Logo
///  >

Ausprobiert : Ein kurzer Blick auf das neue URSA Mini OS

von Di, 16.August 2016


Ab sofort ist das zur NAB 2016 angekündigte, komplett neu gestrickte Betriebssystem für beide URSA Mini Modelle (4K und 4,6K) als öffentliche Beta erhältlich. Zuerst einmal sei erwähnt, dass das neue Firmware-Update explizit nur von einem neuen URSA MINI OS spricht. Dies bedeutet, dass Käufer der großen URSA oder Nutzer anderer Blackmagic-Kameras (vorerst?) nicht in den Genuss der neuen Bedienoberfläche kommen werden. Und der Begriff "Genuss" ist ausnahmsweise nicht übertrieben. Denn nach dem Firmware-Update hat man in der Tat das Gefühl, eine komplett neue Kamera in den Händen zu halten.

Die Anzahl der Menüs und Untermenü-Punkte wurde hierbei nicht reduziert, sondern wirklich schlüssig neu zusammengefasst, weshalb sich gleichzeitig ein Handbuch zur Bedienung praktisch erübrigt. Man ahnt meistens sofort wo sich welche Einstellung der Kamera finden lässt, da es nur sechs Oberbereiche gibt (Record, Monitor, Audio, Setup, Presets und LUTs). Die Bedienung aller etwas komplexeren Menüoptionen erfolgt dabei durch große, leicht zu treffende Touch-Kacheln, die im weitesten Sinne an Microsofts Windows Kacheln erinnern. Man kennt einen ähnlichen Look schon von den Video Assist Recordern aus dem gleichen Hause:

Die Bedienung von URSA Mini OS 4.0 basiert jetzt auf Kacheln.



Alternativ lassen sich -ähnlich wie bei RED-Kameras- die wichtigsten Parameter über und unter der Display-Vorschau durch direktes Drücken auf den Touchscreen in der Vorschau verändern.

Der Druck auf einen Parameter auf dem Vorschau-Display kann diesen direkt verändern.



Wichtige Einstellungen wie ISO, Weißabgleich, Verschlusswinkel, Blende, Bildwechselfrequenz oder auch Bildrandmarkierungen sind nicht mehr in den Tiefen des Menüs versteckt, sondern direkt per Touch erreichbar. Die Einstellmöglichkeiten sind dabei teilweise sehr tief. So lässt sich der Shutter-Winkel beispielsweise auf bis zu zwei Stellen hinter dem Komma einstellen. Gleichzeitig stehen für den Direktzugriff aber auch häufig genutzte Werte wie 90, 180 oder 360 Grad direkt zur Verfügung. Auch der Weißabgleich hat nun eigene Presets sowie einen manuellen Modus für weiße Flächen oder Graukarten. Das schönste ist jedoch die Suchervergrößerung, die sich nun endlich frei in der Vorschau durch Fingerwischen herumschieben lässt.

Dazu gibt es Peaking mit zahlreichen Optionen, False-Color, Zebras, Vorschau-LUTs sowie Frame-Guides. Über eine sehr klare Struktur lassen sich all diese Funktionen individuell dem Display, dem Front-SDI sowie dem Main-SDI zuweisen.

Es gibt viele Display-Optionen, die sich individuell für einzelne Ausgänge (de)aktivieren lassen.



Weiters gibt es eine Vorschau mit anamorphotischer Entstauchung (1,33 und 2). Und die Metadaten kommen nun nicht mehr per Klick auf den Touchscreen zum Vorschein, sondern bekommen (endlich!) einen eigenen Meta-Daten-Bereich...

Die Metadaten sind nun ebenfalls aufgeräumter im Menü verstaut.



Vielleicht ebenso erwähnenswert ist die Reaktivität des Menüs. Schon die alte Firmware kam uns nicht sonderlich träge vor. Das neue URSA Mini OS zeigt jedoch subjektiv sein Histogramm und die Audiopegel noch einen Tick flüssiger an. Nicht zuletzt der durchlaufende Timecode im Display lässt dann auch professionellste Filmer-Herzen höher schlagen.

Kurz gesagt, das neue URSA Mini OS ist definitiv ein gelungener Wurf, der die Blackmagic URSA-Mini-Modelle noch einmal spürbar aufwertet. Den meisten Anwendern dürfte die neue Menü-Führung sicherlich deutlich mehr zusagen als die alte, gewucherte Struktur.


  

[18 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Darth Schneider    10:08 am 20.8.2016
Ist schon Witzig. Neues Betriebsystem...Schön, Ob das Magentaproblem behoben ist oder nicht, finde ich nicht wirklich relevant da ja die Kamera eigentlich nie wirklich lieferbar...weiterlesen
Frank Glencairn    08:22 am 20.8.2016
"Früher(TM)"... blah ..und wo hast du die letzten 10 Jahre verbracht?
Jalue    07:30 am 20.8.2016
Mein Gott, Slashcam, im industrie-unkritischem ‚Wording‘ spielt ihr wirklich in der Oberliga mit. So ganz nebenbei, still und heimlich, versucht ihr zu etablieren, dass sich...weiterlesen
[ Alle Kommentare ganz lesen]

Weitere Artikel:


Test: Sony FX9 in der Praxis - Teil 3: Ergonomie, Vario ND, Zubehör für die FX9 und finales Fazit Mi, 22.Januar 2020
Im letzten Teil unseres Sony FX9 Praxistests geht es um Ergonomie und die Bedienung der FX9. Dabei werfen wir auch einen Blick auf einige Zubehör-Lösungen (ARRI, Vocas, Chrosziel). Bevor wir zu unserem finalen Fazit der Sony FX9 kommen, sind ebenfalls die Akkulaufzeit und der elektronische Vario-ND der Sony FX9 Thema.
Test: Sony FX9 in der Praxis - Teil 2: Hauttöne, Bildeindruck, S-Cinetone, S-Log 3 u.a. Fr, 10.Januar 2020
Im zweiten Teil unseres Sony FX9 Praxistests steht die Hauttonwiedergabe der Kamera im Mittelpunkt und hier hat sich tatsächlich viel getan. Wir haben uns das neue S-Cinetone Bildprofil sowie diverse andere Gamma-Kurven und Matrix-Setups der FX9 unter anderem auch im Hautton-Vergleich angeschaut (inkl. neuer FX9 Footage).
Test: Sony FX9 in der Praxis - Teil 1: Der beste Autofokus im professionellen Vollformat-Kamerasegment? Fr, 3.Januar 2020
Wir haben die neue Vollformat Sony PXW-FX9 Kamera ausführlich in der Praxis getestet. In Teil 1 unseres Sony FX9 Tests schauen wir uns vor allem die Autofokus-Performance bei unterschiedlichen Aufnahmebedingungen an: Handgehalten, bei 25 und 50 fps, bei Tageslicht und bei Lowlight und vielem mehr...
News: Die neuesten Infos zu REDs neuer Komodo Kamera: 6K mit 40 fps und ein Global Shutter Modus - kommt sie bald? Mi, 20.November 2019
Jarred Land von RED teasert immer wieder mal neue technische Details und Photos zur neuen RED Komodo. Anstatt jedes dieser Informationsbröcken einzeln zu servieren und das PR Spielchen von RED mitzumachen, hier nun ein großes Update mit allen inzwischen bekannten Infos.
Test: Canon EOS C500 Mark II - die beste Doku-Kamera? Ergonomie, Stabilisierung, Sensorreadouts und Fazit - Teil 2 Mo, 18.November 2019
Test: Vollformat RAW für 2000 Euro? Die Sensor-Bildqualität der Sigma fp in 4K und FullHD Do, 14.November 2019
Test: Canon EOS C500 Mark II: Modulare Vollformat-Kamera mit 6K RAW und Dual Pixel AF - Teil 1: Hauttöne, Autofokus Do, 24.Oktober 2019
Test: Canon EOS C500 Mark II - 6K Vollformat ohne Schwächen? Di, 22.Oktober 2019
Test: Rolling Shutter Werte von Blackmagic, Canon, Fuji, Nikon, Panasonic, Kinefinity und Sony Mo, 14.Oktober 2019
Editorials: Vollformat / LF - Seid ihr alle da? Fr, 27.September 2019
Test: Blindvergleich: Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K versus 4K - Wer erkennt den Unterschied? Do, 22.August 2019
Test: Kinefinity MAVO LF - Der Large Format Preisbrecher? Di, 20.August 2019


[nach oben]


[nach oben]
















passende Forenbeiträge zum Thema
Cinema-Kamera:
Canon C300 MK II und Tamron 24-70 Problem
MFT Objektive // Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K
Red Scarlet-W Black shading
Sony A7 III wie C300 aussehen lassen
Sony Nex FS100 nimmt lange Filme mit Unterbrechungen auf
Passende Speichermedien im Paket: Angelbird Match Pack Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K
Neues S35 RED DRAGON-X Brain, Camera Kit und Production Module
mehr Beiträge zum Thema Cinema-Kamera




update am 26.Januar 2020 - 15:02
ist ein Projekt der channelunit GmbH
*Datenschutzhinweis*