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Test : Flache HDR-Workstation zum Mitnehmen - MSI Creator 17

von Mo, 5.Oktober 2020 | 4 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Klein, flach und (relativ) leicht
Alternativ Laden via USB-C (USB-PD)
Maus und Tastatur
CPU und GPU - Leistung satt
Mini-LED UHD-HDR-Display mit 1000 Nits
Typische Performance unter Resolve
Lautstärke
Fazit



Und ein weiteres mal hat sich bei uns in der Redaktion ein potenter 17 Zoll Laptop eingefunden, der gegenüber der Konkurrenz nicht nur mit einem schlanken Design sondern dazu mit einem extrem hellen 1000 Nits HDR-Display glänzen will. Ein Lichtblick zur kommenden dunklen Jahreszeit?



Klein, flach und (relativ) leicht


Fast wie eine überdimensionierte Schokoladentafel eingelegt entnimmt man das Creator 17 aus seiner Confiserie Verpackung in strahlendem Weiß:


Der Rechner ist mit knapp 2,5 kg für einen 17 Zoller eher leicht, jedoch wirkt das sehr flache (2 cm) Gehäuse nicht ganz so stabil wie mancher Konkurrent. Dies könnte jedoch auch einem falschen Eindruck geschuldet sein denn laut MSI wurde dieses Modell sogar nach dem Militärstandard MIL STD-810G zertifiziert. Dieser Standard umfasst umfangreiche Tests zu Robustheit, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit, jedoch ist nicht offengelegt, welche Tests das Notebook nun letztlich bestanden hat.


Direkt klobig wirkt daneben das typisch opulente Netzteil (ca. 750 Gramm) , welches bei Laptops mit leistungsstarken Komponenten unvermeidbar ist. So stellt auch das Creator 17 seine volle Leistung nur zur Verfügung, wenn der Rechner am Netzteil hängt.



Alternativ Laden via USB-C (USB-PD)



Allerdings kann das Creator 17 auch über USB Power Delivery (USB-PD) geladen werden. USB-C Netzteile stellen zwar in der Regel mit maximal 100 Watt nicht so viel Strom bereit wie das mitgelieferte Vollast-Netzteil (230W), sind jedoch deutlich kompakter und gehören oft sowieso schon wegen dem Smartphone zum mobilen Inventar. Auch eine Powerbank kann auf diesem Weg das Creator 17 mit zusätzlichem Strom versorgen. Wer vorrangig über Nacht laden will, kann daher trotz längerer Abwesenheit das dicke Netzteil vielleicht zu Hause liegen lassen.



Maus und Tastatur



Das Mousepad ist ungefähr im 2:1 Format gehalten, was bei breiten Bildschirmen grundsätzlich auch mehr Sinn macht. Grund dafür scheint jedoch weniger eine gewollte alternative Ergonomie des Mousepads zu sein. Vielmehr ist dies offensichtlich der Tatsache geschuldet, dass sich über der Tastatur noch ein ca. 4cm breiter Lüftungsbereich befindet, wodurch die Tastatur näher an den Anwender rückt und weniger Platz für das Mousepad darunter lässt.


Wir persönlich schätzen bei Laptops den größtmöglichen Tastaturabstand zum Display und würden bekanntlicherweise sogar einen Laptop kaufen dessen Tastatur an der Unterkante des Gehäuses sitzt, weil wir grundsätzlich lieber mit externen Mäusen arbeiten.

Die beleuchtete Tastatur ist ebenfalls ganz nach unserem Geschmack mit (für einen Laptop) relativ großem Hub und gutem Druck-Feedback. Seltsamerweise ist allerdings die "><"-Taste rechts von der Space-Taste angeordnet. Anscheinend muss wohl jeder Hersteller immer sein deutsches Tastenbelegungs-Süppchen mit etwas eigenen Gewürzen verfeinern. Für einen separaten Nummernblock war glücklicherweise auch noch Platz.





CPU und GPU - Leistung satt



Bei den Innereien schöpft unser Testmodell aus den Vollen: Intels 8-Core/16-Thread i7-10875H sorgt für mehr als ausreichend CPU-Leistung um aktuelle Video Applikationen ruckelfrei bedienen zu können. Unterstützt wird diese von einer sehr schnellen Samsung 2TB-NVMe-SSD sowie 32 GB RAM Arbeitsspeicher in zwei Bänken, die sich sogar noch bei Bedarf mit maximal 64 GB bestücken ließen.

Auch die für Videobearbeitung wichtige GPU gehört zur aktuellen Leistungsspitze. Verbaut war in unserem Fall eine Nvidia RTX 2080 Max Q, die momentan das mobile Topmodell aus Nvidias RTX-Reihe darstellt. Auffällig war jedoch, dass sich die verbaute RTX 2080 Max Q in der Performance nicht von einer RTX 2070 Max-Q absetzen konnte, die wir u.a. im MSI P65 S9F testen durften. Wir schätzen daher, dass sie aufgrund des thermischen Designs in ihrer Performance limitiert ist. Potentielle Käufer mit Videobearbeitungs-Ambitionen dürften daher mit einer kleineren RTX-GPU im Creator 17 kaum schlechter fahren.



Mini-LED UHD-HDR-Display mit 1000 Nits



Absolutes Alleinstellungsmerkmal ist jedoch das matte HDR-fähige Mini-LED- 4K-Display des Creator 17. Mit 1000 Nits ist es extrem hell und bietet dabei zugleich eine bemerkenswerte Unterstützung an wichtigen Farbräumen: Neben sRGB und AdobeRGB dürften Video-Anwender besonders bei der hundertprozentigen P3 Abdeckung hellhörig werden.

Nun verlässt man sich zwar für Farbechtheit meistens auf eine dediziert ausgespielte Vorschau, jedoch kann eine exakte Farbwiedergabe natürlich auch im mobilen Einsatz sehr nützlich sein. Besonders, wenn man einzig mit dem Laptop-Display arbeiten muss und auf eine Vollbildvorschau mit Color-Management zurückgreifen kann. Dies erwartet jedoch auch ein gewisses KnowHow vom Anwender.

Bei diesem Display wirkt es folglich fast schon wie eine Verschwendung, einen zusätzlichen Vorschaumonitor anzudocken, was selbstredend über HDMI, USB-C 3.1 mit DisplayPort 1.4 und/oder Thunderbolt 3 dennoch möglich ist.



Typische Performance unter Resolve



Intels i7-10875H und RTX2080 stellt eine der potentesten Intel/Nvidia Kombinationen dar, die man aktuell für einen noch halbwegs vernünftigen Preis in einem Laptop verbauen kann. Als Prozessor hätte uns ein AMD-Modell allerdings noch besser gefallen, da dieses in Multicore Szenarien mittlerweile in der Regel noch besser abschneidet. Doch auch in der gebotenen Kombination läuft Resolve "wie Butter". Nur 10 Bit 4:2:2 H265-Files der neuen Canon Kameras konnten wir nicht mit 4k50p ruckelfrei wiedergeben. Hier hätten wir erwartet, dass dies mit der Quicksync-Hardwarebeschleunigung der neuen Intel CPUs mittlerweile möglich wäre, jedoch funktionierte dieses Zusammenspiel mit Resolve bei uns (noch?) nicht.

In der nackten Performance liegt der MSI Creator dabei im Feld ähnlicher Laptops, die wir bereits im Test hatten:

Mobile 4K, Resolve 16
MODELLmax. Curved CC Nodes 24pMotion Blur Better,Large,30.0Spatial NR,small,50,50Spatial NR,small,100,100Temp NR 1 Faster Small 50 50 50Temp NR 2 better large 50 50 50

MacBook Pro 2018

197154125,5

MSI P65 GTX 1070Q

381924+7,524+15

HP Pavilion 17 mit Studio Treiber

4219,524+8,524+14,5

Lenovo Legion Y540 17IRH RTX 2060

50+24+24+1024+18,5

Gigabyte AERO 17 HDR RTX 2070 Super

50+24+24+12,524+20

MSI Creator 17 RTX 2080 Max-Q

50+24+24+14,524+20,5

MSI P65 S9F RTX 2070 Max-Q

50+24+24+18,524+24+

Alle Benchmarks unter 16er-Versionen von DaVinci Resolve Studio. Die erste Spalte beschreibt wie viele CC-Nodes maximal bei 24 fps erreichnar sind. Alle übrigen Werte stellen die Wiedergabe in fps dar. Die Messungen wurden ohne aktive Scopes sowie ohne eine aktive Vorschaukarte ermittelt.



Tatsächlich scheint das thermische Design eines Rechners mittlerweile mindestens so wichtig zu sein, wie die verbaute GPU. Denn die RTX 2080 Max Q agiert im Creator 17 wie eine RTX 2070 MAX-Q in aufwendiger gekühlten Modellen. Dieses Verhalten zeigt sich übrigens übrigens auch im BlackmagicRAWSpeedTest:



Immerhin hält der Creator 17 die gebotene Leistung konstant über lange Zeit und brach selbst nach 30 Minuten Dauervorschau nicht mit den Frameraten ein.



Lautstärke



Unter Editing-Vorschau-Last fährt der Lüfter des Laptops unmittelbar und deutlich wahrnehmbar hoch und selbst bei kleineren Tasks meldet er sich schnell akustisch zu Wort. Aufgrund des dünnen Gehäuses fällt die Lüftung zudem subjektiv auch deutlicher auf als bei anderen Modellen. Mitschuld haben hierbei sicherlich die Lüftungslöcher über der Tastatur, welche die Lüftergeräusche auch direkt zum Anwender nach oben hin abgeben.



Fazit



Das Display ist DAS Argument für das MSI Creator 17. Matt mit 1000 Nits und tollen, zuverlässigen Farben. Wer so etwas mobil oder kompakt benötigt, dürfte den Creator 17 sofort in sein Herz schließen. Und auch sonst ist der Rechner "leicht" zu lieben. Denn das leichte und schlanke Design machen für einen potenten 17 Zöller schon einiges her.

Dass die GPU unseres Testmodells im Gegensatz zu dickeren und schwereren Laptops mit ähnlicher Ausstattung nicht ihr volles Potential entfalten kann ist kaum verwunderlich. Irgendwo liegen einfach die physikalischen Grenzen einer Kühlung von Hochleistungs-Komponenten in einem flachen Laptop.

Für die 4K-Videobearbeitung würden wir den Creator 17 daher guten Gewissens auch mit einer schwächeren CPU/GPU empfehlen. Diese schont sowohl den Geldbeutel als auch das thermische Budget des Rechners. Der Unterschied in der GPU Leistung dürfte bei der täglichen Arbeit kaum auffallen. Bei der Konfigurations-Auswahl kann man faktisch zwischen RTX 2080 und RTX2070 (ohne Super) ungefähr 1.000 Euro sparen.

Doch auch die dann noch fälligen 3.000 Euro sind natürlich kein Pappenstiel. Dafür erhält man jedoch ein gelungenes Gerät, das in unseren Augen aktuell einen interessanten Kompromiss zwischen Größe, Design und Leistung darstellt. Wer den Rechner allerdings ohne Pausen unter Dauerlast betreibt sollte sich vielleicht grundsätzlich für eine andere Gerätekategorie entscheiden. Denn in größeren Gehäusen gibt es ähnliche Leistung deutlich leiser...


  

[3 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
rush    19:25 am 8.10.2020
Relativ ist das sowieso alles :D Moderne 15"er sind heute aber schon oft deutlich kompakter (dünner&amp;leichter) als noch Geräte von vor einigen Jahren - und das gilt für...weiterlesen
Frank Glencairn    18:04 am 8.10.2020
Moderne? Waren die alten 15/Zöller nicht so mobil? :D Mobil ist sowieso relativ. Reden wir hier von jemandem, der das Ding ins Auto schmeißt, weil er am Ziel nen Rechner...weiterlesen
rush    17:41 am 8.10.2020
Definitiv ein Lichtblick... schade das wirklich wenige Laptops im sub 1500€ Bereich mit wirklich hellen Panels ausgestattet werden und man schon recht tief in die Tasche greifen...weiterlesen
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update am 29.Oktober 2020 - 08:02
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