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Test : Der Sensor der Blackmagic URSA Mini Pro 12K - Demosaicing und Rolling Shutter

von Di, 3.November 2020 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

 8K-Demosaicing
  Rolling Shutter
  Fazit Sensorverhalten Blackmagic URSA Mini Pro 12K



8K-Demosaicing



Tja, und in 8K wird es dann schon ohne einer sehr speziellen Optik unmöglich, das Sensorverhalten einzuschätzen. Wir haben einige Linsen ausprobiert, jedoch limitierte in unserem Testbild immer ganz klar die Optik die Auflösung (hier unser bislang bestes Ergebnis):

Blackmagic URSA Mini Pro 12K - Sensor 12K -> Output 8K (24-120fps)



Offensichtlich ist die Unschärfe der Aufzeichnung auf die Optik zurückzuführen, was eine Einschätzung des Demosaicings unmöglich macht. Hier müssten wir also nochmal nach einer wirklich geeigneten Optik ausschau halten. Jedoch heben wir uns die Frage nach dem Sinn für das Fazit auf.

Wer wirklich in nativen 8K oder 12K arbeiten will, muss zudem erst einmal eine Grafikkarte finden, die genügend Speicher besitzt. Unsere RTX2080Ti mit 11GB Speicher quengelt jedenfalls bereits beim aktivieren einer 8K Timeline-Auflösung nach kurzer Zeit, dass ihr Speicher voll ist. Und in einem 12K-Projekt gelingt es nur gelegentlich überhaupt einen einzigen Frame auszuspielen, bevor die GPU "überläuft".



Rolling Shutter



Doch nicht nur die "schwierige" Nachbearbeitung sollte bei der Formatwahl bedacht werden. Denn für das Downscaling in der Kamera sprechen auch die Rolling Shutter Werte:
Bei vollem Sensor Readout mit 12288 x 6480 Senseln haben wir einen Rolling Shutter Wert von 15,6 ms gemessen. Liest die Kamera dagegen in 4K oder 8K den vollen Sensor aus, so sinken die Zeiten des Shutters auf extrem gute 7,8ms.

Offensichtlich kann der Sensor also beim Auslesen bereits einzelne Sensel in der Hardware zusammenfassen und dadurch seine Auslesegeschwindigkeit deutlich erhöhen.
Nutzt man "nur" ein 4K Fenster des Sensors, so lassen sich sogar 3,9ms erzielen. Allerdings wieder mit dem Problem, dass es schwer ist, eine Optik zu finden, die ein solches Fenster hoch genug auflösen kann.



Fazit Sensorverhalten Blackmagic URSA Mini Pro 12K



Der Sensor der Blackmagic URSA Mini Pro 12K löst weitaus höher auf als jedes handelsübliche EF-Objektiv. Damit macht eine Aufzeichnung eigentlich nur in 4K oder 8K Sinn. In diesem Auflösungen werden Sensel zusammengefasst und der Sensor verhält sich im besten Fall wie ein perfekter 4K-Sensor, der für jeden Pixel einen echten RGB-Farbwert liefern kann. Also quasi ein nativer 4:4:4 Sensor.

Bei 8K Zielauflösung liegen die theoretischen Debayering Möglichkeiten durch die Senselzusammenlegung immer noch über einem normalen 8K-Bayer Sensor. In der Praxis fällt es jedoch schwer, diese enorme Schärfe mangels geeigneten S35 8K-Objektiven auch wirklich auszunutzen. Auf jeden Fall könnte man die Blackmagic URSA Mini Pro 12K aufgrund der hohen Auflösung auch dazu nutzen, um die Schärfe von Objektiven zu messen, aber das ist ein anderes Thema.

Man kann zwar die eher theoretischen Reserven der 12K Auflösung in die Postproduktion retten und dort dann in einer verminderten Projekt-Auflösung arbeiten, jedoch empfiehlt sich unserer Meinung nach eher die Aufzeichnung in 4K oder 8K. Hier sind nicht nur die Datenraten erträglicher, sondern neben höheren Frameraten kann man auch extrem kurze Rolling Shutter Zeiten nutzen. Wobei sich die Aufzeichnung in 8K nur bei sehr guten Objektiven auszahlt. Normale Optiken wirken in 8K wie ein hier unnötiger LowPassFilter. Denn auch dies ist ein nicht unwichtiger Vorteil der üppigen Sensel-Anzahl. Moirés und Aliasing-Artefakte sind mit dieser Kamera nur sehr schwer zu provozieren.


Native 12K-Auflösung? / 4K-Demosaicing


Blackmagic Design URSA Mini Pro 12Kim Vergleich mit:

Listenpreis: 10139 €
Markteinführung: November 2020
Sensorgrößen-Klasse:
Super35 / APS-C
Mount: B4-Mount/EF-Mount (aktiv)/Nikon F/PL-Mount

Platz 1 Wechseloptik-Camcorder / Cinema Kamera Bestenliste
Kinefinity Terra 4K
Listenpreis: 7733 €
Sensorgrößen-Klasse: Micro Four Thirds
Blackmagic Design URSA Mini Pro
Listenpreis: 6800 €
Super35 / APS-C

4 Seiten:
Einleitung / Großer Sensor - kleine Sensel / Weiße Sensel statt RGGB-Bayer
Native 12K-Auflösung? / 4K-Demosaicing
8K-Demosaicing / Rolling Shutter / Fazit Sensorverhalten Blackmagic URSA Mini Pro 12K
  

[81 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
iasi    21:01 am 8.11.2020
Die hohe Auflösung ist doch eh nur eine hohe Zahl, die sich eigentlich gar nicht auf Bayer-Sensoren übertragen lässt. Was mir gefällt ist der neue Ansatz bei der neuen Ursa....weiterlesen
roki100    20:18 am 8.11.2020
Moiré auf Charts ist sowieso eine Sache...Die beste Linse - die menschliche Auge, hat es auch schwierig damit. Ich habe zufällig in Fusion etwas mit Linien und duplizieren...weiterlesen
iasi    20:11 am 8.11.2020
Interessant. Erst bei 9.5 sieht man beim guten Objektiv Moire - wenn man rausvergrößert. OK - das B-Objektive ist ... Aber er gibt nicht an, welche Blende er genutzt hat. Im...weiterlesen
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