Zacuto bringt sich in Stellung für die kommende Ära der Smartphone-Filmerei und lanciert eine Version seines Z-Finders für iPhones und Co. Der Viewfinder wurde bislang für viele verschiedene Kameramodelle angepaßt und wird am Display befestigt wie eine große, abgeschirmte Lupe. Dies verändert zum einen den Formfaktor der Kamera erheblich und erlaubt zum anderen ein "immersiveres" Arbeiten, denn beim Blick durch den überdimensionierten Sucher wirkt die Außenwelt abgeschirmt und das Vorschaubild betont.

Das Prinzip bleibt auch beim neuen Smart Z-Finder das gleiche - das Smartphone wird vorne auf den Viewfinder geschoben, sodass man durch den Finder auf das Display blickt. Allerdings ist damit auch die kleine Kamera "verschwunden", sodass der Smart Z-Finder für ein sinnvolles Arbeiten etwas aufgeriggt werden muss. Handgriffe und anderes Zubehör wie eine Bruststütze uä. lassen sich per Cold Shoe, Arca-Swiss sowie 1/4"-20 Gewinde anbringen.
In solch voller Montur ist nun kaum mehr zu erkennen, womit hier gefilmt wird, nämlich mit einem Handy. Und genau das ist auch erwünscht, denn wer in gewerblichen oder offiziellen Drehstuationen mit einem Smartphone ankommt, wird bislang ja nicht als Filmer ernst genommen (und folglich auch schlechter bezahlt). Was vermutlich auch noch eine Weile so bleiben wird - Sonys Versprechen, ab 2024 würden Smartphone-Kameras eine bessere Bildqualität als Wechselobjektivkameras bieten, hat sich schließlich noch nicht überall herumgesprochen.
Allerdings bezog sich die Sony-Aussage hauptsächlich auf den Fotobereich - ganz so schnell dürfte es bei Video wohl nicht gehen, obschon wir Dank Multiframe-Processing und KI-Funktionen sicherlich schon bald große Fortschritte bei der Dynamik und Bokeh-Effekten erwarten können. Damit würden herkömmliche Kameras mit größeren Sensoren natürlich nicht automatisch obsolet, zumal sie ja auch im Handling viele Vorteile bieten.
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Denn zwar hat Zacuto extra ein Türchen unten in seinem Finder eingebaut, über die man hereingreifen und so das Touchscreen des Handys erreichen kann, aber eine komfortable Kamerabedienung ist das nicht unbedingt. Und den einen großen Vorteil, den ein Smartphone jedoch immer gegenüber einer größeren Kamera bietet, nämlich die absolute Portabilität und Unauffälligkeit, verliert man wiederum mit diesem Setup.
Dennoch haben wir kaum Zweifel, dass Zacuto viele Abnehmer für seinen Smart Z-Finder finden wird. Die entsprechende Crowdfunding-Kampagne soll demnächst starten, Preise werden allerdings noch keine genannt. Verwenden läßt sich der Finder mit Smartphones von iPhone-ähnlicher Größe, auch ein vertikales Filmen wird unterstützt.




















