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Infoseite // Vintage Gläser - Glasfehler



Frage von ruessel:


Habe gerade ein altes Radionar (SCHNEIDER Kreuznach) von ca. 1930 zerlegt und fange an, die 3 Optikgläser unter der Leuchtlupe mit Wattestäbchen & Alkohol zu reinigen. Dabei dachte ich, das bestimmte Schmutz-Punkte wie festgeschweisst sind. Aber nein, das ist keine Verschmutzung, das sind einfach nur recht viele Luftblasen im Glas. (ja, sind wirklich Luftblasen, keine Verkittungsfehler)

War das früher in Optiken immer "normal"?

Ich habe gegoogelt und nur was über altes Zeiss DDR Glas gefunden, dort war das Spezialglas (hohe Brechung) nur aus der UDSSR erhältlich und entsprach nicht dem Glasstandard von Zeiss. Daher "verkaufte" man diese Glasfehler als Gütemerkmal. Hat da jemand weitere Infos? Links?

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Antwort von ruessel:

Habe noch weitere Glasfehler im Netz gefunden:


zum Bild


Nennt sich "Schneideritis" - irre was es alles gibt (außer Glaspilze in zig Varianten)
Schneideritis ist ein gemeinsamer Name für ein Objektivdefekt.
Bei vielen Objektiven - insbesondere bei Weitwinkelobjektiven - werden die Linsenränder zur Vermeidung von Streulicht mittels eines schwarzen Lacks geschwärzt.

Schneideritis bezeichnet helle punktförmige Fehlstellen innerhalb dieser "Schwärzung", die erst nach längerem Gebrauch entstehen.
Da diese in der Vergangenheit häufig bei Objektiven der Firma Jos. Schneider Optische Werke GmbH aufgetreten sind, wird dieser Defekt in Fachkreisen Schneideritis genannt.
Der Defekt tritt/trat aber auch bei Objektiven anderer Hersteller auf, bekannt sind z.B.

Canon
FDn 1:2/28 mm
Minolta
M-Rokkor 1:2,8/28 mm
AF 1:2/28 mm
Carl Zeiss
Jena Flektogon 1:4/50 mm

Die genaue Herkunft des Defekts ist (noch) unbekannt, es wird vermutet dass während der "Schwärzung" Fremdstoffe - z.B. eine ölige Substanz - "eingeschleppt" wurde, die in der nachfolgenden Qualitätskontrolle nicht auffallen konnte.
https://olypedia.de/index.php?title=Schneideritis

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Antwort von dosaris:

ruessel hat geschrieben:
...das ist keine Verschmutzung, das sind einfach nur recht viele Luftblasen im Glas.
(ja, sind wirklich Luftblasen, keine Verkittungsfehler)
ich erinnere mich an Kommentare von vor etlichen Jahrzehnten, dass Luftblasen im Glas kein Problem sondern ein Indiz für gute
Glasqualität darstellen. Weil dies nur in gegossenem Glas auftritt, nicht aber bei Pressglas.

Plausibel fand ich dies nie, das galt aber als akzeptierte/etablierte Logik.

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Antwort von ruessel:

Plausibel fand ich dies nie Nein, das sind für mich Glasfehler die auch möglichst vermieden werden sollten. Sonst hätten wir heute perfektes "Sprudelglas".....


https://encrypted-tbn0.gstatic.com/imag ... A&usqp=CAU

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Antwort von wabu:

Ich kann da dosaris nur beipflichten. Man hat uns gelehrt: das sind gute, schwere Gläser, die so etwas haben können - die "billigen" eben nicht.
Nun sind (besser: waren) einzelne(!) Luftblasen für die Bildwiedergabe kaum von Belang.
Allerdings ist dieses Gerede aus einer Zeit, wo 4x5'' als kleines Format galten.

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Antwort von ruessel:

Ich habe noch Hinweise gefunden.
Irgendwann begann man mit Plastiklinsen. Die waren Mist, hatten aber keine Luftblasen - da waren Luftblasen im Glas schon ein Hinweis auf "Qualität".

Habe gestern noch eine schöne Seite über altes Glas gefunden: https://www.architekturfotografie-frank ... fotografie
Einige dieser älteren Objektive stehen modernen Objektiven hinsichtlich der Bildqualität in nichts nach und sind oft sehr günstig zu haben. Bei Zoomobjektiven und auch bei Ultraweitwinkeln gab es in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte. Festbrennweiten oberhalb von 30 mm haben sich in den letzten Jahrzehnten, in Hinsicht auf ihrem Aufbau, aber kaum, teilweise sogar gar nicht verändert. Insbesondere Brennweiten von 40-90 mm erfuhren am wenigsten vom technischen Fortschritt. Meistens handelt es sich in diesem Brennweitenbereich nämlich um einfache symmetrische Objektivkonstruktionen. Die etwas älteren Zeiss Distagon- oder Planar Modelle finden sich zum Beispiel in der topaktuellen Zeiss Milvus-Serie vereinzelt, mit baugleichem Aufbau der Optik aber im neuen Gehäuse, wieder.

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Antwort von dosaris:

ruessel hat geschrieben:
Ich habe noch Hinweise gefunden.
Irgendwann begann man mit Plastiklinsen. Die waren Mist, hatten aber keine Luftblasen - da waren Luftblasen im Glas schon ein Hinweis auf "Qualität".
ich habe dies für mich so subsumiert:

Pressglaslinsen (mineralisch) waren optisch schlechter weil die für billige Objektive garnicht geschliffen wurden.
Da sind dann Objektive mit einzelnen kleinen Luftblasen in den geschliffenen Glaslinsen iA per saldo optisch besser.

Acrylglas-Linsen werden mW auch heutzutage noch verbaut, weil die einen deutlich höheren Brechungsindex liefern.
Und auch leichter sind.
Optisch können die gleichwertig sein, wenn die geschliffen sind.

Aber auch die billigsten Produktionslinien mit können mit ungeschliffenen Acrylglas-Glaslinsen bestückt sein.
Natürlich sind die dann wieder schlechter

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Antwort von ruessel:

Ich kenne die Plastiklinsen aus den 60er Jahren, wurden massiv in den Polaroid Land Kameras eingebaut. Nur die Landkameras mit vollen 100ter Nummern besitzen Glaslinsen. Selbst bei Polaroid mit seiner begrenzten Auflösung waren Glaslinsen deutlich im fertigen Bild zu erkennen - weil detailreicher und Kontrastreicher.

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