In vielerlei Hinsicht interessant klingt das neue HDC-5500 Schulterkamera-System von Sony: Als "Worlds First 2/3” 4K HDR GS 3-CMOS System 4K HDR Flagship Camera" muss man allerdings erst einmal genauer hinsehen, was denn hier nun revolutionär neu ist.
Die für Broadcast-Anwendungen entwickelte HDC-5500 ist als Dreichipper ausgelegt, d.h. wie in guten alten Profi-Broadcast-Modellen gibt es für jeden Farbkanal einen separaten 2/3-Zoll Sensor, vor dem das eintreffende Licht der Optik durch ein Prisma in die drei Grundfarben zerlegt wird. Typische (Aliasing-)Probleme, die durch das 1:1 Debayering eines Sensors mit Bayer Pattern entstehen, werden durch die relativ aufwändige Prisma/Dreichip-Kombination umgangen.
Dies erlaubt zudem relativ große Sensel bei 4K-Auflösung, die dann auch ein echtes 4:4:4-Signal liefern können. Und dieses 4:4:4 Signal kann natürlich auch unkomprimiert aus dem Kamera-Kopf herausgeführt werden (Zum Anschluss steht eine 19-inch 3U Half Rack Size Camera Control Unit (CCU) zur Verfügung, die SMPTE ST2110/NMOS IS-04/05 als IP-Signal, 12G-SDI oder sogar Dual 4K Baseband Streams über Fiber/Glasfaser ermöglicht.)
Selten genug. Doch das "Worlds First" dürfte sich vor allem auf die zwei Buchstaben "GS" beziehen, die für für Global Shutter stehen. Die Kamera beherrscht also das Auslesen der gesamten Bildfläche ohne "schiefe" Balken. Gerade bei Sportübertragungen dürfte dies bei schnellen Schwenks ein positiv wahrgenommener Zusatznutzen sein.
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Als zukunftssichere 4K-Lösung darf natürlich auch HDR in den Systemangaben nicht fehlen, was die Kamera ebenfalls unterstützt. Mit einer Dynamik Angabe von 62dB (was nach Graf Zahl ungefähr 10,3 Blendenstufen entspricht) liefert die HDC-5500 für ein 4K-Broadcast Modell mit relativ kleinen Sensoren und Global Shutter sicherlich eine bemerkenswerte Dynamik. Doch ob man wirklich HDR-Content mit 10 Blendenstufen sinnvoll füttern kann?
Erwähnenswert ist auch noch das Lizenzmodell: So sind 4K- und HD-HFR-Funktionen über zusätzliche Lizenzen freischaltbar. Diese können allerdings zwischen Kameras frei "floaten", d.h. der Käufer kann diese selbst deaktivieren, aktivieren und somit zwischen seinen Modellen frei verteilen.
Schon ab Mai 2019 soll die Sony HDC-5500 ausgeliefert werden. Preise standen vor der Presseveröffentlichung noch nicht fest.


















