Wer es noch nicht kennen sollte: FFmpeg stellt zahlreiche Codecs und Werkzeuge zum Verarbeiten von Audio und Video zur Verfügung, die wiederum sowohl selbständig ("Standalone") als auch als Funktionen von anderen Programmen und Applikationen genutzt werden können. Das besondere an FFmpeg ist -neben seiner offenen Entwicklung mit einsehbarem Quelltext- die breite Anzahl der unterstützten Codecs. Darum kommt FFmpeg mittlerweile bei erstaunlich vielen (und sogar auch vielen kommerziellen) Anwendungen zum Einsatz.
Allerdings hat die Nutzung von FFmpeg auch ihren "Preis". Da die Entwickler bei vielen Codecs nicht auf Patente und eventuell fällige Lizenzgebühren eingehen wollen oder können, stellen sie nur den Quellcode von FFmpeg bereit, den man sich selbst zu einem fertigen Programm kompilieren muss. Dieses Vorgehen ist nach gängiger Rechtssprechung in den meisten Ländern hundertprozentig legal, allerdings ist das kompilieren von Programmen fast keinem Anwender geläufig (und selbst für gestandene Entwickler nicht immer trivial).
Wer es sich einfach machen will, kann im Netz fertig kompilierte Versionen finden, deren (zumindest kommerzieller) Einsatz vielleicht nicht mehr so hundertprozentig legal ist. Allerdings ist selbst im Fall des nicht rechtmäßigen Einsatzes eines unterstützen Codecs eine Verfolgung sehr unwahrscheinlich, unter anderem auch, weil das Lizenzdickicht für Codecs in letzter Zeit für Endanwender praktisch undurchschaubar geworden ist. Sogar für so manchen Fachanwalt. Solange man mit FFmpeg nicht einen kommerziellen Transkodier-Service in der Cloud betreibt dürfte der Einsatz für die eigene Videoproduktion kaum problematischer sein, als die Nutzung von kommerziellen Codecs.
In der neuen Version von FFmpeg 4.0 sind wieder einige neue Codecs hinzugekommen. Beispielsweise der noch relativ frische AV1 Codec kann nun von interesserten Anwendern getestet und benutzt werden. Im Audiobereich gibt es nun den aptX und aptX HD Codec, der vor allem bei der hochqualitativen Audioübertragung per Bluetooth zum Einsatz kommt.
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Neuerdings lassen sich über Filter auch Metadaten gängiger MPEG2/AVC/HEVC-Bitstreams ohne neucodierung ändern. Bisher musste z.B. für eine Änderung der Aspect Ratio der ganze Stream neu encodiert werden.
Mit der neuen Version fällt nun auch die Unterstützung für Windows XP. Dies passiert jedoch nicht willentlich, sondern ist der Abhängigkeit von Drittbibliotheken geschuldet, die ihrerseits keine Windows XP Unterstützung mehr anbieten. Wer dennoch darauf angewiesen ist kann sich dank des offenen Codes noch selbst eine funktional eingeschränkte Windows XP Version zusammenstellen. Das hierfür nötige Know How der Projektkonfiguration dürfte den Aufwand jedoch nur noch in den wenigsten Spezialfällen rechtfertigen.


















