Test Panasonic SD99

Panasonic SD99

Mit der SD99 stellt Panasonic viele Features der großen 900er-Serie auch als Einchipper zum günstigen Mittelklassepreis (549 Euro) zur Verfügung. Da ist es natürlich besonders spannend, wo genau gespart wurde und was man in dieser Preislage wirklich geboten bekommt.

// 17:13 Di, 17. Mai 2011von

Mit der SD99 stellt Panasonic viele Features der großen 900er-Serie auch als Einchipper zum günstigen Mittelklassepreis (549 Euro) zur Verfügung. Da ist es natürlich besonders spannend, wo genau gespart wurde und was man in dieser Preislage wirklich geboten bekommt.






Üppiger Weitwinkel

Beim Weitwinkel ist die SD99 ihren großen Schwestern sogar etwas voraus: Mit 28 mm (kb) zeigt die Kamera mehr Bildinhalt als die teureren Vorbilder (35mm). Dabei stehen die 28mm auch bei zugeschaltetem Bildstabilisator zur Verfügung (was bei z.B. Sonys Weitwinkel-Werten nicht in den Herstellerangaben berücksichtigt wird). Da gleichzeitig der Zoombereich mit 21facher Vergrößerung opulenter ausfällt ist diese Kamera deutlich universeller einsetzbar, als die hauseigene Top-Consumer-Klasse. Durch Auslesen einer verkleinerten Chipfläche kann der Zoom sogar ohne signifikante Bildverschlechterung auf 40x gesteigert werden.



Panasonic SD99 : cam0


Man bezahlt diese Vorteile jedoch mit einem etwas lichtschwächeren Objektiv (1,8 vs. 1,5 Anfangsblende) das zudem etwas kleiner ausfällt (Filterring-Durchmesser 41,5 statt 46mm). Immerhin gibt es einen Filterring und auch sonst ist die Ausstattung für eine 500 Kamera auffällig üppig. Es gibt beispielsweise einen Mikrofon-Eingang (mit echter manueller Aussteuerung) und einen automatischen Objektiv-Verschluss. Man kann sogar einen mitgelieferten Zubehörschuh von hinten dazu stecken (ungefähr an der Stelle an der man einen Sucher erwarten würde). Wer einen braucht, wird hiermit bedient, wer nicht, hat ein ultrakompaktes Gehäuse, das aufgrund des Objektivs auch deutlich kleiner ausfällt als die 900er-Modelle.



Der Sensor ist übrigens nicht kleiner ausgefallen, als bei den großen Schwestern, was auch zu einem passablen Low-Light-Verhalten führt. Auffällig ist auch noch eine digitale Verzeichungskorrektur, die nun im Weitwinkel keine verbogenen Linien mehr erzeugt, sondern das Objektiv korrigiert. Das geht (im Gegensatz zu Sonys aktuellen Modellen) jedoch noch etwas auf Kosten einer korrekten Geometrie. Es was vergleichbares bieten die 900er-Modelle nicht, dafür gibt es durchaus wichtige Merkmale, die der SD99 fehlen:





Bemerkenswerte Unterschiede

So kommt die Schärfe der Kamera insgesamt nicht an die tadellose Abbildungsleistung der 900er Serie heran, sondern ist nur noch im wahrsten Sinne des Wortes “mittelklasse”. Auch hat sich Panasonic den Kopfhörer-Ausgang gespart, welcher der Kamera noch gut gestanden hätte. Und nicht zuletzt wurde auf einen frei belegbaren Objektivring verzichtet.



Die freigeschalteten Menüpunkte sind dagegen auf den ersten Blick ähnlich und so gibt es manuelle Einstellmöglichkeiten für Focus, Shutter, Blende und Weißabgleich. Der Touchfocus ist leider weiterhin nicht im manuellen Modus verfügbar. Immerhin gibt es Peaking, ein Expanded Focus wurde jedoch nicht integriert. Da das Display ebenfalls nur mäßig auflöst, fällt treffsicheres Fokussieren nicht leicht. Auch Hilfsmittel wie Zebra und Histogramm fehlen ganz. Dafür darf man die Bildcharakteristik in Schärfe, Farbe, Nachbelichtung und Weissabgleichsverschiebung anpassen.



Interessant ist auch, dass die SD99 das kleinste Modell von Panasonic ist, das den nun optionalen 3D-Aufsatz VW-CLT1E verwenden kann. Da durch den Adapter sowieso viele manuelle Einstellmöglichkeiten verloren gehen und die Auflösung effektiv geviertelt wird, liefert die SD99 hier nicht schlechtere Ergebnisse als die großen Schestern. Der Preis einer SDT750 inkl. Adapter ist allerdings online momentan kaum höher, als eine SD99 und ein Adapter separat gekauft.



Ansonsten ist die Kamera relativ unspektakulär, was durchaus im positiven Sinne zu verstehen ist.








Aus dem Messlabor

Die Auflösung der Panasonic SD99 ist „mittelklasse“. Sie kommt zwar nicht an aktuelle Topmodelle heran, kann sich jedoch in ihrer Preisklasse mehr als gut behaupten.



Luminanzauflösung




Im ISO-Chart werden nur die feinsten Muster nicht mehr richtig abgebildet. Auch die Scharfzeichung ist für unseren Geschmack in der Werkseinstellung etwas zu stark.



ISO-Testbild




Die Farbauflösung der Panasonic SD99 fällt sehr gleichmäßig aus, und ist für ein AVCHD-Modell nicht zu bemängeln.



Chrominanz-Auflösung




Die Verzeichnung ist für den gebotenen Weitwinkel sehr gut. Auffällig ist allerdings die innere Geometrie-Veränderung des Musters zum Rand hin.



Objektiv-Verzeichnung




Die Farbwiedergabe bei ausreichend Licht ist nicht zu bemängeln. Farbtöne wirken relativ neutral, dazu lassen sich die Farben auch noch leicht nachjustieren.



1200 Lux (Klicken für Bild in voller Auflösung)




Neben leichten Chroma-Fahnen stören vor allem die Aquarell-Effekte durch den Low-Light-Filter die ansonsten ausgeglichene Schwachlicht-Wiedergabe.



12 Lux Automatik (Klicken für Bild in voller Auflösung)




Mit 1/25 Sekunde Belichtungszeit lässt sich die Bildqualität noch einmal weiter steigern. Allerdings verliert man in dieser Einstellung viele Bewegungsinformationen im 50p-Modus.



12 Lux mit 1/25 Sek und manuellem Weißabgleich. (Klicken für Bild in voller Auflösung)




Das Audio-Verhalten ist mit wenig beschnittenen Höhen und nur leichtem Brummen guter Durchschnitt. Für besseren Ton lässt sich ein externes Mikrofon anschließen.



Störgeräusche






Fazit

Man bekommt mit der SD99 schon eine ganze Menge HD-Kamera fürs Geld. Die etwas geringere Schärfe und die fehlenden Hilfsmittel bei der Bildeinstellung, sowie das schlechtere Display und der fehlende Kopfhöreranschluss sind dabei die größten Einschränkungen, die man für das gesparte Geld in Kauf nehmen muss. Gegenüber der Konkurrenz aus dem eigenen Hause, wohlgemerkt. Hinsichtlich Modellen von anderen Herstellern ist die Ausstattung in dieser Preisklasse ziemlich bemerkenswert, besonders für Filmer, die sich nicht nur auf Automatiken verlassen wollen.


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