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Infoseite // Videotutorial Clip: Licht setzen - Nachtszenen, Practicals, die Kraft der Silhouette u.a.



Newsmeldung von slashCAM:



Viele Infos hier von Gaffer Julian White zum Umgang mit Licht bei Nachszenen, die Verwendung von Practicals u.a. Interessant finden wir hier vor allem seine Gedanken und ...



Hier geht es zur Newsmeldung auf den slashCAM Magazin-Seiten:
Videotutorial Clip: Licht setzen - Nachtszenen, Practicals, die Kraft der Silhouette u.a.


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Antwort von freezer:

auch die hier aufgerufene Frage, welche Farbe Mond/Sternlicht tatsächlich hat - tatsächlich blau? wie in vielen Filme (oder eher "grau"?) finden wir spannend Seine Antwort ist aber leider falsch - Mondlicht ist nicht grau. Das Regolith des Mondes reflektiert das Sonnenlichtspektrum relativ genau, lediglich eine leichte Rotverschiebung findet statt, weil das langwelligere Licht stärker reflektiert wird, als das kurzwellige:


zum Bild


Dadurch ergibt sich eine durchschnittliche Farbtemperatur beim Mond von 4.100 K vs Sonnenlicht von 5.770 K.
Dazu spielen noch ein paar andere Effekte mit hinein. Aufgrund der schwachen Helligkeit des Mondlichts sieht unser Auge (zumindest bei Vollmond) nicht mehr mit der vollen Farbsehleistung aller Zapfen der Netzhaut (photopisches Sehen), aber auch noch nicht rein nur mit den monochromen Stäbchen (skotopische Sehen). In diesem Bereich des Mischsehens (mesopischer Bereich) nehmen wir vor alle den kurzwelligeren Bereich als heller war, als beim reinen Tagsehen. Dadurch erscheinen manche Blautöne wesentlich leuchtender. Der sogenannte Purkinje-Effekt.

Von daher ist das Simulieren beim Film mit bläulicherem Licht durchaus korrekt.

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Antwort von rob:

Hallo Freezer,

ja, da hast du sicherlich recht - andererseits sehe ich selten real so viel blau bei Nacht wie in vielen Filmen, die bei Nacht spielen sollen.

Ich denke wir haben es hier vielmehr mit einer Filmkonvention zu tun: Sobald blaues Licht genutzt wird, wissen alle: OK - das ist jetzt Nacht ... ohne weiter darüber nachzudenken.

Viele Grüße

Rob/
slashCAM

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Antwort von Frank Glencairn:

Ja, aber leuchte ne Nacht Szene mal ohne blau, dann siehst du wie "nicht nachtig", völlig falsch und unecht das aussieht.

Jetzt können wir natürlich drüber diskutieren, ob das nur ne angelernte Sehgewohnheit ist, oder ob man seit
Beginn des Farbfilms rumprobiert hat, was am natürlichsten und glaubhaftesten wirkt, und das seit dem gemacht hat.

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Antwort von Framerate25:

Nuja, hat vielleicht auch was mit Konditionierung zu tun? Der Zuschauer "erwartet" ein klares Signal, um eine Szene in Ihrer Beschaffenheit einordnen zu können.

Schon interessant, das Ding mit dem "Warum"! ;)

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Antwort von Frank Glencairn:

Ich war gerade draußen, Kippen holen - klarer Himmel, fast Vollmond - da hab ich mal bewusst drauf geachtet.

Wenn man's messen würde, wäre man wahrscheinlich bei den Ergebnissen von Freezer, aber die gefühlte Farbtemperatur ist auf jeden Fall deutlich kälter.

Wenn man das Mondlicht isoliert betrachtet (auf einer weißen Hauswand z.b.) kommt man schon an das "graue Licht" aus dem Clip ran, aber im Gesamtkontext - also mit Straßenbeleuchtung, erleuchteten Fenstern etc. hat es eine eindeutig bläuliche Anmutung. Kommt wahrscheinlich vom Farbkontrast zu den wärmeren Lichtquellen, und was unser Gehirn dann draus bastelt.

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Antwort von freezer:

Wie schon Frank geschrieben hat. Wir sehen Farben ja im Kontext mit anderen Farben und dies beeinflusst unsere Wahrnehmung.

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Antwort von freezer:

Ich hab grad jetzt länger die Umgebung von unserem Haus beobachtet (wohne im obersten Stock eines Hochhauses mit entsprechend weitem Blick). Durch die Distanz und die Luft als Filter wirken die Berge und der heute klare Nachthimmel ebenfalls leicht ins Bläuliche verschoben.

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Antwort von Jott:

Beobachten ist schwierig. Wir Menschen besitzen automatischen Weißabgleich, nicht abschaltbar. Nacht = blau im Film ist daher letztlich eine künstlerische Entscheidung, eine Metapher, die allerdings "nach Gefühl" auch absolut stimmig ist.

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Antwort von Axel:

Wiederholung, aber trotzdem: Skotopisches Sehen geht auch einher mit fast absoluter Schärfentiefe. Schärfeverlagerungen (die ja Offenblende betonen) wirken darum bei beabsichtigter Nachtstimmung immer etwas unnatürlich.

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Antwort von rainermann:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Jetzt können wir natürlich drüber diskutieren, ob das nur ne angelernte Sehgewohnheit ist, oder ob man seit
Beginn des Farbfilms rumprobiert hat, was am natürlichsten und glaubhaftesten wirkt, und das seit dem gemacht hat.
Wobei das nicht erst mit dem Farbfilm begann - bereits Stummfilme wurden eingefärbt (viragiert), um Tageszeiten, Orte oder Stimmungen zu transportieren. Vielleicht begann das auch schon viel früher in der Malerei...

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Antwort von freezer:

Jott hat geschrieben:
Beobachten ist schwierig. Wir Menschen besitzen automatischen Weißabgleich, nicht abschaltbar. Nacht = blau im Film ist daher letztlich eine künstlerische Entscheidung, eine Metapher, die allerdings "nach Gefühl" auch absolut stimmig ist.
Die zunehme Blauverschiebung auf Distanz durch Lichtstreuung in der Luft ist eine physikalische Tatsache. In einer Totalen wäre ein Blauton auf jeden Fall richtig, je enger die Einstellung, desto schwächer müsste der Blauton sein. Außerdem müsste man in der Farbkorrektur auch berücksichtigen, dass durch den Purkinje-Effekt die Blau- und Grüntöne heller wirken, als die Rottöne.


zum Bild


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Antwort von Axel:

rainermann hat geschrieben:
"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Jetzt können wir natürlich drüber diskutieren, ob das nur ne angelernte Sehgewohnheit ist, oder ob man seit
Beginn des Farbfilms rumprobiert hat, was am natürlichsten und glaubhaftesten wirkt, und das seit dem gemacht hat.
Wobei das nicht erst mit dem Farbfilm begann - bereits Stummfilme wurden eingefärbt (viragiert), um Tageszeiten, Orte oder Stimmungen zu transportieren. Vielleicht begann das auch schon viel früher in der Malerei...
Googel mal "Mondschein + Gemälde". Je älter die Bilder sind, umso oranger sind sie. Und das ist offensichtlich nicht alles Nikotingilb:

zum Bild

Caspar David Friedrich, zwei Männer bei Betrachtung des Mondes

Lässt eher auf eine Konvention schließen.

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Antwort von nic:

Axel hat geschrieben:
rainermann hat geschrieben:

Wobei das nicht erst mit dem Farbfilm begann - bereits Stummfilme wurden eingefärbt (viragiert), um Tageszeiten, Orte oder Stimmungen zu transportieren. Vielleicht begann das auch schon viel früher in der Malerei...
Googel mal "Mondschein + Gemälde". Je älter die Bilder sind, umso oranger sind sie. Und das ist offensichtlich nicht alles Nikotingilb:

Lässt eher auf eine Konvention schließen.
2590.jpg Vielleicht hat Caspar da ja auch einen Fehler gemacht...

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Antwort von DWUA y:

nic hat geschrieben:
Axel hat geschrieben:


Googel mal "Mondschein + Gemälde". Je älter die Bilder sind, umso oranger sind sie. Und das ist offensichtlich nicht alles Nikotingilb:

Lässt eher auf eine Konvention schließen.
2590.jpg
Vielleicht hat Caspar da ja auch einen Fehler gemacht...
@ Axel
Danke Axel,
Du googelst noch?!
Dann klick mal besser hier drauf:
https://duckduckgo.com/?q=caspar+david+ ... &ia=images
>> Bilder

@ nic
Danke nic,
welches Bildchen hier ist ohne Fehler?
https://duckduckgo.com/?q=Malerei+Gemäl ... &ia=images
>> Bilder


@ rainermann
Danke rainermann für die Anregung mit der Malerei!
Der hier konnte das z.B. in 160 Sekunden durch Schmieren und Wischen:
Warning! FASTFOOD


;))

p.s.
In der Malerei galt seit jeher das Gesetz, einem (Ruß-)SCHWARZ immer BLAU hinzuzufügen um es "tiefer" wirken zu lassen.

W

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Antwort von Axel:

@DWUA
Ja, ich googel, ich lass mich hacken. Sollte man nicht, aber ich sitze ja auch seit fünfzehn Jahren in der slashCAM-Echokammer und verrotte geistig. Was soll ich auf die alten Tage noch schlau werden?

Übrigens heißt es in der Wikipedia-Bildbeschreibung zum CDF-Mondschein: “Eine braune Tönung des Bildes vermittelt die Dämmerung des Abends.”

Also doch. Nachts sind alle Katzen blau.

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Antwort von DWUA y:

Axel hat geschrieben:
... aber ich sitze ja auch seit fünfzehn Jahren in der slashCAM-Echokammer und verrotte geistig. Was soll ich auf die alten Tage noch schlau werden?
Seit 15 Jahren schätzen wir ja auch deinen oft selbstironischen Axel-Stil mit leichter Tönung zu "fishing for compliments".
Beides sympathisch weil erfrischend hier...

Zum Thema passend vielleicht etwa dieses:


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