wichtigste Funktion wurde von Sony erneut verschlafen: 24 Bilder/sec bei 3D ! Damit wäre es möglich gewesen, Blu Ray in 3D mit voller Auflösung zu produzieren. So muss man...weiterlesen
[ Alle Kommentare ganz lesen]

Weitere Artikel:


Test: Vergleich: DJI Osmo Action vs GoPro Hero 7 Black - wer baut die beste Action Camera? Teil 1 Do, 23.Mai 2019
Wir vergleichen die neue DJI Osmo Action Camera mit der bisherigen Referenz GoPro Hero 7 Black mit Hinblick auf: Verarbeitungsqualität, Display, Videoqualität, Rock Steady vs Hypersmooth Stabilisierung, Bedienung via Smartphone-App, Zeitraffer vs Timewarp, High Rame Rates, Akkulaufzeit, Überhitzung uvm. mit Teils überraschenden Ergebnissen ...
Test: Panasonic AG-CX350 - 4K-Camcorder mit allem drin und dran? Mi, 20.Februar 2019
Die Panasonic AG-CX350 ist ein universelles 4K-Werkzeug, welches als Allround-Lösung möglichst effektiv zu Werke geht und sich auch in bestehende Workflows (unter anderem bei Sendern) gut einbindet -- wir haben beim Testen viele Stärken und einige Schwächen des Camcorders gefunden, auch im Vergleich mit der Canon XF705.
Test: Canon XF705 - Teil 2: Sensor-Bildqualität und Bewertung Di, 12.Februar 2019
Im ersten Teil unseres Tests haben wir uns ja schon mit dem gesamten Drumherum der XF705 befasst, doch nun geht´s Buchstäblich ans Eingemachte. Wie schlägt sich der neue 4K-Bolide von Canon in der Bildqualität?
Test: Canon XF705 1" 4K-Camcorder - Teil 1: Ausstattung, Bedienung und Formate Fr, 8.Februar 2019
Die Canon XF705 will ein universelles 4K-Arbeitstier sein, das bereits voll auf HEVC als Format der Zukunft setzt. Doch wie groß sind die echten Kompromisse einer All-In-One-Lösung?
Test: GoPro Hero7 Black in der Praxis: Hypersmooth bei 4k 60p, Timewarp, Zeitlupe und Vergleich zur Hero 6 Mi, 30.Januar 2019
Test: GoPro Hero 7 Black - Mehr als nur mehr Bildstabilisation? Mo, 22.Oktober 2018
Test: Panasonic HC-VXF11 (und HC-VX11) - Es lebe der Camcorder im Jahr 2018 Mi, 30.Mai 2018
Test: Sony PXW-Z90 - 4K oder 10 Bit FullHD(R) Mo, 19.Februar 2018
Test: Canon XF400, XF405 und GX10 4K-Camcorder Di, 30.Januar 2018
Test: Sony RX0: (K)eine 4K-Action-Cam - dafür ultra-kompakt, S-LOG und viel HD-Qualität Mo, 11.Dezember 2017
Test: Sony FDR-AX700 - HDR in 8 Bit mit 30fps? Do, 7.Dezember 2017
Test: GoPro Hero 6 vs Hero 5 im Bildqualitätsvergleich Mo, 23.Oktober 2017


[nach oben]


[nach oben]
















passende Forenbeiträge zum Thema
Sony:
Sony HDR CX-900 mit Atomos Ninja 2
Unterschied Sony PC120 zu TRV30
Sony Alpha 6000 - blaues LED-Licht wird nicht richtig abgebildet
Sony Software Imaging Edge
Sony a7rii Low-Light Einstellungen
Dummy Frage: Sony RX100 MK1 vs Huawei P20 Pro Handy
Sony-Stativ Sony VCT-80AV mit CANON Legria GX10 verbinden
mehr Beiträge zum Thema Sony

Camcorder:
Sony HDR CX-900 mit Atomos Ninja 2
SUCHE jemanden der eine DSLR bedienen kann für Musikvideo
Unterschied Sony PC120 zu TRV30
Sony Alpha 6000 - blaues LED-Licht wird nicht richtig abgebildet
Atomos stellt 5? HDR 1920x1080 HDMI Kameramonitor Shinobi mit 1000 Nits vor
Panasonic gh5 oder Fuji xt3 für HLG Filmen?
Sechs neue Canon EOS RF-Objektive für 2019 angekündigt
mehr Beiträge zum Thema Camcorder


Specialsschraeg
11. April - 27. November / München
Camgaroo Award 2019
30. Mai - 2. Juni / St. Ingbert
Bundesfestival junger Film 2019
4-5. Oktober / Espelkamp
Filmfestival SPITZiale
10-27. Oktober / Berlin
DOKUARTS 12: Nuances Now
alle Termine und Einreichfristen


update am 25.Mai 2019 - 15:02
slashCAM
ist ein Projekt der channelunit GmbH
*Datenschutzhinweis*