| Buchkritiken : Filmen wie Ballhaus. Basics der Bildgestaltung. von heidi Mi, 14.November 2012


Lernen von Profis ist meist eine gute Sache, doch Michael Ballhaus ist nicht nur Profi, sondern geradezu prominent. Er wurde zunächst durch seine Zusammenarbeit mit Fassbinder bekannt, und machte sich daraufhin auch international einen Namen als Kameramann, oder besser gesagt, nämlich mit Betonung auf das Gestalterische, als Director of Photography, etwa für Martin Scorsese. Stellt sich die Frage, ob man auch von Prommis etwas lernen kann, oder ob es sich bei dem Buch vor allem -- wie es die Aufmachung nahelegt -- um einen Fanartikel handelt.
Anders als in Das fliegende Auge kommt Ballhaus diesmal nur indirekt bzw. kurz jeweils am Kapitelende zu Wort, denn der Text wurde von Zoom-Redakteur Timo Landsiedel basierend auf Gesprächen verfasst. Jedes Kapitelthema wird anhand eines Films abgehandelt -- die Einstellungsgrößen etwa werden durch Stills aus Good Fellas illustriert, Departed-Stills zeigen die Wirkung der Kamera-Perspektive, für die Feinheiten der Kadrierung wurde Quiz Show gewählt usw. Ausnahmensweise hat man hier also kein Problem mit zu wenig oder kaum aussagekräftigen Bildmaterial gehabt, und durch die Nähe zu richtigen Filmszenen werden die theoretischen Regeln und Konzepte erstens sehr lebendig und zweitens in den erzählerischen Kontext eingebettet. Denn letztlich geht es ja darum, warum man wann welche gestalterische Entscheidung trifft, und dies wird hier schön thematisisert. Gewisse Dinge subtil hervorzuheben, oder etwas über die Gefühle der Figuren auszusagen oder über die Relationen untereinander, das ist für Ballhaus die wahre Herausforderung in der Kameraarbeit.
Der Text liest sich gut; er ist einfach, kurz und knapp gehalten, zuweilen beinahe protokollhaft. Er setzt aber -- wie der Titel schon verkündet -- bei den Grundlagen an, ist also vor allem für Einsteiger geeignet; wer sich mit den gestalterischen Mitteln der Kamera schon etwas auskennt, geht zwar nicht vollkommen leer aus, weil vieles wie gesagt in einen erzählerischen Zusammenhang gerückt wird und auch einige Feinheiten sowie Tricks angesprochen werden, doch hat man öfters das Gefühl, die meist etwas kurzen Kapitel brechen genau dann ab, wenn es anfängt, spannend zu werden.
Nicht ganz einverstanden sind wir nebenbei erwähnt mit dem Klappentext, welcher meint, der Leser erführe in dem Buch "alles, was einen guten Film ausmacht". Denn dazu gehört schon ein bißchen mehr als eine gute Kamera (eine Story beispielsweise). Und anstelle eines Stichwortverzeichnisses findet sich auf den letzten Buchseiten ein Advertorial, was bei einem Kaufpreis von 39,95 doch etwas "naja" ist.
Fazit: Für Anfänger gut vermittelte Grundlagen.
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 | Skeptiker 13:34 19.11. | | NEEL hat folgendes geschrieben: Das Problem der Zoom ist IMHO schon durch deren landserhafte Titelbildinszenierung erkennbar: http://www.zoom-...weiterlesen |  | NEEL (unregistered) 13:18 17.11. | | Das Problem der Zoom ist IMHO schon durch deren landserhafte Titelbildinszenierung erkennbar: http://www.zoom-video.de/
Ein Magazin für Narzis...weiterlesen |  | Regisseur 14:15 15.11. | | Ich sag euch, kauft euch das Buch nicht! Es ist genau der gleiche Inhalt wie in der Zoom-Zeitschrift. Also kauft euch lieber die Zoom (eine wirklich s...weiterlesen |  | CameraRick 15:09 14.11. | | "Denn letztlich geht es ja darum, warum man wann welche gestalterische Entscheidung trifft, und dies wird hier schön thematisisert"
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