Bedienung - clevere Symbiose von Hardware und App

Das Kernkonzept des Flow 8 ist die Arbeitsteilung zwischen physischem Pult und einer App-Steuerung, die es leider nur für iOS und Android gibt. Größere Digitalpulte bieten meistens auch Steuerungsprogramme für PC, Mac und Linux.



Die Hardware stellt einige wesentliche Regler für den Live- oder Streaming/Studio-Einsatz zur Verfügung: Sechs Kanal-Fader, Master-Regler, Regler für Kopfhörer und Bluetooth/USB-Signal sowie Taster für die Monitor- und Effekt-Sends.



Behringer Flow 8 Digitalmischpult
Behringer Flow 8 Digitalmischpult


Für tiefere Einstellungen wie EQ, Kompressor oder Phantom Power ist die App jedoch die bessere Wahl, anstatt sich durch die Tiefen der Menüstruktur zu hangeln.



Positiv fallen gegenüber einem analogen Pult dieser Preisklasse sofort einige digitale Vorteile auf. Wie beispielsweise die "EZ-Gain"-Funktion, die nach einem Mini-Soundcheck alle Eingangspegel automatisch einstellt. Oder die Möglichkeit, bis zu 16 Mixer-Szenen (Snapshots) zu speichern und beliebig abzurufen.



Nicht unbedingt clever empfinden wir dagegen den virtuellen Ersatz für motorisierte Fadern. Wenn der Pegel eines Kanals über die App verändert wird und damit von seinem analogen Pegelzustand abweicht, leuchtet die Offset-LED über dem entsprechenden Fader gelb auf. Sobald der Anwender den Fader auf die von der App vorgegebene Position schiebt, erlischt die LED, und der Fader übernimmt wieder die Kontrolle. Man sieht so also, wenn Fader-Position und App nicht dem gleichen Wert entsprechen, aber das eigentliche Nachregeln erfordert immer die manuelle Übernahme, indem man zuerst den gelben Punkt treffen muss. Man kann sich zwar nach einiger Zeit an diese Arbeitsweise gewöhnen, aber intuitiv ist es nicht. Zur Ehrenrettung muss man jedoch auch sagen, dass ohne Motorfader-Hardware kaum eine andere funktionale Fader-Lösung denkbar ist, sofern man Fader-Einstellungen auf mehreren Mixer-Ebenen nutzen will. Aber schließlich gibt es ja auch noch die App...




Dreh und Angelpunkt bleibt die Flow App

Zugriff auf die gesamte Mixer-Funktionalität findet man schließlich in der FLOW App, die es für iOS und Android gibt. Die Verbindung kann dabei nur über Bluetooth erfolgen und war in unserem Test sehr reaktiv und störungsfrei. Wie ergonomisch das Ganze letztlich ist, entscheidet in unseren Augen vor allem die verfügbare Displayfläche. Wer ein dediziertes Android-Tablet hierfür nutzen kann, findet jedenfalls eine recht komfortable Mixing Umgebung vor.



Hier gibt es allerhand zu entdecken. So gibt es in jedem Kanalzug einen eigenen Kompressor sowie einen EQ mit 4 parametrischen Bändern. Dazu gibt es 2 Effekt-Busse, die Effekte wie Hall, Chorus, Delay etc. beinhalten können und zu denen jeder Fader einen Signalanteil schicken kann.



Des Weiteren gibt es auch noch zwei Aux Signal-Busse, über die sich separate Mixe (beispielsweise für Gäste bei einem Podcast) erstellen lassen. Diese sind pro Bus nur mono ausgelegt und benötigen noch separate Kopfhörerverstärker. Somit lässt sich schon ein Interview mit 3 verschiedenen Mixen durchführen. Alternativ können die 2 Mono-Aux-Busse auch zu einem Stereo-Bus zusammengelegt werden, was jedoch eher für Musiker relevant sein dürfte.



Digital ist besser Behringer Flow 8  - Digitales Mini-Mischpult mit sorgsam gewählten Kompromissen : FLOW app




In den einzelnen Monitor- und Main-Outs stehen dann auch noch jeweils ein regelbare Limiter sowie ein grafischer EQ mit 9 Bändern zur Verfügung. Bei einem analogen Mischpult würde dies alles schon eine Menge Regler bedeuten, die sich nur auf einer entsprechend großen Fläche unterbringen ließen. Sofern man in Live Situationen wie einem Podcast sowieso primär die Lautstärke-Fader nutzen will, kann der Flow 8 hier eine Menge Tischfläche einsparen - und trotzdem mit vielen wichtigen Funktionen glänzen.



Auch nicht vergessen sollte man, dass das Flow 8 auch als 24 Bit / 48 kHz USB-Audio-Interface mit 8 analogen Kanälen (+2 USB/BT) genutzt werden kann . Wir haben dabei unter Mac OS 7,6 Millisekunden Roundtrip Latency in Logic (3,7 ms Output) bei minimal 32 Buffer Samples gemessen, was selbst für ein Live-Monitoring mit Effekten problemlos nutzbar sein sollte.




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