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Infoseite // Werden die Oscars 2024 ein analoges Filmfest?



Newsmeldung von slashCAM:



Im Frühjahr nächsten Jahres steht die nächste Oscar-Verleihung an und wirft man einen Blick auf die im Vorfeld hoch gehandelten Produktionen scheint es bereits jetzt sch...



Hier geht es zur Newsmeldung auf den slashCAM Magazin-Seiten:
Werden die Oscars 2024 ein analoges Filmfest?


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Antwort von MK:

Analog filmen, digitalisieren, digital schneiden, wieder FAZen... naja, wenn's schee macht...

Oder wird auch analog geschnitten?

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Antwort von Darth Schneider:

SlashCAM schreibt:
Lässt also der Hype um KI-generierte, digitale Inhalte unsere Sehnsucht nach Authentizität in gleichem Maße wachsen, wie unsere Bildwelt aktuell digital geflutet wird?

Schön geschrieben
Genau das denke ich darüber.
Gruss Boris

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Antwort von cantsin:

Das ist doch simpel: Heute wird 35mm-Film und dessen Bildästhetik mit "Wertigkeit" bzw. production values assoziiert, weshalb Big Budget-Produktionen jetzt vermehrt wieder auf Film gedreht werden.

Früher war es ja mal genau umgekehrt (siehe "Tron", "Jurrassic Park", "Russian Ark" etc).

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Antwort von Valentino:

ARRICAM ist eine Kameraserie die aus der LT/Light und der ST/Studio besteht.
Durch die Übernahme von MOViECAM 1990zigern sind nicht nur einige technischen Elemte übernommen worden, sondern auch ein Teil des Namens. https://en.m.wikipedia.org/wiki/Moviecam

Die letzte ARRIFlex war die 416er Serie für S16 und bei 35mm die kleine 235 die als MOS Kamera oft für Steadicam und diversen Rigging benutzt. Die letzte Tonfilm ARRIFlex war die 535B von 1992.

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Antwort von Jalue:

„Lässt also der Hype um KI-generierte, digitale Inhalte unsere Sehnsucht nach Authentizität in gleichem Maße wachsen, wie unsere Bildwelt aktuell digital geflutet wird?“ Chapeau, die Frage hat einen netten, poetischen Spin, gewürzt mit ein bisschen Thoreauscher „Zurück-zur-Natur“-Romantik – kultursensibler Fachjournalismus sozusagen. ;-)

Nur schätze ich, im erzkapitalistischen Hollywood kriegt man dafür nicht mal ne Tüte Kekse, folglich muss es handfestere Gründe geben:

Authentizität/Glaubwürdigkeit? Na ja, die „Film-Filme“ werden wohl kaum am Steenbeck geschnitten, sondern schnellstmöglich ab Negativ digitalisiert, insofern kann man diesen Punkt vergessen. Was digital vorliegt, ist auch digital manipulierbar.

Kosten? Wäre mir neu, dass sich mit analoger Produktion Geld sparen ließe, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen. Dann besorge ich mir sofort + entzückt in der Bucht ne olle Arri zum Preis eines Ikea-Regals.

Look/Qualität? Ich bin nur Brot und Butter-Filmer, doch nach einigen Dekaden in dem Job habe ich vielleicht schon ein etwas trainiertes Auge und einen Unterschied zwischen digital und analog gedrehten Filmen vermag ich nicht mehr zu erkennen. Vielmehr ist es so, dass die durchschnittliche, technische Qualität heutiger Filme deutlich über der früherer, analoger Werke liegt.

Bleibt noch: Distinktion! Wenn man heutzutage schon mit einer Lumix S5 fast kinotaugliche Bilder drehen kann, stellt sich natürlich die Frage, warum man für einen Apparat a la Hollywood als Zuschauer mehr zahlen sollte. Die gleiche Frage stellt sich btw. mit Blick auf TV-Sender, deren klobige 2/3 Zoll-Möhren auch keine besseren Bilder liefern als meine kleine CX 350 - oftmals schlechtere, denn ich habe nen besseren Bildstabi und 1/3 Zoll mehr Sensorfläche.

Trotzdem ist es in der Tat so, dass man als Dreimann-Team mit einem „Kindersarg“ auf der Schulter als irgendwie „professioneller“ wahrgenommen wird und ähnlich ist es wohl auch bei den Kinofilm-Fredels. Meine These: Pures Voodoo und in etwa so nachhaltig, wie die zurückliegenden Lomo- oder Polaroid- Hypes in der Fotografie.

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Antwort von Darth Schneider:

Also zumindest ein Punkt ist aber sehr unlogisch, finde ich.

Wenn das wirklich nur pures Wooduu wäre ja warum drehen denn so viele renommierte Filmenacher trotzdem lieber mit Fimrollen ?
Nur aus purer Nostalgie und aus quasi religiösen Gründen ?..;)))
Ich denke wohl eher nicht.

Ich sehe das schon ein wenig anders,
viele arbeiten heute nur digital weil sie sich analog gar nie leisten könnten…

Sehr wahrscheinlich würde heute noch viel, viel mehr auf analogem Film gedreht werden wenn das nicht so immens teuer wäre.

Und natürlich sehen die meisten gar keinen Unterschied mehr, zwischen Analog und digital,
Wie denn auch ?
Die meisten auch erfahrenen älteren Kaliber drehen schon viel zu lange nur noch Digital.
Sie haben es schlicht und einfach verlernt den Unterschied überhaupt zu sehen….;)
Gruss Boris

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Antwort von MK:

SKANDAL: ANALOGE LUXUS VINYL ALBEN WURDEN DIGITAL BEARBEITET

https://www.amazona.de/community/skanda ... earbeitet/

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Antwort von Darth Schneider:

Und so mancher Musiker und Musikliebhaber ist trotzdem immer noch überzeugt davon, auch neues Vinil zusammen mit altmodischen Röhrenverstärkern tönt einfach besser als alles nur digital.

Und einen Film anlog aufnehmen und digital zu bearbeiten und auch so vorzuführen macht den Film am Schluss immer noch zu 50% analog…;)
Gruss Boris

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Antwort von macaw:

"Darth Schneider" hat geschrieben:
Wenn das wirklich nur pures Wooduu wäre ja warum drehen denn so viele renommierte Filmenacher trotzdem lieber mit Fimrollen ?
Nur aus purer Nostalgie und aus quasi religiösen Gründen ?..;)))
In diversen Ländern wird das 13. Stockwerk ausgelassen oder man baut Häuser in einer bestimmten Ausrichtung um "Drachen" nicht in ihrer Flugbahn zu behindern. Es wird Mineralwasser über den halben Kontinent gekarrt, welches von schlechterer Qualität als das aus dem eigenen Hahn ist. Die Liste idiotischer und oft umweltschädlicher Beispiele für Aberglauben und kulturelle Neurosen ließe sich beliebig fortsetzen.

"Film" ist letzten Endes nur eine sehr teure und umständliche Krücke weil manche Regisseure trotz Jahrzehntelangem Erfolg vermutlich an Neurosen leiden und denken, dass alles zusammenbricht, wenn sie digital drehen würden. Das sieht man auch an Aussagen der Film-Filmer aus dem indiewire Artikel. Es wird von einem "Gefühl" geredet, nie von konkreten Fakten. Die scheinen auch oft zu denken dass Film automatisch authentischer sei, weil das Bild für sie "gefühlt" direkt aus der Kamera kam und nicht digital manipuliert wurde, was völliger Schwachsinn ist, die gehen am Ende alle durch ein digitales Grading.

Ich würde gerne sehen wie die verblichenen Meister längst vergangener Tage reagieren würden wenn sie wüssten welche mentale Gymnastik manche ihrer heutigen Kollegen vollbringen um auf einem ziemlich umständlichen und lächerlich veralteten Medium drehen zu können... die "aktuellen" Filmmaterialien von Kodak sind die letzten, die es zu kaufen gibt, nachdem Fuji komplett aufgegeben und Kodak selbst fast über den Jordan gegangen wäre - die "jüngsten" Filmtypen sind 10-13 Jahre alt und werden vermutlich auch nicht so schnell erneuert. Welche immensen Entwicklungen hat die digitale Welt nochmal in der selben Zeit hinter sich gebracht?

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Antwort von pillepalle:

macaw hat geschrieben:
Welche immensen Entwicklungen hat die digitale Welt nochmal in der selben Zeit hinter sich gebracht?
Möglichst so auszusehen wie analoger Film 😂

VG

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Antwort von Darth Schneider:

Ist analoger Film heute wirklich nur noch eine altmodische Krücke ?

Oder doch eine massgebliche Essenz der Kunstform beziehungsweise des Handwerks Kino, die dank Digital langsam aber sicher verloren geht ?

Ich denke teilweise eben schon.

Es würde zwangsläufig jedenfalls viel, viel weniger Müll produziert werden wenn heute Alle immer noch gezwungen wären analog zu drehen.;)))
Grüsse Boris

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Antwort von andieymi:

"Darth Schneider" hat geschrieben:
Es würde zwangsläufig jedenfalls viel, viel weniger Müll produziert werden wenn heute Alle immer noch gezwungen wären analog zu drehen.;)))
Grüsse Boris
Das ist aber eben der Trugschluss: Weniger Müll bedeutet nicht auch gleichzeitig mehr Qualität in die andere Richtung.

Du kannst einfach keine Kausalität zur Steigerung der Qualität des Gesamtfilms auf Grundlage des Mediums analoger Film herstellen und - wenn wir schon bei solchen Argumentationen sind: Mich würden Blindtests interessieren, aber ich wette, dass niemand den Unterschied zwischen gut gemachter digitaler Emulation und digitalisiertem analogem Grundmaterial am Ende der Pipeline benennen kann. Ich nehme da analoge Projektion aus, aber das ist fast schon das Unicorn unter den analog gedrehten Filmen, vmtl kommt von 100 auf Film gedrehten dann einer mit einer Roadshowversion (das ist dann wieder irgendwie 1 Vorführung auf 1000 digitale) analog auf die Leinwand, lassen wir das mal außen vor.

Analoger Film taugt nach wie vor als ästhetisches Stilmittel, nur kann vermutlich niemand mehr akkurat den Unterschied mehr zwischen Analog-Digital und Digital-Emuliert benennen.

Aber bei all dem, persönlich soll doch jeder auf FIlm drehen wenn das gefällt. Ich freue mich eher, dass das digitale Space Race im Medium Kinofilm insofern beendet ist, als einfach oft der Weg "zurück" zu einer klassisch-filmischen Ästhetik (vs. einer technologisch-optimierten) gesucht und auch gefunden wird.

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Antwort von macaw:

"Darth Schneider" hat geschrieben:
Es würde zwangsläufig jedenfalls viel, viel weniger Müll produziert werden wenn heute Alle immer noch gezwungen wären analog zu drehen.;)))
Grüsse Boris
Mit solchen Aussagen wäre ich höchst vorsichtig, einerseits ist der Müll des einen die Nahrung des anderen. Zum zweiten gab es schon zu Hoch-Zeiten des analogen Films Müll im Überfluss.

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Antwort von Darth Schneider:

Klar das ist so.
Das mit dem Müll war jetzt natürlich mit etwas Ironie und nur aufs Kino bezogen.

Natürlich geht es mir nicht darum den Leuten ihre Jobs nicht zu gönnen.

Aber manch einem heute würde es schon gut tun erst mal 2 mal zu überlegen ob es jetzt den entsprechenden Content wirklich braucht.

Durch digitalen Film/Video, und nicht zuletzt durch YouTube und Co. ist es jetzt halt schon sehr einfach, weil sehr günstig geworden.

Darum wird halt heute auch zig unnötiges Zeugs gemacht, schon viel mehr als früher.;)
Gruss Boris

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Antwort von macaw:

"Darth Schneider" hat geschrieben:
Das mit dem Müll war jetzt natürlich etwas Ironie und nur aufs Kino bezogen.
Natürlich geht es mir nicht darum den Leuten ihre Jobs nicht zu gönnen.

Aber manch einem würde es schon gut tun erst mal 2 mal zu überlegen ob es jetzt den Content wirklich braucht.

Durch digitalen Film ist es heute halt schon sehr einfach, weil sehr günstig geworden.
Darum wird halt heute auch zig unnötiges Zeugs gemacht, schon viel mehr als früher.
Gruss Boris
Ich sage ja gar nicht, daß Du jemandem etwas missgönnst. Ich meinte eher, daß der Krempel, den Du als Müll ansiehst für andere halt genau das sein kann, was sie wollen. Ich bspw. halte den Output von "Hollywood" zu 90% (oder eher 99,9%) für Müll. Immer die gleichen, abgenudelten Plots, Phrasen, Sichtweisen und Traumtänzereien wie der Mensch/die Welt sein sollte, obwohl wir keinen Schritt "weiter" sind, siehe das, was politisch auf der Welt so abgeht. Wie auch immer. Diesen Leuten, die die völlig überdrehten Hollywoodfilme schauen ist es völlig schnuppe, ob der nächste Star Wars/Marvel auf einer Alexa65 oder einer Kartoffel aufgezeichnet wurde. Die pfurzigen Filme, die auf billigen Kameras produziert wurden/werden und zu großen Teilen keinerlei Substanz besitzen, sind ohnehin bedeutungslos im Vergleich dazu. Deren Macher wollen sich in erster Linie wahrscheinlich eher selbst legitimieren und die Hoffnung aufrecht halten, daß sie "es" irgendwann doch schaffen.

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Antwort von Darth Schneider:

So gesehen hast du natürlich recht.
Und je mehr Müll produziert wird, desto mehr Perlen gibt es auch dazwischen.

Und,
Eine erfolgreiche Choreografin aus N.Y. hatte mir mal gesagt:
„Von 10 Tanzstücken die ich kreiere sind 9 schlecht.“

Es wird beim Film auch nicht gross anders sein.
Gruss Boris

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Antwort von andieymi:

"Darth Schneider" hat geschrieben:
So gesehen hast du natürlich recht.
Und je mehr Müll produziert wird, desto mehr Perlen gibt es auch dazwischen.

Und,
Eine erfolgreiche Choreografin aus N.Y. hatte mir mal gesagt:
„Von 10 Tanzstücken die ich kreiere sind 9 schlecht.“

Es wird beim Film auch nicht gross anders sein.
Gruss Boris
Das hat was Wahres, aber gerade unter dem Aspekt ist Film eigentlich hinderlich: Weil eben das weniger drehen dazu führt, dass nicht unbedingt mehr Perlen - wenn auch nur zufällig - entstehen.

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Antwort von Darth Schneider:

Denke ich auch, je mehr man macht desto besser wird man.

Bezüglich Film finde ich einfach, die Leute sollten nicht jeden Quark auf YouTube beziehungsweise auf TikTok hochladen….;))
Gruss Boris

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Antwort von andieymi:

"Darth Schneider" hat geschrieben:
Denke ich auch, je mehr man macht desto besser wird man.
Das ist ja irgendwo ne Binsenweisheit, aber ich sehe schon verglichen mit vielen anderen Kreativberufen in meinem Umfeld (Fotografen, Musikproduzenten/Toningeneure), dass Film die "langsamste Kurve" hat. Gibt viele Kreativberufe, wo man fast allein, mit etwas Technik quasi bald am ziemlich oberen Level operieren kann und wenn jemand was drauf hat, ist der Unterschied für Laien minimal. Also quasi um zum besseren Branchendurchschnitt aufschließen zu können. Aber probier das mal bei Film. Damit szenischen Bewegtbild (um die Brücke zu schlagen, hier ging's ja um die Oscars) irgendwo annähernd konkurrenzfähig ausschaut (da geht's mal noch nicht um Inhalt) und das mehr als vielleicht eine einzige Szene lang, sondern kontinuierlich über zumindest mehrer Szenen bis mittellangem Kurzfilm braucht es einfach viele Hände und Hirne, die wissen was sie tun. Und die Chancen dafür sind oft verschwindend gering, manchmal nur einzelne Male im Jahr bis alle paar Jahre.

Und "Fingerübungen" wie irgendwie zu dritt eine Szene mit ein paar LEDs im Wohnzimmer zu drehen geht schnell mal, bewegt sich aber halt vom Output her (weil zig Gewerke und deren qualitativer Beitrag fehlen) weder in der üblicherweise erreichbaren Qualität noch in der Kontinuität/Kongruenz die von Langfilm gefordert wird und wo das Fehlen dieser ein wirkliches Qualitätsmanko darstellt. Und sieht auch ehrlich gesagt oft genau so aus: Wie mit 3 LEDs im Wohnzimmer gedreht. Es hat sich da irgendwie die letzten Jahre fast so etwas wie eine Youtube-Lighting-Tutorial Ästhetik herausgebildet, wo in Umsetzung, Herangehensweise (Technik etc.) etwas als Filmisch etabliert wird, was sich allerdings durchaus stark vom "richtigen Film" unterscheidet. Das heißt nicht, dass es nicht irgendwie ok ausschaut, aber mit kommerziellen Filmen mit Kinorelease hat es oft einfach gar nichts zu tun. Und auch wenn sich die (subjektive) inhaltliche wie technische Qualität von Kurzfilmen zu "Branchenstandard" von der Video-Ära bis heute angenähert hat, ich würde halt nicht mal von großer Ähnlichkeit sprechen.

Ich weiß nicht, ob ich damit besagter Choreografin unrecht tue, aber wenn wir von einer Choreo zu einem durchschnittlichen Song (3-5min) ausgehen, dann schafft die Dame besagte 10 vielleicht in einem Jahr, vielleicht maximal 2. Bin schon öfter mit Choreografen für Werbungen in Berührung gekommen, da gab's nie mehr als 4 Wochen und das Ergebnis war sehr ansehnlich. Aber schreib mal (und damit sind wir nur an der ersten Station eines gesamtes Filmwerks) 10 Drehbücher im Jahr, das wird nicht mal für Kurzfilme sinnvoll funktionieren. Und auf die Produktion gemünzt: Dreh mal 10 Kurzfilme im Jahr - da wird einer wegen diverser Faktoren besser sein als viele andere, aber in dem Output schränken die schlechten schon wieder den "etwas besseren" ein. Dann ist man bald bei 1-2 im Jahr oder einem alle 2 Jahre und die 10 dauern auf einmal ein Jahrzeht.

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Antwort von Darth Schneider:

Nun ja, du hast recht was Film betrifft, mit viel machen meinte ich natürlich schon üben, und halt verschiedene kleine Projekte. Um Erfahrungen zu sammeln, vor allem wenn man anfängt.
Ich denke das ist schon wichtig.

Aber später, das stimmt schon, muss man nicht unbedingt jedes Jahr 10 (oder wie viele auch immer) Filme machen, ausser natürlich man hat eine eigene Firma, macht Auftragsarbeiten und lebt davon…

Aber beim Tanz ist das schon etwas anders. Hat man ne Tanzkompanie in einer Stadt, die Subventionen kriegt, oder Sponsoren hat, muss man auch jedes Jahr Aufführungen machen und nach Möglichkeit alle paar Jahre auf Tournee gehen.
Das heisst man muss zwingend jedes Jahr neue Stücke kreieren, beziehungsweise bringen…
Und die müssen gefallen. Zumindest dem Publikum und natürlich den Sponsoren.
Sonst verliert man die Sponsoren und das Publikum, kann die Tänzer nicht bezahlen und hat keine Arbeit mehr.

Beim Musicals zum Beispiel am Broadway ist das ganz anders, man kreiert ein einziges Musical zusammen mit einem Komponisten /Tänzern und Sängern. Und wenn das Erfolgreich ist, läuft das Musical über Jahre, manchmal (siehe Cats und ähnliches) sogar über Jahrzehnte..
Wobei das ist ein wirklich sehr hart umkämpftes Pflaster und leider voller Lobbismus.
Da steckt aber auch sehr viel Geld drin.
Gruss Boris

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Antwort von MK:

andieymi hat geschrieben:
Gibt viele Kreativberufe, wo man fast allein, mit etwas Technik quasi bald am ziemlich oberen Level operieren kann und wenn jemand was drauf hat, ist der Unterschied für Laien minimal.
Man verbessert sich nur wenn man die nötige Selbstreflektion hat, daran fehlt es mehr Leuten als man denkt...

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Antwort von Darth Schneider:

Wobei gerade beim Tanz ist das so das viele gerade geniale Künstler menschlich unmöglich sind und definitiv einen Knall in der Schüssel hatten/haben…;)))

Und beim Film ?
Hm, wenn ich da nur mal an den Tarantino denke…
Selbstreflexion….?
Gruss Boris

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Antwort von Rick SSon:

Vielleicht zerreisst ihr euch aber hier wieder einmal bloss mit irgendwelchen „Argumenten“, die sich irgendwie an Effizienz und dem was das Beste wäre orientieren.

Währenddessen hat ein Nolan eventuell einfach Freude an genau dem Prozess, den die Dreharbeiten mit diesem Medium mit sich bringen. Ich meine, dieselbe Argumentation könntest du auch jedem an den Kopf werfen, der heute noch mit der Hand zeichnet, oder es lernen will. Is doch komplett dumm, promp dir das doch fix zusammen.

Aber das is halt eine analytische, kapitalistische, rein ergebnisorientierte Herangehensweise, wobei man seit tausenden Jahren weiss, dass für den Menschen selbst nun mal der Weg das Ziel ist.

Wenn man ambitionierter Handwerker, oder eben Künstler ist, dann stellt man auch oft das „wie“ an die erste Stelle. Ich kann das richtig gut nachvollziehen. Wir Menschen sind soziale Wesen, die gerne mit Dingen interagieren. Die ersten Jahre unseres Lebens machen wir praktisch nichts anderes. Es ist eher „dumm“ anzunehmen, dass sich alles effizient virtualisieren ließe und dabei nichts auf der Strecke bliebe, als sich mal logisch vor Augen zu führen, dass der Mensch nicht nur aus einem Hirn und zwei Augen besteht.

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Antwort von Darth Schneider:

Und egal, ob beim Film, Tanz, Musik, oder jedes anderes Kunsthandwerk.
Wer sehr gut werden will, wird immer erstmal viel aus Fehlern lernen und üben/ sich verbessern müssen…
Gruss Boris

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Antwort von MK:

"Darth Schneider" hat geschrieben:
Selbstreflexion….?
Na wenn man selber nicht erkennt dass man was schlecht macht und einen sonst keiner anleitet, kann man sich nicht verbessern. Da nützt auch unermüdliches Praktizieren nichts.

Vergleichbar mit dem Dunning-Kruger-Effekt: https://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt

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Antwort von Skeptiker:

Argument pro Analog-Film (mit einer Analogie): Es gibt auch Schriftsteller, die ihre Werke noch auf einer Schreibmaschine tippen.

Argument dagegen: Man lege den (selbsternannten) Analog-Gurus mal unbekannte Filmbeispiele vor - ein Teil analog gefilmt, ein Teil digital. Aber in beiden Fällen letztlich digital und bei Bedarf auch noch digital nachbearbeitet (auch im Analog-Stil). Und lasse sie dann auswählen, was nun analog gefilmt wurde und was nicht.

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Antwort von MK:

Skeptiker hat geschrieben:
Argument pro Analog-Film (mit einer Analogie): Es gibt auch Schriftsteller, die ihre Werke noch auf einer Schreibmaschine tippen.
Und der Verlag scannt es dann per OCR ein :D

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Antwort von Darth Schneider:

Es gibt noch immer sehr erfolgreiche Schriftsteller die schreiben das Buch/die Geschichte erstmal von Hand mit einem Stift auf Papier…
Gut das sind sicher heute Ausnahmen.
Aber es spielt doch überhaupt keine Rolle womit man schreibt….

Beim Film ist es doch auch nicht anders.
Die Analog Verfechter sterben jedenfalls schon nicht aus….;)))
Gruss Boris

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Antwort von Skeptiker:

"Darth Schneider" hat geschrieben:
Aber es spielt doch überhaupt keine Rolle womit man schreibt….
-> Es spielt doch überhaupt keine (Film)Rolle, womit man filmt.
"Darth Schneider" hat geschrieben:
Beim Film ist es doch auch nicht anders.
Die Analog Verfechter sterben jedenfalls schon nicht aus….;)))
Solange noch Film auf Folie nachgeliefert wird, wohl nicht. Die Snobs sterben nicht aus! ;-)

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Antwort von Darth Schneider:

Klar spielt es keine Rolle womit man filmt, analog und digtal geht gleich gut.
Darum wird auch beides heute praktiziert…
Nur digital ist halt viel günstiger.

Und sind der Nolan oder der Tarantino Snobs ?
Nur weil sie erst mal lieber den halt teuren Film in der Kamera auf der Folie haben wollen ?

Keine Ahnung, aber die sehen beide nicht wirklich wie Snobs aus…

Disney wollte seine Filme erstmal Frame by Frame von Hand gezeichnet haben auf Papier und auf Folie, vor dem abfimen, das ist noch viel, viel aufwendiger.

Er war jedenfalls glaube ich kein Snob…
Ich denke eher das waren/sind einfach sehr talentierte Künstler, etwas verrückt und exzentrisch, wie es sein muss….;))
Gruss Boris

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Antwort von Skeptiker:

"Darth Schneider" hat geschrieben:
... Disney wollte seine Filme erstmal Frame by Frame von Hand gezeichnet haben auf Papier und auf Folie, vor dem abfimen, das ist noch viel, viel aufwendiger.

Er war jedenfalls glaube ich kein Snob…
Naja, er hatte nicht die Wahl zwischen Analog und Digital (samt ML und AI).
Und wenn er die schon gehabt hätte und sich trotzdem fürs Hand-Zeichnen jedes einzelnen Film-Bilds auf Papier/Folie entschieden hätte, wäre er für mich schon unter Snob-Verdacht.

Wen ich davon wirklich freisprechen würde, sind die Aardman-Künstler (Wallace & Gromit), denen, wie ich gelesen habe, die Knetgummi-Masse auszugehen droht. Es lebe die Stop-Motion-Technik!

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Antwort von MK:

"Darth Schneider" hat geschrieben:
Disney wollte seine Filme erstmal Frame by Frame von Hand gezeichnet haben auf Papier und auf Folie, vor dem abfimen, das ist noch viel, viel aufwendiger.
Das hatte schon seinen Grund:

https://www.youtube.com/watch?v=Ykx8fSM4dhk


Wenn das damals noch einfacher gegangen wäre, hätte Disney das als erster genutzt... ;-)

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Antwort von Darth Schneider:

Wallace & Gromit find ich genial.;)

Und denen geht echt die Knetmasse aus ?
Warum stellen sie keine gute mehr her ?

Und das mit Disney sollte doch nur ein Beispiel sein, für wie man Filme sonst noch machen kann,
und hätte er heute die modernen Möglichkeiten wirklich genutzt ?
Wir wissen das nicht, er lebt schon viel zu lange nicht mehr.

Er war jedenfalls selber auch ein Comic Zeichner, der ganz alten Schule…

Und es gibt heute noch zig Comiczeichner die viel lieber analog auf Papier zeichnen als digital mit dem Computer.
Das sind deswegen noch lange keine Snobs…;)))

Analog vs Digital Debatten sollte es gar nicht geben, denn beides ist doch cool, auch beim Medium Film.
Gruss Boris

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Antwort von Rick SSon:

Skeptiker hat geschrieben:
Argument pro Analog-Film (mit einer Analogie): Es gibt auch Schriftsteller, die ihre Werke noch auf einer Schreibmaschine tippen.

Argument dagegen: Man lege den (selbsternannten) Analog-Gurus mal unbekannte Filmbeispiele vor - ein Teil analog gefilmt, ein Teil digital. Aber in beiden Fällen letztlich digital und bei Bedarf auch noch digital nachbearbeitet (auch im Analog-Stil). Und lasse sie dann auswählen, was nun analog gefilmt wurde und was nicht.
Wie oben gesagt, das spielt für einen künstler keine rolle, weil der prozess wichtiger ist als das ergebnis.

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Antwort von Darth Schneider:

Genau, und gerade beim analogen Filmemachen ist der Prozess schon anders…
Gruss Boris

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Antwort von Skeptiker:

"Rick SSon" hat geschrieben:
Skeptiker hat geschrieben:
Argument pro Analog-Film (mit einer Analogie): Es gibt auch Schriftsteller, die ihre Werke noch auf einer Schreibmaschine tippen.

Argument dagegen: Man lege den (selbsternannten) Analog-Gurus mal unbekannte Filmbeispiele vor - ein Teil analog gefilmt, ein Teil digital. Aber in beiden Fällen letztlich digital und bei Bedarf auch noch digital nachbearbeitet (auch im Analog-Stil). Und lasse sie dann auswählen, was nun analog gefilmt wurde und was nicht.
Wie oben gesagt, das spielt für einen künstler keine rolle, weil der prozess wichtiger ist als das ergebnis.
Da ist schon was dran!
Ich würde vielleicht sagen: Weil auch der Prozess zählt, nicht nur das Ergebnis.

Hat neben "l'art pour l'art" wohl auch etwas mit Entschleunigung zu tun - volle Konzentration auf die richtige Einstellung vor dem Filmen, weil man während/nachher weniger Kontrolle darüber hat, als rein digital.
Das ist alles wunderbar, wenn's dem eigenen Film-Entstehungs-Prozess dient und gefällt. Ich sperre mich gedanklich nur etwas gegen Filmesoterik wie "Unterschied sofort ins Auge fallend, künstlerisch wertvolleres Ergebnis" etc. etc.. Wenn, dann weil die ganze Kunst drumherum auch stimmt, aber nicht allein aufgrund von analog versus digital!
Haben wir ja alles schon x-mal diskutiert, aber taugt immer wieder als Kaffeesatz-Lese-Thema für geneigte Vielschreiber und -poster! ;-)

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Antwort von TonBild:

Auf jeden Fall ist die Frage "Analog oder Digital?" ein schönes Diskussionsthema.

Gibt es denn Aussagen von den Filmemacher selbst, warum sie immer noch auf analogen Film aufnehmen?

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Antwort von macaw:

TonBild hat geschrieben:
Auf jeden Fall ist die Frage "Analog oder Digital?" ein schönes Diskussionsthema.

Gibt es denn Aussagen von den Filmemacher selbst, warum sie immer noch auf analogen Film aufnehmen?
Verlinkten indie wire Artikel lesen...

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Antwort von Jalue:

Ich konnte den Link jetzt auf die Schnelle nicht finden, aber: Sorry, im Jahre 2023 fällt mir dafür echt kein Grund mehr ein, außer nostalgisch gefärbter Esoterik ("Entschleunigung") oder eben, um irgendeinen USP zu konstruieren (a la: "Bei uns werden die Steaks nicht auf Ceran-Kochfeldern gebraten, sondern noch auf nem echten Kanonenofen"). Mal ernsthaft, WAS KONKRET gewinnt man heute noch, wenn man analog dreht - also bis zum Ende der Verwertungskette gedacht, die i.d.R. ne mittelgroße, mitteltolle FHD-Glotze in nem Wohnzimmer bedeutet?

Sicher ist: Viele der analogen Produktionsketten (Cinemascope, etc.) gibt es heute nicht mehr, ebensowenig die damaligen Rezeptionsgewohnheiten. Gestern sah ich zufällig nochmal "Sand Pebbles" (dt: "Kanonenboot am Yangtse-Kiang") von Robert Wise. Nach wie vor ein gut gemachter Film mit intelligentem Subtext und tollen Schauspielern, aber junge Menschen würden völlig zu Recht schon nach fünf Minuten wegzappen. Leute, die tote Pferde reiten, sind ja irgendwie rührend, aber auch aus der Zeit gefallen.

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Antwort von macaw:

Jalue hat geschrieben:
Ich konnte den Link jetzt auf die Schnelle nicht finden, aber: Sorry, im Jahre 2023 fällt mir dafür echt kein Grund mehr ein, außer nostalgisch gefärbter Esoterik ("Entschleunigung") oder eben, um irgendeinen USP zu konstruieren (a la: "Bei uns werden die Steaks nicht auf Ceran-Kochfeldern gebraten, sondern noch auf nem echten Kanonenofen"). Mal ernsthaft, WAS KONKRET gewinnt man heute noch, wenn man analog dreht - also bis zum Ende der Verwertungskette gedacht, die i.d.R. ne mittelgroße, mitteltolle FHD-Glotze in nem Wohnzimmer bedeutet?

Sicher ist: Viele der analogen Produktionsketten (Cinemascope, etc.) gibt es heute nicht mehr, ebensowenig die damaligen Rezeptionsgewohnheiten. Gestern sah ich zufällig nochmal "Sand Pebbles" (dt: "Kanonenboot am Yangtse-Kiang") von Robert Wise. Nach wie vor ein gut gemachter Film mit intelligentem Subtext und tollen Schauspielern, aber junge Menschen würden völlig zu Recht schon nach fünf Minuten wegzappen. Leute, die tote Pferde reiten, sind ja irgendwie rührend, aber auch aus der Zeit gefallen.
Sehr guter Punkt bzgl. Rezeptionsgewohnheiten. Ich muss ehrlich zugeben, daß ich immer weniger Filme von früher anschauen kann, ohne über ziemlich hölzern und arg stilisierte Inhaltliche Schwachstellen zu stolpern. Aber daher kommen wir gleich zum Thema: Es wird ein einziger, winziger und mittlerweile völlig unbedeutender Aspekt (Filmkamera) des gesamten Produktionsprozesses genommen und daraus ein großer Einfluß auf das Ergebnis hergeleitet. Keiner von denen kommt aber auf die Idee, den Film selbst so zu produzieren, wie es "in der guten alten Zeit" gemacht wurde.
Es werden zwar alle möglichen oberflächlichen Elemente recycled, aber keiner würde z.B. Stranger Things für ein Produkt aus den 80er Jahren halten, dafür ist stilistisch einfach viel zu viel überholt, von ideologisch motivierten Manipulationen der heutigen Zeit ganz zu schweigen. Und eine ganz andere Sache: Warum hören die eigentlich immer beim Film auf? Warum benutzen die nicht hoffnungslos veraltete Arri BL 1 Kameras, olle Funkstrecken die dauernd ausfallen, Nagra Tonbandgeräte, unzuverlässige Funkschärfen der ersten Generation usw. usf. - wären die nämlich tatsächlich so konsequent wäre durchaus ein großer Einfluss auf das Ergebnis zu erwarten. Aber einen kompletten ultramodernen Filmapparat zu nutzen und nur eine einzige Komponente auszutauschen ist aus meiner Sicht total lächerlich.

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Antwort von cantsin:

macaw hat geschrieben:
Aber einen kompletten ultramodernen Filmapparat zu nutzen und nur eine einzige Komponente auszutauschen ist aus meiner Sicht total lächerlich.
Man kann's aber auch so sehen: Dass 35mm-Filmstocks (heute nur noch: Kodak Vision 50D, 200D und 500T) faktisch Sensoren sind, mit ihren eigenen Charakteristiken - genauso, als wenn man sich für eine bestimte Arri oder eine bestimmte RED wegen deren Sensoreigenschaften entscheidet.

Aus dieser Sicht ist chemischer Film ein Sensor, der anders auf Licht reagiert (= in den Spitzlichtern weicher abrollt/clippt, in den Schatten hingegen weniger Zeichnung hat), Farben z.T. anders wiedergibt und eine andere Rausch-/Korncharakteristik hat.

Und manchmal will man dann halt einen anderen/speziellen Sensor mit anderen Bildcharakteristiken.

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Antwort von MK:

Wird der Ton eigentlich auch analog aufgezeichnet? ;)

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Antwort von Darth Schneider:

No
Der Ton war schon digital beim Film, als noch fast alle ausschliesslich mit analogem Film gedreht haben.
Und die analoge Tonaufnahme bietet heute beim Film gar keine Vorteile mehr.

Das ist beim Bild aber nicht zwangsläufig das selbe.
Analoger Film hat immer noch Aspekte die digitaler Film noch nicht, beziehungsweise nur mit nem Spagat in Post hinkriegt.

Nämlich den analogen Filmlook….;)
Gruss Boris

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Antwort von MK:

"Darth Schneider" hat geschrieben:
Und die analoge Tonaufnahme bietet heute beim Film gar keine Vorteile mehr.
Dann vergleiche mal die Wärme einer auf Band bzw. Perfo erstellten Produktion mit einer digitalen...

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Antwort von Frank Glencairn:

MK hat geschrieben:


Dann vergleiche mal die Wärme einer auf Band bzw. Perfo erstellten Produktion mit einer digitalen...
Ich war ja nerdig (und bescheuert) genug die letzte CD mit meiner Band analog aufzunehmen, hat sich aber ehrlich gesagt nicht wirklich gelohnt - außer coole Fotos vom Tonstudio.

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Antwort von MK:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Ich war ja nerdig (und bescheuert) genug die letzte CD mit meiner Band analog aufzunehmen, hat sich aber ehrlich gesagt nicht wirklich gelohnt - außer coole Fotos vom Tonstudio.
Der Komfortverlust und dass man Vintage-Sound auch anders erreichen kann steht ja außer Frage. Analog Filmen, den Ton digital aufzeichnen und sowieso alles digital schneiden ist aber halt schon etwas inkonsequent.

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Antwort von pillepalle:

Ist eben ein anderer Workflow, aber deshalb nicht inkonsequent. Es geht ja nicht so sehr darum wie etwas präsentiert wird, sondern eher wie man zum Ergebnis kommt.

VG

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Antwort von MK:

Man kann auch digital Filmen, auf Film fazen und wieder einscannen... ist auch ein anderer Workflow. Um das zu diskutieren müsste man die Intention der Regisseure im Einzelfall dahinter kennen und hinterfragen was nach der digitalen Bearbeitung noch vom analogen Film übrig ist.

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Antwort von pillepalle:

@ MK

Viele Wege führen nach Rom. Aber das ist einfach nur eine Frage, welchen Workflow man bevorzugt. Beim Arbeiten mit Film hat man bereits nach der Entwicklung einen bestimmten Look, den man sich bei digitaler Aufnahme erst in der Post zurecht biegen muss. Da geht es nicht um besser oder schlechter, sondern wie man zu einem Ergebnis kommt. Ich kann die Gründe, warum man auch Film arbeiten möchte schon nachvollziehen.

Ich selber habe zwar nur im Fotobereich auf Film gearbeitet, aber es fällt schon auf, dass immer wenn mich jemand nach einem Bild-Look fragt, nach dem Motto:" Das soll genauso ausehen, wie dies oder das Foto von Dir.", es immer Bilder sind, die ich noch auf Film geschossen habe. Kann Zufall sein, kann auch daran liegen, dass es auf Film einfach gut aussah :)

VG

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Antwort von macaw:

Sorry, aber was am photochemischen Film so toll sein soll (und ja, ich habe gerade noch ein paar Musikvideos auf 16/S16 machen können bevor damals (Gottseidank) Schluss war mit Film) ist dann also, daß man in seinen Möglichkeiten eingeschränkt wird. Durch die Entwicklungen im digitalen Bereich wäre dann die Folgerung, daß ein Hersteller nur das hochqualitative Bild degradieren muss mit Grain, Halation, geringerem Latitude usw. und diese Leute würden das dann einsetzen? Das also, was Arri mit Arri Textures gestartet hat, nur in Handzahm? Die müssten nur noch aggressive Looks einführen, die das Bild wie ein 5219/5203 etc. kaputt machen und einmalig beschreibbare Codex Drives dazu verkaufen und die "Filmemacher" hätten neuen Marketing Bullshit für ihren albernen Film.

Ich gebe zu, ich bin recht hart mit meiner Kritik am Film, das hängt mit meinem Hintergrund zusammen. Ich musste mich trotz aller Vorteile davon Jahrelang mit MiniDV rumquälen (25 fps, mickrige Auflösung, kein DOF etc.), hatte dann wie gesagt ein paar 16mm Projekte um dann die Erlösung durch Band- und Filmloses "filmen" zu erleben und in all seinen Vorteilen nutzen zu können. Die totale Überhöhung eines primitiven Formats mitsamt Pseudoargumente kann ich daher nicht im Ansatz nachvollziehen, die vorgebrachten Gründe sind für mich nach wie vor höchstens u.a. Ausreden für fehlende Disziplin.

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Antwort von Darth Schneider:

Also deine Argumente kann ich so gesehen durchaus nachvollziehen.
Abgesehen davon:
Ich könnte mir ja gar nicht leisten nur mit Super16 und schon gar nicht mit 35mm Film regelmässig irgendwas zu filmen…;)
Gruss Boris

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Antwort von pillepalle:

Die Leute die auf Film drehen wissen meist recht genau was die wollen. Die 'Möglichkeiten' der digitalen Aufnahme braucht man ja nur, wenn man ganz bestimmte Techniken nutzen möchte.

Ist ja auch nicht so, dass diejenigen die auf Film drehen nicht auch digital drehen könnten, bzw es auch tun. Das Analoge ist nur eine zusätzliche Option die man hat.

VG

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Antwort von Darth Schneider:

Natürlich wissen der Nolan und Co ganz genau warum sie ihre Filme analog gefilmt haben wollen.
Ist ja wirklich gar nicht so das sie keine andere Wahl hätten.

So wie die meisten von uns diese Wahl gar nie haben werden.D
Gruss Boris

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Antwort von Frank Glencairn:

Falls jemand hier seine Retro Gefühle ausleben will - passend dazu kommt Kodak gerade wieder mal mit einer neuen Super 8 raus.
Wie oft haben die das jetzt schon seit 2016 mit diesem schrägen Teil versucht?
Kodak’s New Super 8 is a $5,495 Limited Edition Mashup of Film and Digital

The camera offers traditional Super 8 gate as well as 16:9 widescreen extended gate recording for “increased visual resolution.” Kodak says that using extended gate optimizes more capture area of the film strip and allows for an 11% larger image than traditional Super 8 cameras. Its 14:9 full-frame also allows the camera the flexibility to be cut in with other modern media capture formats and fill the frame of modern TV and video screens.

It even has HDMI out for those who might want to use an external monitor. Somewhat confusingly, though, it is charged not with USB-C but with a dated micro USB.

The new Super 8 uses an interchangeable C-mount lens and comes with a 6mm 1:1.2 optic. The company encourages users to “use any other C-mount prime lens or adapters to mount the lens of your choice” and to “experiment with vintage lenses for a retro feel.”
https://petapixel.com/2023/11/22/kodaks ... d-digital/


image_2023-11-22_221516884.png

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Antwort von Darth Schneider:

Mein Gott ist die Kamera aber hässlich.
Das merkt doch ein Blinder das sich sowas niemals zu dem Preis gut verkauft… ))
Wobei sympathisch finde ich das Kodak ein Objektiv mitliefert.

Aber das Ding ist doch definitiv einfach zu teuer für Super 8…
Gruss Boris

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Antwort von Frank Glencairn:

Ursprünglich (2016) sollte das Teil mal 2400,- kosten, was ich schon extrem steil fand, für das was es ist, aber ich bin ziemlich sicher, daß der Markt für eine S8 Kamera zu Ursa12K Preis eher extrem überschaubar sein wird, selbst unter Retro-Hipstern.

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Antwort von cantsin:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Ursprünglich (2016) sollte das Teil mal 2400,- kosten, was ich schon extrem steil fand, für das was es ist, aber ich bin ziemlich sicher, daß der Markt für eine S8 Kamera zu Ursa12K Preis eher extrem überschaubar sein wird, selbst unter Retro-Hipstern.
Das wird eine Verleihkamera. Super 8 wird noch immer gerne in Werbung, Musikvideos und z.T. auch Spielfilmproduktionen verwendet, und dann ist diese Kamera eine sichere Bank ggü. den sonst mindestens 40 Jahre alten Modellen.

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Antwort von Darth Schneider:

Denkst du das lohnt sich für den Verleih so was zu kaufen um die Cam dann jedes Jahr vielleicht einmal zu vermieten ?
Es gibt doch noch unzählige S8 Kameras im Gebrauchtmarkt.

Gruss Boris

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Antwort von Frank Glencairn:

cantsin hat geschrieben:


Das wird eine Verleihkamera. Super 8 wird noch immer gerne in Werbung, Musikvideos und z.T. auch Spielfilmproduktionen verwendet, und dann ist diese Kamera eine sichere Bank ggü. den sonst mindestens 40 Jahre alten Modellen.
Wie oft im Jahr weltweit 5 mal? 6 mal?

Ich seh da beim besten Willen keinen signifikanten Markt, zumal es mittlerweile ja auch noch super einfach ist, den Look in der Post zu generieren, bzw. gleich auf ner Handy-App.

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Antwort von cantsin:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
cantsin hat geschrieben:


Das wird eine Verleihkamera. Super 8 wird noch immer gerne in Werbung, Musikvideos und z.T. auch Spielfilmproduktionen verwendet, und dann ist diese Kamera eine sichere Bank ggü. den sonst mindestens 40 Jahre alten Modellen.
Wie oft im Jahr weltweit 5 mal? 6 mal?
Ich kenne hier in Den Haag einen Dienstleister (www.super8.nl), der knapp diese Zahl nur für den niederländischen Markt schafft, und bisher alte Beaulieus und Canons verleiht. In Hollywood/Burbank lebt Pro8mm ganz gut von diesem Geschäft. Neben den o.g. Werbe- und Musikvideofilmern gibt's übrigens noch eine ganze Mini-Industrie von (eher teuren) Hochzeitsfilmern, die auf Super 8 drehen.

Auch Blackmagic hat diese Nische auf dem Schirm, da deren Cintel-Scanner auch 8mm/Super 8-Gates hat und Resolve 16 und 18fps als Projekt-Frameraten unterstützt. Diese Framerates gibt's, abgesehen von alten Stummfilmen, nur bei Normal 8 (16fps) und Super 8 (18fps).

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Antwort von MK:

cantsin hat geschrieben:
Cintel-Scanner
Die Scans die ich bisher aus dem Ding hier hatte waren allerdings allesamt leider eher mittelmäßig...

/Edit: Gibt es dafür überhaupt mittlerweile ein 8mm Gate? Da sind immer noch nur 35 und 16mm gelistet.

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Antwort von macaw:

cantsin hat geschrieben:
Das wird eine Verleihkamera. Super 8 wird noch immer gerne in Werbung, Musikvideos und z.T. auch Spielfilmproduktionen verwendet, und dann ist diese Kamera eine sichere Bank ggü. den sonst mindestens 40 Jahre alten Modellen.
Das Ding sieht aus wie Spielzeug, allein die Tatsache, daß es nicht einmal einen wechselbaren Akku hat und dazu mini-Klinke für Ton und micro-USB um den internen (!) Akku in 3 Stunden (!!) zu laden schließt den Verleih quasi aus. Dazu ein minderwertiges Videobild, welches nicht einmal als Referenz aufgezeichnet werden kann und ein Bildstand wie zu Opa"s Zeiten tun ihr übriges. Kodak hat sich tatkräftig erneut zum Affen gemacht.

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Antwort von macaw:

"Darth Schneider" hat geschrieben:
Natürlich wissen der Nolan und Co ganz genau warum sie ihre Filme analog gefilmt haben wollen.
Ist ja wirklich gar nicht so das sie keine andere Wahl hätten.

So wie die meisten von uns diese Wahl gar nie haben werden.D
Gruss Boris
Bei Nolan und Co. gehört der ganze Quatsch zur Legendenbildung mit dazu. Er (Nolan) hat ja sogar behauptet daß Oppenheimer kein CGI hat, was evtl. stimmt, denn CGI = (3D) Computeranimation, aber dafür halt massig Compositings (Kombination "echter" Aufnahmen) - und zwar so viele, daß mindestens 164 VFX artists daran gearbeitet haben... Übrigens hat Tom Cruise ähnliches zu Top Gun 2 behauptet und wohlwollend verschwiegen, daß alle Kampfjets die im Film zu sehen sind zwar echt aufgenommen wurden, aber in Wahrheit andere und meist einzelne Flugzeuge waren, die dann durch CG Versionen ersetzt wurden. Wenn das die Runde macht, erweisen solche Filmemacher sich und allen anderen ein Bärendienst. Das ist dann Version 2.0 des Geschwafels von "wir haben alle Stunts selbst gemacht".

Am Ende ist ein sparsamer und effektiver Einsatz von visual effects zwar zu begrüßen, was dieser neue Pseudo-Realistische Ansatz soll verstehe ich nicht. Film ist eine alternative Fake-Realität. Da muss nichts echt sein, keiner ging auf die Barrikaden, weil das Dropship in Aliens nur ein kleines Modell, die Hoverboards in "Zurück in die Zukunft" gar nicht wirklich geflogen sind oder der T1000 in Terminator 2 nur realistisch aussah, wenn er seine Form änderte - aber es wirkte alles sehr echt bzw. PLAUSIBEL, für die Dauer des Films - und das ist doch das Ziel, egal auf welchem Weg.

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Antwort von Frank Glencairn:

Ich denke das - nennen wir es mal - "CGI Problem" besteht hauptsächlich aus folgenden Faktoren.

1. Zu viel (offensichtliche) CGI - meistens um die lausige Story durch vermeintliches Spektakel zu kaschieren.
2. Zu wenig Budget dafür
3. Katastrophal schlechte Planung und eine Reihe dummer, inkompetente Entscheidungen im Laufe der Produktion/Postproduktion strapazieren das Budget und den Zeitrahmen der Post Departments noch mehr über Gebühr, was zu noch schlechterem CGI und Pfusch führt.
4. Das Ganze sieht am Ende dann aus wie ein BorisFX Demo Reel.
5. Everybody looses.

Und ja, für dieses "historisch korrekt" Thema fehlt mir - und ich bin historisch extrem interessiert - jegliches Verständnis.
Hier geht's ja schließlich darum eine möglichst gute Geschichte zu erzählen und nicht um die Doktorarbeit eine Historikers.
Das Thema ist ja gerade wegen Napoleon wieder in aller Mund und jeder Depp und sein Bruder regen sich darüber auf, daß der Film nicht 100%ig historisch "korrekt" ist.

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Antwort von Darth Schneider:

Siehe der The Marvels Film.
Eine sehr teure Katastrophe, nicht zuletzt auch wegen zu viel unsinnigem Cgi.
Mal abgesehen vom sehr schlechten Drehbuch.
Gruss Boris

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Antwort von markusG:

pillepalle hat geschrieben:
Viele Wege führen nach Rom. Aber das ist einfach nur eine Frage, welchen Workflow man bevorzugt. Beim Arbeiten mit Film hat man bereits nach der Entwicklung einen bestimmten Look, den man sich bei digitaler Aufnahme erst in der Post zurecht biegen muss.
Das Ziel sollte ja maximale Kontrolle sein, wenn es nicht gerade ein Experimentalfilm ist. Und da war afaik die Diskussion selbst bereits da, ob open gate gefilmt und in der Post nachkadriert wurde, oder ob der Kameramann per se mit Gate gefilmt hat, um die alleinige Kontrolle um diesen Faktor zu haben. Stelle mir das bei der Verwendung von Film ähnlich vor - es ist eine Möglichkeit, die eigene Vision* "einzubacken", da gibt es dann am Ende keinen bzw weniger Spielraum (ähnlich scheint ja Arri Textures konzipiert zu sein). Welche Produktion würde denn die Freiheit aufgeben in der Post nachjustieren zu können.

Dann natürlich noch der Trend den harten, digitalen Look moderner Objektive zu brechen, sei es durch Filter oder Degradierung von Objektiven (zB Entfernung von Beschichtungen)...

*Drehbuchautoren können da ein Lied von singen

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Antwort von Darth Schneider:

Oder halt gleich mit analogem Film aufnehmen. Wenn man sich das leisten kann.
Dann entfällt schon mal der harte digitale Look und somit auch das Colorgrading.
Und die maximale Kontrolle hat man heute genau so.
Auch eine Möglichkeit.

Alle Wege führen nach Rom ;))
Gruss Boris

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Antwort von Jalue:

"Darth Schneider" hat geschrieben:
Oder halt gleich mit analogem Film aufnehmen. Wenn man sich das leisten kann.
Dann entfällt schon mal der harte digitale Look und somit auch das Colorgrading.
Öhem ... das habe ich aus meiner Zeit als "junger Hüpfer" aber anders in Erinnerung.
Farbkorrektur war ne große Sache, obwohl wir von unseren "Meisterwerken" aus Kostengründen
meist schon die Nullkopie eingesetzt haben :-) Zudem gab's auch damals schon wilde Debatten über den "Look" von Filmmaterial, Kodak vs.Fuji, normale Entwicklung vs. Bleichbadüberbrückung usw.

Mir geht's ähnlich wie MacCaw, vom Analogvideo kommend (Beta SP und Konsorten) emfpand ich das Arbeiten mit 16 oder 35 mm schon damals als vorsinnflutlich, umständlich und überteuert, aber es hatte eben eine qualitative Berechtigung. Spätestens mit HD-Video war jedoch klar, dass der Filmdrops bald gelutscht sein würde und ich weine der Ära auch keine Träne nach.

Wo du völlig Recht hast; man "muss es sich leisten" können, bzw."leisten wollen" und abgesehen von ein paar Nerds sind das eben v.a. "Regiepäpste" vom Schlage Nolans. So ähnlich, als wenn Meese oder Lüppertz beschließen würden, nur noch Farbe aus Trüffelmehl oder Goldstaub zu verwenden. Macht vielleicht optisch keinen großen Unterschied zum Zeugs aus der Tube, aber es adelt das Werk - und indirekt auch den Betrachter, kann er sich doch einbilden, etwas wirklich Exquisietes zu betrachten.

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Antwort von Darth Schneider:

Du hast schon recht, ich werde ja auch nicht mehr analog filmen.
Andererseits es geht nicht allen zwangsläufig nur um das Bild, also das Endergebnis.
Sondern ist gibt auch durchaus solche die mögen einfach tatsächlich immer noch den ganzen analogen Workflow.
Eben die Nerds;)
Das kann ich schon nachvollziehen.
Ist doch schön wenn einige das noch so machen, und das alte Knowhow nicht verloren geht.

Bisschen wie klassisches Ballett, das hat für mich schon längst auf der Bühne ausgedient. Fand ich schon voll altmodisch mit 12.D
Ist aber doch toll wenn es noch Leute gibt die das sehr gerne immer noch so machen wie vor 100 Jahren…;)))
Gruss Boris

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Antwort von Jalue:

"Darth Schneider" hat geschrieben:
Ist doch schön wenn einige das noch so machen, und das alte Knowhow nicht verloren geht.
Absolut, denn was ich durchaus vermisse: Den Mindset, der bei "Film"-Produktionen vorherrschte. Da sind die Euros (bzw. damals DM) ja schon beim Dreh buchstäblich durch die Arris gerieselt und entsprechend diszipliniert ist man an die Sache herangegangen: Erst ne Stellprobe, dann Durchlaufproben, dann wurde gedreht, und zwar allenfalls dreimal.

Heute scheint das "Staubsauger-Prinzip" zu dominieren, am besten nehmen 3-6 Kameras alles gleichzeitig auf, sogar im journalistischen Bereich oder bei preiswerten Corporate Videos. Ein Grund, warum ich Jobs als reiner Schnittredakteur inzwischen konsequent verweigere (habe keinen Bock, mich durch hunderte GB visuellen Durchfalls von "Nachwuchstalenten" zu fräsen) und möglicherweise auch ein Grund, warum manche Regisseure wieder auf Film drehen.

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Antwort von Rick SSon:

Dafür, dass hier alle so auf Film schimpfen sehe ich im Social Media Land bei gehypten creatorn aber ne ganze menge digitales voodoo, damit die sony am ende aussieht wie film.

Man könnte es eher als albern betrachten digital „clean“ aufzuzeichnen, nur um am ende mit 35 nodes und einer menge strom, der dafür durch die workstation fließen muss das bild zu degradieren.

Also da würde ich jederzeit lieber direkt in dem look aufzeichnen, den ich erreichen will.

und ja, dann kann man sich nicht nochmal alles 15x anders überlegen. Is aber egal, das is sowieso unprofessionell.

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Antwort von Rick SSon:

Jalue hat geschrieben:
"Darth Schneider" hat geschrieben:
Ist doch schön wenn einige das noch so machen, und das alte Knowhow nicht verloren geht.
Absolut, denn was ich durchaus vermisse: Den Mindset, der bei "Film"-Produktionen vorherrschte. Da sind die Euros (bzw. damals DM) ja schon beim Dreh buchstäblich durch die Arris gerieselt und entsprechend diszipliniert ist man an die Sache herangegangen: Erst ne Stellprobe, dann Durchlaufproben, dann wurde gedreht, und zwar allenfalls dreimal.

Heute scheint das "Staubsauger-Prinzip" zu dominieren, am besten nehmen 3-6 Kameras alles gleichzeitig auf, sogar im journalistischen Bereich oder bei preiswerten Corporate Videos. Ein Grund, warum ich Jobs als reiner Schnittredakteur inzwischen konsequent verweigere (habe keinen Bock, mich durch hunderte GB visuellen Durchfalls von "Nachwuchstalenten" zu fräsen) und möglicherweise auch ein Grund, warum manche Regisseure wieder auf Film drehen.
Ja, das Wort „Drehverhältnis“ kennt keiner mehr. Ich drehe in der Regel zwischen 2-3:1, selbst bei Events und kotze immer über die 300 clips von den anderen.

Aber das geht ganz klar aus dem Unvermögen hervor sich nicht entscheiden zu wollen und zu müssen. Man entscheidet nicht mehr, dass man etwas nicht braucht, man „nimmt das mal lieber mit“. Das es am Ende in der Post unnötig Geld kostet den Mist zu sichten, daran denkt irgendwie niemand.

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Antwort von Jalue:

"Rick SSon" hat geschrieben:
Aber das geht ganz klar aus dem Unvermögen hervor sich nicht entscheiden zu wollen und zu müssen. Man entscheidet nicht mehr, dass man etwas nicht braucht, man „nimmt das mal lieber mit“. Das es am Ende in der Post unnötig Geld kostet den Mist zu sichten, daran denkt irgendwie niemand.
Ich finde dieses Vorgehensweise nicht nur komplett unökonomisch (keine Ahnung, wann ich das letzte Mal einen Kollegen gesehen habe, der mit so etwas wie einem Script zum Dreh erschien - ich selbst mache das bei Filmen über drei Minuten routinemäßig, einfach weil es enorm Zeit spart), ich empfinde sie vor allem als zutiefst respektlos gegenüber dem Drehteam und den Kollegen in der Post.

Solche "KollegInnen" nehmen das aber gar nicht wahr, vielmehr sehen sie den fertigen Film, den X Ungenannte mühevoll aus der Materialmasse herausgefräst haben und dann ihren eigenen "possessory credit" (... eine Reportage von/ ein Film von ...). Die aus ihrer Sicht logische Schlussfolgerung lautet; "Wow, ich bin ja echt ein Ausnahmetalent", von daher und als -zugegebenermaßen steile- These: Vielleicht ist Drehen auf Film für manche Regisseure eine Art Notwehr, denn ich könnte mir denken, dass auch viele Schauspieler dem "einfach-draufhalten-Virus" mittlerweile erlegen sind.

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Antwort von MK:

"Rick SSon" hat geschrieben:
Ja, das Wort „Drehverhältnis“ kennt keiner mehr. Ich drehe in der Regel zwischen 2-3:1, selbst bei Events und kotze immer über die 300 clips von den anderen.
Kenne ich noch vom Trailerschnitt... das muss rein und das muss rein und das muss rein... wie lang soll der am Ende sein? 30 Sekunden... :D

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Antwort von macaw:

Der größte Witz ist allerdings, daß die am Set es trotz digitaler Aufzeichnung dennoch oft und immer öfter nicht schaffen ordentliche Aufnahmen zu machen. Ich habe Verständnis, daß denen oft die Zeit fehlt, aber mittlerweile ist das Qualitätsniveau bei manchen Projekten so niedrig daß ich mich frage, warum man den Dreh nicht einfach sein lässt oder wenigstens den Workload für die Crew reduziert. So kommt es mir in der Werbung permanent unter, daß ich den schlechteren Take von mehreren für die Postpro nutzen musste. Die Performance ist in dem gewünschten Take dann zwar vielleicht besser, aber die Aufnahme eine Katastrophe. Beispiele: Keine Tracking-Marker zu sehen, Crew spiegelt sich im zu bewerbenden Auto auf voller Breite, massiv verwackelte Kamera, rauschende Aufnahmen weil der ND-Filter drin war und man die ISO hochgesetzt hat usw. usf.

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Antwort von Frank Glencairn:

Ja, bei immer mehr Leuten frage ich mich, wie sie überhaupt an solche Jobs kommen - an der Kompetenz kanns jedenfalls nicht liegen.

Hab gerade die Post von ner National Geographics Docu hinter mir, wo ich mehr Schadensbegrenzung als Editing/Color gemacht habe.

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Antwort von iasi:

macaw hat geschrieben:
Der größte Witz ist allerdings, daß die am Set es trotz digitaler Aufzeichnung dennoch oft und immer öfter nicht schaffen ordentliche Aufnahmen zu machen. Ich habe Verständnis, daß denen oft die Zeit fehlt, aber mittlerweile ist das Qualitätsniveau bei manchen Projekten so niedrig daß ich mich frage, warum man den Dreh nicht einfach sein lässt oder wenigstens den Workload für die Crew reduziert. So kommt es mir in der Werbung permanent unter, daß ich den schlechteren Take von mehreren für die Postpro nutzen musste. Die Performance ist in dem gewünschten Take dann zwar vielleicht besser, aber die Aufnahme eine Katastrophe. Beispiele: Keine Tracking-Marker zu sehen, Crew spiegelt sich im zu bewerbenden Auto auf voller Breite, massiv verwackelte Kamera, rauschende Aufnahmen weil der ND-Filter drin war und man die ISO hochgesetzt hat usw. usf.
Aber die Crew war vollzählig am Set und jede Position konnte abgehakt werden. Und das Catering war sicherlich auch gut.
Dass dann wenig Zeit für die eigentliche Aufnahme bleibt, da das Budget nun mal begrenzt ist, führt dann leider zu Kompromissen bei der Qualität. ;):)

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Antwort von iasi:

Jalue hat geschrieben:
"Rick SSon" hat geschrieben:
Aber das geht ganz klar aus dem Unvermögen hervor sich nicht entscheiden zu wollen und zu müssen. Man entscheidet nicht mehr, dass man etwas nicht braucht, man „nimmt das mal lieber mit“. Das es am Ende in der Post unnötig Geld kostet den Mist zu sichten, daran denkt irgendwie niemand.
Ich finde dieses Vorgehensweise nicht nur komplett unökonomisch (keine Ahnung, wann ich das letzte Mal einen Kollegen gesehen habe, der mit so etwas wie einem Script zum Dreh erschien - ich selbst mache das bei Filmen über drei Minuten routinemäßig, einfach weil es enorm Zeit spart), ich empfinde sie vor allem als zutiefst respektlos gegenüber dem Drehteam und den Kollegen in der Post.

Solche "KollegInnen" nehmen das aber gar nicht wahr, vielmehr sehen sie den fertigen Film, den X Ungenannte mühevoll aus der Materialmasse herausgefräst haben und dann ihren eigenen "possessory credit" (... eine Reportage von/ ein Film von ...). Die aus ihrer Sicht logische Schlussfolgerung lautet; "Wow, ich bin ja echt ein Ausnahmetalent", von daher und als -zugegebenermaßen steile- These: Vielleicht ist Drehen auf Film für manche Regisseure eine Art Notwehr, denn ich könnte mir denken, dass auch viele Schauspieler dem "einfach-draufhalten-Virus" mittlerweile erlegen sind.
Der Zeitfaktor spielt hier stark hinein.
Der Zwang möglichst viel Material in möglichst kurzer Zeit zu schaffen.
Es schwingt immer die Angst mit, zu viel Zeit zu benötigen, wenn man eine Aufnahme ordentlich vorbereitet und mehrmals wiederholt, bis alles passt.

Da macht sich dann schnell das Gefühl breit, dass es genügen muss, wenn der Schauspieler seinen Text flüssig aufsagt. Das reicht dann schon, um den Take zu nehmen.

Bei der Budgetkalkulation wird von dieser Arbeitsweise ausgegangen, weshalb dann wirklich nicht das Geld und somit die Zeit vorhanden ist, um Qualität statt Quantität zu liefern.

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Antwort von macaw:

Das bescheuertste was ich je erlebt habe war, daß die Crew für einen Rewe-Spot (und das war ein richtig teurer Spot)
mir einen Fernseher aufgenommen hat um da Bilder reinzusetzen:
- sie haben aus unerfindlichen Gründen ein Kinderprogramm abgespielt, was die Aufgabe unnötig verkompliziert hat (das Bild strahlte Licht auf die Umgebung)
- der Take war 25 Minuten lang
- am Ende habe ich ein Standbild genommen :-D
- der Insert zum Take (Nachrichtensprecherin) wurde sinnloserweise auch - wie der Spot - mit einer Alexa aufgenommen, mit Anamorphoten, was das Keying übertrieben schwierig machte

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Antwort von Frank Glencairn:

Genau die Sorte hab ich oben gemeint.

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Antwort von roki100:

Leider gibt es in jeder Abteilung bescheurte Fälle oder Arbeitsweise (von der Planung bis zum Ende), mit dem Unterschied, dass Deutschland m.M. ein bisschen mehr speziell ist. ;)

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Antwort von iasi:

macaw hat geschrieben:

- der Insert zum Take (Nachrichtensprecherin) wurde sinnloserweise auch - wie der Spot - mit einer Alexa aufgenommen, mit Anamorphoten, ...
Ganz professionell und cinematisch

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