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Infoseite // Filmen mit und ohne Licht | Der Licht-Laber-Thread



Frage von pillepalle:


So. Damit der Gyros-OFX-Thread nicht weiter vollgelabert wird, mache ich jetzt hier weiter...

iasi hat geschrieben:
Aha.
Nun nehmen wir doch mal als Beispiel grüne Hügel.
Was bedeutet denn "das Licht gefällt mir nicht"?
Wann "gefällt" dir denn das Licht?
Und was tust du, damit es dir gefällt?

Ach ja - und warum willst du denn in der Post nichts gestalten?


Ich möchte schon ein vernünftiges Bild in der Kamera machen, nicht irgendeinen Murks filmen. Du springst auch immer von einem Thema zum anderen. Worum geht es denn jetzt? Um Fiction mit einem Filmteam, oder um klein Fritzchen der als Soloshooter mit dem Gimbal durch die Gegend läuft? Wie man sich organisiert, oder Szenen über einen Tag verteilt? Was man für Mittel nutzt um Outdoor das Licht zu beinflussen? Filmen ohne Geld und Zeit, oder der große Blockbuster? Du musst Dich schon für etwas entscheiden, sonst dreht sich die Diskussion immer im Kreis.

VG

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Antwort von MK:

pillepalle hat geschrieben:
Gyros-OFX-Thread
Schön knusprig gegrillt vom Spieß mit frischem Tzatziki und Brot.

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Antwort von Frank Glencairn:

iasi hat geschrieben:

"das Budget um zu warten"?
Da es in D niemand hat, bekommt man eben nur Studio- und Innenaufnahmen vorgesetzt.
Ja genau, in deutschen Filmen werden alle Außenaufnahmen in Wirklichkeit im Studio gedreht :D

Also so langsam ...

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Antwort von pillepalle:


Schön knusprig gegrillt vom Spieß mit frischem Tzatziki und Brot. Aber dann hoffentlich im richtigen Licht. Mit der Flade in der Hand in die Abendsonne reiten 😁

VG

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Antwort von MK:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Ja genau, in deutschen Filmen werden alle Außenaufnahmen in Wirklichkeit im Studio gedreht :D
Durch die Kuppel der Flacherde sind alle Außenaufnahmen automatisch Innenaufnahmen.

Wer hats gewußt? Wieder mal keiner.

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Antwort von iasi:

pillepalle hat geschrieben:
So. Damit der Gyros-OFX-Thread nicht weiter vollgelabert wird, mache ich jetzt hier weiter...

iasi hat geschrieben:
Aha.
Nun nehmen wir doch mal als Beispiel grüne Hügel.
Was bedeutet denn "das Licht gefällt mir nicht"?
Wann "gefällt" dir denn das Licht?
Und was tust du, damit es dir gefällt?

Ach ja - und warum willst du denn in der Post nichts gestalten?


Ich möchte schon ein vernünftiges Bild in der Kamera machen, nicht irgendeinen Murks filmen. Du springst auch immer von einem Thema zum anderen. Worum geht es denn jetzt? Um Fiction mit einem Filmteam, oder um klein Fritzchen der als Soloshooter mit dem Gimbal durch die Gegend läuft? Wie man sich organisiert, oder Szenen über einen Tag verteilt? Was man für Mittel nutzt um Outdoor das Licht zu beinflussen? Filmen ohne Geld und Zeit, oder der große Blockbuster? Du musst Dich schon für etwas entscheiden, sonst dreht sich die Diskussion immer im Kreis.

VG
Immer dieses Gerede vom großen Blockbuster ... und dann noch so, als würde da Geld keine Rolle spielen, weil im Produzentenbüro ein Füllhorn steht.

Selbst beim deutschen Premium-Format Tatort dürfen sie nur ein paar Tage raus. Und die großen Profis hier träumen wirklich davon, die könnten dann mal eben auf das richtige Licht warten.

"Filmen ohne Geld und Zeit, oder der große Blockbuster"
Diese oder gibt´s nicht.
Auch beim großen Blockbuster schaut man auf die Kosten.
Und auch mit überschaubarem Budget kann man etwas auf die Leinwand bringen, das einen Schauwert hat.

Das Problem ist diese abgehobene Blockbuster-Denkweise: "Ich geh nicht raus, wenn ich nicht soviel Geld und Zeit zur Verfügung habe, dass ich alles so herrichten kann, wie ich es will."
Die Folge: Man bleibt drin.

Statt “The Banshees of Inisherin” bekommt man dann eben "Der Banzler von der Industriestraße." Zu sehen gibt´s deutsche Mehrfamilienhäuse und Büros.
"Vernüftige Bilder" von den typischen Filmdrehwohnungen statt Aufnahmen, die den Film bereichern.

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Antwort von Jott:

„ Und die großen Profis hier träumen wirklich davon, die könnten dann mal eben auf das richtige Licht warten.“

Man kann auch vorab nachschauen, wann wo die Sonne stehen wird (App Sunseeker) und dann einen entsprechenden Drehplan machen. Ui!

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Antwort von iasi:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:

"das Budget um zu warten"?
Da es in D niemand hat, bekommt man eben nur Studio- und Innenaufnahmen vorgesetzt.
Ja genau, in deutschen Filmen werden alle Außenaufnahmen in Wirklichkeit im Studio gedreht :D

Also so langsam ...
Außenaufnahmen?
Wenn mal rausgegangen wird, dann irgendwo hin in der Stadt, wo man schon oft gedreht hat - ja wenn.
Da weiß man dann, wo die Steckdosen sind.

Außenaufnahmen, die belanglos und austauschbar wirken - das bekommt man aus deutschen Landen zu sehen.

Beeindruckende und wertvolle Aufnahmen kann man auch auf grünen Hügeln erhalten:


zum Bild


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Antwort von iasi:

Jott hat geschrieben:
„ Und die großen Profis hier träumen wirklich davon, die könnten dann mal eben auf das richtige Licht warten.“

Man kann auch vorab nachschauen, wann wo die Sonne stehen wird (App Sunseeker) und dann einen entsprechenden Drehplan machen. Ui!
Und den Wolken erklärst du natürlich, wann sie vorbeiziehen sollen.
Die Luftfeuchtigkeit regelst du sicherlich auch über eine App.
...

Da wird dann also zum Drehort gefahren und die Sonne lässt sich nicht sehen - obwohl´s doch im Drehplan steht.
Ui - das war nichts. Nächstes mal geht´s dann nur oben aufs Bürodach, wo man Büro- und Mietshäuser sieht.
Da wird dann z.B. in Wien gedreht, aber davon erkennt man nichts - könnte überall sein.

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Antwort von Frank Glencairn:

iasi hat geschrieben:


Beeindruckende und wertvolle Aufnahmen kann man auch auf grünen Hügeln erhalten:
Abgesehen daß die Aufnahme maximal trivial ist, und das schiere Gegenbeispiel für "beeindruckend und wertvoll" (noch dazu scheiße geleuchtet), frage ich mich auf was du eigentlich raus willst?

Hast du auf deinem grünen Hügel keinen Sonnenstand, Wolken, Wetter?
Oder in der Stadt - auf nem Bürodach?

Außerdem kann ich ja schlecht auf ne Wiese gehen, wenn eine Szene in der Stadt spielt.

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Antwort von iasi:

pillepalle hat geschrieben:
So. Damit der Gyros-OFX-Thread nicht weiter vollgelabert wird, mache ich jetzt hier weiter...

"Filmen mit und ohne Licht"

Ja - und du wählst gleich einen selten blöden Titel. ;)

Dazu passt dann aber immer hin "Laber".


"Ohne Licht" bekommst du beim Filmen nur - ja richtig - schwarz.

Und was haben wir hier?

zum Bild
https://www.grund-wissen.de/physik/_ima ... diffus.png

Licht gestalten, so ganz ohne Lampen.

Ja - das geht, wenn man am Tag draußen dreht.

Denn: Am Tag gibt´s da draußen Licht.

Und ich kann dieses Licht sogar dahin lenken, wo ich es gerne hätte.

Ich kann es weicher oder härter machen.

Ich kann die Farbe ändern.

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Antwort von Frank Glencairn:

Sensationell - iasi hat gerade den Reflektor erfunden.
Das wird die ganze Filmindustrie umkrempeln - nichts wird mehr so sein wie bisher :D

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Antwort von iasi:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:


Beeindruckende und wertvolle Aufnahmen kann man auch auf grünen Hügeln erhalten:
Abgesehen daß die Aufnahme maximal trivial ist, und das schiere Gegenbeispiel für "beeindruckend und wertvoll" (noch dazu scheiße geleuchtet), frage ich mich auf was du eigentlich raus willst?
Redest du hier jetzt wirklich von der Aufnahme aus Kurosawas Ran?!

Wow.

Aber der war ja auch nur für den Oscar für Beste Kamera nominiert. ;)


"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Hast du auf deinem grünen Hügel keinen Sonnenstand, Wolken, Wetter?
Oder in der Stadt - auf nem Bürodach?

Außerdem kann ich ja schlecht auf ne Wiese gehen, wenn eine Szene in der Stadt spielt.
Oh - da wird dann eben die Szene so umgeschrieben, dass sie auf dem Bürodach spielt.

Und eine Stadt hat natürlich nur Bürodächer zu bieten.

Hauptsache die "Basics" sind eingehalten und der Dialog runtergedreht.

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Antwort von iasi:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Sensationell - iasi hat gerade den Reflektor erfunden.
Das wird die ganze Filmindustrie umkrempeln - nichts wird mehr so sein wie bisher :D
Ne - die Zeichnungen sind nicht von mir. ;)

Aber zumindest weiß ich, dass man sie auch nutzen kann und nicht unbedingt Lampen aufbauen muss.

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Antwort von pillepalle:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
...frage ich mich auf was du eigentlich raus willst?
Das Frage ich mich auch immer mehr... 😅

Einerseits postet er oft Beipiele von Blockbustern wie MI7, oder redet von LoA, und andererseits sind dann Zeit und Mittel so begrenzt, das er kein Geld für Licht, oder die Crew hat.
"Filmen ohne Geld und Zeit, oder der große Blockbuster"
Diese oder gibt´s nicht.
Auch beim großen Blockbuster schaut man auf die Kosten.
Und auch mit überschaubarem Budget kann man etwas auf die Leinwand bringen, das einen Schauwert hat.

Das Problem ist diese abgehobene Blockbuster-Denkweise: "Ich geh nicht raus, wenn ich nicht soviel Geld und Zeit zur Verfügung habe, dass ich alles so herrichten kann, wie ich es will."
Die Folge: Man bleibt drin.

Statt “The Banshees of Inisherin” bekommt man dann eben "Der Banzler von der Industriestraße." Zu sehen gibt´s deutsche Mehrfamilienhäuse und Büros.
"Vernüftige Bilder" von den typischen Filmdrehwohnungen statt Aufnahmen, die den Film bereichern. Ok, damit haben wir ja immerhin schon grob umrissen was Dir vorschwebt. Also, der Low-Budget Fim The Banshees... mit 20 Mio Budget und 21 Drehtagen ist ok? Oder eher wie Sonne und Beton mit 5 Mio Budget und 59 Drehtagen? Beim Tatort verballern sie übrigens ca. 1 Mio pro Folge in wenigen Tagen.

Jott hatte Deine Ursprungsfrage ja eigentlich schon beantwortet. Man plant richtig und dann klappt das auch mit den Außenaufnahmen. Natürlich gibt es auch immer ein gewisses Risiko, aber deshalb dreht man ja entweder an Orten und in Zeiten die eine sehr stabile Wetterlage haben (immer schön oder immer scheiße), oder man plant Ausweichtermine ein. Man weiß in der Regel immer einige Tage im voraus wie das Wetter werden wird. Das sieht man nicht erst, wenn man mit der ganzen Crew da steht. Und man plant die Einstellungen so, das die aufwendigsten zur besten Tageszeit gedreht werden und den restlichen Quatsch macht man dazwischen. The Banshees wurde im August gedreht, Sonne und Beton von Ende Juni bis September. Das ist garantiert kein Zufall gewesen.

VG

PS: Ja, das mit dem Reflektor sind ja ganz neue Töne von Dir. Bravo! Jetzt noch den Diffusor und die Flag entdecken und Du hast schon ein paar Instrumente mit denen man das Licht draußen formen kann.

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Antwort von Frank Glencairn:

iasi hat geschrieben:


Redest du hier jetzt wirklich von der Aufnahme aus Kurosawas Ran?!
Scheiße geleuchtet ist halt nun mal scheiße geleuchtet - völlig egal von wem.

Wir wissen ja du einige Typen und Filme anbetest wie Götter, und sie ständig als "Beweis" für deine kruden Thesen hernimmst - sowas zieht aber bei mir nicht. Da mußt du schon mit was eigenem kommen.

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Antwort von iasi:

pillepalle hat geschrieben:


PS: Ja, das mit dem Reflektor sind ja ganz neue Töne von Dir. Bravo! Jetzt noch den Diffusor und die Flag entdecken und Du hast schon ein paar Instrumente mit denen man das Licht draußen Formen kann.
Das sind keine neuen Töne.

Jede weiße Fläche reflektiert übrigens Licht. ;)

Die brauchen dann auch keinen Strom.

Man muss nur das vorhandene Licht zu nutzen wissen.

Aber es gibt ja immer diese "Basics"-Helden, die gegen das vorhandene Licht ankämpfen müssen, indem sie Lichtleistung satt auffahren wollen.
Wenn sie diese Lichtleistung nicht bekommen, gehen sie eben nicht hinaus.

Witzig ist es dann, wenn sich die "Basics-Helden" in einer Nebenstraße verstecken, damit sie all die Lampen aufbauen können, um die dunkle Straße auch ausleuchten können, wie es die "Basic-Skills" verlangen. Auf dem breiten hellen Marktplatz wären nur einige Reflektoren möglich gewesen, was ja den "Skills" völlig widerspricht - das wirkt ja wie no-budget und gar nicht professionell.
Da verzichtet man auch lieber auf den schönen, markanten Marktplatz und gibt sich mit 0815 Wohn- und Bürogebäuden
zufrieden.
Aber immerhin: Wo´s gedreht wurde, erkennt man ja vielleicht an den Autokennzeichen. :)

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Antwort von pillepalle:

Jetzt weiß ich wo bei Dir der Knoten im Kopf ist. Für Dich hat 'Licht machen' immer was mit Strom zu tun. Das muss nicht sein. Gerade bei geringem Budget sind Diffusoren und Reflektoren die günstigere Variante. Aber wenn man viel Geld hat, dann kann man auch noch viel Licht an's Set karren. Und dafür brauch's dann auch keine Steckdosen in der Wildnis sondern große Strom-Generatoren. Die Nachtszenen bei John Wick 4 sind z.B. sehr aufwendig beleuchtet. Aber die konnten es sich auch leisten.

Das Prinzip bleibt aber das Gleiche. Man Formt das Licht auch draußen, wann immer es geht. Und da wo es nicht geht (z.B. den Totalen), dreht man dann, wenn das Licht besonders schön ist.

VG

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Antwort von MK:

pillepalle hat geschrieben:
Beim Tatort verballern sie übrigens ca. 1 Mio pro Folge in wenigen Tagen.
Wegen dem Catering, ich fress da immer heimlich mit... ;-)

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Antwort von pillepalle:

Aber das gibt's ja bei iasi nicht. Da kommen alle mit Butterbrotdosen und Henkelmännern an's Set. Natürlich unbezahlt (bzw. mit Gewinnbeteiligung) in ihrer Freizeit :)

VG

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Antwort von Frank Glencairn:

iasi hat geschrieben:

Aber es gibt ja immer diese "Basics"-Helden, die gegen das vorhandene Licht ankämpfen müssen, indem sie Lichtleistung satt auffahren wollen.
Wenn sie diese Lichtleistung nicht bekommen, gehen sie eben nicht hinaus.
Und wer soll das sein?
Kein Mensch in dieser Branche "kämpft" gegen Licht - im Gegenteil, es ist unser Werkzeug Nr.1
Du hast dir da irgendwie in deinem Kopf ein Pseudofeinbild ausgedacht, in das du dich jetzt verbissen hast.

Und jetzt tust du so als ob eines der ältesten, gebräuchlichsten, und an jedem Set zigfach benutzen Werkzeuge - der Reflektor - irgendwas revolutionäres wäre, und obwohl jeder DP und Gaffer ständig bei der täglichen Arbeit Reflektoren aller Art einsetzt, behauptest du das Gegenteil.

Wie kommst du nur auf sowas?

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Antwort von MK:

Ein Mann kommt in die Volkshochschule gerannt, reißt die erste Türe auf
und ruft: "Ist hier Filmen ohne Licht?" Antwort von drinnen: "Nein". Nächste
Türe: "Ist hier Filmen ohne Licht? ". Wieder die Antwort: "Nein". Er reißt die
dritte Türe auf und sieht lauter nackte Männer die Liegestütze machen. Auf
seine Frage: "Ist hier Filmen ohne Licht?" Ein Mann dreht seinen Kopf zu
ihm und sagt: "Filmen ohne Licht war gestern, heute ist b.umsen ohne Frau!".

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Antwort von iasi:

pillepalle hat geschrieben:
Jetzt weiß ich wo bei Dir der Knoten im Kopf ist. Für Dich hat 'Licht machen' immer was mit Strom zu tun. Das muss nicht sein. Gerade bei geringem Budget sind Diffusoren und Reflektoren die günstigere Variante. Aber wenn man viel Geld hat, dann kann man auch noch viel Licht an's Set karren. Und dafür brauch's dann auch keine Steckdosen in der Wildnis sondern große Strom-Generatoren. Die Nachtszenen bei John Wick 4 sind z.B. sehr aufwendig beleuchtet. Aber die konnten es sich auch leisten.

Das Prinzip bleibt aber das Gleiche. Man Formt das Licht auch draußen, wann immer es geht. Und da wo es nicht geht (z.B. den Totalen), dreht man dann, wenn das Licht besonders schön ist.

VG
Der Unterschied ist generell dieser:
Entweder ich erzeuge Licht, wo keines ist (John Wick 4)
oder
ich arbeite mit einem vorhandenen Hauptlicht.

"Leisten" kann ich mir eher das Erstere, denn ich habe die Kontrolle über eine Lichtsituation, die sich nicht ständig ändert.
Es gibt auch keine zeitlichen Vorgaben/Beschränkungen (abgesehen vom Anfang und Ende der Nacht). Das finanzielle Risiko ist also weitaus geringer.

Leider endet dies bei vielen, die ein "Budget" haben, bei 0815-Basic-Skills-Ausleuchtung und austauschbaren Drehorten - also das immergleiche Bild. Denn es braucht schon ein echtes Budget, um auch so auszuleuchten, wie z.B. Deakins.
Also bekommt man nicht Fisch.
Aber rausgehen und besondere Motive mit ihren eigenen Lichtstimmungen einzufangen, ist ihnen dann auch zu aufwendig. Mehr als ein paar Establishing-Shots machen sie dann nicht und verziehen sich schnell wieder in den Schatten und Dunkelheit, wo sie ihre 0815-Basic-Skills-Ausleuchtung machen können.

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Antwort von Jott:

Wo war noch mal dein Meisterwerk zu sehen, das schlagend alles belegt, was du hier so postulierst? Ich find‘s gerade nicht.

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Antwort von iasi:

Jott hat geschrieben:
Wo war noch mal dein Meisterwerk zu sehen, das schlagend alles belegt, was du hier so postulierst? Ich find‘s gerade nicht.
Und weil du noch nicht auf dem Mars warst, glaubst du daran :)


zum Bild


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Antwort von Frank Glencairn:

iasi hat geschrieben:
"Frank Glencairn" hat geschrieben:


Ja selbstverständlich. Der Blödsinn mit der Wetterkontrolle stammt ja auch von iasi, ich hab über die Kontrolle über das Endergebnis
(z.B. durch Warten auf das passende Licht) gesprochen.

Und es ist ja nicht so, daß man die restliche Zeit rumsitzen und auf den Sonnenuntergang warten muß, da dreht man halt was anderes oder probt mit den Schauspielern.
"durch Warten auf das passende Licht"

"das Budget um zu warten"?
Da es in D niemand hat, bekommt man eben nur Studio- und Innenaufnahmen vorgesetzt.

Man kann jedoch das vorhandene Licht auch nutzen und damit gestalten, ohne auf ein Motiv verzichten zu müssen.
Da gilt es dann eben, alle Gestaltungsmöglichkeiten auszuschöpfen.

Stell dich auf einen Hügel und hol aus dem Motiv, das sich dir bietet, das Maximale heraus. Dabei sind dann alle Mittel erlaubt - außer eben nur darauf zu warten, bis das Budget aufgebraucht ist. :)
Also was jetzt?

Keiner hat angeblich das Budget auf passendes Licht/Wetter zu warten, und dann soll ich mich stattdessen auf einen Hügel stellen (warum das denn - was soll ich ausgerechnet auf nem Hügel, wenn der nicht expliziert im Script steht?) und bei scheiß Licht und unpassendem Wetter drehen, statt den Dreh einfach auf einen Zeitpunkt mit passendem Licht, an einen Tag mit passendem Wetter zu verlegen, und in der Zwischenzeit was anderes sinnvolles zu machen?

Das ist dein Rat? Völlig ungeplant und unflexibel einfach irgendwo hingehen und drauf halten, egal ob's passt oder nicht?


.

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Antwort von pillepalle:

@ iasi

John Wick war ja auch nur ein Beispiel für ein aufwendiges Licht (viele Kampfszenen mit Totalen). Es ging nicht darum, dass es auch so ein Stil sein muss. Die haben ja sogar (und trotz des hohen Budgets), einige Tagesszenen aus praktischen Gründen bei Nacht gedreht.

iasi hat geschrieben:
Der Unterschied ist generell dieser:
Entweder ich erzeuge Licht, wo keines ist (John Wick 4)
oder
ich arbeite mit einem vorhandenen Hauptlicht.

"Leisten" kann ich mir eher das Erstere, denn ich habe die Kontrolle über eine Lichtsituation, die sich nicht ständig ändert.
Es gibt auch keine zeitlichen Vorgaben/Beschränkungen (abgesehen vom Anfang und Ende der Nacht). Das finanzielle Risiko ist also weitaus geringer.
Wir reden ja jetzt eher von Außenaufnahmen. Da arbeitet man immer mit dem Bereits vorhandenen Licht (außer in Außnahmesituationen wie Nachts z.B.). Und da braucht es pragmatische Lösungen. Du machst Dich über das Video mit dem Werbefilm lustig, aber er hat es so eingerichtet, dass er mit dem Budget das er hatte und in der Zeit die ihm zur Verfügung stand (1 Tag) auch hinbekommt. Du möchtest aber draußen wie bei John Wick arbeiten (den Möglichkeiten des Blockbuster-Kinos), hast aber nur das Geld für Sonne und Beton (wenn überhaupt). Da liegt eben der Widerspruch.

Und Außenaufnahmen sind auch nicht völlig unvorhersehbar, wenn man es richtig plant. Und wenn man es gut umsetzt, muss man sich auch nicht mehr viel in der Post zurechtbiegen. Aber dafür braucht es eben Erfahrung und die berühmten Skills, über die Du Dich lustig machst. Aber den Beweis dafür (Bilder wie Deakins, mit dem Budget von Sonne und Beton zu machen) bist Du schuldig geblieben. Deshalb klingt das was Du sagst, für mich zumindest, auch meist so weltfremd. Es reicht nicht den Willen zu haben etwas gut zu machen. Man braucht auch gute und erfahrene Leute und ein gewisses Budget. Natürlich gibt es Außnahmen, wo das Ergebnis deutlich besser ist als das Budget vermuten läßt. Aber das gelingt eben nur wenigen und äußerst selten.

VG

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Antwort von Alex:

Ich habe schon viele szenische Projekte (Serien, Spielfilme, Werbung) als Beleuchter, Oberbeleuchter und Kameramann am Set gestanden. Ich picke mal 2 Produktionen raus:
Ein 6-wöchiger Spielfilm (Das Geheimnis der Kormoraninsel, 35mm) und eine 13-wöchige Serie (Was nicht passt wird passend gemacht, 16mm) tun sich da besonders hervor, weil sie zu 90 % draußen spielten. Der Spielfilm war "grüner Hügel", weil komplett in der Natur draußen, die Serie spielte auf einer Baustelle.

Beide Projekte wurden im Sommer in Deutschland gedreht. Bei solchen Projekten kann man sich nicht nach dem Wetter richten, denn der Drehplan steht schon Wochen vorher fest, man kann höchstens Szenen/Drehtage tauschen, aber auch nur, wenn es die Sperrtage der Schauspieler zulassen.

An Tagen ohne konstantes Wetter (und das können einige sein) wird Tag für Tag morgens (oder zu Beginn einer neuen Szene) entschieden, ob man auf Wolke oder auf Sonne dreht und entscheidet sich meist für das Wahrscheinlichere.

Mit Lichtwechsel (Sonne/Wolke) muss man fast immer rechnen, aber man entscheidet sich für einen Zustand: Sonne ODER Wolke. Und diese Lichtstimmung gilt es dann zu halten, mit allen Mitteln, die der Licht-LKW zu bieten hat. Also große Segel, um die Sonne auszudecken und große Einheiten um Sonne zu ersetzen.

Drehste auf Wolke, braucht man nicht viel zu machen, vielleicht ne weiche Einheit um Konturen zu formen und etwas Aufhellung. Drehste auf Sonne, kannste diese in den closeren Aufnahmen mit Segeln etwas entschärfen und etwas Aufhellung, je nachdem.

Kritisch ist immer, wenn das Licht innerhalb einer Szene komplett von Wolke auf Sonne wechselt, dann hast du Rambazamba auf dem Licht-LKW, wenn nicht alles schon für diesen Moment vorbereitet wurde.

Drehste auf Sonne und es kommt ne dicke Wolke, dann muss man einschätzen können, wie lange diese bleibt und ob neue Wolken kommen. Also muss man entscheiden ob man wartet oder direkt auf Sonne leuchtet. Wenn man den Anschluss auf Sonne leuchten will, kommt man ohne dicke Einheiten nicht aus, um es optisch anzugleichen.

Umgekehrt, wenn man auf Wolke dreht und Sonne kommt raus, musste diese stark mit Segeln reduzieren/weich machen und ggf. stark und sehr weich aufhellen, um die Verhältnismäßigkeit wieder herzustellen. Geht aber zur Not auch ohne große Lampen, aber halt viel gerigge, ein 20x20 Butterfly braucht viel Gewicht und Abspannung um windfest zu sein. Wenn das nicht schon komplett vorbereitet ist, brauchste ca. 10-15 Min bis es steht.

Hier in Deutschland muss man immer damit rechnen, dass es z.B. im Sommer regnet oder bewölkt ist. In Kalifornien kannst du heute eine Produktion im nächsten Jahr planen und davon ausgehen, dass die Sonne scheint, das ist fürs Filmemachen ein riesiger Vorteil. Alleine aus diesem Grund sind viele der in DE produzierten Inhalten nicht mit denen aus den USA vergleichbar. An der Westküste planste deine Moneyshots halt morgens oder abends, bei tief stehender, warmer Sonne und hast fast schon ne Erfolgsgarantie für geiles Licht.
So ne "quasi-Garantie" bekommste nicht in DE. Da musst du immer Licht und Segel einplanen. Je größer, desto besser. In den USA, kannste dir Scheinwerfer tatsächlich zum größten Teil sparen, weil du bei Sonnenschein wirklich fast alles mit Reflektoren und Diffusoren bewerkstelligen kannst.

Und eins noch zum Thema Reflektoren: Wirklich ein tolles Leuchtmittel - bei Sonne. Ohne Sonne bringen dir Reflektoren nix (und irgendwelche Bounces mit HMIs lasse ich jetzt mal außen vor).
Wenn du auf Sonne drehst und die Wolke kommt, packste Scheinwerfer aus - große.

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Antwort von pillepalle:

In Deutschland /Mitteleuropa fast alles Outdoor zu drehen ist aufgrund des Wetters eben das maximale Gehampel. Nicht umsonst macht man sowas oft woanders.

VG

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Antwort von iasi:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:


"durch Warten auf das passende Licht"

"das Budget um zu warten"?
Da es in D niemand hat, bekommt man eben nur Studio- und Innenaufnahmen vorgesetzt.

Man kann jedoch das vorhandene Licht auch nutzen und damit gestalten, ohne auf ein Motiv verzichten zu müssen.
Da gilt es dann eben, alle Gestaltungsmöglichkeiten auszuschöpfen.

Stell dich auf einen Hügel und hol aus dem Motiv, das sich dir bietet, das Maximale heraus. Dabei sind dann alle Mittel erlaubt - außer eben nur darauf zu warten, bis das Budget aufgebraucht ist. :)
Also was jetzt?

Keiner hat angeblich das Budget auf passendes Licht/Wetter zu warten, und dann soll ich mich stattdessen auf einen Hügel stellen (warum das denn - was soll ich ausgerechnet auf nem Hügel, wenn der nicht expliziert im Script steht?) und bei scheiß Licht und unpassendem Wetter drehen, statt den Dreh einfach auf einen Zeitpunkt mit passendem Licht, an einen Tag mit passendem Wetter zu verlegen, und in der Zwischenzeit was anderes sinnvolles zu machen?

Das ist dein Rat? Völlig ungeplant und unflexibel einfach irgendwo hingehen und drauf halten, egal ob's passt oder nicht?
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Wenn du nicht siehst, was ein Hügel an Bildmöglichkeiten bietet, musst du da nicht hoch und kannst auch in deiner bekannten Nachbarschaft bleiben - und diese zum zigten Mal für Aufnahmen nutzen.

Man kann aber auch auf diesen Hügel gehen und mit den richtigen Optiken, der richtigen Bildkomposition und einigen Reflektoren Aufnahmen machen, die mehr beitragen, als nur ein beliebiger Hintergrund zu sein.

Man sollte nicht von Hollywood-Budgets träumen, sondern stattdessen z.B. mit 1,8 Mio.$ Aufnahmen wie bei Paris, Texas machen.
Nimm das vorhandene Licht und mach was draus.

Das Schöne ist ja, dass man heute so viele Werkzeuge hat, um etwas daraus zu machen.

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Antwort von iasi:

pillepalle hat geschrieben:
In Deutschland /Mitteleuropa fast alles Outdoor zu drehen ist aufgrund des Wetters eben das maximale Gehampel. Nicht umsonst macht man sowas oft woanders.

VG
In Deutschland /Mitteleuropa haben wir Outdoor Motive, die einen Film maximal bereichern könnten. Für einen US-Amerikaner oder Chinesen ist eine mittelalterliche Innenstadt so attraktiv wie der Todesstern.

Was ist denn an “The Banshees of Inisherin” das Herausragende?

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Antwort von pillepalle:

@ iasi

Es ist etwas anderes, ob man plant 1 oder 2 Tage Outdoor zu drehen, oder 1 oder 2 Wochen. Im letzteren Fall kann man recht sicher sein, dass das Wetter garantiert nicht konstant sein wird und muss entsprechend mehr Zeit einplanen. Hat Deakins ja auch so gemacht und wird bei Banshees wenig anders gewesen sein. Die schöne Landschaft in Mitteleuropa hat eben ihren Preis.

VG

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Antwort von Frank Glencairn:

iasi hat geschrieben:

Wenn du nicht siehst, was ein Hügel an Bildmöglichkeiten bietet, musst du da nicht hoch und kannst auch in deiner bekannten Nachbarschaft bleiben - und diese zum zigten Mal für Aufnahmen nutzen.
Was soll ich mit nem blöden Hügel, wenn mein Drehbuch nicht auf nem blöden Hügel spielt?

Was soll überhaupt dieses ganze Hügelgequatsche?
Also ob ein Hügel irgendwas wäre, außer man dreht gerade einen JFK Film.
iasi hat geschrieben:


Man sollte nicht von Hollywood-Budgets träumen, sondern stattdessen z.B. mit 1,8 Mio.$ Aufnahmen wie bei Paris, Texas machen.
Was inflationsbereinigt mittlerweile 5,3 Millionen sind.
Dafür dreh ich dir allerdings locker ein Paris-Texas-artiges Road Movie - fang schon mal an ein entsprechend gutes Drehbuch zu schreiben.

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Antwort von pillepalle:

...und ganz neben bei in Texas spielte, wo man garantiert keine Wetterkapriolen erlebt :)

VG

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Antwort von iasi:

Alex hat geschrieben:
Ich habe schon viele szenische Projekte (Serien, Spielfilme, Werbung) als Beleuchter, Oberbeleuchter und Kameramann am Set gestanden. Ich picke mal 2 Produktionen raus:
Ein 6-wöchiger Spielfilm (Das Geheimnis der Kormoraninsel, 35mm) und eine 13-wöchige Serie (Was nicht passt wird passend gemacht, 16mm) tun sich da besonders hervor, weil sie zu 90 % draußen spielten. Der Spielfilm war "grüner Hügel", weil komplett in der Natur draußen, die Serie spielte auf einer Baustelle.

Beide Projekte wurden im Sommer in Deutschland gedreht. Bei solchen Projekten kann man sich nicht nach dem Wetter richten, denn der Drehplan steht schon Wochen vorher fest, man kann höchstens Szenen/Drehtage tauschen, aber auch nur, wenn es die Sperrtage der Schauspieler zulassen.

An Tagen ohne konstantes Wetter (und das können einige sein) wird Tag für Tag morgens (oder zu Beginn einer neuen Szene) entschieden, ob man auf Wolke oder auf Sonne dreht und entscheidet sich meist für das Wahrscheinlichere.

Mit Lichtwechsel (Sonne/Wolke) muss man fast immer rechnen, aber man entscheidet sich für einen Zustand: Sonne ODER Wolke. Und diese Lichtstimmung gilt es dann zu halten, mit allen Mitteln, die der Licht-LKW zu bieten hat. Also große Segel, um die Sonne auszudecken und große Einheiten um Sonne zu ersetzen.

Drehste auf Wolke, braucht man nicht viel zu machen, vielleicht ne weiche Einheit um Konturen zu formen und etwas Aufhellung. Drehste auf Sonne, kannste diese in den closeren Aufnahmen mit Segeln etwas entschärfen und etwas Aufhellung, je nachdem.

Kritisch ist immer, wenn das Licht innerhalb einer Szene komplett von Wolke auf Sonne wechselt, dann hast du Rambazamba auf dem Licht-LKW, wenn nicht alles schon für diesen Moment vorbereitet wurde.

Drehste auf Sonne und es kommt ne dicke Wolke, dann muss man einschätzen können, wie lange diese bleibt und ob neue Wolken kommen. Also muss man entscheiden ob man wartet oder direkt auf Sonne leuchtet. Wenn man den Anschluss auf Sonne leuchten will, kommt man ohne dicke Einheiten nicht aus, um es optisch anzugleichen.

Umgekehrt, wenn man auf Wolke dreht und Sonne kommt raus, musste diese stark mit Segeln reduzieren/weich machen und ggf. stark und sehr weich aufhellen, um die Verhältnismäßigkeit wieder herzustellen. Geht aber zur Not auch ohne große Lampen, aber halt viel gerigge, ein 20x20 Butterfly braucht viel Gewicht und Abspannung um windfest zu sein. Wenn das nicht schon komplett vorbereitet ist, brauchste ca. 10-15 Min bis es steht.

Hier in Deutschland muss man immer damit rechnen, dass es z.B. im Sommer regnet oder bewölkt ist. In Kalifornien kannst du heute eine Produktion im nächsten Jahr planen und davon ausgehen, dass die Sonne scheint, das ist fürs Filmemachen ein riesiger Vorteil. Alleine aus diesem Grund sind viele der in DE produzierten Inhalten nicht mit denen aus den USA vergleichbar. An der Westküste planste deine Moneyshots halt morgens oder abends, bei tief stehender, warmer Sonne und hast fast schon ne Erfolgsgarantie für geiles Licht.
So ne "quasi-Garantie" bekommste nicht in DE. Da musst du immer Licht und Segel einplanen. Je größer, desto besser. In den USA, kannste dir Scheinwerfer tatsächlich zum größten Teil sparen, weil du bei Sonnenschein wirklich fast alles mit Reflektoren und Diffusoren bewerkstelligen kannst.

Und eins noch zum Thema Reflektoren: Wirklich ein tolles Leuchtmittel - bei Sonne. Ohne Sonne bringen dir Reflektoren nix (und irgendwelche Bounces mit HMIs lasse ich jetzt mal außen vor).
Wenn du auf Sonne drehst und die Wolke kommt, packste Scheinwerfer aus - große.
Auch ohne Sonne zeigen Reflektoren noch eine geringe Wirkung, die hilfreich ist. Ansonsten bietet heute die Post gerade bei Wolken reichlich Möglichkeiten.

Ich hatte auch schon die Situation, dass ständig einzelne Wolken vor die Sonne zogen, sie dann wieder frei gaben, dann wieder verdeckten - das ist dann eine echte Herausforderung.

Generell ist eben auch Improvisation gefragt.

Wer sagt denn eigentlich, dass es immer dieses goldene Licht braucht?
Vielleicht will man ja auch harte, kurze Schatten.

Mad Max - F.R. zeigt ja zudem, wie unberechenbar selbst "sichere" Drehorte sein können. Wo immer Wüste ist, bringt Regen plötzlich eine grüne Landschaft hervor, die so gar nicht passt.

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Antwort von iasi:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:

Wenn du nicht siehst, was ein Hügel an Bildmöglichkeiten bietet, musst du da nicht hoch und kannst auch in deiner bekannten Nachbarschaft bleiben - und diese zum zigten Mal für Aufnahmen nutzen.
Was soll ich mit nem blöden Hügel, wenn mein Drehbuch nicht auf nem blöden Hügel spielt?

Was soll überhaupt dieses ganze Hügelgequatsche?
Also ob ein Hügel irgendwas wäre, außer man dreht gerade einen JFK Film.

Wer es kann, der macht auf nem Hügel eben einen ganz besondern Film:
zum Bild
https://stephenesherman.com/images/ran-colors.jpg
"Frank Glencairn" hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:


Man sollte nicht von Hollywood-Budgets träumen, sondern stattdessen z.B. mit 1,8 Mio.$ Aufnahmen wie bei Paris, Texas machen.
Was inflationsbereinigt mittlerweile 5,3 Millionen sind.
Dafür dreh ich dir allerdings locker ein Paris-Texas-artiges Road Movie - fang schon mal an ein entsprechend gutes Drehbuch zu schreiben.
Große Worte.

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Antwort von pillepalle:

iasi hat geschrieben:
Auch ohne Sonne zeigen Reflektoren noch eine geringe Wirkung, die hilfreich ist. Ansonsten bietet heute die Post gerade bei Wolken reichlich Möglichkeiten.
Du machst in der Post aber nicht aus einem grauen Tag einen sonnigen. Das ist Quatsch. Da hat Alex einfach Recht. Und klar kann man auch die harte Mittagssonne wollen. Aber damit das immer gut aussieht, braucht es auch da oft viel Licht.

Es braucht auch nicht immer den Sonnenuntergang, aber wenn die Sonne tief steht sieht alles meist nur deutlich besser aus. Selbst an teilweise bewöltken Tagen ist das schön, wenn die Sonne unter den Wolken hervorkommt. Geht eben nur leider auch schnell wieder vorbei. Das ist der Haken daran.

VG

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Antwort von Jott:

Schöner Thread. Iasi zeigt mal wieder, dass er überhaupt keine Ahnung von der Praxis hat.

Alex dagegen erklärt, wie es ist: entscheiden zwischen Wolken und Sonne, und dann durchziehen. Continuity! Oder halt einen Pannenfilm drehen, an dessen Material der Cutter dann verzweifelt und sich dem Schlampermantra "versendet sich" hingibt.

Dazu muss man gar nicht Hollywood bemühen - das gilt genauso für einen popeligen Industriefilm, wo Teile draußen spielen. Und seien es nur Shots vom Firmengebäude. Muss man planen. Aus einem Wolkentag in der Post einen Sonnentag machen wollen und andersrum, ist dummes Gerede. Da geht's doch nicht um Farben, sondern um Schattenwürfe etc.

Aber macht mal weiter, ist wie immer beste Unterhaltung.

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Antwort von Alex:

iasi hat geschrieben:
Auch ohne Sonne zeigen Reflektoren noch eine geringe Wirkung, die hilfreich ist.
Okay, wir drehen ne Szene auf Sonne (durch Butterfly), aber dennoch mit deutlichen Schatten. Dazu ein weiteres Segel als Aufhellung, welches von der Sonne bedient wird, vielleicht noch 1-2 Reflektoren um im Hintergrund etwas hervorzuheben (Fassade, Auto, Plakat, o.ä.).
Dann ziehen nach 2-3h Wolken auf, ist aber schwer zu sagen wie lange und wie konstant, denn danach kommt ein Flickenteppich. Was machst du jetzt mit deinen Reflektoren? Nix, was dein eigentliches Problem löst.

Ich sage dir was ich mache: Sobald es nur im Entferntesten Wolke geben könnte, lasse ich mind. 2 dicke Einheiten aufbauen. Eine sehr große Einheit, um die Sonne simulieren zu können und ne Nummer kleiner um den Bounce zu bedienen. Falls ich die Effekte im Hintergrund auch noch ersetzen will und noch Zeit dafür ist, helfen mir harte, spottige Pars o.ä.

Sobald gedreht werden soll, entscheidet mein OB, ob wir den Take auf Sonne oder Wolke drehen sollen, je nach Himmelslage:
- Auf Sonne, kein Problem, Scheinwerfer wegdrehen, Aufhellungsbounce nach Sonne ausrichten, fertig.
- Auf Wolke, kein Problem, Scheinwerfer stehen im besten Fall schon auf Position und sind eingeschaltet, aber weggedreht. Ich drehe sie Richtung Set und kann in Kürze drehen.
iasi hat geschrieben:
Ansonsten bietet heute die Post gerade bei Wolken reichlich Möglichkeiten.
Aber nicht, wenn du bei Wolke Sonne erzählen willst und die Härte der Schatten aus den vorherigen Aufnahmen simulieren willst. Dazu brauchst du Licht ausm LKW!
iasi hat geschrieben:
Ich hatte auch schon die Situation, dass ständig einzelne Wolken vor die Sonne zogen, sie dann wieder frei gaben, dann wieder verdeckten - das ist dann eine echte Herausforderung.
Und genau davon rede ich doch die ganze Zeit und beschreibe Lösungen auf diese Herausforderungen bzw. alltägliche Situationen, wenn du Tag/Außen drehst oder das große 1x1, wenn man draußen Licht/Schatten macht.

Für Tag/Außen brauchst du in DE Diffusoren, Reflektoren und Schwarz. Groß. Und Licht. Auch groß. Und Beleuchter. Auch die gibt´s in groß :)
Kurzum, du brauchst das volle Lichtprogramm, um Kontinuität gewährleisten zu können.

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Antwort von Frank Glencairn:

iasi hat geschrieben:


Große Worte.
Geht so.

PT lebt von klassischer Americana (die man in den 80er Jahren noch einfacher finden konnte als heute), und der Liebe zu Hopper-artigen Einstellungen, die ich mit Wenders teile. Wenn man zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist, kann man da nicht viel falsch machen, wenn das Drehbuch, die Schauspieler und das übrige Production Design auch stimmen.

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Antwort von Darth Schneider:

Was haltet ihr Profis von sowas, beziehungsweise am besten gleich zwei davon ?.:)

Gruss Boris

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Antwort von Frank Glencairn:

image_2023-07-18_142555415.png Der Output haut mich jetzt nicht gerade von den Socken
Sicher ganz nett als Aufheller um es z.B. in bleached Muslin zu bouncen,
aber als Sonnenersatz vor dem Fenster ist es definitiv zu schwach auf der Brust.
Da bist du mit nem 2K HMI oder sogar Tungsten besser bedient.

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Antwort von MK:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Der Output haut mich jetzt nicht gerade von den Socken
Warum gibt der im Video den Output in Watt an? Das ist die Leistungsaufnahme von der Leuchte welche nichts über den Lichtstrom aussagt.


Der Hersteller gibt die Werte an:

61500 Lux bei 200 Watt Leistungsaufnahme
85800 Lux bei 300 Watt Leistungsaufnahme

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Antwort von pillepalle:

@MK

Das ist nicht die Leistungsaufnahme der Leuchte. Die ist höher. Mit den Wattzahlen wird in der Regel die Leistung der LED Engine/COB angegeben.

Lux sind in dem Zusammenhang keine besonders aussagekräftige Angabe, weil sie je nach Winkel und verwendete Vorsatz stark variieren kann. Je nachdem wie man sie einsetzt kann der Wert auch um den Faktor 10 variieren. Auch bei Glühbirnen hat man die Leistung früher immer in Watt angegeben.

VG

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Antwort von MK:

Aber wie passt das als Maßeinheit für die Helligkeit dieser Leuchte zusammen wenn die von 200 zu 300 nicht um den Faktor 1,5 heller wird?

Von der Angabe kann man dann doch nichts Relevantes bezüglich der Helligkeit ableiten.

Die genormte Herstellerangabe sollte ja auf einem Standardmessverfahren basieren, da sind abweichende Bedingungen beim tatsächlichen Einsatz egal.

Auf einem Acker fährt ein Porsche auch keine 300+ mehr :)

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Antwort von pillepalle:

Es sind ja auch 320W und dann passt das auch mit den 2/3 Blenden ;) Die Wattzahl der LED-Engine gibt Dir eine ungefähre Vorstellung der Leistung der Leuchte. Wie hell sie in einer bestimmten Situation ist hängt davon ab wie man sie einsetzt. Wenn Du Dich mal ein wenig mit Licht beschäftigst, wirst Du feststellen, dass man die Leistung einer Leuchte immer in Watt, oder auch Joule bei Blitzgeräten, angibt.

VG

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Antwort von MK:

Die Werte werden laut Hersteller nur mit dem mitgelieferten Reflektor erreicht, der wurde im Video gar nicht verwendet.

g200.jpg

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Antwort von MK:

pillepalle hat geschrieben:
Wenn Du Dich mal ein wenig mit Licht beschäftigst, wirst Du feststellen, dass man die Leistung einer Leuchte immer in Watt.
Ich kann es trotzdem nicht nachvollziehen... vor allem bei LEDs die bei selber Leistungsaufnahme jede Generation heller werden, wo ist da der Bezug 200 Watt heute vs. 200 Watt vor 5 Jahren?

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Antwort von pillepalle:

MK hat geschrieben:
Die Werte werden laut Hersteller nur mit dem mitgelieferten Reflektor erreicht, der wurde im Video gar nicht verwendet.
Eben, deshalb machen da Luxmessereien auch keinen Sinn, denn dadurch werden sie nicht vergleichbar. Es geht einfach nur darum eine Vorstellung der Leistung einer Leuchte zu bekommen.

Die werden etwas effizienter, aber im Filmbereich geht es eher um die Lichtqualität, also das Lichtspektrum. Außerdem sollen die Leuchten auch lange halten (ca. 50.000 Std.), deshalb fährt sie eigentlich kein Hersteller am Limit und investiert viel Arbeit in eine gute Thermik. Wenn sie zu heiß werden verkürzt das die Lebensdauer extrem. Wie gesagt, die Wattzahl gibt Dir per se zwar keine genaue Angabe zur Helligkeit, aber eine ungefähre Vorstellung der Leistung. Das ist so ein wenig vergleichbar mit der Leistung von Motoren die in PS, oder KW angegeben werden. Da sagen Dir die PS zwar auch nichts über die Beschleunigung, aber Du hast eine ungefähre Vorstellung der Leistung.

VG

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Antwort von MK:

LEDs haben in der Entwicklung immer mehr Lumen pro Watt... welche Leistung vergleiche ich da als Anwender mit einer Pauschalangabe in Watt ohne konkretes Wissen über die verbauten LEDs? Es ist für mich nicht nachzuvollziehen.

Der Typ hätte die Leuchte jedenfalls auch mit dem Reflektor testen müssen da der zum Lieferumfang gehört...

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Antwort von pillepalle:

Soviel nimmt sich das nicht. Die Hersteller verwenden alle mehr oder weniger die gleiche Technologie. Zwar in unterschiedlichen Kombinationen, aber rein vom Wirkungsgrad sind das keine großen Unterschiede in den letzten Jahren. Bei einer LED hast Du einen Wrikungsgrad von ca. 50%.

VG

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Antwort von MK:

Recht interessant:

Television Lighting Consistency Index
https://de.wikipedia.org/wiki/Televisio ... ency_Index

TLCI specification from European Broadcast Union
https://tech.ebu.ch/tlci-2012

TLCI article from Mike Wood Consulting
https://www.mikewoodconsulting.com/arti ... 20TLCI.pdf

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Antwort von pillepalle:

Wobei viele sich heutztage eher für die SSI Scores interessieren. Es haben sich im Laufe der Jahre unterschiedliche Messmethoden zur Beurteilung des Lichtspectrums entwickelt. LED Licht für Film entwickelt sich vor allem durch eine immer bessere Mischung der Dioden und damit auch immer bessere Spektren, bessere Steuerbarkeit, usw.

VG

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Antwort von MK:

Head of the EBU Academy
Full Time
Salary: Competitive
Category: DG's office
Closing Date: Di., 25. Juli 2023
The EBU is looking for a Head of the EBU Academy based in Geneva.

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Antwort von Jott:

Muss aber sehr "competitive" sein, das Gehalt, um in solch einem Haufen Irrer durchzuhalten. Man kann sich nur mit dem schönen Genf trösten.

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Antwort von iasi:

https://www.youtube.com/watch?v=_Qn6Csb2Cds

Da wird wohl beim 200er ein 300er-LED in ein kurzes Gehäuse gepackt, die Elektronik in ein zweites kabelgebundenes Gehäuse gepackt und die Leistung auf 200 beschränkt, um das Wärmeproblem zu lösen.

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Antwort von MK:

Gleich bei Sekunde 7 mit den Fettfingern in den Reflektor greifen.

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Antwort von iasi:

MK hat geschrieben:
Gleich bei Sekunde 7 mit den Fettfingern in den Reflektor greifen.
Oh - schrecklich - das verändert alles, Farbe, Lichtstärke, Kaffeesüße, ... :)

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Antwort von MK:

iasi hat geschrieben:
Oh - schrecklich - das verändert alles, Farbe, Lichtstärke, Kaffeesüße, ... :)
Zeigt halt dass Du keine Ahnung hast :)

"Hautfett kann die Reflektoren oder ihre optische Charakteristik zerstören."

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