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Infoseite // Effizienz Timeline Schnitt FCPX



Frage von alibaba:


Hallo, wenn ich mittlerweile in FCPX schneide mache ich es so, dass ich so ziemlich alles direkt in die timeline schiebe und dann eigentlich dort schneide. Es ist schon auch immer Ausschuss dabei den entferne ich dann nach und nach aus der TL. Ich sichte das Material also auch in der Timeline. Irgendwie werd ich aber immer ungeduldiger und frage mich ob mein workflow verbesserungswürdig ist und nicht anders noch schneller geht.

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Antwort von Axel:

In der Timeline zu sichten ist etwas, das ich Premiere-Nutzer hab machen sehen. Sie schmeißen alles in eine höhergelegene *Spur* und klauen daraus für ihre, äh, primary storyline. Oder sie richten eine parallele Timeline ein ("pancake-editing"). Warum tun sie sowas? Sie wollen kontinuierliche Wiedergabe und barrierefreien Zugriff auf alle Clips.

Resolve hat ja seit 16 Beta die Cut-Page mit der "Source-Tape" - Anzeige. Mit diesem Button werden alle gerade im Browser aktiven Clips im Viewer-Fenster als ein zusammenhängender Clip betrachtet, aus dem man für die Timeline auswählen kann. Aus deiner Herangehensweise schließe ich, dass du den Vorteil erkennst.

FCP hat ja etwas Ähnliches: "Kontinuierliche Wiedergabe":

zum Bild


Das heißt, mit dieser Checkbox tut FCP so, als seien die individuellen Clipgrenzen nur Kapitelmarker. Es spielt den gesamten Browserinhalt "chronologisch" ab.

Und mit "chronologisch" kann ich gleich den gewaltigen Vorteil erklären, den FCP noch immer hat. Die Clips, die im Browser zu sehen sind, lassen sich intelligent filtern, nicht nur mit Tags, aber am besten mit intelligenten Sammlungen. Schnelligkeit und Sorgfalt (auszuschließen, dass du eine eventuell bessere Alternative übersiehst) sind am besten gegeben, wenn du beim Schnitt nie mehr als höchstens 20 Clips im Browser hast!

Die Beschäftigung mit etwas so buchhalterisch anmutendem wie Schlagwörtern und Sammlungen erscheint modernen ADS-Editoren (die FCPX normalerweise gut finden) als eine Zumutung. In Wirklichkeit ist es die am wenigsten Zeit und Aufwand erfordernde Arbeit beim Schneiden. Wenn der gesamte Schnitt, sagen wir mal, 10 Stunden dauert, ist das unter einer halben Stunde. Umgekehrt: derselbe Schnitt ohne die Vorbereitung ist eher 30 Stunden, und wahrscheinlich im Ergebnis schlechter.

Auch Resolve hat Smart Bins, aber sie zwingen einen dazu, wieder in die Edit Page zu gehen. BlackMagic bessert ständig nach, und Smart Bins über die Cut Page stehen weit oben in den Benutzer-Wunschlisten.

Die Cut-Page ist im Sinne des Erfinders eine Vorbereitungsphase für den Feinschnitt (Edit-Page). Sichten, beurteilen, Grobschnitt. Oder eine Alternative für Eilige.

Historisch gesehen sollte FCPX genau dasselbe sein: eine Art Prelude (wenn dir das noch was sagt) für FCP8 (das dann nie erschien). Oder, wie Michael Cioni es sagte: eine Database mit angehängtem NLE, eine MAM-App plus iMovie.

Trimmen und Löschen in der Timeline ist natürlich *möglich*, aber suboptimal. Die primäre Handlung wächst besser inkrementell als dass sie gekappt wird. Du wirst ja aufgefordert, eine logische Reihenfolge (storyline) herzustellen. Diese Bemühung wird erleichtert - durch den Magetismus der Primary und durch die child-Rolle der verbundenen Clips.

Ich hoffe, dieses Schauen über den Tellerrand erleichtert dir die Entscheidung für deinen Workflow. "Ausschuss entfernen" ist mMn in der Tat "verbesserungswürdig". Merke, dass auch Premiere und Resolve nicht "die Schlechten in's Kröpfchen" schmeißen, sondern lediglich, um im Märchenbeispiel zu bleiben, das Töpfchen auskippen, wohl wissend, dass sie auf dem Fußboden alles besser überblicken können. Trotzdem klauben sie nur die Guten auf und tun sie zurück in's Töpfchen. Da die Schlechten i.d.R. überwiegen, ist das Ausschütten und Liegenlassen effektiver.

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Antwort von Frank Glencairn:

Axel hat geschrieben:

Die Beschäftigung mit etwas so buchhalterisch anmutendem wie Schlagwörtern und Sammlungen erscheint modernen ADS-Editoren (die FCPX normalerweise gut finden) als eine Zumutung. In Wirklichkeit ist es die am wenigsten Zeit und Aufwand erfordernde Arbeit beim Schneiden. Wenn der gesamte Schnitt, sagen wir mal, 10 Stunden dauert, ist das unter einer halben Stunde. Umgekehrt: derselbe Schnitt ohne die Vorbereitung ist eher 30 Stunden, und wahrscheinlich im Ergebnis schlechter.
Is halt immer die Frage was man macht.
Ich hab gestern 600 Clips vom letzten Spielfilm den ich gedreht hab,rein geladen (Resolve).
Jetzt kann ich mich natürlich ein paar Tage hinsetzen und 600 Clips mit diversen Schlagworten versehen, oder ich mach ne automatische Sortierung nach Szenennummer in 2 Sekunden, und sehe dann immer nur die Clips für die Szene an der ich gerade arbeite.
Geht natürlich nur, wenn die Kamera entsprechende Metadaten schreiben kann. Chronologisch hilft da leider nur bei Hochzeiten, oder anderen live Geschichten, weil man ja sonst nicht wirklich chronologisch dreht.

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Antwort von Jott:

Kommt drauf an, was man schneidet. Kann ja auch ein Familien-Urlaubsfilm sein, dessen Clips à la Diaschau einfach nur chronologisch stehen bleiben sollen, minus Abfall halt. Dann ist das Timeline-Sichten und Wegtrimmen durchaus okay. Hat aber natürlich nichts mit kreativem Schnitt zu tun.

Edit: Frank war schneller.

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Antwort von Axel:

Jott hat geschrieben:
Kommt drauf an, was man schneidet. Kann ja auch ein Familien-Urlaubsfilm sein, dessen Clips à la Diaschau einfach nur chronologisch stehen bleiben sollen, minus Abfall halt. Dann ist das Timeline-Sichten und Wegtrimmen durchaus okay.
Selbst dann ...

Während des chronologischen Sichtens inklusive Weierskippens bei deutlich unbrauchbaren Clips und mehrfachem "L"-Drücken bei langen Clips (macht Resolves Source Tape übrigens automatisch, das ist schon frech!), dabei ohne zu stoppen i, o und f einkloppend, auf Favoriten filtern, anschließend cmd+a und e. Rohschnitt in sehr deutlich unter Echtzeit. Klar, dass man da noch trimmt und mehr. Aber ein effektiver Workflow beginnt mit einem Rohschnitt. Das war das, was alibaba richtig verstanden hat.
"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Jetzt kann ich mich natürlich ein paar Tage hinsetzen und 600 Clips mit diversen Schlagworten versehen, oder ich mach ne automatische Sortierung nach Szenennummer in 2 Sekunden, und sehe dann immer nur die Clips für die Szene an der ich gerade arbeite.
Szenennummer, aha. Das ist also vorhanden. Die von dir so genannte "automatische Sortierung" ist nichts anderes, als was man mit hinzugefügten Metadaten erreichen will, falls diese sonst fehlen. Wie lange würde es dauern, 600 Clips nach Szenen zu sortieren als nur nach Aufnahmedatum? Da es ja durch letzteres zumindest diese Chronologie gibt und ganze chunks von Clips chronologisch zu einer Szene gehören, wie lange dauert deiner Meinung nach das Ettikettieren? "Ein paar Tage" sicher nicht, "ein paar Stunden" wohl auch nicht. Würdest du dir das nicht auch in ein paar Minuten zutrauen?

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Antwort von Frank Glencairn:

Axel hat geschrieben:

Szenennummer, aha. Das ist also vorhanden.
Hab ich ja geschrieben, daß das leider nur bei Kameras funktioniert, die das automatisch in die Matadaten schreiben.

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Antwort von Axel:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Axel hat geschrieben:

Szenennummer, aha. Das ist also vorhanden.
Hab ich ja geschrieben, daß das leider nur bei Kameras funktioniert, die das automatisch in die Matadaten schreiben.
Mir ging es nur darum, einmal klar zu machen, dass man eine intelligente Sammlung (gespeicherte Suchkriterien, dauert etwa eine Minute pro Stück, ersetzt Ordner/bins) oder Schlagwörter nicht aus Selbstzweck erstellt, sondern um es leichter zu haben. So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Gehen wir bei 600 Clips mal von 6 Szenen aus, okay? Also hätten wir einen Browser, der mit 1,2,3,4,5,6 (Tippen auf Clip-Batches) bereits "nur" noch durchschnittlich 100 Clips enthält. Von denen favorisiere ich realistischerweise ein Viertel, das ist lediglich die Taste f. Ich habe also jeweils 25 Clips im Browser. Und noch keinen in der Timeline. Es ist wirklich keine Angeberei, wenn ich behaupte, dass ich da in 5 Minuten hingekommen bin.

Wäre es ein großer Unterschied, wenn ich 6 Projekte (FCP-Sprech für Timeline) angelegt und alles unbesehen dort hineinkopiert hätte? For Starters: es wäre viermal so lang. Um mehrere Takes derselben Einstellung zu vergleichen (nämlich bevor ich sie lösche), würde ich vor- und zurückspringen. Ich verschwende nur Zeit. Vorweggenommener Einwand: ich sehe aber den Take im Szenenzusammenhang. Darauf hat FCP eine Antwort: zu Alternativen ("auditions") hinzufügen, ein Schnittbefehl. Man wendet ihn nur an, wenn man noch im Zweifel ist.

Wenn es nur nach Schnelligkeit geht, ist die Cut-Page leicht im Vorteil.

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Antwort von Frank Glencairn:

Ich steh auf dem Schlauch.

Du schaust 600 clips in 5 Minuten durch - oder hab ich da was falsch verstanden?

Und was die Timelines/Projekte betrifft, wer kopiert denn sein gesamtes Material da hin (kann man machen, ist aber ein seltsamer Workflow).

Das mit den Alternativen geht in Resolve auch, nutze ich aber eigentlich nicht.

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Antwort von Axel:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Ich steh auf dem Schlauch.

Du schaust 600 clips in 5 Minuten durch - oder hab ich da was falsch verstanden?
Dein Beispiel. Verzeih, wenn ich das jetzt mal mit einem Hochzeitsvideo vergleiche. Du hast etwas selbst aufgenommen, kennst also das Material im Überblick, nur noch nicht im Detail, d.h. wie es auf Karte gefroren tatsächlich rüberkommt. Um es grob zu sortieren, bräuchtest du keine Sichtung.

Wenn man aber eh jeden Clip guckt, im Zweifelsfall mehrmals (auch im Vergleich mit Wiederholungen), noch dazu in Echtzeit, dann bekommt das Wort Effizienz eine andere Bedeutung. Es geht nicht mehr darum, nach Stoppuhr der Erste zu sein, sondern, sich das Material innerlich anzueignen. Sichten ist bereits der erste Schritt beim Schnitt. Man erstellt gedanklich Verknüpfungen und macht sich Notizen (NLE), organisiert das Material.
"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Und was die Timelines/Projekte betrifft, wer kopiert denn sein gesamtes Material da hin (kann man machen, ist aber ein seltsamer Workflow).
Tatsächlich kann es bei einer Schnittblockade (analog zur berühmten Schreibblockade) helfen. Die Timeline ist schon voll, und sogar grob strukturiert. Romanschriftstellern wird empfohlen, eine Geschichte einfach so hinzurotzen, ohne jegliche stilistische Raffinesse. Das, was auf den ersten Blick nicht viel besser zu sein scheint als "Lorem ipsum", kann später als Footage mit Entwurfsqualität behandelt werden.

Es ist gewiss ein leicht durchfallartiger und damit extremer Workflow. Aber das andere Extrem, der typische Anfänger-Versuch, mit dem Feinschnitt zu beginnen, ist viel eher zum Scheitern verurteilt.

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Antwort von rdcl:

Aufnahmedatum und im besten Fall einen durchlaufenden Timecode oder eine kontinuierliche Bennenung der Clips hat man ja eigentlich sowieso immer. Von daher ist das rein chronologische Sortieren im NLE ja sowieso nur 1 Klick.

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Antwort von Darth Schneider:

Also der Workflow/Idee mit der zusätzlichen Spur auf der Timeline wo alles Material chronologisch mal drauf ist, finde ich grundsätzlich gar nicht so dumm, gerade auch für grössere Projekte. Mache ich auch so, bei kurzen Filmen aber nicht.
Effektiver als im Szenen Menü, oder wo auch immer zu sichten, unzählige Unterordner zu erstellen und womöglich, hunderte Szenen zu beschriften, sortieren um es dann später wieder zu suchen um auf die Timeline zu packen, finde ich jetzt.
Egal ob ich da an Final Cut X oder an Resolve, oder an iMovie denke ;-)
Gruss Boris

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Antwort von R S K:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Jetzt kann ich mich natürlich ein paar Tage hinsetzen und 600 Clips mit diversen Schlagworten versehen
Auch wenn das lediglich darauf hindeuten würde, dass du nicht verstanden hast wie die Dinge am besten in FCP anzugehen sind, würde das am Ende trotzdem weit mehr als die angeblichen Tage an Zeit sparen die du meinst dafür zu brauchen. Aber dann reden wir auch von einer Masse an Material wo es andersrum Irrsinn wäre OHNE ein Minimum an einer solchen Orga einzusteigen.

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Hab ich ja geschrieben, daß das leider nur bei Kameras funktioniert, die das automatisch in die Matadaten schreiben.
Oder man weiß vorhandene Tools richtig zu nutzen, wie z.B. Lumberjack iOS Logger oder MovieSlate + KeyClips, oder oder. Womit ich bereits am Set alles relevante zu jedem Clip festhalte und am Ende wortwörtlich nur noch ein Doppelklick davon entfernt bin sämtliche Informationen, welche weit, weit, WEIT über dem hinaus gehen was mir irgendeine Kamera bieten kann, fein säuberlich in der Seitenleiste (oder im Clip selbst) zur Organisation vorliegen zu haben. Von Scene/Take, Circle Takes, Favoriten, Notizen, Marker u.v.m. Oder in einem Interview- oder Dokumentar-Szenario nach Name der Interviewpartner sortiert, danach geordnet was wann gefragt wurde und und und… bis hin zu GPS Koordinaten des Aufnahmeorts, sollte ich sie brauchen. Ohne auch nur ein Klick in FCP selbst gemacht zu haben. Ich kann mir sogar mit dem gleichen Doppelklick automatisierte Stringouts samt Bauchbinden als Projekt anlegen lassen anhand von beliebigen Kriterien. Z.B. „Bitte alle Aussagen von Herr XY”, „Bitte alle Antworten zu Frage XY, egal von wem” usw. usw.

Etwas was mit einer anderen NLE in der Form schlichtweg nicht hinzubekommen ist. Wobei das zuvor aufgeführte (per Szene etc.) natürlich sowieso ganz leicht ohne zusätzliche Hilfe als Schlagwort-/Intelligente Schlagwortsammlungen anzulegen ist, wenn denn die Information in den Metadaten vorliegt. Ja, in wenigen Minuten, nix Tage. Z.B. so wie Alex beschrieben hat. Da schmeißt man mit Sicherheit nichts erst in die Timeline.

Man muss also nur wissen seine Möglichkeiten vernünftig zu nutzen.

- RK

Space


Noch was unklar? Dann in unserem Forum nachfragen
Zum Original-Thread / Zum Apple: Mac / Final Cut Pro / FCPX / Motion-Forum

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