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Casting-Tipps für die Low Budget Produktion



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Newsmeldung von slashCAM:





Dieser Artikel war bei uns in Arbeit, als Corona die Notwendigkeit für Castings (nicht nur) im Low-Budget Filmbereich plötzlich implodieren ließ. Doch wer jetzt wieder mit einem eigenen Film loslegen will, könnte die folgenden Tipps vielleicht ganz praktisch finden...



Hier geht es zum slashCAM Artikel:
Ratgeber: Casting-Tipps für die Low Budget Produktion




Antwort von iasi:

Rückstellungsverträge bzw. Gewinnbeteiligungen und kleine Honorare sind nicht die einzigen Möglichkeiten.

Produktionsbeteiligung auf Basis der eingebrachten Leistungen sind aus meiner Sicht gerechter und ergeben auch ein höheres Budget, da dieses von allen Beteiligten aufgebracht wird.
Wer an Gage, Technik. Material, Finanzmitteln etc. insg. 5% des Gesamtbudgets einbringt, erhält 5% von allen Verwertungseinnahmen.
Zur Berechnung kann man sich z.B. an den Tarifgagen orientieren.
Dann bringt der/die Kameramann/-frau eben eine Wochengage von 3066€ als Anteil in das Produktionsbudget ein.
So wird dann aber eben aus Low Budget durchaus ein ordentliches Budget.
Bei einer Crew mit 10 Leuten und Wochengagen zwischen 1000 und 3000€ ist man bei 4 Wochen Drehzeit allein schon bei 80.000€, die als Gagen nur von der Crew eingebracht wurden.



Antwort von KallePeng:

Bei aller Bescheidenheit, vor allem Finanziell, ich lehne null Budget und low Budget ab.
Deshalb schwimme ich noch lange nicht in Aufträgen und kann mir so einen Kommentar leisten, aber eben genau, weil ich ihn mir nicht leisten kann, will ich, und das gilt für alle Beteilgten in meinen Projekten auch die Kohle vom Kunden, aka Auftraggeber sehen.
Man muß dem Kunden vermitteln, was seine Wünsche kosten, eine solide Kalkulation hinlegen oder den Arsch haben eine Produktion abzulehnen.
Den maximalen Kompromis habe ich einmal mit Berufseinsteigern, Schauspielern gemacht. Ich habe zwei Schauspieler Jobs im Forum einer Schauspielschule für 300.-€ Tagesgage ausgeschrieben. 3 Produktionstage. Lesen konnten das ca. 50 Schauspielstudenten, gemeldet hatten sich dann genau, nur die zwei, die ich brauchte um die Prod. zu realisieren.
Aber 2015 waren die 300.-€ bereits unter Tarif. Aber immer noch verdammt viel Kohle für Studenten.








Antwort von Drushba:

Beim Lohn sollte nicht vergessen werden, dass der gesetzliche Mindestlohn auch hier gilt. Darsteller können bei kommerziellen Produktionen nicht legal für umme arbeiten, das ist gegen das Gesetz. Als "kommerziell" gilt eine Produktion bereits, wenn sie gegen Eintritt irgendwo öffentlich aufgeführt wird und seis im angemieteten Kurhaus /Jugendclub oder bei einem Festival. Wird hier geprüft (und seis nur, weil man von einem Neider anonym verpfiffen wird), dann sind die Macher wegen Sozialversicherungstrugs dran - das wird teuer. Also Darsteller (und alle anderen weisungsgebundenen Gewerke) immer fest anstellen für die Drehtage bzw. die Dauer der Produktion, mindestens mit Mindestlohn + Sozialabgaben rechnen, dazu kommen KSK, Überstunden, gesetzliche Urlaubsansprüche, Berufsgenossenschaft etc. Wer sagt, dass sein Film nur ein kleiner Film wäre, dem sei gesagt, dass das auch jede Pommesbude mit ihren Mitarbeitern machen muss. Ist eben Gesetz und auch fair für die Darsteller. ;-)



Antwort von Jott:

Wer kann es sich denn leisten, ohne Bezahlung (oder nur gegen virtuelle Bezahlung nach Modell Iasi) vier Wochen quasi auszufallen? Es geht ja um einen echten Fulltime-Job, kein Hobbyprojekt abends und am Wochenende. Andere normal bezahlte Jobs in der Zeit ablehnen? Bestehende Kunden abwimmeln? Wie soll das gehen? Miete? Auto? Versicherungen? Rücklagen?

Geht doch nur, wenn man bei Mama wohnt und/oder wirklich keine bezahlten Jobs kriegt. Aber eigentlich will man doch fähige Leute mit Erfahrung? Hm. Widerspruch.

Übersehe ich etwas? Und ja, den möglichen Konflikt mit dem Gesetz gibt‘s auch noch beim - sorry - Schnorrermodell.

Ich habe noch nie Leute um unbezahlte Arbeit gebeten. Das gehört sich einfach nicht. Ich finde Schnorren peinlich. Auch Filmverleiher können ein Lied davon singen - wir brauchen Equipment, aber das ist ein No-Budget-Projekt, schluchz, heul, können wir nicht ...

Dann doch lieber das tolle No-Budget-Projekt im Kern als One-Man-Show planen, die außer Selbstausbeutung wirklich nichts kostet. Nach Iasi-Theorie geht das ja ganz gut (mit raw muss man bei Licht setzen, man macht sowieso alles in der Post).



Antwort von iasi:

KallePeng hat geschrieben:
Bei aller Bescheidenheit, vor allem Finanziell, ich lehne null Budget und low Budget ab.
Deshalb schwimme ich noch lange nicht in Aufträgen und kann mir so einen Kommentar leisten, aber eben genau, weil ich ihn mir nicht leisten kann, will ich, und das gilt für alle Beteilgten in meinen Projekten auch die Kohle vom Kunden, aka Auftraggeber sehen.
Man muß dem Kunden vermitteln, was seine Wünsche kosten, eine solide Kalkulation hinlegen oder den Arsch haben eine Produktion abzulehnen.
Den maximalen Kompromis habe ich einmal mit Berufseinsteigern, Schauspielern gemacht. Ich habe zwei Schauspieler Jobs im Forum einer Schauspielschule für 300.-€ Tagesgage ausgeschrieben. 3 Produktionstage. Lesen konnten das ca. 50 Schauspielstudenten, gemeldet hatten sich dann genau, nur die zwei, die ich brauchte um die Prod. zu realisieren.
Aber 2015 waren die 300.-€ bereits unter Tarif. Aber immer noch verdammt viel Kohle für Studenten.
Wenn man Lieferant dessen sein will, was andere bestellen, dann sollte man auch nach Tarif bezahlen. Es ist ja nicht das eigene Geld, das man einsetzt.

Aber es ist dann eben auch der Unterschied zwischen einem Maler und einem Maler.



Antwort von iasi:

Jott hat geschrieben:
Wer kann es sich denn leisten, ohne Bezahlung (oder nur gegen virtuelle Bezahlung nach Modell Iasi) vier Wochen quasi auszufallen? Es geht ja um einen echten Fulltime-Job, kein Hobbyprojekt abends und am Wochenende. Andere normal bezahlte Jobs in der Zeit ablehnen? Bestehende Kunden abwimmeln? Wie soll das gehen? Miete? Auto? Versicherungen? Rücklagen?

Geht doch nur, wenn man bei Mama wohnt und/oder wirklich keine bezahlten Jobs kriegt. Aber eigentlich will man doch fähige Leute mit Erfahrung? Hm. Widerspruch.

Übersehe ich etwas? Und ja, den möglichen Konflikt mit dem Gesetz gibt‘s auch noch beim - sorry - Schnorrermodell.

Ich habe noch nie Leute um unbezahlte Arbeit gebeten. Das gehört sich einfach nicht. Ich finde Schnorren peinlich. Auch Filmverleiher können ein Lied davon singen - wir brauchen Equipment, aber das ist ein No-Budget-Projekt, schluchz, heul, können wir nicht ...

Dann doch lieber das tolle No-Budget-Projekt im Kern als One-Man-Show planen, die außer Selbstausbeutung wirklich nichts kostet. Nach Iasi-Theorie geht das ja ganz gut (mit raw muss man bei Licht setzen, man macht sowieso alles in der Post).
Nun - wenn man auf Nummer Sicher gehen will und kein Vertrauen in sein Projekt hat, sucht man natürlich nach den Kunden oder "Produzenten", denen man dann liefert, was sie wollen.

Wenn sich hingegen alle Beteiligten zu einer gemeinsamen Produktion zusammentun, schnorrt niemand. Es setzt dann eben bei allen einen echten Unternehmergeist voraus.

Ein Auftragsknecht, der von der Hand in den Mund lebt, wird dies natürlich nicht wagen.
Jott filmt eben die Videos herunter, die andere bei ihm bestellen, damit er Miete und Auto bezahlen kann. Er ist ein Handwerker, den man anheuert, um die Wände in der Farbe zu streichen, die der Kunde möchte. Und er tut dies dann selbst dann, wenn er die Farben schrecklich grell findet - denn schließlich ist er ein Profi und verdient damit das Geld für seinen Lebensunterhalt.

Leute, die gemeinsam das Risiko eingehen, etwas zu produzieren, von dem sie überzeugt sind und mit dessen Verwertungserlösen sie rechnen, sind dann alle Unternehmen und eben keine Lohnknechte.



Antwort von iasi:

Drushba hat geschrieben:
Beim Lohn sollte nicht vergessen werden, dass der gesetzliche Mindestlohn auch hier gilt. Darsteller können bei kommerziellen Produktionen nicht legal für umme arbeiten, das ist gegen das Gesetz. Als "kommerziell" gilt eine Produktion bereits, wenn sie gegen Eintritt irgendwo öffentlich aufgeführt wird und seis im angemieteten Kurhaus /Jugendclub oder bei einem Festival. Wird hier geprüft (und seis nur, weil man von einem Neider anonym verpfiffen wird), dann sind die Macher wegen Sozialversicherungstrugs dran - das wird teuer. Also Darsteller (und alle anderen weisungsgebundenen Gewerke) immer fest anstellen für die Drehtage bzw. die Dauer der Produktion, mindestens mit Mindestlohn + Sozialabgaben rechnen, dazu kommen KSK, Überstunden, gesetzliche Urlaubsansprüche, Berufsgenossenschaft etc. Wer sagt, dass sein Film nur ein kleiner Film wäre, dem sei gesagt, dass das auch jede Pommesbude mit ihren Mitarbeitern machen muss. Ist eben Gesetz und auch fair für die Darsteller. ;-)
Wenn es kein Angestelltenverhältnis sondern nur Teilhaberschaft am Unternehmen gibt, dann gibt"s auch keinen Lohn.
"Der Macher", "der Produzent", "der Kunde, der bestellt" ... das ist die falsche Denkweise.
Wenn die Crew und die Darsteller Anteilseigner am Produktionsunternehmen sind, dann sind alle Macher und niemand Lohnempfänger.
Firmenanteile kann man auch durch Leistungen und das Einbringen von Gerätschaften erwerben.

Übrigens:
Gerade die Darsteller sind doch immer die Angeschmierten, bei deren Gagen man spart, da es keine Tariflöhne gibt.

Wer als Darsteller von einer Rolle und einem Drehbuch überzeugt ist, der wagt Einsatz von Zeit und Arbeit in der Erwartung, dass der Film Verwertungserlöse erzielt, an denen er dann prozentual beteiligt ist.
Hat der Darsteller keine Festanstellung, dann macht es für seinen Lebensunterhalt keinen Unterschied, ob er nun 4 Wochen am Mittelmeer in einem Hotel sitzt oder diese 4 Wochen an Drehorten verbringt, wo er an einem Film mitarbeitet, an dem er auch finanziell beteiligt ist. Dieser unternehmerische Einsatz lohnt sich, sobald der fertige Film dann Verwertungserlöse erzielt.



Antwort von prime:

Hört sich toll an in der Theorie, stell ich mir für kreative Unterfangen aber eher schwer vor in der Realität. Was ist wenn man kein Bock mehr hat am Unternehmen? Kann man einfach aussteigen und seinen Beitrag zurückziehen? Ihr dürft meine Tonschnipsel nicht mehr verwenden, ätsch bätsch. Hat der Kabelschlepper genauso viel zu sagen wie der DoP. Den Make-Up Künstler gefällt die Piano Musik überhaupt nicht, kann der ein Veto einlegen? Und und und...

Gibt schon nen Grund warum man "für Geld knechten lässt", der Maler muss die Farbe nicht mögen, dafür wird der auch nicht bezahlt, sonder für handwerklich ordentliche gemachte Arbeit.



Antwort von Frank Glencairn:

prime hat geschrieben:
Hört sich toll an in der Theorie, stell ich mir für kreative Unterfangen aber eher schwer vor in der Realität.
So theoretisch ist das gar nicht, im Gegenteil. Gerade im low Budget Bereich wird das relativ oft gemacht - was glaubst du wie die ellenlangen Listen von Produzenten zu Stande kommen.



Antwort von -paleface-:

Rückstellungsverträge und Anteile am Film find ich immer schwer wenn man selber nur in der zweiten Reihe spielt.

Nach einem Jahr weis doch niemand was der Film gerade wo wie was eingespielt hat. Das weiß nur der der den Film besitzt.

Und ob der das korrekt macht....das weiß niemand.

Daher bin ich auch immer für direkt ne Summe ausmachen und diese bezahlen.



Antwort von dienstag_01:

Da das Geldthema mal wieder das wichtigste zu sein scheint, 2 Dinge:
Alles, was der Kunde beauftragt, wird von diesem auch bezahlt. Auch alle Schauspielerinnen. Logisch.
Alles, was unabhängig von Kunden aus eigenem Antrieb produziert wird, unterliegt dieser Regel nicht. Das kann zu einer leidvollen Erfahrung werden oder einer ganz tollen.
So ist das nun mal. Im Leben.








Antwort von iasi:

prime hat geschrieben:
Hört sich toll an in der Theorie, stell ich mir für kreative Unterfangen aber eher schwer vor in der Realität. Was ist wenn man kein Bock mehr hat am Unternehmen? Kann man einfach aussteigen und seinen Beitrag zurückziehen? Ihr dürft meine Tonschnipsel nicht mehr verwenden, ätsch bätsch. Hat der Kabelschlepper genauso viel zu sagen wie der DoP. Den Make-Up Künstler gefällt die Piano Musik überhaupt nicht, kann der ein Veto einlegen? Und und und...

Gibt schon nen Grund warum man "für Geld knechten lässt", der Maler muss die Farbe nicht mögen, dafür wird der auch nicht bezahlt, sonder für handwerklich ordentliche gemachte Arbeit.
Vertragliche Regelungen gibt es natürlich.
Ebenso, wie der Kabelschlepper seinen festgelegten Anteil an den Verwertungseinnahmen (nicht nur vom Gewinn) erhält, ebenso ist er verpflichtet, seinen "Auftrag" zu Ende zu führen. Es ist zudem auch in seinem eigenen Interesse, denn nur die Fertigstellungen des Films verspricht Einnahmen.



Antwort von dienstag_01:

dienstag_01 hat geschrieben:
Da das Geldthema mal wieder das wichtigste zu sein scheint, 2 Dinge:
Alles, was der Kunde beauftragt, wird von diesem auch bezahlt. Auch alle Schauspielerinnen. Logisch.
Alles, was unabhängig von Kundinnen aus eigenem Antrieb produziert wird, unterliegt dieser Regel nicht. Das kann zu einer leidvollen Erfahrung werden. Oder eine ganz tollen.
So ist das nun mal. Im Leben.




Antwort von dienstag_01:

dienstag_01 hat geschrieben:
Da das Geldthema mal wieder das wichtigste zu sein scheint, 2 Dinge:
Alles, was der Kunde beauftragt, wird von diesem auch bezahlt. Auch alle Schauspielerinnen. Logisch.
Alles, was unabhängig von Kundinnen aus eigenem Antrieb produziert wird, unterliegt dieser Regel nicht. Das kann zu einer leidvollen Erfahrung werden. Oder eine ganz tollen.
So ist das nun mal. Im Leben.




Antwort von Frank Glencairn:

-paleface- hat geschrieben:

Daher bin ich auch immer für direkt ne Summe ausmachen und diese bezahlen.
Da bin ich prinzipiell bei dir, das bedeutet dann aber auch,
daß viele Produktionen einfach gar nicht erst stattfinden - sprich du bekommst ebenfalls nix, nicht mal ne Chance.

Ich denke die Idee, daß sich Leute zusammentun und sagen, wir machen das jetzt mal einfach so, jeder bringt sich ein wie und wo er kann,
und dann schauen wir mal was dabei raus kommt, muss auf jeden Fall eine Option sein und bleiben - wird ja niemand gezwungen mitzumachen.

Wie viel Zeug hab ich schon mitgemacht, wo von Anfang an eigentlich klar war - da kommt finanziell nie was bei rüber - aber das Thema war interessant, das Script, oder sonst was, das mich gereizt hat, und sei es nur die Gelegenheit was ungewöhnliches für's Demoreel zu drehen.

Bisher hab ich nix davon bereut.
Meistens ne Menge coole Leute kennengelernt (die ab und zu auch mal in meiner Crew landen), Beziehungen geknüpft, Sachen ausprobiert, neues gelernt etc.



Antwort von iasi:

dienstag_01 hat geschrieben:
Da das Geldthema mal wieder das wichtigste zu sein scheint, 2 Dinge:
Alles, was der Kunde beauftragt, wird von diesem auch bezahlt. Auch alle Schauspieler. Logisch.
Alles, was unabhängig von Kunden aus eigenem Antrieb produziert wird, unterliegt dieser Regel nicht. Das kann zu einer leidvollen Erfahrung werden. Oder eine ganz tollen.
So ist das nun mal.
Der Kunde.

Es gibt auch Unternehmer.

Vom Kunden erhält man für den fertigen Film 12.000€ Gage für 4 Wochen Dreh - ganz gleich, ob der Kunde den Film für 2.000.000€ an einen Streamingdienst verkauft oder erfolgreich im Kino auswertet sowie durch Senderechte und DVD-Verkäufe Geld einnimmt. Und auch unabhängig davon, ob man es für Schrott hält, was der Kunde da verfilmen will.

Ist man an dem Filmbudet mit diesen 12.000€ beteiligt, was z.B. 2% ausmacht, dann bekommt man immerhin 40.000€ von den 2 Mio.€.

Und da der Kunde die freie Wahl hat, bekommt vielleicht ein anderer und eben nicht du den Job.
Oder der Kunde bekommt das Budget nicht zusammen und der Film wird gar nicht gedreht.



Antwort von iasi:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:

Ich denke die Idee, daß sich Leute zusammentun und sagen, wir machen das jetzt mal einfach so, jeder bringt sich ein wie und wo er kann,
und dann schauen wir mal was dabei raus kommt, muss auf jeden Fall eine Option sein und bleiben - wird ja niemand gezwungen mitzumachen.
Macht man es planvoll und zielgerichtet, dann ist der Ertrag in mehrerlei Hinsicht größer, als bei einem Job für einen Kunden.

Man muss eben einen Film machen, von dessen Verwertungschancen man auch überzeugt ist, und in den man auch bereit den notwendigen Einsatz zu bringen.
Wer es als Freizeitbeschäftigung oder Sprungbrett betrachtet, geht die Sache falsch an.



Antwort von dienstag_01:

iasi hat geschrieben:
"Frank Glencairn" hat geschrieben:

Ich denke die Idee, daß sich Leute zusammentun und sagen, wir machen das jetzt mal einfach so, jeder bringt sich ein wie und wo er kann,
und dann schauen wir mal was dabei raus kommt, muss auf jeden Fall eine Option sein und bleiben - wird ja niemand gezwungen mitzumachen.
Macht man es planvoll und zielgerichtet, dann ist der Ertrag in mehrerlei Hinsicht größer, als bei einem Job für einen Kunden.

Man muss eben einen Film machen, von dessen Verwertungschancen man auch überzeugt ist, und in den man auch bereit den notwendigen Einsatz zu bringen.
Wer es als Freizeitbeschäftigung oder Sprungbrett betrachtet, geht die Sache falsch an.
Du hast da wohl eigene Erfahrung?
Oder möchtest du eigene Erfahrung haben?
Wäre interessant zu wissen.



Antwort von Jott:

" Jott filmt eben die Videos herunter, die andere bei ihm bestellen, damit er Miete und Auto bezahlen kann. Er ist ein Handwerker, den man anheuert"

Nein iasi, der Jott ist Produzent und alles andere als ein Handwerker. Der Jott bezahlt feste und freie Mitarbeiter überdurchschnittlich gut, hat damit verlässliche Könner am Start, kann obendrein rechnen, alle leben gut bis sehr gut und sind happy.

Dein Modell, Iasi, setzt auf jeden Fall voraus, dass die gesamte Crew nichts besseres zu tun hat und obendrein auf zeitnahe Einnahmen für ihre Arbeit verzichten kann. Fies ausgedrückt: bereit zu zocken. Wenn Frank aus Spaß irgendwo pro bono mitmacht, dann ja wohl trotzdem nicht vier Wochen lang mit vertraglicher Verpflichtung. Oder?

Wer sich Idealismus leisten kann, zeitlich wie finanziell, nur zu. Wenn du das mal für deine Spielfilmpläne in die Praxis umsetzt und nicht nur wie seit vielen Jahren hier theoretisch fabulierst, dann berichte gerne!



Antwort von iasi:

dienstag_01 hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:


Macht man es planvoll und zielgerichtet, dann ist der Ertrag in mehrerlei Hinsicht größer, als bei einem Job für einen Kunden.

Man muss eben einen Film machen, von dessen Verwertungschancen man auch überzeugt ist, und in den man auch bereit den notwendigen Einsatz zu bringen.
Wer es als Freizeitbeschäftigung oder Sprungbrett betrachtet, geht die Sache falsch an.
Du hast da wohl eigene Erfahrung?
Oder möchtest du eigene Erfahrung haben?
Wäre interessant zu wissen.
Ich bereite ein solches Projekt vor.
Das braucht Zeit.
Jemand muss ja die Vorarbeit leisten.








Antwort von dienstag_01:

iasi hat geschrieben:
dienstag_01 hat geschrieben:

Du hast da wohl eigene Erfahrung?
Oder möchtest du eigene Erfahrung haben?
Wäre interessant zu wissen.
Ich bereite ein solches Projekt vor.
Das braucht Zeit.
Jemand muss ja die Vorarbeit leisten.
Ist das noch das Spielfilmprojekt, welches du hier schon beschrieben hattest?



Antwort von iasi:

Jott hat geschrieben:
" Jott filmt eben die Videos herunter, die andere bei ihm bestellen, damit er Miete und Auto bezahlen kann. Er ist ein Handwerker, den man anheuert"

Nein iasi, der Jott ist Produzent und alles andere als ein Handwerker. Der Jott bezahlt feste und freie Mitarbeiter überdurchschnittlich gut, hat damit verlässliche Könner am Start, kann obendrein rechnen, alle leben gut bis sehr gut und sind happy.

Dein Modell, Iasi, setzt auf jeden Fall voraus, dass die gesamte Crew nichts besseres zu tun hat und obendrein auf zeitnahe Einnahmen für ihre Arbeit verzichten kann. Fies ausgedrückt: bereit zu zocken. Wenn Frank aus Spaß irgendwo pro bono mitmacht, dann ja wohl trotzdem nicht vier Wochen lang mit vertraglicher Verpflichtung. Oder?

Wer sich Idealismus leisten kann, zeitlich wie finanziell, nur zu. Wenn du das mal in die Praxis umsetzt und nicht nur wie seit vielen Jahren hier theoretisch fabulierst, dann berichte gerne!
Idealismus ist nicht der richtige Antrieb für einen Unternehmer.

Und Leute, die materielle Sicherheit suchen und unternehmerisches Risiko fürchten, bewerben sich um Anstellungen und/oder werben für Kundenaufträge.

Da ist der Unternehmer, der die Produktion von industriellen Waagen beginnt.
Da sind die Angestellten, die die Waagen fertigen.
Da ist der Auftragsfertiger, der die Wägezellen nach Vorgaben verkabelt und liefert.



Antwort von iasi:

dienstag_01 hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:


Ich bereite ein solches Projekt vor.
Das braucht Zeit.
Jemand muss ja die Vorarbeit leisten.
Ist das noch das Spielfilmprojekt, welches du hier schon beschrieben hattest?
Nein.
Es ist ein anderes Spielfilmprojekt, denn die Thematik verlangt immer auch nach einer gewissen Aktualität.

Es hilft dem Verwertungserfolg, wenn man den "Zeitgeist" trifft. :)



Antwort von Drushba:

iasi hat geschrieben:
Man muss eben einen Film machen, von dessen Verwertungschancen man auch überzeugt ist, und in den man auch bereit den notwendigen Einsatz zu bringen.
Wer es als Freizeitbeschäftigung oder Sprungbrett betrachtet, geht die Sache falsch an.
Ich finde, man kann durchaus einen kleinen Film machen, weil man den schön findet oder einfach nur Lust am Machen hat. Drum gehe ich gern auf Kurzfilmfestivals - da sind wirklich witzige und/oder poetische kleine Meisterwerke zu finden. Ein durchschnittlicher Kurzfilmblock auf dem "Achtung Berlin" unterhält mich gefühlt mehr, als die letzten 20 von mir gesehenen deutschen Kinoproduktionen zusammen. Verwertungschancen von Kurzfilmen jenseits der Festivals, oder der fast nie stattfindenden Ankäufe durch Arte, laufen dagegen meist unter Null.

Kurzfilme kann mensch ja durchaus im Rahmen einer GbR drehen, d.h. alle sind gleichberechtigte Produzenten, wie Frank das richtig beschreibt. Allerdings sollte das vertraglich wasserdicht fixiert werden (allein schon als Nachweis fürs Finanzamt) und es haften dann auch alle gemeinsam, wenn irgendwer dagegen klagt, weil er als Komparse, Beleuchter oder Fahrer nicht einbezogen wurde - denen steht dann der gesetzliche Mindestlohn, Rentenanteil etc. zu und der Staat will die Sozialabgaben auf den Mindestlohn. Darum sollte alles dokumentiert und eben die GbR auch als Gewerbe angemeldet bzw. nach Drehschluss auch wieder aufgelöst werden. Wenn der Film dann verwertet wird, eben im Rahmen einer Gesamthandsgemeinschaft o.ä.

Ist beim Imagefilm übrigens das selbe Prinzip: Wird von aussen jemand geheuert, weil er als Darsteller benötigt wird, muss er dafür angestellt und bei der Lohnsteuer angemeldet werden etc. Ebenso Komparsen, Kamerassistenten, Beleuchter, und eben alle Weisungsgebundenen. Macht fast keiner, aber bei der Betriebsprüfung kann es dann dicke Nachzahlungen geben. Just for the records. ;-)



Antwort von dienstag_01:

iasi hat geschrieben:
dienstag_01 hat geschrieben:

Ist das noch das Spielfilmprojekt, welches du hier schon beschrieben hattest?
Nein.
Es ist ein anderes Spielfilmprojekt, denn die Thematik verlangt immer auch nach einer gewissen Aktualität.

Es hilft dem Verwertungserfolg, wenn man den "Zeitgeist" trifft. :)
Dafür, dass du keine Erfahrung hast, hantierst du hier aber mit ganz schönen Summen.
Das irritiert.



Antwort von Jott:

iasi hat geschrieben:
dienstag_01 hat geschrieben:

Ist das noch das Spielfilmprojekt, welches du hier schon beschrieben hattest?
Nein.
Es ist ein anderes Spielfilmprojekt
Das alte Projekt ist woran gescheitert? Keine Leute gefunden, die das nach deinen Vorgaben mitmachen? Zuschlagende Realität?



Antwort von Funless:

Ein Film ist zuallererst ein Produkt.

Und wie bei jedem anderen Produkt auch, kostet die Herstellung des Produkts "Film" nun mal Geld.

Zudem ist es beim Produkt "Film" allerdings so, dass dieses Produkt nach Herstellung nicht an die Kunden verkauft wird damit diese es nach belieben nutzen können so wie bei einer Waage oder einem Auto, sondern dieses Produkt wird lizensiert an Lizenznehmer welche wiederum i.d.R. dieses Produkt an den Kunden (also die Zuschauer) gegen Bezahlung als Dienstleistung anbieten. Der Film selbst bleibt allerdings ein Produkt, er ist keine Dienstleistung im eigentlichen Sinne.

iasis Gemeinschaftsproduktionsmodell könnte man machen (vorausgesetzt ein exzellenter Jurist verfasst die Formulare und Verträge wasserdicht) doch hakt dieses Modell allerdings nach Ende der postproduktion. Denn wie soll das fertig gestellte Produkt (der Film) den Kunden (Zuschauer) zugänglich gemacht werden? Wie soll der Kunde (die Zuschauer) auf die Existenz des Produkts aufmerksam gemacht werden?

Heißt es müssten weitere Kosten für Marketing, Vertrieb, Verleih, Lizenzmodelle, etc. getätigt werden. Wer trägt diese Kosten in diesem Gemeinschaftsmodell? Soll also der Beleuchter, der DoP, der Komparse, die Darsteller, etc. neben ihrer Arbeitskraft und eingebrachten Eigentum an Equipment auch Geld in eine Gemeinschaftskasse zahlen um diese o.g. Kosten zu tragen oder von woher soll das Geld dafür kommen?

Spätestens hier sieht man, dass das gängige Modell des "Produzenten" über das iasi so verächtlich lächelt ja nicht von ungefähr oder aus Spaß an der Freude kommt.



Antwort von iasi:

Jott hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:


Nein.
Es ist ein anderes Spielfilmprojekt
Das alte Projekt ist woran gescheitert? Keine Leute gefunden, die das nach deinen Vorgaben mitmachen? Zuschlagende Realität?
Nein. Da ist nichts gescheitert. Das Projekt mit IS-Thematik war einfach nicht zeitnah genug zu verwirklichen, weshalb ich nun umgeschwenkt bin.
Casting und Zusammenstellen der Crew beginne ich erst, wenn die Vorarbeiten gründlich erledigt sind.
Die Drehzeit macht bei einem Filmprojekt den kleinsten Teil der Poduktionszeit aus.



Antwort von iasi:

Funless hat geschrieben:
Ein Film ist zuallererst ein Produkt.

Und wie bei jedem anderen Produkt auch, kostet die Herstellung des Produkts "Film" nun mal Geld.

Zudem ist es beim Produkt "Film" allerdings so, dass dieses Produkt nach Herstellung nicht an die Kunden verkauft wird damit diese es nach belieben nutzen können so wie bei einer Waage oder einem Auto, sondern dieses Produkt wird lizensiert an Lizenznehmer welche wiederum i.d.R. dieses Produkt an den Kunden (also die Zuschauer) gegen Bezahlung als Dienstleistung anbieten. Der Film selbst bleibt allerdings ein Produkt, er ist keine Dienstleistung im eigentlichen Sinne.

iasis Gemeinschaftsproduktionsmodell könnte man machen (vorausgesetzt ein exzellenter Jurist verfasst die Formulare und Verträge wasserdicht) doch hakt dieses Modell allerdings nach Ende der postproduktion. Denn wie soll das fertig gestellte Produkt (der Film) den Kunden (Zuschauer) zugänglich gemacht werden? Wie soll der Kunde (die Zuschauer) auf die Existenz des Produkts aufmerksam gemacht werden?

Heißt es müssten weitere Kosten für Marketing, Vertrieb, Verleih, Lizenzmodelle, etc. getätigt werden. Wer trägt diese Kosten in diesem Gemeinschaftsmodell? Soll also der Beleuchter, der DoP, der Komparse, die Darsteller, etc. neben ihrer Arbeitskraft und eingebrachten Eigentum an Equipment auch Geld in eine Gemeinschaftskasse zahlen um diese o.g. Kosten zu tragen oder von woher soll das Geld dafür kommen?

Spätestens hier sieht man, dass das gängige Modell des "Produzenten" über das iasi so verächtlich lächelt ja nicht von ungefähr oder aus Spaß an der Freude kommt.
Eine Filmproduktion beinhaltet auch die Verwertungsbemühungen. Dass die Darsteller z.B. die Werbetrommel für einen Film rühren, ist keine Ausnahme und nicht nur Teil des Vertrags, sondern auch in ihrem eigenen Interesse.

Wer für den Vertrieb des Filmes arbeitet, unterscheidet sich nicht vom Beleuchter, Darsteller oder Cutter und verdient sich ebenso seinen Anteil am Film und den Verwertungserlösen.

Man muss einen Film zudem auch nicht im Eigenverleih herausbringen.








Antwort von Funless:

Wie viele Menschen glaubst du denn werden erreicht wenn nur die Darsteller oder meinetwegen auch alle anderen aus der Crew die Werbetrommel für den Film selber rühren als wenn es zum Vergleich eine professionelle Marketing Agentur machen würde?

Es müssten ja bei den Darstellern schon Superstars sein die auf Instagram etc. mindestens mehrere 100K Follower haben damit überhaupt wenigstens der Hauch einer Erreichbarkeit entsteht.

Und was den Fremdverleih betrifft, ist dir doch schon klar, dass dann Rechte an den Fremdverleih abgetreten werden, oder etwa nicht?



Antwort von -paleface-:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
-paleface- hat geschrieben:

Daher bin ich auch immer für direkt ne Summe ausmachen und diese bezahlen.
Da bin ich prinzipiell bei dir, das bedeutet dann aber auch,
daß viele Produktionen einfach gar nicht erst stattfinden - sprich du bekommst ebenfalls nix, nicht mal ne Chance.
Das stimmt wohl. Aber tatsächlich mach ich es immer so, ich frag dann was er geben kann.
Ich bin schon sehr sehr oft für Spritgeld und nen Butterbrot durch Deutschland gereist um was zu drehen.

Ich rede natürlich jetzt von No-Low Indie Budget.
Meist kann ich durchs Drehbuch lesen und durch das erzählen der Leute schon absehen ob das was wird oder man nur ne lustige Zeit wird. Also auch immer viel Bauchgefühl.

Es gab mal im TV so ein Test. Da haben die Passanten angehauen: "Sie bekommen jetzt 10€ von mir oder morgen 50€" was nehmen sie?

Fast 100% haben die 10€ genommen. Und warum...weil man den anderem nicht traut. Und lieber jetzt was haben...als nie.



Antwort von iasi:

Funless hat geschrieben:
Wie viele Menschen glaubst du denn werden erreicht wenn nur die Darsteller oder meinetwegen auch alle anderen aus der Crew die Werbetrommel für den Film selber rühren als wenn es zum Vergleich eine professionelle Marketing Agentur machen würde?

Es müssten ja bei den Darstellern schon Superstars sein die auf Instagram etc. mindestens mehrere 100K Follower haben damit überhaupt wenigstens der Hauch einer Erreichbarkeit entsteht.

Und was den Fremdverleih betrifft, ist dir doch schon klar, dass dann Rechte an den Fremdverleih abgetreten werden, oder etwa nicht?
Warum sollte denn nicht ein Marketing-Mann die Vermarktung übernehmen, wenn auch ein Kameramann hinter der Kamera stand?

Natürlich geht man mit einem Verleiher ein Geschäftsverhältnis ein, bei dem man Rechte abtritt.
Gleiches gilt für Streaming-Anbieter oder TV-Sender.

Man muss eben von seinem Filmprojekt überzeugt sein und einen überzeugenden Film produzieren.

Schwierig ist die Vermarktung natürlich, wenn man in PALPAL im Glossar erklärt dreht und ein Stück verfilmt, dessen Rechte man sich nicht gesichert hat.



Antwort von Funless:

Es soll in deinem Modell also selbst die Marketing Agentur (die wiederum Mitarbeiter beschäftigt), die Verleihfirma (die Mitarbeiter beschäftigt), der StreamingStreaming im Glossar erklärt Anbieter (der Mitarbeiter beschäftigt), der TV Sender (der Mitarbeiter beschäftigt), etc. die Zusammenarbeit als "Vorkasse" in Eigenleistung wasserdicht garantieren noch ehe überhaupt mit irgendetwas von der Produktion begonnen wurde?

Verstehe ich das richtig?



Antwort von iasi:

Funless hat geschrieben:
Es soll in deinem Modell also selbst die Marketing Agentur (die wiederum Mitarbeiter beschäftigt), die Verleihfirma (die Mitarbeiter beschäftigt), der StreamingStreaming im Glossar erklärt Anbieter (der Mitarbeiter beschäftigt), der TV Sender (der Mitarbeiter beschäftigt), etc. die Zusammenarbeit als "Vorkasse" in Eigenleistung wasserdicht garantieren noch ehe überhaupt mit irgendetwas von der Produktion begonnen wurde?

Verstehe ich das richtig?
Verleihfirma, Streaming-Anbieter und TV-Sender sind Geschäftspartner die die Verleihrechte, die Streamingrechte und die Senderechte des fertigen Films erwerben. Von denen kommt das Geld, das dann an die Anteilseigner des Filmes verteilt wird.

Wenn du vor Produktionsbeginn Verträge mit diesen Geschäftspartnern schließst und bei all den Fördergremien anklopfst, bekommst du vielleicht das Geld zusammen, um den Film zu produzieren und kannst dann alle nach Tarif bezahlen - wenn!
Und dann hast du eine Menge Leute mit an Bord, die dir sagen werden, was sie wollen.



Antwort von Funless:

Sei mir nicht böse aber ich blick dein Modell im End-to-End-Prozess immer noch nicht ganz.

Lass uns doch bitte die derzeit gängigen End-to-End-Modelle für die Produktion und Veröffentlichung eines Spielfilms im Vergleich zu deinem Modell in Stichpunkten gegenüberstellen.

Bekannt sind mir folgende (ungefähre) Möglichkeiten:

1)
  • Produzent produziert Film, heißt dieser organisiert die Pre-Production, die Dreharbeiten, die Post-Production inkl. benögtigter Crew, Gewerke, etc. für die Fertigstellung des Films und schafft auch das vorher haarklein kalkulierte benötigte Budget heran, sei es durch Eigenkapital, Investoren, Vorabverträge mit Verleihfirma, etc. und alle beteiligten Gewerke für die Produktion und Fertigstellung des Films werden entsprechend bezahlt.
  • Verleihfirma/Streaming-Anbieter/TV-Sender erwirbt die Nutzungs- und Verwertungsrechte des Films, investiert in Marketing, etc. lizensiert die Rechte gegen Bezahlung an den Zuschauer, amortisiert damit die Investition für den Erwerb dieser Rechte sowie Vermarktung des Films und macht (im besten Fall) damit sogar Gewinn
  • Film ist veröffentlicht.
  • 2)
  • Produzent produziert Film wie auch schon im Beispiel 1) nur ohne Vorabverträge mit Verleihfirma/Streaming-Anbieter/TV-Sender, da sich keine Verleihfirma, etc. am Projekt interessiert, bzw. bereit erklärt hat, sowie auch mit sonst nicht soviel Budget, die Crewmitglieder arbeiten mit Rückstellungsverträgen.
  • Produzent reicht fertig gestellten Film bei Festivals ein um Awareness zu generieren.
  • Verleihfirma zeigt sich interessiert und erwirbt die Rechte wie bei Beispiel 1), Produzent bekommt im besten Fall soviel Geld dafür bezahlt, dass er die Rückstellungsverträge ausbezahlen kann und vielleicht bleibt sogar noch ein bisschen was für ihn über.
  • Film ist veröffentlicht.


  • 3)
  • Produzent produziert nur einen Demo-Teaser des Projekts (vergleichbar wie bspw. 1978 Raimi & Tapert bei Within The Woods für The Evil Dead oder Sylvester Stallone im Jahr 2007 für John Rambo) um Geldgeber zu gewinnen. Geldgeber erklären sich bereit, Film wird produziert.
  • Dann der Weg entweder wie bei Beispiel 1) oder Beispiel 2)
  • Film ist veröffentlicht.
  • Wie genau soll das End-to-End in deinem Modell laufen?



    Antwort von iasi:

    -paleface- hat geschrieben:

    Ich rede natürlich jetzt von No-Low Indie Budget.
    Meist kann ich durchs Drehbuch lesen und durch das erzählen der Leute schon absehen ob das was wird oder man nur ne lustige Zeit wird. Also auch immer viel Bauchgefühl.
    Ein 60 Minuten-Film in PALPAL im Glossar erklärt gedreht.
    Vorlage ein Theaterstück, dessen Verfilmungsrechte man nicht hat.

    Da kann auch der Kopf schon abschätzen, wie gut die Verwertungschancen sind.

    Wenn die Studenten-Crew nach nächtlicher Feier an jedem Drehtag um 9 langsam zum Frühstück wankt oder der Regisseur erst am Set beginnt, sich darüber Gedanken zu machen wie er die Szene bildlich auflösen möchte, sagt auch das Kopfgefühl, dass es mit der Drehzeit knapp werden könnte. :)



    Antwort von iasi:

    Funless hat geschrieben:
    Sei mir nicht böse aber ich blick dein Modell im End-to-End-Prozess immer noch nicht ganz.

    Lass uns doch bitte die derzeit gängigen End-to-End-Modelle für die Produktion und Veröffentlichung eines Spielfilms im Vergleich zu deinem Modell in Stichpunkten gegenüberstellen.

    Bekannt sind mir folgende (ungefähre) Möglichkeiten:

    1)
  • Produzent produziert Film, heißt dieser organisiert die Pre-Production, die Dreharbeiten, die Post-Production inkl. benögtigter Crew, Gewerke, etc. für die Fertigstellung des Films und schafft auch das vorher haarklein kalkulierte benötigte Budget heran, sei es durch Eigenkapital, Investoren, Vorabverträge mit Verleihfirma, etc. und alle beteiligten Gewerke für die Produktion und Fertigstellung des Films werden entsprechend bezahlt.
  • Verleihfirma/Streaming-Anbieter/TV-Sender erwirbt die Nutzungs- und Verwertungsrechte des Films, investiert in Marketing, etc. lizensiert die Rechte gegen Bezahlung an den Zuschauer, amortisiert damit die Investition für den Erwerb dieser Rechte sowie Vermarktung des Films und macht (im besten Fall) damit sogar Gewinn
  • Film ist veröffentlicht.
  • 2)
  • Produzent produziert Film wie auch schon im Beispiel 1) nur ohne Vorabverträge mit Verleihfirma/Streaming-Anbieter/TV-Sender, da sich keine Verleihfirma, etc. am Projekt interessiert, bzw. bereit erklärt hat, sowie auch mit sonst nicht soviel Budget, die Crewmitglieder arbeiten mit Rückstellungsverträgen.
  • Produzent reicht fertig gestellten Film bei Festivals ein um Awareness zu generieren.
  • Verleihfirma zeigt sich interessiert und erwirbt die Rechte wie bei Beispiel 1), Produzent bekommt im besten Fall soviel Geld dafür bezahlt, dass er die Rückstellungsverträge ausbezahlen kann und vielleicht bleibt sogar noch ein bisschen was für ihn über.
  • Film ist veröffentlicht.


  • 3)
  • Produzent produziert nur einen Demo-Teaser des Projekts (vergleichbar wie bspw. 1978 Raimi & Tapert bei Within The Woods für The Evil Dead oder Sylvester Stallone im Jahr 2007 für John Rambo) um Geldgeber zu gewinnen. Geldgeber erklären sich bereit, Film wird produziert.
  • Dann der Weg entweder wie bei Beispiel 1) oder Beispiel 2)
  • Film ist veröffentlicht.
  • Wie genau soll das End-to-End in deinem Modell laufen?
    4.) wäre auch noch möglich:
    Produzent beginnt mit der Produktion und versucht schon während des Drehs mit den ersten Mustern Verwertungspartner und somit Geld zu gewinnen.

    Letztlich hat man mit 2.) und eventuell 4.) die besten Chancen einen Film auch drehen zu können - vor allem auch ohne dass die Schreibtischtäter bei den Verleihern, Fördergremien, Streamingdiensten, Sendern usw. mitreden wollen und Vorgaben machen.

    Vor allem: Ersetze "Produzent" mit "Produktionsbeteiligte". Denn der Film wird gemeinsam produziert, wobei die Funktionsaufteilung erhalten bleibt.
    Dann hat man auch einen Produktionsleiter oder ausführenden Produzenten.
    Nur ist der "Produzent" eben nicht mehr derjenige, der das Geld besorgt, mit dem alle und alles bezahlt werden.
    Der "Ausführende Produzent" verwaltet dabei das gemeinsam aufgebrachte "Budget" und organisiert die Produktion.



    Antwort von Jott:

    Wie schon gesagt: berichte, wenn‘s klappt. Und wie du es hinkriegst, dein Filmkommunenmodell hierarchisch wochenlang im Griff zu behalten. Ich glaube nicht an so was, soll dich aber natürlich nicht abhalten.








    Antwort von iasi:

    Jott hat geschrieben:
    Wie schon gesagt: berichte, wenn‘s klappt. Und wie du es hinkriegst, dein Filmkommunenmodell hierarchisch wochenlang im Griff zu behalten. Ich glaube nicht an so was, soll dich aber natürlich nicht abhalten.
    Kommune?
    Was hat das denn mit einer Gemeinde zu tun?
    Oder etwa mit einer Wohngemeinschaft?

    Betrachte es mal lieber als Geschäftsmodell.

    Bei einer GmbH, bedeutet es noch lange nicht, dass jegliche Arbeitsteilung und Strukturen zusammenbrechen, nur weil alle Mitarbeiter auch Teilhaber sind.
    Es bedeutet aber natürlich, dass alle Mitarbeiter auch einen gewissen Geschäftssinn mitbringen und erkennen, dass jeder von einem erfolgreichen Endprodukt profitieren und es eben auch vertragliche Verpflichtungen gibt.



    Antwort von newz6user:

    Ich hatte bei Castings mehrfach das Glück auf "Halbprofis" zu treffen, die, wie sehr gut in dem Artikel dargestellt, bei ihrem großen Projekt dann auch endlich mal auf dem Regie und Casting Sessel Platz nehmen durften.
    Wichtig ist immer die Perspektive - der Schauspieler "bewirbt" sich nicht nur bei der Projektion, sondern wird eingeladen - das ist wichtig zu erwähnen.
    Beim Casting geht es um die Rolle, die Story, das Projekt - und ob der die schauspieler*in passt… es ist KEINE Bewerbung, auch wenn das gerne alle so sehen, außer Schauspieler…
    Unsere Bewerbung ist unser demoband, unsere Agentur, unsere castingportale mit Fotos und Szenen und ggf. Auch ein Filmfestival. Das Casting ist ein Feststellungsverfahren und mit eben dieser würde und mit eben diesem Respekt voreinander sollte man sich begegnen.

    Den Macker raus hängen zu lassen kommt bei uns Schauspielern einfach nur schei** an. Junge Filmcrews laden JEDEN Schauspieler ein, einfach weil sie es cool finden. Für uns ist das unbezahlte Arbeitszeit. Punkt. Und darüber sollten sich alle Gedanken machen, machen sich aber die wenigsten.

    Ich hatte viele solcher Castings und bei denen wo ich das Gefühl hatte - die Filmemacher haben sich bereits im Vorfeld mit meinem Material beschäftigt und mich für sie Rolle raus gesucht, habe ich mich am respektvollsten behandelt gefühlt.
    Zu oft war es das Gegenteil.

    Übrigens zu erwähnen wäre, dass viele Anfänger ein Gaffa-Quadrat auf den Boden kleben und sagen: da spielst du, das ist dein Bewegungsrahmen. Bullshit. Damit macht man als Schauspieler zu. Nehmt die Kamera in die Hand, lauft mit den Darstellern durch den Casting Raum, das ist organisch, das ist echtes Spiel und nahe am Menschen dran.

    Ein geeigneter Castingraum kann meiner Meinung nach sehr wohl auch ein privat Raum sein, sofern er Licht und Platz hat und der Umstand im Vorfeld mit der Agentur geklärt wurde. (Hatte auch bereits für Fernsehproduktionen Castings beim Regisseur*in)
    Auch ein Kennlerngespräch im Café oder ein Spaziergang, können, bei engerer Auswahl ein geeignetes Mittel sein - wohl gemerkt - 3 castingrunden, sind mit unter drei unbezahlte Arbeitstage!
    Leider gibt es in Deutschland kein Gesetz, welches Castings als Arbeitszeit definiert und damit bleibt es unvergütet. Das ist aber nur in schland so, und woanders anders..
    Casting ist Arbeit. Vor allem auch für Regie,Produktion und Caster. Die sollte auch gemacht werden - nur Schauspieler einladen die wirklich passen könnten, das oben beschriebene "eigene Kartei aufbauen" ist gefährlich, denn dann "schaut man sich mal lustig Leute an", die oft nichtmal die Fahrkarte zum Casting erstattet bekommen.
    Die Castingportale wurden im Artikel überhaupt nicht genannt und ich bitte diese aufzunehmen, weil dort oft schon das Missverständnis anfängt:
    Filmmakers ist in Dtl. Industriestandart, genauso wie castupload, schauspielervideos (Crew united) und castforward.
    Man kann sich bei diesen Portalen als Caster*in/Regisseur*in anmelden und erhält Material und Fotos fast aller professionell arbeitenden Schauspieler im deutschsprachigen Raum.
    Für international und UK ist das Portal "spotlight".




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