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Filmtrends: die Stunt-Branche boomt trotz CGI -- und wird gefährlicher

[08:00 So,4.August 2019 [e]  von ]    

Den Actioncams wird ja nachgesagt, indirekt das Risiko für Sportunfälle zu erhöhen, da auf der Suche nach dem noch krasseren Wow-Clip die Vorsicht auf der Strecke bleibt -- mit einer laufenden Kamera auf dem Helm oder Lenker werden häufiger Manöver ausgeführt, die eigentlich zu gefährlich sind. Wie es scheint, ist ein ähnlicher Trend auch bei professionellen Stunts zu beobachten.

Wie der Guardian schreibt, soll die Nachfrage nach Stuntleuten stark zugenommen haben, da das Film- und Serienpublikum zunehmend echte Action sehen will anstelle der inflationär eingesetzten, aber oft nicht völlig überzeugenden CGI-Effekte. Dies paßt natürlich gut zur Sehnsucht nach alten, analogen Techniken und Formaten, und auch zum Stellenwert, den "Authentizität" in der heutigen Medienlandschaft genießt, hat aber auch ungute Konsequenzen.



Denn einerseits ist der Bedarf an Stuntleuten so hoch, dass er von erfahrenen Profis nicht mehr gedeckt werden kann, sodass immer mehr Neulinge angeheuert werden. Gleichzeitig werden immer größere und gefährlichere Stunts gefordert, damit ein Film noch wirklich beeindrucken kann; die Action-Konkurrenz ist hoch. Infolge haben -- wenig überraschend -- auch die Unfälle bei der Ausführung von Stunts deutlich zugenommen, zT. auch mit tödlichem Ausgang. Kürzlich verunglückte etwa ein Stuntman bei den Proben für die zweite Staffel von Titans, und in 2017 ging der Tod der Stuntfrau Joi Harris durch die Medien, die bei den Dreharbeiten zu Deadpool 2 die Kontrolle über ihr Motorrad verlor.

deadpool_promo
Der verunglückten Stuntfrau gewidmet: Deadpool 2


Damit nicht gesagt, dass früher weniger halsbrecherisch gedreht wurde. Wir wollten an dieser Stelle eigentlich ein paar klassische Stunts von Buster Keaton einbinden, stießen beim Stöbern im Netz jedoch auf diesen 8-Minütigen Kurzfilm von Claude Lelouch -- er wurde in 1976 in Paris gedreht, also lange lange vor Fast&Furious oder GoPro., in einem Take am sehr frühen Morgen. Er wurde zwar nachvertont (zu hören ist ein Ferrari, nicht der verwendete Mercedes), soll sonst jedoch weder beschleunigt noch irgendwie manipuliert worden sein. Absperrungen oder Gehnehmigungen gab es keine - die Wikipedia weiß mehr dazu. Das hätte auch schiefgehen können...


Link mehr Informationen bei www.theguardian.com

  
[12 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
dosaris    23:36 am 5.8.2019
na, mindestens einer hat auf diesen uralten insider-joke getriggert: der Renn-Goggo, Generationen vor der Rennpappe.
Jott    22:01 am 5.8.2019
Selbstverständlich. Schon damals gab‘s Sound Design.
vaio    20:13 am 5.8.2019
Sorry, schwäbisch nicht bayrisch. Allerdings würde mich interessieren, ob nicht auch das Quietschen der Reifen nachträglich hinzugefügt wurde.
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