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/// Test : Compositing

Test : Adobe After Effects
von rudi Fr, 16.März 2001 | 5 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen    

  Einleitung
  Neue Bedienelemente
  Neue Maskierungsmöglichkeiten
  Neue Audio Effekte
  Neue visuelle Effekte
  Production Bundle
  Althergebrachtes
  Fazit:



Production Bundle



Der einzige, aber durchaus gravierende Unterschied zwischen den Versionen äußert sich in einer Anzahl zusätzlicher Plugins, die gerade im professionellen Produktionsumfeld häufig zum Einsatz kommen:

Als erstes ist in diesem Zusammenhang eine größere Anzahl verschiedener Keyer zu erwähnen. Während sich in der Standard-Ausführung nur ein einfacher Chroma- und Luma Keyer findet, glänzt das Production Bundle mit fünf weitern Keying-Plugins, die auch sehr komplizierte Compositings mit halbtransparenten Objekten wie Wasser oder Rauch ermöglichen. Dabei ist die Qualität der Keyer durchwegs als professionell zu bezeichnen und kann durchaus mit Ultimatte mithalten, welches momentan in den meisten professionellen Produktionen eingestzt wird. Auch zusätzliche Features zum feintunen der erzeugten Masken dürfen natürlich nicht fehlen. So gibt es selbstredend einen Spill-Supressor um beispielsweise blaue Reflexionen, die ein Blue ScreenBlue Screen im Glossar erklärt Hintergrund auf das Objekt wirft zu korrigieren. Oder sogenannte Matte Choker-Tools, die Bildstörungen an den Objekträndern entfernen. Allein die neuen Keying-Möglichkeiten rechtfertigen schon den Aufpreis des Professionell Bundle, da ein separates Ultimatte-Plugin für After Effects momentan mit ca. 3000,- DM zu Buche schlägt.

Doch die große After Effects Version bietet noch weit mehr. Wer viel mit bewegten Animationen arbeitet, wird sicherlich die zahlreichen Keyframe-Tools von After Effects zu schätzen wissen. Mit dem Smoother lassen sich beispielsweise von Hand erzeugte Bewegungsverläufe schnell und effektiv glätten, während mit dem Wiggler Objekteigenschaften mit einer Zufallskomponente versehen werden. Dadurch kann beispielsweise einer mechanisch wirkenden Bewegung mehr Natürlichkeit verliehen werden. Genausogut kann man mit dem Wiggler aber auch Erdbeben simulieren.

Wer komplexere Keyframe-Animationen erstellen will, findet im Production Bundle noch eine eigene Script-Sprache namens Motion Math. Mit diesem Modul läßt sich praktisch jede Objekt-Eigenschaft durch mathematische Zusammenhänge und andere Objekteigenschaften beeinflussen. Hiermit kann beispielsweise die Mundgröße eines Zeichentrickdarstellers durch die Lautstärke eines darunter gelegten Audio-Files verändert werden. Aufwendige Synchonisationsarbeiten gehören somit der Vergangenheit an.

Ebenso faszinierend und vielfältig einsetzbar ist das neue, verbesserte Tracker-Plugin. Ein Tracker erkennt und verfolgt signifikante Bildinhalte über die Zeit. Hiermit ist es möglich, ein bewegtes Objekt in einem Film durch ein weiteres Objekt zu ersetzen. Hebt ein Darsteller in einer Szene beispielsweise einen Karton in die Luft, so kann dieser Karton in After Effects durch ein reales Auto ersetzt werden. Genausogut kann man auf diese Weise den Kopf eines Darstellers mit einer Orange überkleben. Die Möglichkeiten eines Trackers sind unbegrenzt und die Ergebnisse immer wieder faszinierend. Einen Spezialfall stellt in diesem Zusammenhang der 4-Point Tracker dar. In Verbindung mit dem mitgelieferten Corner-Pin-Plugin können hiermit Videos perspektivengerecht auf andere Gegenstände mit planarer Oberfläche projiziert werden. Will man zu Beispiel ein Bild ein einem Buch durch einen Videoclip ersetzen, der weiterlaufen soll, während die Seite umgeblättert wird, kann man diesen Effekt in Minutenschnelle mit After Effects erzeugen.

Ansonsten bietet das Production Bundle noch eine Reihe weiterer Filter, die in einem professionellen Videostudio nicht fehlen dürfen:

Allen voran gibt es nun endlich mehrere Warp- und Morph-Module, die bisher durch externe Plugins von Drittanbietern hinzugekauft werden mußten. Diese Module erlauben es Objekte unterschiedlicher Form ineinander übergehen zu lassen oder beliebig zu deformieren. Mit After Effekts kann nun jedermann diesen seit Terminator 2 bekannten Effekt auch Zuhause reproduzieren.

Eher unaufälliger (und von vielen Anwendern auch nach wie vor mißachtet) ist der Displacement Map Filter. Dieses PluginPlugin im Glossar erklärt erlaubt es - bei sorgfältiger Parameteranpassung- Videoströme durch die Helligkeitsinformatione eines Bildes zu verzerren. Hiermit könnte man eine Grafik simulieren, die scheinbar mit einem Diaprojektor auf das Gesicht eines Darstellers projiziert wird. Wer es etwas surrealer mag, kann mittels Time Displacement auch Videobestandteile über die Zeit verzerren. Weiters finden sich (wie auch schon in der Vorgängerversion) einige gängige Filter wie Glow, Lightning oder Ripple mit denen sich Blitzschläge oder Wasserwellen in ein Bild zaubern lassen.

Gänzlich neu kommt mit dieser Version ein mächtiges Partikelsystem. Darunter versteht man die Möglichkeit viele kleine Teilchen nach physikalischen Gesetzen agieren zu lassen. Die Einsatzmöglichkeiten eines solchen Systems liegen beispielsweise bei synthetisch erzeugten Feuerwerken oder Luftströmungen, doch auch künstlicher Schnee oder Regen können hiermit mehr oder weniger glaubhaft simuliert werden. Das Faszinierende an diesem PluginPlugin im Glossar erklärt ist jedoch die grenzenlose Parametervielfalt, die es erst einmal zu erforschen gilt. So können Partikel auch aus einzelnen Videos bestehen und miteinender (beispielsweise auf Kollisionen) reagieren. Hiermit läßt sich aus einer einzigen Animation eines Elefanten schnell eine komplette Elefantenherde in Bewegung versetzen.


Inhaltsverzeichnis:
Einleitung
Neue Bedienelemente / Neue Maskierungsmöglichkeiten
Neue Audio Effekte / Neue visuelle Effekte
Production Bundle
Althergebrachtes / Fazit:
   



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