Einstellungen für Video
So sehr die Canon EOS 5D in den Bereichen Schärfe, Schärfentiefe und Lowlight zu überzeugen weiss, so frustrierend ist die Tatsache, dass sich Blende, Verschlusszeit und ISO nicht im Videomodus manuell regeln lassen. Ganz gleich, was die Anzeige auf dem Info-Display einblendet, die Canon 5D MKII belichtet vollautomatisch. Damit krankt sie an genau der gleichen Beschränkung wie die Nikon D90.
Auf Grund der vielen Nachfragen zum Videomodus der Canon 5D MKII hat Canon ein Info-PDF herausgebracht, das sich an alle Videointeressierten richtet. Zitat hieraus in Bezug auf manuelle Einstellmöglichkeiten bei der Videoaufzeichnung:
„Die Belichtung erfolgt bei der Videoaufzeichnung automatisch;
Verschlusszeit, ISO-Empfindlichkeit und Blende können NICHT manuell gewählt werden.
Die ISO-Empfindlichkeit wird automatisch im Bereich von ISO 100 – 6.400 eingestellt.
Die Verschlusszeiten sind während der Videoaufzeichnung auf den Bereich zwis1/30 s und 1/125 s beschränkt, um natürlich wirkende Bilder zu gewährleisten.“
Zwar tummeln sich im Netz jede Menge Tüftler, die vom garantiegefährdenden Abkleben der Objektiv-Kontakte bis hin zum Lockern der Canon-Objektiv-Arretierung versuchen, die Canon 5D auszutricksen. Doch wir raten eindeutig zur Verwendung von Objektiv-Adaptern und manuellen Objektiven in Verbindung mit der AE-Speichertaste. An dieser Stelle die dringende Bitte an Canon (falls möglich via Firmware-Update) doch bitte für manuelle Einstellmöglichkeiten der wichtigsten Belichtungsparameter zu sorgen.
Solange dies nicht der Fall ist, muss man sich mit der AE-Speichertaste und entsprechenden Bild-Einstellungen so gut es geht begnügen.
Das Vorgehen dürfte sich den Meisten von selbst erschließen:
- Mit manuellem Objektiv das Moduswahlrad auf AV (Verschlusszeitautomatk) stellen
- Die gewünschte Blende am manuellen Blendenring des Objektivs wählen (nur mit manuellen Objektiv und Adapter möglich!)
- Die Kamera auf das belichtungstechnisch wichtigste Bild-Detail richten
- Die AE-Speichertaste drücken
- Ggf. über die Belichtungskorrektur korrigieren
- Aufnehmen
Durch die AE-Speichertaste erhält man zumindest keine Belichtungssprünge und kann bildwichtige Details akzentuieren – Bild-Kontrolle sieht jedoch anders aus - eine komplett manuelle Einstellung ist für brauchbares Videoarbeiten künftig zwingend notwendig.
Eine milde Korrektur des Moirées haben wir durch größtmögliche Reduktion der digitalen Schärfung erhalten. Da die EOS 5D MKII im Videomodus zu recht kräftiger Kontrast-Anhebung neigt, was auch dem Kompressionsverfahren zugeschrieben werden kann, empfehlen wir im gleichen Menue das größtmögliche Absenken der Kontraste. Das sog. Bildstil-Menue erreicht man am schnellsten über den Info-Screen und anschließender Auswahl Bildstil mit Aktivierung via SET-Taste. Hier jetzt einen der drei benutzerdefinierten Bildstile auswählen und nochmals die Info-Taste drücken. Schärfe, Kontrast, Farbsättigung und Farbton stehen nun zur Auswahl. Für größtmögliche nachträgliche Korrekturmöglichkeiten, weniger Moirée und eine bessere Durchzeichnung im Schattenbereich hier Schärfe, Kontrast und Farbsättigung nach unten korrigieren und bei der anschließenden Aufnahme dieses neu angelegte Benutzer-/Bildprofil wählen. Voilá.
Gespeichert werden die Canon EOS 5D MKII Videoclips bis zu einer Größe von 4GB auf der CF-Card in einem QuickTime Container (.mov). Codiert wird in h264 mit einer Datenrate von 42Mbit/s. Canon empfiehlt für die Videoaufnahme Compact Flash Cards die UDMA-fähig sind - wir hatten jedoch keine Aussetzer mit unserer SAN DISK Extreme III 4GB, die nicht über Ultra Direct Memory Access verfügt. Die Clips liessen sich problemlos in QuickTime öffnen und in Final Cut Pro 6.0.5 bearbeiten (wenn es sich auch empfiehlt, die Clips zuvor in einen schnittfreundlicheren Codec umzuwandeln). Zur Postproduktion der Canon-Clips wird es demnächst noch einen gesonderten Artikel geben ...