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Infoseite // Adobe aquiriert Firmen für Inhouse-Video-Produktionen



Frage von AD Tom:


Seit einiger Zeit bekomme ich von Adobe Werbemails mit Titeln wie "Videos erfolgreich und professionell inhouse produzieren!" Sprich: Adobe ermutigt Unternehmen Filmproduktionen zu umgehen und selbst die eigenen Imagevideos, Industriefilme, Socialmedia Beiträge, etc. zu produzieren (um letztendlich noch mehr Adobe-Produkte zu verkaufen). Mal"abgesehen von dem Umstand, ob es sinnvoll ist, mediale Laien ihr eigenes Videoportfolio erstellen zu lassen, stellt sich für uns Videoproduzenten die Frage:
Sollen wir in Folge dessen Adobe (immerhin haben wir diese Firma durch unsere jahre-lange Lizensierungen überhaupt erst groß gemacht) zukünftig weiter unterstützen? Oder sägen wir damit vielleicht sogar auf dem eigenen Ast auf dem wir sitzen? Ich bin gespannt auf Eure Meinungen!

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Antwort von ruessel:

Das erinnert mich 40 Jahre zurück - Publisher Software. Es wurde suggeriert, das eine Software mit 300 Schriften, ersetzt einen erfahrenden Grafiker, ist billiger und schneller. So sahen dann auch die Postwurfwerbeangebote aus, möglichst viele verschiedene Schriften auf kleinen Raum - weil sie waren ja da und bezahlt.

der Spuk war genauso schnell vorbei wie gekommen.



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Antwort von Steelfox:

Nunja, Filmproduktionen im Sinne von "Film" werden sicher auch weiter ihr Auskommen haben. Jede Stadt/Gemeinde etc. sowie große und kleine Firmen haben haben inzwischen ihre eigene Marketingabteilung. Die Zeiten wo im großen Stil externe Firmen dafür beaftragt werden, die eigene Kampagne visuell aufzuhübschen ist doch längst vorbei.
Inzwischen gibts in jeder Firma irgendwelche Videofuzzis, die Bilder schießen können. Und den meisten reicht das sogar. Andererseits glaube ich aber auch nicht, das "Zimmerei-Holzwurm" Mails von Adobe bekommt.
Warum sollte eine Firma wie Adobe seine Möglichkeiten nicht ausnutzen, um noch weiter Produkte verkaufen zu können. Machen andere Firmen auf anderen Gebieten doch auch.

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Antwort von antonknoblach:

"AD Tom" hat geschrieben:
Seit einiger Zeit bekomme ich von Adobe Werbemails mit Titeln wie "Videos erfolgreich und professionell inhouse produzieren!" Sprich: Adobe ermutigt Unternehmen Filmproduktionen zu umgehen und selbst die eigenen Imagevideos, Industriefilme, Socialmedia Beiträge, etc. zu produzieren (um letztendlich noch mehr Adobe-Produkte zu verkaufen). Mal"abgesehen von dem Umstand, ob es sinnvoll ist, mediale Laien ihr eigenes Videoportfolio erstellen zu lassen, stellt sich für uns Videoproduzenten die Frage:
Sollen wir in Folge dessen Adobe (die diese Firma durch unsere jahre-lange Lizensierungen überhaupt erst groß gemacht haben) zukünftig weiter unterstützen? Oder sägen wir damit vielleicht sogar auf dem eigenen Ast auf dem wir sitzen? Ich bin gespannt auf Eure Meinungen!
Hi AD Tom,

tut mir ehrlich leid, dass dieser Eindruck bei dir entstanden ist. Nur damit wir auf das Gleiche gucken – könntest du die Mail hier in den Thread packen oder mir als PM schicken?

Ich arbeite bei Adobe, war davor Filememacher und kenne drei Seiten des Themas: Einmal die als Softwarehersteller, deine Perspektive als Filmemacher/Produzent und die von Unternehmen, die vor der Entscheidung stehen, was sie inhouse machen sollen. Ich hatte vor meiner Adobe-Zeit auch eine Art Agentur, bei der wir Leuten beigebracht haben, simple Videos mit dem Smartphone selbst zu produzieren. Hier ist meine persönliche und ehrliche Meinung (ist etwas lang geworden, hoffe das ist ok):

Ich bin fest davon überzeugt, dass kreativer und gut produzierter Content von Leuten gemacht werden muss, die das richtig gut können und auch dementsprechend bezahlt werden. Qualität braucht Expertise und daran ändern auch KI-Features nichts, oder Smartphones mit besseren Kameras. Auch bei Adobe selbst arbeiten wir mit vielen Agenturen und Produktionsfirmen weltweit, aus genau diesem Grund.

Es gibt aber Arten von Content und Funktionen im Produktionsprozess, die durch Technik einfacher geworden sind.
  • Leute können Videos auf ihren Smartphones erstellen. Für manche Dinge reicht es, zB für kleine interne Geschichten oder Event-Impressionen, die schnell gepostet werden müssen. Entspricht das dem Ergebnis einer professionellen Produktion? Nein, auf gar keinen Fall. Aber manchmal entscheidet man sich ganz bewusst dafür, es so machen zu wollen.
  • Früher mussten Motion Graphics-Leute für jede kleine Textänderung in After Effects, es anpassen, alles neu rendern, importieren, exportieren. Jetzt kann ich einmal ein gutes MOGRT bauen (und gut verkaufen), das dann Leute anpassen können, die wenig Ahnung von Animation haben. Und jene Motion Graphics-Leute können in der Zeit etwas anderes machen, zum Beispiel das nächste Ding animieren.
  • Es gibt auch in professioneller Software immer mehr Starthilfe, um zu Ergebnissen mit zumindest einer gewissen Qualität zu kommen. In Character Animator zum Beispiel ist es jetzt viel einfacher zu starten, ohne selbst in Illustrator/Photoshop die Modelle zu basteln.
  • Als letzten Punkt vergiss bitte nicht, dass Kreative auch in Unternehmen arbeiten und dort funktionierende Workflows aufbauen möchten. Ich kenne genügend sehr gute Video- und Fotoleute, die sich eben dafür entschieden haben dort zu arbeiten statt auf "Dienstleister"-Seite.
  • Meine ganz persönliche Erfahrung ist:
    Je mehr ich damals Leuten beigebracht hatte Videos zu drehen, desto mehr Respekt hatten sie davor, was hochqualitative Filmproduktion heißt. Je mehr die Leute selbst schaffen, desto mehr fällt ihnen auf, was alles kaum erreichbar ist. Die meisten möchten das auch gar nicht erreichen, weil sie eben im Marketing arbeiten, in Sales, PR, und so weiter. Mit dem Selbermachen ist sogar das Verständnis gestiegen, dass Kreativität ihren Wert hat. Gleichzeitig brauchen Unternehmen Content, für den sie gar nicht erst das Budget haben. Content, den du wahrscheinlich gar nicht machen wollen würdest. Kreative Profis werden für immer gebraucht werden, um hochqualitativen Content zu produzieren.

    Weder mir noch Adobe geht es darum, euch Kreativen etwas wegzunehmen. Wenn wir euch irgendetwas wegnehmen wollen (etwas überspitzt), dann sind das nervige Aufgaben wie das händische Transkribieren von stundenlangem Footage, damit ihr mehr Zeit mit Dingen verbringen könnt die mehr Spaß und/oder Geld bringen. Wenn unsere Mail(s) das anders kommunizieren, dann nehme ich das als Feedback an und gucke, dass wir da besser werden. Danke, dass du es ansprichst!

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    Antwort von AD Tom:

    Ich habe weniger Bedenken, dass mediale Laien uns Profis zukünftig ernsthaft die Jobs wegnehmen könnten. Es wäre zudem naiv anzunehmen, dass die technologische Entwicklung im Mainstream-Sektor der Elektronikindustrie nicht auch eine Veränderung in der Entwicklung des digitalen Contents zur Folge hätte. Doch es gibt eine Grundregel:

    "Man beißt nicht die Hand, die einen füttert."

    Und hier ist es ein entscheidender Unterschied, ob ein Zulieferer der professionellen Medienproduzenten direkt deren Kunden angräbt. Stellt Euch das "mal umgekehrt vor. Freier Markt hin oder her. Partnerschaft, Vertrauen, Verlässigkeit und Loyalität sind Grundwerte einer gesunden Geschäftsbeziehung.
    Apples hat vor geraumer Zeit ebenfalls deren ursprüngliche Kernzielgruppe - die Kreativen - aus den Augen verloren und sich vornehmlich auf die bekannten Gadgets konzentriert. Mit der Folge, dass viele Medienschaffenden - wenn auch widerwillig - auf die PC-Welt umgeschwenkt sind. Inzwischen haben sie "wieder die Kurve gekriegt". Aber ein fader Beigeschmack und viele verlorene Kunden sind nach wie vor geblieben.
    Täglich mit der Adobe Suite zu produzieren, bedeutet für uns auch ein Investment in die Zukunft. Und daraus entstehen Fragen:

    - Können/wollen wir auch noch in Zukunft auf kompatible Systeme setzen?
    - Bleibt die Plattform eine Tool für Profis oder soll sie mit vereinfachten Funktionen nur noch Laien versorgen?
    - Hat mein Anbieter tatsächlich meine Bedürfnisse vor Augen?
    etc.

    Ich habe das Gefühl, dass Adobe"s Entscheidung die Ziegruppe zu erweitern - wie so oft - mehr die des Managements, als die der Entwickler & Experten war. Und so etwas läßt leider häufig die nötige Sensibilität vermissen.

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    Antwort von antonknoblach:

    Danke für deine Antwort. Ich hab ein paar Gedanken dazu, mich würde aber wirklich interessieren, auf welche Mail(s) du dich beziehst. Könntest du mir 1-2 Beispiele schicken oder direkt hier reinposten?

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    Antwort von AD Tom:

    Sorry, ich werde aus Gründen der Diskretion keine Emails, die an mich gerichtet sind veröffentlichen oder an Dritte weiterleiten (auch wenn ich mit deren Inhalt nicht einverstanden bin). Aber als Adobe-Mitarbeiter sollte Dir doch die Firmenkommunikation vertraut sein - insbesondere da Du Teil dieser Aktion bist.

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    Antwort von Frank Glencairn:

    "AD Tom" hat geschrieben:
    Ich habe weniger Bedenken, dass mediale Laien uns Profis zukünftig ernsthaft die Jobs wegnehmen könnten.
    Damit hat sich das Thema eigentlich schon erledigt. Warum hast du dann überhaupt den Post geschrieben?

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    Antwort von antonknoblach:

    "AD Tom" hat geschrieben:
    Sorry, ich werde aus Gründen der Diskretion keine Emails, die an mich gerichtet sind veröffentlichen oder an Dritte weiterleiten (auch wenn ich mit deren Inhalt nicht einverstanden bin). Aber als Adobe-Mitarbeiter sollte Dir doch die Firmenkommunikation vertraut sein - insbesondere da Du Teil dieser Aktion bist.
    Klar, das respektiere ich natürlich. Und ich glaub ich weiß jetzt auch, was Du meintest.

    Zu Gast in diesem Format ist eine Filmemacherin, die jetzt bei einem Konzern arbeitet. Also genau der letzte Punkt in meiner Liste gestern. In meinem eigenen Part übrigens sage ich fast genau das*, was ich auch gestern hier geschrieben habe. Nichts in der tatsächlichen Sendung hat die Aussage, dass Unternehmen nicht mehr mit Freelancern/Agenturen zusammenarbeiten sollen. Wie schon gesagt tut es mir ehrlich leid, wenn unsere Kommunikation das aussagt.

    Bei Zusammenarbeit und Grundwerten stimme ich dir vollkommen zu. Uns ist klar, dass Software für dich ein Investment ist und wir unseren Teil der Gleichung einhalten müssen: nämlich dir Programme zu liefern, mit denen du deinen Job machen kannst. Diese Verpflichtung haben wir aber gegenüber auch unseren Unternehmenskunden – von der kleinen Agentur mit ein paar Leuten über den Mittelstand bis zum Großkonzern mit hunderten oder sogar tausenden Kreativen, die unsere Software einsetzen.

    Unser Anspruch als Firma ist, dass möglichst alle kreativ sein können. Aber eben immer mit der Einschränkung von oben, nämlich dem Einstiegslevel und den entsprechenden Produkten in unserem Portfolio. Für Profis wie dich gibt es Premiere Pro und wir sind absolut der Meinung, dass du dort alles finden sollst, was du brauchst. Auch in Zukunft. Ja, wir machen einzelne Dinge einfacher, zum Beispiel indem wir "Remix" von Audition zu Premiere bringen, Auto Reframe entwickeln oder an der UI arbeiten. Aber es ist und bleibt ein Profi-Tool und wir haben deine Bedürfnisse ganz klar vor Augen. Solltest du Dinge vermissen, bin ich für jeden Input offen.

    *Wir haben das im Dezember remote aufgezeichnet, die Sendung wird morgen um 11 im Live-Replay gezeigt. Falls du dich nicht anmelden möchtest, kann ich dir gerne danach den Link schicken und du überzeugst dich selbst (glaube dafür müssen wir hier aber Freunde werden, kann Dich nicht anschreiben).

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    Antwort von berlin123:

    antonknoblach hat geschrieben:
    Danke für deine Antwort. Ich hab ein paar Gedanken dazu, mich würde aber wirklich interessieren, auf welche Mail(s) du dich beziehst. Könntest du mir 1-2 Beispiele schicken oder direkt hier reinposten?
    Denke es geht u.a. hierum:
    Videos erfolgreich und professionell inhouse produzieren!

    Hallo,

    von Customer Cases bis Imagefilm: Statt auf externe Agenturen setzt man bei SAP auf das eigene Team. Welche Vorteile Inhouse-Produktionen so mit sich bringen, verrät Natalie Hauck, Senior Media Producerin bei SAP. Gemeinsam sprechen wir über Herausforderungen eigenverantwortlicher Content-Produktion, Corporate Design bei Bewegtbild und wie dynamische Zusammenarbeit innerhalb Kreativteams gelingt.

    Worauf es außerdem bei gelungenen Video-Workflows ankommt, erklärt Anton Knoblach, Product Marketing Manager im Bereich Video bei Adobe, inklusive Tipps und Tricks für die Arbeit mit Premiere Pro. On top hat Matthias Schulze, Principal Solutions Consultant bei Adobe, wieder einen spannenden Quicktipp zur Möglichkeit kreativer Kollaboration mit frame.io für dich parat.

    Adobe for Business – für Menschen mit Ideen und Verantwortung


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    Antwort von berlin123:

    Dass das Adobe Marketing gerne weitere Kundengruppen ansprechen möchte finde ich nachvollziehbar. Es wäre naiv anzunehmen, dass man mit Dienstleistern im Videobereich ein unausgesprochenes Agreement hätte, die eigenen Produkte niemals deren Kunden anzubieten. Dann dürfte man auch den Grafikern in hundertausenden deutschen Firmen kein Photoshop anbieten, solange es noch freischaffende Grafiker und Agenturen gibt.

    Was ich mich eher frage ist: wie realistisch ist es, dass jemand mit 4 Stunden Zeit pro Woche Woche, die neben dem eigentlichen Job (Marketing, Werbung, Event) noch bleiben, wirklich sinnvoll mit Adobe Video Produkten arbeitet?

    Oder andersherum: ist es wirklich sinnig für das Arrangieren von ein paar Clips in Premiere und das Ändern des Textes in einem Envato-Template in After Effects eine CC Lizenz zu haben? Aus Adobe Sicht selbstverständlich. Aber wer sich ein bisschen auskennt weiss, dass man damit 97% der Funktionalität aussen vor lässt und wahrscheinlich mit Canva und Co. schneller zum selben Ergebnis käme.

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