Die Gerüchteküche brodelt schon länger rund um eine der größten Neuerungen, die bald für das Leica M Meßsucher Kamerasystem eingeführt werden könnte. Mit der Bezeichnung M11-V („V“ für Viewfinder) könnte erstmalig ein elektronischer Sucher in die Leica M Einzug halten.
Im Leica-Rangefinder-Universum, das wir aus unserer Bewegtbildperspektive stets auch mit Interesse und einem Stück Faszination verfolgen, dürfte diese Ankündigung einem Erdbeben gleich kommen. Zum einen stellt das Leica M Portfolio das wichtigste, ikonografische Kamera-Lineup von Leica dar und andererseits definiert der Begriff „Meßsuchersytem“ - nun ja, halt eine Kamera mit einem Meßsucher.

Für Videoanwender und die meisten Fotografen gehören elektronische Viewfinder mittlerweile zum Alltag – siehe hierzu auch unser vor kurzem erschienene Vergleich unterschiedlich auslösender Suchersysteme zwischen Sony A1, Nikon Z6III und Panasonic S5IIX.
Und auch Leica verfügt über reichlich Erfahrung mit elektronischen Suchersystemen – nicht zuletzt auch bei der recht erfolgreichen Einführung der Leica Q3, die neben einem EVF auch über ein Autofokus-System verfügt – und auch vom Formfaktor her recht nahe an eine Leica M mit elektronischem Sucher herankommt.
Für viele Leica-M Fotografen dürfte jedoch das optische Suchersytem eine wenn nicht DIE zentrale Voraussetzung für die viel zitierte „Leica-Erfahrung“ der Leica M-Serie sein. Ein elektronischer Sucher kommt da einem Tabubruch gleich.
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Aus Filmerperspektive sehen wir hingegen eine ganze Reihe von Vorteilen: Der elektronische Sucher könnte die jeweilig genutzte Brennweite optional vollumfänglich abbilden, man würde also eine WYSIWYG nahe Option erhalten. Die Ausschnittsbestimmung mit Teleobjektiven könnte mit mehr Sucher „Realestate“ einfacher von Statten gehen, bei Lowlight könnte sich sicherer fokussieren lassen und insgesamt könnten mehr Aufnahmeinfos und Monitoring-Kontrollen integriert werden – optionale Infos die auch für Filmanwender von Interesse sein könnten.

Und schließlich könnte der Preis für eine Leica M mit einem elektronischen Sucher deutlich günstiger ausfallen. Für echte Leica M-Fans dürfte das zwar kein Argument sein, aber für Neueinsteiger in das M-System könnte der Wegfall des kostenintensiven mechanischen Meßsuchers die Hürde deutlich senken, zumal der EVF aus der Q3 ja bereits bei Leica zur Verfügung steht.

Was mit Sicherheit nicht passieren wird, ist die Streichung von Leica-M Modellen mit optischem Sucher zu Gunsten von EVF-Systemen. Schließlich ist Leica bereits virtuos bei der immer feineren Segmentierung des Leica M Systems unterwegs – eine Leica M mit elektronischem Sucher dürfte somit eine weitere Variante im Leica M Kosmos werden.
Schön in diesen Zeiten einen weiterhin erfolgreichen Hersteller aus Deutschland zu sehen – der letzte Jahresumsatz von Leica bestätigt die bisherige Produktpolitik recht eindeutig. Wir drücken Leica auf jeden Fall die Daumen für den weiteren Weg und sind gespannt, wie es mit der – auch bei vielen DOPs populären - Leica M weitergehen wird ...


















